Stärke und Schwäche- Predigt
Jeder Mensch ist stark und schwach – auch im Glauben. Wie wir damit umgehen können, darüber predigte Dr. Christoph Benke in Schönbrunn-Vorpark am 16. Sonntag im Jahreskreis (19.07.2026).
Ein unbeabsichtigt mitgehörtes Gespräch zweier junger Männer in der U-Bahn: „Jetzt gehe ich trainieren“. In Folge ging es um Proteine, also Muskelaufbau. Mir wurde klar: nicht Fußball, sondern Krafttraining – um beeindruckend stark zu werden.
Stärke und Schwäche. Wenn Donald Trump wieder einmal so richtig drein haut, legen ihm das seine Anhänger als Stärke aus. Als stark gilt, wer sich durchsetzen kann, als schwach, wer zurückzieht. Andere Möglichkeit: nicht um jeden Preis recht haben wollen und müssen. Das schaut vielleicht schwach aus. Und doch wäre es innere Stärke.
Jeder Mensch ist stark und schwach – bezogen auf Begegnung, Verbundenheit, Engagement, Treue, Vertrauen. Das ist im Glauben nicht anders. Wer will von sich sagen, ich habe einen „starken Glauben“? Manchmal können wir besser, tiefer auf Gott vertrauen, dann wieder fällt es uns schwerer.
Der Apostel Paulus geht davon aus, dass der glaubende Mensch bisweilen schwächelt – besonders im Gebet: So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. (Röm 8,26) Paulus tröstet. Er sagt: In unserer Schwäche – gerade in der eingestandenen Schwäche! – fühlen wir uns leer. Diese Leere können wir Gottes heiligem Geist sozusagen als Raum anbieten. Der Heilige Geist nimmt uns an der Hand und hinein in die Begegnung mit dem Vater-Gott. Und mit dem Heiligen Geist sind wir dann stark.
Was das Gebet betrifft, benötigen wir also keine Kraftkammer und keine Proteine. Im Verein mit dem Heiligen Geist sind wir schon stark.

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Pfarre Hildegard Burjan | Erwin Gruber
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