Am letzten Sonntag im Monat wird in Schönbrunn-Vorpark immer Geburtstagsmesse gefeiert. Das bedeutet: die „Geburtstagskinder“ stehen am Beginn des Gottesdienstes beim Entzünden einer Kerze im Mittelpunkt. Der Priester – dieses Mal feierte Subregens Markus Muth wieder einmal mit uns – spendet am Ende des Messe den Jubilaren jeweils einen Einzelsegen. Abgerundet und abgeschlossen wird dann alles im Parkcafé.
Danke fürs Vorbereiten und danke auch für die großzügigen Spenden für die MIVA-Christophorus-Sammlung.
Jeder Mensch ist stark und schwach – auch im Glauben. Wie wir damit umgehen können, darüber predigte Dr. Christoph Benke in Schönbrunn-Vorpark am 16. Sonntag im Jahreskreis (19.07.2026).
Ein unbeabsichtigt mitgehörtes Gespräch zweier junger Männer in der U-Bahn: „Jetzt gehe ich trainieren“. In Folge ging es um Proteine, also Muskelaufbau. Mir wurde klar: nicht Fußball, sondern Krafttraining – um beeindruckend stark zu werden.
Stärke und Schwäche. Wenn Donald Trump wieder einmal so richtig drein haut, legen ihm das seine Anhänger als Stärke aus. Als stark gilt, wer sich durchsetzen kann, als schwach, wer zurückzieht. Andere Möglichkeit: nicht um jeden Preis recht haben wollen und müssen. Das schaut vielleicht schwach aus. Und doch wäre es innere Stärke.
Jeder Mensch ist stark und schwach – bezogen auf Begegnung, Verbundenheit, Engagement, Treue, Vertrauen. Das ist im Glauben nicht anders. Wer will von sich sagen, ich habe einen „starken Glauben“? Manchmal können wir besser, tiefer auf Gott vertrauen, dann wieder fällt es uns schwerer.
Der Apostel Paulus geht davon aus, dass der glaubende Mensch bisweilen schwächelt – besonders im Gebet: So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. (Röm 8,26) Paulus tröstet. Er sagt: In unserer Schwäche – gerade in der eingestandenen Schwäche! – fühlen wir uns leer. Diese Leere können wir Gottes heiligem Geist sozusagen als Raum anbieten. Der Heilige Geist nimmt uns an der Hand und hinein in die Begegnung mit dem Vater-Gott. Und mit dem Heiligen Geist sind wir dann stark.
Was das Gebet betrifft, benötigen wir also keine Kraftkammer und keine Proteine. Im Verein mit dem Heiligen Geist sind wir schon stark.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/08/Kraft-Staerke.jpg10641600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2026-07-22 09:46:282026-08-10 09:52:18Stärke und Schwäche- Predigt
Unser langjähriger, geistlicher Begleiter Christoph Benke feierte diese Woche seinen 70. Geburtstag.
Wir freuen uns, dass er schon lange zu und nach Schönbrunn-Vorpark kommt um mit uns sonntags und auch an Feiertagen Gottesdienst zu feiern. Seine Predigten, kurz und pointiert, geben immer wieder Anlass über uns selber und unseren Weg mit und zu Gott nachzudenken.
Außerdem genießt eine kleine, in Zukunft vielleicht doch größere Gruppe, an vier bis fünf Mittwochabenden pro Jahr mit Christoph Benke gemeinsam über verschiedene Themen nachzudenken und darüber zu sprechen. Auch die Messfeiern, die an diesen Abenden im kleinen Saal stattfinden, sind etwas Besonderes.
So wünschen wir Christoph Benke noch viele gute und gesunde Jahre und von Herzen alles Gute!
Was bedeutet das Gleichnis vom Sämann und der Saat, die auf unterschiedlichen Boden fällt, die ganz unterschiedlich Frucht bringt, für uns heute ganz konkret? Damit beschäftigte sich Dr. Johann Pock in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 15. Sonntag im Jahreskreis (12.07.2026).
Ein schönes Evangelium mitten im Sommer. Die Aussaat – und das Fruchtbringen. Schon lange gibt es bei uns keinen Sämann mehr – die Maschinen haben die Aufgabe übernommen. Ich erinnere mich aber noch, dass es in meiner Kindheit noch manchmal eine händische Aussaat auf kleinen Feldern gab.
Jesus bringt immer wieder Gleichnisse aus der Landwirtschaft oder vom Fischfang: Das kannten seine Zuhörer. Aber wozu? Bilder merkt man sich viel leichter.
Wie war denn die Situation damals?
Jesus schickt seine Jünger aus – und sie sind zum Teil frustriert. Viele Menschen wollen von diesem Jesus nichts hören. Sie werden abgewiesen, verlacht, vertrieben.
Und sie merken, dass nicht alle Menschen auf Jesus hören wollen. Wenn er wirklich der Sohn Gottes ist – müssten nicht alle auf ihn hören?
Und dann kommt das Gleichnis: Jesus ist darin der Sämann. Er verkündet sein Wort. Er sät die Botschaft aus. Und manches geht verloren, fällt zwischen die Dornen, etc. Und nur einige der Samen gehen auf – und diese bringen vielfache Frucht.
Damit entlastet er die Jünger: Sie sollen sich nicht auf die Misserfolge konzentrieren, sondern auf die Erfolge. Ihre Aufgabe ist die Aussaat, das Verkünden der Botschaft. Aber was davon Frucht bringt, liegt nicht an ihnen.
Wie ist die Situation heute:
Ich lese das Gleichnis als Entlastung für uns heute – in der Glaubensverkündigung, im Christsein. Denn wie viele sagen: Ich habe den Kindern versucht, Glauben weiterzugeben; ich habe sie in die Kirche mitgenommen; ich habe ihnen meine Werte weitergegeben … und doch machen wir die Erfahrung: Zunächst fällt vieles davon anscheinend in die Dornen, geht verloren, … und manche fragen sich dann: Habe ich was falsch gemacht? Hätte ich mehr tun sollen?
Vom Gleichnis her gilt auch hier: Es ist wichtig, dass wir Werte weitergeben – wie die goldene Regel: Was du nicht willst, dass man dir tut – das füge auch keinem anderen zu. Oder dass man als Kind einzelne Gebete lernt; einige biblische Geschichten und Texte gehört hat … Aber: Was davon aufgeht, liegt nicht in unseren Händen. Da schaut Gott selbst, was er mit jedem Menschen vorhat.
Manches aber fällt auf fruchtbaren Boden und bringt reiche Frucht: Vielleicht nicht sofort, vielleicht erst viele Jahre später, vielleicht ohne, dass man es merkt.
Und es ist eine Entlastung für mich selbst: Wie sehr hat sich Gott bemüht, hat mir Lebensmöglichkeiten, Fähigkeiten etc. gegeben – aber auch bei mir, bei uns selbst, ist nicht alles auf fruchtbaren Boden gefallen. Doch Gott bzw. Jesus ist zufrieden mit dem Wenigen, das letztlich gelingt und aufgeht – und meint, dass es vielfache Frucht bringt.
Das Vertrauen auf Gott bzw. auf Jesus – Sie sorgen für den Erfolg
Jesus hat darauf vertraut, dass nach seinem Tod und seiner Auferstehung die Jünger trotz ihrer Ängste nicht aufgeben; er hat sie mit dem Heiligen Geist unterstützt. Vieles ist seitdem aufgegangen an Frucht, manches war wohl auch Unkraut im Laufe von 2000 Jahren … so dürfen auch wir vertrauen, dass trotz so mancher Enttäuschungen vieles aufgeht. Dass gute Worte und gute Taten irgendwann ihre Wirkung zeigen.
Und vor allem: Jesus zeigt einen Gott, der nicht 100%-igen Erfolg von uns will – sondern sich freut über jedes einzelne Samenkorn, das bei uns Frucht bringt. Jesus jammert nicht über die verlorenen Chancen – sondern freut sich über das Gelungene. Ich finde, ein toller Ansatz für ein glückliches Leben!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/07/Wachstum-1.jpg10671600Johann Pockhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngJohann Pock2026-07-15 09:59:262026-08-10 11:38:56Die vielfache Frucht der wenigen Samen auf gutem Boden – Predigt
In unseren Tagen können wir Frieden oft nur als Utopie sehen. Als Gläubige sind wir aber zur Hoffnung verpflichtet. Was das mit Frieden zu tun hat, zeigte Dr. Christoph Benke in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 14. Sonntag im Jahreskreis (05.07.2026) auf.
„Das ist eine Utopie!“, oder „Das ist utopisch!“ Vielleicht wurde ein fantasievoller Plan oder ein gewagtes Projekt entworfen. Begeisterung entsteht. Aber dann macht sich Ernüchterung breit: ‚Das ist utopisch! Das geht ja doch nicht!‘ Das wird es nicht geben, das kann es nicht geben. Bedauerlich, aber das ist zu weit weg.
Der Prophet Sacharja ruft ein universales Friedensprojekt aus. Der Friede kommt. Der Friedenskönig bringt ihn. Er reitet auf einem kleinen Esel – ein Kontrastbild, damals wie heute. Er ist unbewaffnet und als solcher eliminiert er die Waffenindustrie.
Gegenwärtig erscheint das Friedensprojekt des Sacharja so fern wie kaum jemals zuvor. Wir denken: „Das ist utopisch!“ – in einer Zeit, in der neue Kriege angezettelt werden und alte weiter schwelen. „Schön wär’s!“, sagen wir, und gehen zur Tagesordnung über, ohne jede Utopie.
Der Wortsinn von „Utopie“ ist, dass etwas keinen Platz hat; keinen Platz – im bisherigen Denken, in der gängigen Vorstellung. Aber die Vorstellung vom Frieden bekommt eine Chance, wenn ein Umbau stattfindet im Herzen des Menschen. Das Herz muss sich verabschieden vom „Fleisch“. Paulus meint damit den Egoismus. Fleisch, das ist das übersteigerte Ego, das Recht-haben-Müssen um jeden Preis, das Festhalten am Konkurrenzdenken. Sich vom Geist Gottes bestimmen lassen ist die einzige Alternative.
Wir Christen sind zur Hoffnung verpflichtet – zur Hoffnung für alle Menschen und für die gesamte Welt, gegen allen Augenschein. Der Friede ist Teil dieser Hoffnung. Nirgendwo steht, dass es leicht ist, diese Hoffnung aufrechtzuerhalten. Wir gehen der zweiten Ankunft des Messias, des Friedenskönigs, entgegen. Bis dahin ist es unsere Sendung, kleinere und größere Zeichen des Friedens zu setzen. Und das ist keineswegs utopisch!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/07/Glaube-Frieden.jpg12001600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2026-07-08 09:35:452026-08-10 09:42:23Ist Friede Utopie? – Predigt
Was hat für uns Priorität? Was sagt Jesus dazu und wie können wir das leben? Damit beschäftigte sich Dr. Christoph Benke in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 13. Sonntag im Jahreskreis (28.06.2026).
Wenn in einem Bereich des öffentlichen Lebens ein Missstand zu Tage tritt, wird eine verantwortliche Person vor das Mikrofon gebeten und um eine Stellungnahme ersucht. Vermutlich bekräftigt diese Person dann, dass die Beseitigung des Problems „oberste Priorität“ hat. Das – und nichts Anderes! – hat jetzt Vorrang und steht ganz oben auf der Liste.
Auch wir sind im Kleinen und im Großen gefordert, Prioritäten zu setzen. In der Unübersichtlichkeit, aber nicht nur dann, braucht es Entscheidungen, was zuerst drankommt.
Das Evangelium erinnert sehr drastisch, was – oder besser: Wer – für uns den Vorrang haben muss: Christus. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. (Mt 10,37) Gewiss: Das sagt Jesus zu seiner engsten Umgebung, zu den Aposteln. Aber in gewisser Hinsicht gilt das Jesuswort auch für uns alle. Gott ist die Mitte, er ist Ausgangspunkt und Ziel. Alles, was uns wichtig ist, alle Menschen, die wir lieben – wir sollten sie mit dem dreifaltigen Gott in Verbindung bringen. Das bedeutet, Menschen und Dinge nicht zu vergöttern, sondern sie dankbar zu nehmen und sie in Gott zu lieben.
So müsste unsere Prioritätenliste ausschauen. Daran müssen wir uns immer wieder erinnern. Das würde mit sich bringen, von den Dingen, von der Welt und von den Liebsten auch Abschied nehmen zu können. Wir würden dann alles in Gott wiederfinden, weil wir es zuvor in und mit Gott liebten.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/07/Priority.jpg11701600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2026-07-01 09:03:432026-08-10 09:34:09Prioritäten – Predigt
Lass dich beflügeln von der heiligen Geistkraft, die dich schützend begleitet.
Sie bewahrt deine Gesundheit und öffnet dir Augen & Ohren für die Wunder unserer Welt.
Sie schenkt dir Zeit um zu verweilen, wo es deiner Seele bekommt
und Muße um zu schauen, was deinen Augen wohl tut.
Sie errichtet Brücken, wo der Weg zu enden scheint
und sendet dir Menschen, die dir Gastfreundschaft gewähren.
Sie macht dein Herz froh, deinen Blick weit, deine Füße stark
und lässt Dankbarkeit in dir wachsen.
In Gottes Segen sind wir geborgen beim Fortgehen und Wiederkommen.
Amen.
Sabine Kräutel-Höfer
Ein herzliches Dankeschön an allen Helfer*Innen in unseren Gemeinden, die im vergangenen Arbeitsjahr mitgeholfen haben!
Einen erholsamen Urlaub und schöne Ferien wünschen Pfarrer Martin, Diakon Árpád, Pastoralassistentin Petra, Pfarrsekretärinnen Andrea, Brigitta und Jelena sowie die Mitglieder der Gemeindeausschüsse.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/06/Weizen-Sonnenuntergang.jpg9001600Andrea Kainzhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngAndrea Kainz2026-07-01 00:00:542026-06-11 08:35:45Segenswunsch zum Start der Sommerferien
Am letzten Sonntag im Juni feierten wir gemeinsam mit Christoph Benke obligatorisch eine Geburtstagsmesse. Die „Geburtstagskinder“ des Monats entzündeten am Altar eine Kerze und wurden am Ende des Gottesdienstes von unserem Priester einzeln gesegnet. Musikalisch eingerahmt wurde die Eucharistiefeier durch Gesang, Gitarre, Querflöte und die große Orgel. Die Fotos lieferte dieses Mal Martin Buchhammer – danke fürs Einspringen.
Apropos danke: Es gab auch ein Pfarrcafé und dort wurde auf die Jubilare natürlich angestoßen.
Wenn das Arbeitsjahr zu Ende geht, die Schulaktivitäten in die Zielgerade biegen, wenn die Ferien, der Urlaub und der Sommer generell vor der Türe stehen, dann ist es Zeit für unser traditionelles Fest im Park – heuer ganz im Zeichen der Fußball-WM.
Der Ablauf ist faktisch immer gleich: Wir starteten auch dieses Mal mit der Eucharistiefeier im Freien. Sie feierte Pfarrer Martin gemeinsam mit dem äthiopischen Pater Mulugeta, unterstützt von Diakon Arthur und 10 Ministrantinnen und Ministranten. In seiner Predigt outete sich Pfarrer Martin als Fan der afrikanischen Teams, dann auch von Österreichs Nationalmannschaft. Aber eigentlich helfe er immer zum schwächeren Team. Wir alle waren eingeladen auf Fußballtrikots in Miniatur-Format zu schreiben, welche Stärke/Talente wir in unser Pfarrteam und Gemeindeteam einbringen. Über 100 „Team-Spieler*innen nannten Stärken wie „ministrieren“, „backen fürs Pfarrcafe“, „beten“, „dankbar sein“, „musizieren“ und vieles mehr. So wurde deutlich, dass wir als Team und mit Gott als Trainer erfolgreich sind.
Nach der Heiligen Messe, die u.a. auch von den „Happy Voices“ musikalisch geprägt war, folgten das „Pfarrcafé unter den Bäumen“, die sportlichen Stationen für Kinder und Jugendliche, natürlich mit dem Fußball im Mittelpunkt, das gemeinsame Mittagessen und die weiteren Sportbewerbe. Es wurde mit dem Ball gekickt, gedribbelt und geschossen. Es wurde aber auch viel geplaudert und man hatte den Eindruck, dass das heiße Sommerwetter im Schatten für alle gut zu ertragen war. Die abschließende Siegerehrung, auch fürs Schätzspiel, die ich wieder mit Freude moderieren durfte, stand am Ende eines gelungenen Tages in der Jugendsportanlage im Auer-Welsbach-Park.
Ein großes Dankeschön gilt allen, die an der Umsetzung mitgeholfen haben und es waren sehr viele.
Freuen wir uns auf einen schönen Sommer, auf ereignisreiche Ferien, auf einen erholsamen Urlaub und auf die Fortsetzung unseres Festes im Park im nächsten Jahr.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/06/Hl.-Messe-Sportfest.jpg10671600Erwin Gruberhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngErwin Gruber2026-06-22 07:14:042026-06-23 08:56:49Fest im Park – 21.06.2026
Was haben die Schrifttexte dieses Sonntags mit den Kirchenpatronen der Kirche von Schönbrunn-Vorpark und der Pfarre Hildegard Burjan zu tun? Damit befasste sich P. Clemens Pilar COp in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 11. Sonntag im Kirchenjahr (14.06.2026). Und welche befreiende Botschaft können wir in Texten entdecken, die auf den ersten Blick vielleicht unverständlich oder veraltet anmuten?
Wenn ich mich für eine Sonntagspredigt vorbereite, finde ich es immer interessant, aus den drei vorgelegten Texten das verbindende Thema zu erschließen, bzw. die Wurzel in diesem Dreiklang zu entdecken. Für diese hl. Messe wurde es für mich noch spannender, da wir es nicht nur mit drei Texten zu tun haben, sondern auch mit drei Festgedanken. Zusätzlich zur Auferstehungsfeier des Sonntags wollen wir noch die beiden Patronate für diese Kirche mitbedenken, das unbefleckte Herz Mariens und die sel. Hildegard Burjan. Mir leuchtet tatsächlich ein verbindendes Thema auf, das uns durch die Texte der hl. Schrift vorgelegt wird.
Die erste Lesung hat uns eine entscheidende Etappe der Exodusgeschichte vor Augen gestellt. Israel war nach langem Ringen aus Ägypten ausgezogen und ist nun am Berg Sinai angekommen. Bald wird Mose auf den Berg steigen, um die Tora – die ein Gesetz der Freiheit sein soll – zu empfangen.
In der zweiten Lesung aus dem Brief an die Römer spricht Paulus über die Errettung der Sünder – freilich in Worten, die für uns heute nur noch schwer verständlich, ja eigentlich sogar verstörend klingen: Was bedeutet es wirklich, dass wir durch das Blut gerecht gemacht und durch den Tod des Sohnes gerettet wurden? Wir werden uns das noch übersetzen müssen.
Das Evangelium wiederum spricht von der Aussendung der Jünger. Sie werden ausgestattet mit der Vollmacht, unreine Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden im Volk zu heilen – übrigens die einzige „Vollmacht“ im eigentlichen Sinne, die den Jüngern eigentlich übertragen wurde. Das ist der fünffache Auftrag: Verkünden, heilen, Tote erwecken, Aussätzige rein machen und Dämonen austreiben. Wir werden gleich sehen, was damit gemeint ist.
Was hat das nun alles mit den Patronaten zu tun, die wir heute feiern? Das Stichwort gibt uns das „unbefleckte“ Herz Mariens. Was kann uns das heute noch sagen, wo sich dieser Titel doch noch auf die Idee einer „Erbsünde“ bezieht, die nach der Vorstellung des Augustinus mit der Zeugung im Fleisch weitergegeben wird. Papst Benedikt hat diese unbiblische Idee korrigiert und so gedeutet: Jeder Mensch wird in eine von sündigen Strukturen gezeichnete Welt hineingeboren, die ihn früher oder später auch verletzten werden. So wird die Sünde von außen übertragen. Ein deutscher Arzt und Psychiater sagt, dass im Grunde die Einflüsse, die sich verletzend auf ein Leben auswirken, schon im Mutterleib beginnen. Er sagt, kein Mensch wird „unbefleckt“ geboren. Sobald ein Mensch geboren ist, ist er vielen Wünschen und Forderungen ausgesetzt. Es ist sehr schwer, dass ein Mensch wirklich zu dem aufblühen kann, was er eigentlich sein kann und soll. Es gibt den Spruch: „Weißt du noch, wer du warst, bevor man dir gesagt hat, wer du sein sollst?“
Wenn wir Maria als die „Unbefleckte“ bezeichnen, können wir das heute auch so verstehen, dass sie von Anfang an unverbogen und authentisch war. So wie uns das in der Kindheitsgeschichte des Lukasevangeliums geschildert wird, kommt das recht originell zur Darstellung: Da wird uns zuerst vom gebildeten Priester Zacharias erzählt, der voll ist von theologischem Wissen und alle Rituale beherrscht, die er im Tempel durchzuführen hat. Aber all das Vorwissen blockiert ihn auch, und als ihm Gott durch den Engel etwas sagen will, kann er es nicht glauben und muss verstummen. Im Kontrast dazu wird uns Maria in Nazaret gezeigt, die dem Engel in erfrischender Offenheit begegnen kann. Sie hatte es insofern „leichter“ als der arme Zacharias, denn Mädchen durften damals nicht in der Tora unterrichtet werden. Sie ist in diesem Sinne also wirklich „unbefleckt“ und „jungfräulich“ und damit auch fähig, das Wort des himmlischen Boten aufzunehmen. Auch, wie sie sich dann verhält, zeigt, dass sie sich nicht um die Konventionen ihrer Zeit kümmert und tut, was man eigentlich nicht tun darf: als Mädchen alleine durch das Bergland reisen, im Haus des Zacharias nicht zuerst den Hausherren zu begrüßen, sondern die Frau…
Wir aber erleben uns selbst oft nicht in dieser inneren Freiheit, weil wir so vielen Wünschen und Erwartungen ausgesetzt sind, und das von klein auf. Von jüdischer Seite gibt es dafür ein Bild. Da heißt es: Jeder ist in Ägypten geboren. Ägypten ist das Land der Entfremdung. Dort wird man vom fremden Pharao bestimmt. Der lässt einen nicht sein, was man sein soll. Deshalb muss jeder Mensch eines Tages aus seinem Ägypten aufbrechen und den Weg ins Gelobte Land antreten, wo er – angeleitet unter der Stimme Gottes – endlich werden und sein kann, was er wirklich ist.
Davon spricht in – für uns kaum noch verständlichen Worten – auch Paulus in seinem Brief an die Römer. Gott hat uns geliebt, als wir noch Sünder waren, aber: „Nachdem wir durch sein Blut gerecht gemacht wurden, werden wir durch ihn erst recht vor dem Zorn gerettet werden.“ An diese Rede knüpfen sich so viele falsche Vorstellungen, die ein falsches Gottesbild zur Folge hatten. Verstehen können wir es nur im Zusammenhang mit der Symbolik des großen Versöhnungstags, dem Yom Kippur.
Der Mensch in der Entfremdung verfehlt das Ziel seines Daseins. Sünde bedeutet Zielverfehlung. Durch die Sünde der Menschen fließt die Lebenskraft weg, die Spannungen untereinander wachsen, der Zornespegel unter den Menschen steigt. Am Yom Kippur tut Gott alles, um das Leben der Menschen zu erneuern. Dazu wird symbolhaft Blut über dem Volk und dem Altar verspritzt. Blut galt als Sitz des Lebens. Menschen werden durch dieses Geschenk der Lebenskraft wieder aufgerichtet, gereinigt und können neu anfangen. Der Zorn, von dem hier die Rede ist, ist nicht der Zorn Gottes, sondern jener der Menschen, die sonst das Leben voneinander fordern, das ihnen durch die Sünde der anderen vermindert wurde. Gott durchbricht diese Spirale der Gewalt, indem er sich hineingibt und sein Leben und seine Liebe schenkt. So wird eine größere Gerechtigkeit geschenkt, die der Mensch mit seinen Forderungen nie erreichen könnte.
Und davon spricht dann auch das Evangelium. Das Ziel der Mission ist der gerettete und zu sich selbst befreite Mensch. Die „unreinen Geister“ oder auch „Dämonen“ sind die fremden Stimmen, die einen Menschen daran hindern, das eigene wahre Leben vor Gott zu entfalten, es sind die vielen Stimmen, die einen Menschen verbiegen und bedrücken. Diese fremden Stimmen müssen zum Verstummen gebracht werden, anstelle dessen soll die Frohe Botschaft vom Reich Gottes neue Lebenshorizonte erschließen: „Das Himmelreich ist herangekommen!“, der Raum zu atmen und zu leben.
Hildegard Burjan hat ihr Leben den Menschen gewidmet, denen dieser Raum zum Leben abgesprochen worden war, die kaum Gelegenheit hatten, die Lebensmöglichkeiten auszuschöpfen, sie hat ihr Leben den Menschen gewidmet, die viel zu lange in ihrem „Ägypten“ ausharren mussten. Es war ein Stück Arbeit am „Neuen Himmel und der Neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt“
Der Blick auf das „Unbefleckte Herz Mariens“ hält uns vor Augen, was wir alle werden dürfen. Gott kommt uns dazu in Jesus Christus entgegen, er schenkt uns seine Lebenskraft, durchdringt uns förmlich, schließt uns an seinen Blutkreislauf an, sodass alle Fremdherrschaften weichen müssen und ein Leben aus der eigenen Personmitte heraus möglich wird. So gestärkt dürfen wir uns wie Hildegard Burjan hineinnehmen lassen in diesen Strom der Kraft Gottes, die unsere Welt erreichen und Menschen befreien, aufrichten und heilen kann.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/10/Portal-der-Kirche-Schoenbrunn-Vorpark.jpg10781617P. Clemens Pilar COphttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngP. Clemens Pilar COp2026-06-16 07:06:142026-06-16 07:10:18Gerettetes Leben – Predigt