Nach langer Zeit feierte Prälat Walter Paul Hlinka wieder mit uns Gottesdienst. Für ihn und für viele von uns war es ein Comeback, weil er früher einige Jahre Kaplan in Schönbrunn-Vorpark war.
Im Mittelpunkt der Heiligen Messe standen am Muttertag selbstverständlich alle Mütter, aber auch die Ehejubilare, die am Ende der Feier einen speziellen Segen von Walter Paul bekommen haben. Musikalische Highlights kamen von unserem Chor und von Peter Hackl an der Orgel.
Weitergefeiert wurde nachher noch im Pfarrcafe.
Danke fürs aktive Mitbeten und Mitsingen, danke fürs Vorbereiten des Pfarrcafes und danke Juliane für die Muttertags-Herzen.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2023/09/Eheringe-auf-italienischer-Bibel.jpg?ver=17061166809001600Erwin Gruberhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngErwin Gruber2026-05-11 07:13:262026-05-11 07:56:01Mütter und Ehejubilare im Fokus – 10.05.2026
Herzliche Einladung zur Langen Nacht der Kirchen am 29. Mai 2026!
Auch heuer beteiligt sich unsere Pfarre Hildegard Burjan wieder mit einem abwechslungsreichen Programm an der Langen Nacht der Kirchen.
Sie wollten schon immer eine Kinder-Zauberwerkstatt sehen, Ihre Kinder in eine Rätselrallye schicken Real-Life-Werwolf spielen oder das Mysterium der Harmonien erkunden? Dann sind Sie bei uns genau richtig!
Unser Programm in Neufünfhaus
18:00 – 19:00 Uhr: Kindermusical „Aktion Arche!“
20:00 – 21:30 Uhr: Koch-Challenge mit (fast) allen Sinnen
21:30 – 22:30 Uhr: Mitmach-Kirchen-Karaoke
22:30 – 23:30 Uhr: Rette das Tierreich – challenge accepted
23:30 – 0:15 Uhr: Nachtgebet: Mut zur Vielfalt
0:15 – 1:00 Uhr: MUTeinander die Lange Nacht ausklingen lassen
Unser Programm in Rudolfsheim
19:30 – 21:00 Uhr: Chorkonzert mit dem Chor Arcadia
„Sehr hilfreich und den Horizont erweiternd“, so würde ich die neue Webseite unserer Erzdiözese Wien beschreiben. Mit viel Mühe und Kreativität haben die Verantwortlichen ein Angebot gemacht, das uns allen hilft, eine christliche Kultur zu leben und einen eigenen Weg im Glauben zu finden.
Es geht nicht um eine schöne Darstellung nach außen, sondern um Hilfestellung für das Christ-Sein! Danke allen, die da im Hintergrund mitwirken.
Natürlich gibt es eine Erklärung unseres Glaubens, Beschreibung der Aktivitäten der Pfarren, Worte des neuen Erzbischofs, aber auch die wöchentliche Kommentare unseres Kardinals, der in Pension sowohl zum Zeitgeschehen, als auch zum Sonntagsevangelium hilfreiche Anmerkungen macht. Ich verstehe diese als dauerhafte geistliche Begleitung und empfehle sie bestens weiter: https://www.erzdioezese-wien.at/unit/kardinalschoenborn/home
Aber auch auf Facebook und Instagram ist die Erzdiözese aktiv. Es lohnt sich hineinzuschauen.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/05/Mitarbeitergottesdienst-GV5A2616.jpg10111600Pfarrer Martin Rupprechthttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngPfarrer Martin Rupprecht2026-05-07 10:16:382026-05-07 10:17:32Neue Webseite unserer Erzdiözese mit vielen guten Informationen
Brauchen wir immer mehr? Sagt uns nicht im Evangelium Philippus, dass es genug ist? Darüber predigte Dr. Christoph Benke am 5. Sonntag in der Osterzeit (03.05.2026) in Schönbrunn-Vorpark.
Waldbrand im Lesachtal, Waldbrand nördlich Graz, Trockenheit: Wieder einmal macht sich die Klimakrise eindrucksvoll bemerkbar. Sie legt nahe, dass wir unseren Lebensstil überprüfen und die Vorstellungen eines guten Lebens revidieren müssen. Das ist bis dato nicht gelungen.
Woran liegt das? Unser System beruht auf wirtschaftlichem Wachstum. Angeblich kann unser Wohlstand anders nicht gehalten werden. Aber es geht an dieser Stelle nicht um ökonomische Theorien, sondern um einen Blick in die Tiefe der menschlichen Seele. Wie kommt es überhaupt dazu, dass wir so an die Steigerung glauben?
Es ist die Gier. Es ist die Unersättlichkeit. Tief drinnen leitet uns die Angst: ‚Ich bekomme nicht genug.‘ Nicht genug an allem: an Leben, an Anerkennung und Zuwendung. Dieses Lebensgefühl treibt uns in den Mechanismus der Steigerung, in die Unzufriedenheit, in die Sklaverei des ‚noch Mehr‘. Das Ergebnis ist ein Zuviel, ein Überfluss, der geistig und spirituell überfordert. Es geht also nicht um Mängel, die behoben werden müssen. Das reicht an Menschenrechte. Es geht auch nicht um Verzicht.
Es geht um das Genug: Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. (Joh 14,8) Als Glaubende dürfen wir aus dem Vertrauen leben, schon längst in Gott zu leben. Dort haben wir genug an allem, was wir in der Tiefe unseres Herzens wirklich brauchen. Dort, beim und im dreifaltigen Gott, ist Sättigung.
Leben aus der Taufe heißt: Lernen, in Gott Stand zu finden. Standfinden in Gott nimmt der Gier die Energie. Wir finden Freude am Genug.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/05/Ausreichend-Genuegend.jpg10671600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2026-05-05 11:59:512026-05-05 12:12:45Zu wenig oder genug? – Predigt
Am Sonntag, dem 26. April, feierten wir eine Freiluftmesse im Auer-Welsbach-Park. Im Mittelpunkt stand unser Schöpfergott und seine gute Schöpfung. Die im Frühling erblühende Natur und der kräftige Wind an diesem Vormittag waren eindrückliche Zeichen dafür. In den einleitenden Worten hieß es: Gottes Schöpfungswirken ist nicht abgeschlossen, es dauert an. „Die Schöpfung ist immer noch im Werden“ – so fasste Zelebrant P. Clemens Pilar den theologischen Begriff der „creatio continua“ zusammen. Der Mensch, als Abbild Gottes, ist berufen, Hüter seiner Mitgeschöpfe zu sein.
Als kleines Zeichen für einen bewussten Umgang mit unserer Erde wurden am Ende des Gottesdienstes muskelbetriebene Fahrzeuge gesegnet. Während der Homilie gab es für die Kinder einen Sinnesweg am Seil, der das blinde Erfahren von „Geführt- und Gerufenwerden“ – wie im Evangelium beschrieben – ermöglichte. Die Geburtstagskinder des Monats April wurden durch wunderschöne Blumen vor dem Altar besonders gewürdigt.
Die Messe im Park, geprägt von Musik und lebendigem Feiern inmitten des belebten Parks, war ein starkes Zeichen für die Präsenz unserer Gemeinde im städtischen Umfeld. Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgewirkt und mitgefeiert haben!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/Sinnesweg-am-Seil.jpg10671600Herbert Wasserbauerhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngHerbert Wasserbauer2026-04-27 07:50:422026-04-27 11:24:44Schöpfungsmesse im Park – mit Fahrradsegnung
Beim Schöpfungsgottesdienst im Auer Welsbach Park, bei dem am Ende des Gottesdienstes muskelbetriebene Fahrzeuge gesegnet wurden, zeigte P. Clemens Pilar COp am 4. Sonntag in der Osterzeit (26.04.2026) der Gemeinde von Schönbrunn-Vorpark einen anderen Blick auf das Gleichnis vom guten Hirten; Jesus will, dass die Menschen in die Freiheit geführt, ja getrieben werden, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
Das Fahrrad, bzw. das Fahrradfahren war in meiner Jugendzeit der Inbegriff von Freiheit. Oft hab ich mich nach Unterrichtsschluss aufs Fahrrad geschwungen, mich bei meinen Eltern abgemeldet (und gesagt, wann ich zurücksein werde) und hab so meine 50, 60 Kilometer heruntergespult. Ich habe damals im oberösterreichischen Kremstal gelebt, wo man wunderbare Radtouren machen konnte. Meine Eltern haben mir zugetraut, dass ich mich in der Landschaft zurecht finde, deshalb haben sie nie vorher gefragt, wohin ich unterwegs bin, ich war frei, meine Routen zu wählen. Ich denke gerne an dieses Gefühl der Freiheit und des Abenteuers zurück. Noch heute bin ich in meiner Freizeit gerne mit dem Fahrrad unterwegs, viel lieber als mit dem Auto. Mit dem Fahrrad ist man freier und ungebundener, man muss keinen Parkplatz suchen, kann auch auf Wegen unterwegs sein, wo kein Auto fahren darf, und umweltfreundlich ist es auch.
Freiheit! Auch im Evangelium geht es heute um diese Thematik. Es ist die Rede vom Schafstall und von Schafen, die nicht in der Enge des Stalls bleiben sollen, sondern die aus diesem hinausgeführt, ja hinausgetrieben werden, sie sollen gute Weide finden. Sie sind frei, jederzeit hinein- und hinauszugehen, so wie es für sie passt… Heute würde man vielleicht sagen: „So sehen glückliche Schafe aus“.
Aber natürlich geht es im Evangelium nicht um Kleinviehzucht. Eigentlich bringt Jesus hier eine höchst provokante Botschaft, im Grunde Religionskritik vom Feinsten. Das bemerkt man spätestens dann, wenn man den Text im Griechischen Original vor sich hat: Das Wort, das hier im Deutschen mit „Stall“ wiedergegeben wird, ist das griechische Wort „Aulé“, von dem auch das allen bekannte Wort „Aula“ kommt. Es ist eigenartig, dass der Evangelist hier dieses Wort gewählt hat, denn das klassische Griechische Wort für Stall lautet „Stathmos“ oder „Sekós“. Das Wort Aulé verwendet der Evangelist sonst im selben Evangelium nur für den Hof des Hohepriesters am Tempel. Da wird man schon hellhörig. Und wenn man sich dann daran erinnert, dass es im Johannesevangelium – ziemlich am Anfang – schon einmal eine Stelle gegeben hat, wo die Rede davon ist, dass unter anderem auch Schafe aus dem Tempel getrieben werden (vgl. Joh 2, 15), Schafe, die zum Schlachten bestimmt waren, dann hat man endgültig den Schlüssel, um zu verstehen, wie hochbrisant dieses Evangelium ist.
Jesus wirft der Priesterschaft in Jerusalem vor, dass sie die Menschen nur für ihre eigenen Zwecke benutzen. Sie dienen ihnen nicht, sondern bedienen sich ihrer. Man muss dazu verstehen, dass der Opferkult im Tempel ein sehr gutes Geschäft war. Dazu mussten aber die Leute manipuliert werden, damit man sie lenken konnte. Man hat ihnen eingeredet, dass sie die kostspieligen Opfer bezahlen müssen, um Gottes Willen zu erfüllen, Sühne für ihre Sünden zu erlangen oder ähnliches. Jesus hatte diesen Opferkult kritisiert, der den Tempel zu einer Markthalle verkommen hat lassen.
Aber das Schlimmste war, dass diese Form der Religion den Menschen die innere Freiheit genommen hat. Ihnen wurde ein falsches Gottesbild in die Köpfe gesetzt, so dass sie gut lenkbar waren. Religion wurde zum Instrument der Macht. Und Jesus ist dabei, den Mächtigen genau dieses Instrument kaputt zu machen, indem er zeigt, dass Gott ganz anders ist.
Wenn wir jetzt noch bedenken, dass diese Rede vom Guten Hirten im Johannesevangelium die Anschlussstelle an die Heilung des Blindgeborenen ist, der durch Jesus nicht nur das Augenlicht erhalten hat, sondern – wie es wörtlich heißt – zur „Einsicht“ kam, also zum Selberdenken befähigt wurde, dann verstehen wir noch besser, was Jesus mit diesem Gleichnis sagen wollte. Der Blindgeborene wurde dann von den religiösen Autoritäten aus der Synagoge hinausgeworfen. Selberdenker waren nicht erwünscht.
Bei Jesus ist das anders. Er will, dass die Menschen selber denken und ihm aus eigener Einsicht folgen. Darum sagt er, dass diejenigen, die nicht durch die Tür gehen, sondern anderswo in den Stall einsteigen, Räuber und Diebe sind. Man kann das auch so verstehen: Die Tür ist der wache Verstand. Jesus spricht den Verstand an, er fragt sogar manchmal nach: „Habt ihr das alles verstanden?“ Anders gehen die Verführer vor. Sie verschleiern ihre wahren Absichten. Sie schleichen sich in das Denken der Menschen, indem sie z.B. an Gefühle appellieren, sie wecken Ängste und bieten sich als Lösung an… alles, um die Menschen an sich zu binden und sie auszunutzen. Heute geschieht das wieder in großem Maße, zwar meist nicht durch die Priesterschaft, sondern von politischen Kräften, die sich sehr religiös geben und ihre Macht im Namen Gottes auszuüben behaupten. Dass es diesen in keiner Weise um das Heil der Menchen geht, sieht man daran, dass sie Not, Elend und Tod über die Welt bringen. Der Einzelne ist ihnen völlig egal.
Jesus dagegen will, dass die Schafe – hier ein Symbol für die Menschen – in Freiheit leben. Während die Diebe und Räuber sich an den Schafen nähren, sorgt der gute Hirt dafür, dass die Schafe gute Nahrung finden. Er will nicht etwas von den Schafen, er will, dass die Schafe leben. Während den Dieben der Einzelne egal ist, solange er aus ihm Profit schlagen kann, kennt der gute Hirt alle Schafe mit ihren Namen. Jesus will nicht, dass die „Schafe“ im „Stall“ gefangen bleiben, also in dem Bereich, den der Hohepriester für sie festgelegt hat. Er will, dass sie den Ausweg aus jeder ideologischen und religiösen Bevormundung finden. Deshalb führt er die Schafe nicht nur hinaus aus dem Stall, er will sie förmlich „hinaustreiben“ und aus der Gefahrenzone bringen. Manchen „Schafen“, denen man ihr Leben lang die Grenzen des Stalles in den Kopf gepredigt hat, haben wahrscheinlich sogar Angst, diesen Stall zu verlassen. Jesus muss für diese seine ganze Kraft aufwenden, damit sie den Schritt in die Freiheit wagen.
Für alle aber, die sich mit Namen rufen lassen und der Stimme des Hirten folgen, wird eine neue Kraft des Lebens erfahrbar. Jesus sperrt seine Schafe nicht in einen „Stall“ und nicht in ein Gehege. Alle, die er ruft, dürfen ein- und ausgehen. Die Stimme des Guten Hirten engt nicht ein, sondern bereitet einen weiten Raum, in dem jeder zum Leben kommen kann, weil er die gute „Weide“, also die Nahrung, findet, die wirklich zum Leben dient. Die beste Nahrung aber, die die Seele des Menschen braucht, ist das Wort des „Guten Hirten“, der gekommen ist, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/Schaefer-mit-seiner-Schafherde.jpg12001600P. Clemens Pilar COphttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngP. Clemens Pilar COp2026-04-27 06:35:362026-04-28 11:46:41RUF IN DIE FREIHEIT – Predigt
Wenn der Spruch „Lachen ist gesund“ hält was er verspricht, dann war der Besuch der diesjährigen Aufführung unserer Theatergruppe Bunterlei “Und alles auf Krankenschein“ eine sehr gute Investition in die eigene Gesundheit.
Denn gelacht wurde auch heuer wieder sehr viel, bei der Komödie rund um Dr. Mortimore, der verzweifelt versucht, die Existenz seiner Tochter vor seiner Frau und Kollegen zu verheimlichen. Die Perfomance unserer Laienschauspielgruppe braucht dem Vergleich mit Profis nicht zu scheuen. Immer wieder hört man in den Pausen und nach den Aufführungen den Satz „Wie in den Kammerspielen“.
Und das Rundherum – Buffet und Bar, Bühnenbild, Souffleuse, Kartenverkauf, Requisite – trägt wie jedes Jahr zum Gelingen bei und macht den Besuch in unserem Pfarrtheater zu einem einzigartigen Erlebnis!
Last but not least deshalb wie jedes Jahr an diese Stelle der Satz: „Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr mit Bunterlei“!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/Theater-2026.jpg10671600Kerstin Schulteshttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngKerstin Schultes2026-04-23 14:05:382026-04-23 14:45:36„Und alles auf Krankenschein“ – 4 großartige Aufführungen in Schönbrunn-Vorpark
Am 3. Sonntag der Osterzeit (19.04.2026) setzte sich Univ. Prof. Dr. Johann Pock in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark mit der nachösterlichen Zeit der Jünger auseinander, mit dem, was sie lernen mussten, und mit dem, was das für uns heute bedeutet.
Wir stehen in der Zeit zwischen Auferstehung und Geistsendung, zwischen Ostern und Pfingsten: Es ist die Zeit, wo die Jünger lernen mussten, was geschehen war; lernen, wie es weitergehen sollte – ohne den Herrn, der ihnen leibhaft vorausgegangen war.
Es ist die Zeit, in der sich die Kirche gebildet hat. Davon berichtet die Apostelgeschichte: Wie die Jünger plötzlich Mut bekommen, für ihren Glauben einzutreten. Wo sie auf öffentlichen Plätzen ihren Glauben verkünden.
Der Schluss des Johannesevangeliums berichtet auch von diesen ersten Momenten der Kirche. Davon hören wir heute. Einige Aspekte möchte ich herausgreifen.
1) Die manchmal vergeblichen Mühen des Alltags – und der Glaubensweitergabe.
Petrus und andere Jünger versuchen Fische zu fangen, sie gehen ihrer Arbeit nach. So wie auch wir:
– Wir versuchen, unseren Glauben weiterzugeben; wir strengen uns an, den Kindern zu vermitteln, was uns etwas wert ist; wovon wir leben.
– Die Erfahrung ist wohl oft dieselbe: Man strengt sich an; setzt alle Kräfte ein – doch die Netze bleiben leer.
– Es heißt hier nicht, dass die Netze immer leer blieben; aber in dieser Nacht geschah es so.
Manchmal wissen wir mit eigenen Kräften nicht mehr weiter.
2) Vertrauen auf den Herrn kann weiterhelfen.
Dann aber geschieht hier etwas: Die Jünger sehen einen Mann am Ufer, der ihnen aufträgt: Sie sollen die Netze auf der anderen Seite auswerfen. – Sie kennen ihn nicht, aber vertrauen auf ihn. – Wider besseres Wissen, gegen die eigene Erfahrung fahren sie hinaus – obwohl es schon hell wird; die beste Fischfangzeit ist vorbei. Sie sind die Experten – doch wer ist das am Ufer? Trotzdem: Sie tun es – und sie fangen mehr als je zuvor.
Als Bild für die Kirche genommen heißt dies: müssten wir nicht öfter auf den Herrn vertrauen und nicht zuerst meinen, alles selber schaffen zu müssen? – Jesus nimmt den Jüngern die Arbeit des Fischens nicht ab – aber er zeigt ihnen einen neuen Weg. Nicht aufgrund ihrer Leistung haben sie volle Netze, sondern weil Gott es so wollte. Das ist für mich sehr entlastend.
Wenn es uns als Kirche gut geht; wenn vieles gelingt – dann sagt mir dieses Evangelium: Werdet nicht stolz auf eure Leistung, sondern seid dankbar für den, der euch Erfolg, Gelingen schenkt.
– Aber wenn es einmal nicht so läuft, dann gebt nicht auf. Versucht euer Bestes. Aber ihr braucht nicht an euch zu verzweifeln, denn auch der Misserfolg liegt nicht zuerst an euch.
3) Bild des Netzes: „153 Fische“ – und es zerreißt nicht
Und dann ist hier das wunderbare Bild für die Kirche: Der Herr selbst sorgt dafür, dass die Kirche lebt; dass Menschen sich zu ihm bekennen. – Und in dieser Kirche sollen nicht nur bestimmte Menschen, Auserwählte sein, sondern sie soll Platz haben für alle. (Denn eine Auslegung sagt, dass die Zahl 153 die Zahl der damals bekannten Fischarten meint; und damit sind symbolisch alle Menschen im Netz versammelt.)
Und dieses Netz zerreißt nicht, obwohl es übervoll ist. Das ist ein eindeutiger Appell zur Toleranz. – Eigentlich (gerade angesichts des Leids, das auch durch unterschiedliche Religionszugehörigkeit geschieht) ist das ein Appell, dass auch verschiedene Religionen im Netz Platz haben müssten!
4) Das Evangelium endet wie so häufig bei Handlungen Jesu mit einem Mahl.
Und für dieses Mahl müssen nicht die Jünger alle Gaben bringen, es ist schon bereitet. Der Herr selbst deckt den Tisch – und die Jünger bringen das Ihre auch mit. Es ist ein Zeichen für unser eucharistisches Mahl; es ist ein Zeichen, dass alles Arbeiten, alles Tun, immer wieder einmünden soll in die Feier der Eucharistie. Jesus versammelt die Jünger um sich. Wir versammeln uns sonntäglich um den Herrn. Es ist ein Zeichen für die Einheit unserer Kirche – aber gleichzeitig schaffen wir damit auch Einheit.
Die Osterzeit erinnert uns in vielen Texten und Zeichen an die Zeit der Bildung der Kirche. – Einer Kirche, die nicht auf eigene Leistung aufbaut, sondern auf den Herrn – die aber im Vertrauen auf ihn ihre Kräfte einsetzt für Gott, für Christus, für ein besseres Leben hier, für Frieden und Gerechtigkeit. – Diese Kirche aber sind wir alle.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/Angeln.jpg10671600Johann Pockhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngJohann Pock2026-04-20 11:20:032026-04-28 11:34:29Die Vielfalt der Kirche – und das Netz, das nicht zerreißt – Predigt
P. Clemens Pilar COp stellte in seiner Predigt am 2. Ostersonntag (12.04.2026) in Schönbrunn-Vorpark die Frage nach dem angeblich ungläubigen Thomas. Wie verhalten sich Hören, Glauben und Sehen zu einander, und was hat das mit uns und unserem Leben zu tun?
Jetzt haben wir das Evangelium gehört, das dem Apostel Thomas den Beinamen der „Ungläubige“ eingebracht hat. Das ist freilich ungerecht, und ich muss zugeben, dass mir gerade der Apostel Thomas besonders sympathisch ist und ich mich ihm seelenverwandt fühle. Er steht für jene, die es genau wissen wollen, für eine gesunde Skepsis, denn es gibt so viele Möglichkeiten der Täuschung. Das gilt heute in Zeiten des Internets und der KI noch viel mehr (Heute müsste man – wenn man ins Internet geht – das Wort Jesu: „Selig, die nicht sehen und doch glauben“ umgekehrt formulieren: „Selig, die sehen und nicht glauben“). Thomas ist eben nicht leichtgläubig, aber er gehört nicht zu denen, die die Wahrheit in Frage stellen, sondern er stellt die Frage nach der Wahrheit. Außerdem dürfte er der Mutigste der Jünger gewesen sein. Denn wir dürfen die Frage stellen, warum er sich nicht wie die anderen Jünger hinter den verschlossenen Türen versteckt hatte, sodass er bei der ersten Begegnung mit dem Auferstanden nicht anwesend war. Und als Jesus sich dann auch ihm offenbart, ist er der erste von allen Jüngern, die das volle Bekenntnis zu Jesus ablegen: „Mein Herr und mein Gott“
„Selig, die nicht sehen und doch glauben“, sagt Jesus dann. Solche Sätze darf man aber nicht aus dem Zusammenhang reißen, denn auch Jesus ruft nicht zur Leichtgläubigkeit auf. Es ist ihm wichtig, dass Menschen zur Einsicht kommen und verstehen. Gerade das Johannesevangelium, aus dem ja auch der heutige Abschnitt stammt, legt großen Wert auf die Schau: „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen“ (vgl. Joh 1, 14). Jesus heilt unter anderem einen Blindgeborenen, und erst nachdem dieser sehen kann, ruft er ihn in den Glauben (vgl. Joh 9, 37), und auch Jesus warnt davor, unterschiedslos jedem zu glauben. Er warnt vor falschen Propheten (vgl. Mt 24, 24), so wie wir auch im ersten Johannesbrief einen deutlichen Aufruf zur Unterscheidung der Geister finden: „Traut nicht jedem Geist…“ (vgl. 1 Joh 4, 1).
Andererseits spricht Jesus mit dieser Seligpreisung „die nicht sehen und doch glauben“, eine grundlegende Wahrheit über den Menschen aus. Dass der Mensch glauben kann, ohne zu sehen, gehört zu den wesentlichen Merkmalen, die ihn von den Schimpansen unterscheidet, mit denen er doch, laut Wissenschaft, 98% der Gene gemeinsam hat. Schimpansen sind sehr intelligent und lernfähig. Aber sie lernen nur durch Zusehen und Nachahmen. Das können Menschenkinder natürlich auch. Aber den Großteil dessen, was wir gelernt haben, zuhause oder in der Schule, haben wir gelernt, weil man es uns erzählt hat. Wissenschaftler sagen heute, dass diese Besonderheit den Menschen zum Kulturwesen macht. Er erzählt Geschichten, entwickelt Mythen, gibt Erfahrungen und Wissen theoretisch weiter. Lernen beginnt mit dem Vertrauen in die Autoritäten, ob Eltern, Lehrer oder andere Vertrauenspersonen. Kinder glauben zunächst nahezu alles, was ihnen Vertrauenspersonen erzählen, deshalb muss man sehr verantwortungsvoll mit dieser Tatsache umgehen.
Auch wir glauben sehr viel, ohne es jemals gesehen zu haben. Aber irgendwann sollte man, wenn möglich, auch einen Realitätscheck durchführen. Bei manchen Dingen, die man uns einmal erzählt hat, ist das einfach. Da sieht man nach oder probiert aus, und die Sache ist erledigt. Aber wie ist das nun bei den Dingen, die man nicht so einfach überprüfen kann? Das heutige Evangelium wirft genau diese Frage auf. Keiner von uns hat den Auferstandenen gesehen. Alle Texte, die wir jetzt gehört haben, sprechen deshalb vom Glauben, in den wir gerufen sind. Für den Skeptiker Thomas gab es eine rasche Möglichkeit, den Realitätscheck vor Ort durchzurühren. Wir haben diese Möglichkeit nicht. Was also bleibt uns? Nur der blinde Glaube – also nicht sehend doch glauben? Ich würde sagen, auf die Dauer wäre das unverantwortlich. Auch wir brauchen einen Realitätscheck, der es rechtfertigt, dass wir uns auf den „Jesuanischen“ Weg einlassen. Aber wie kann der funktionieren?
Da muss man zunächst in Erinnerung rufen, was „Glauben“ im biblischen Sinne meint. Da geht es ja nicht um eine Zustimmung zu Sätzen und Sachverhalten, die man nicht versteht, sondern um Vertrauen in Jemanden. Unser Glaube an Jesus bedeutet, dass wir uns auf ihn und das, was er nach den Zeugnissen der Evangelien gesagt hat, einlassen. Jesus hat uns ein Beispiel gegeben, damit wir handeln, wie er gehandelt hat (vgl. Joh 13, 15). Er hat uns durch seine Lehre einen Deutungshorizont eröffnet. Wie letzte Woche bereits angesprochen, gilt eine Erkenntnis der Wahrnehmungspsychologie: „Wir glauben nicht, was wir sehen, wir sehen, was wir glauben“. Wenn wir Jesus glauben, sehen wir die Welt und die Menschen in einem neuen Licht. Das wird unser Verhalten prägen. Das macht etwas mit uns.
Nun gilt es zu überprüfen: Wenn ich mich auf diesen Weg einlasse und versuche, der Spur Jesu zu folgen, macht das mein Leben besser? Zu welcher „Wirklichkeit“ führt mich dieses Vertrauen? Weitet es meinen Horizont? Bringt es Frieden in mein Herz? Wird mein Verhalten dadurch auch für andere verträglicher? Geht von mir vielleicht sogar – wie man heute sagen würde – „positive Energie“ aus, wie es die Menschen bei Jesus erlebt haben? Oder wird mein Leben komplizierter, mein Horizont enger, werden andere zum Feind, weil sie nicht so denken wie ich, bin ich versucht, meine Überzeugungen mit Unduldsamkeit durchzusetzen… werde ich zu einem Menschen, von dem andere lieber Abstand halten…? Wie also wandelt sich meine Lebenswirklichkeit durch das, was ich glaubend annehme?
Wenn Menschen, die Jesus nicht sehen, ihm und seinen Worten aber doch glauben, zu verträglicheren Menschen werden, zu Menschen, die anderen Raum geben, Menschen werden, von denen Wohlwollen ausgeht – und dazu muss man nicht perfekt sein – dann wird durch solche Menschen etwas von diesem unsichtbaren Jesus in die Sichtbarkeit und in die Tastbarkeit gebracht. Letzten Endes dient das dem Realitätscheck für jene, denen wir die Osterbotschaft weitererzählen wollen. An unserem Leben sollte überprüfbar sein oder wenigstens erahnbar werden, ob an dieser Botschaft etwas dran ist und ob es gut ist, sich darauf einzulassen. Darum ist es für uns gut, wenn wir immer wieder mal Menschen begegnen, wie dem Apostel Thomas, die genau nachfragen, was es mit unserem Glauben auf sich hat. Wenn dann unser Leben deren Realitätscheck standhält, könnte es sein, dass auch solche Menschen ermutigt werden, sich näher auf Jesus einzulassen und den Weg mit ihm zu versuchen.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/Froschfigur.jpg10471600P. Clemens Pilar COphttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngP. Clemens Pilar COp2026-04-13 08:28:432026-04-13 09:01:16HÖREN – GLAUBEN – SEHEN – Predigt
Es ist immer wieder eine besondere Herausforderung, so früh am Tag aufzustehen, um sich dann „mitten in der Nacht“ auf den Weg in die Kirche zu machen. Unser Zelebrant kam sogar zu Fuß vom Stephansplatz nach Schönbrunn-Vorpark. Aber: es zahlt sich aus, denn wir feiern die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, wir feiern das zentrale Ereignis unseres Glaubens. Und mit uns feierte GV Nikolaus Krasa, unterstützt von 9 Minis.
Wir starteten mit der Segnung des Osterfeuers und dem Entzünden der Osterkerze. Nur Kerzenlicht erhellte unsere Kirche beim Exsultet und bei den 4 Lesungen aus dem Alten Testament bis zum Gloria. Die ersten Lichter gingen an , die Glocken läuteten wieder und die Orgel setzte ein. Nach der Lesung aus dem Neuen Testament, stimmte Nikolaus das Halleluja an. Auf das Evangelium antworteten wir mit „Der Heiland ist erstanden“. Der Herr Generalvikar fasste in seiner Predigt noch einmal die Österliche Bußzeit zusammen, die wir am Aschermittwoch mit dem Betrachten unseres Spiegelbildes begonnen haben. Wörtlich sagte er zum Ostersonntag: „Erleuchtet durch das Licht Christi – ausgehend von der Osterkerze – beginnen wir zu strahlen“.
Die Feier ging weiter mit der Allerheilgen-Litanei, unserer Erneuerung des Taufversprechens, mit der Segnung des Wassers im Taufbrunnen und der Eucharistiefeier. Nach der Kommunion in beiderlei Gestalten und der Speisesegnung, beendete GV Nikolaus die Heiligen Drei Tage mit seinem Ostersegen.
Um das sogenannte Triduum Sacrum würdig und umfassend zu begehen, ist es notwendig, viele Dinge und Elemente der Feiern vorerst zu überlegen, vorzubereiten und dann in den Gottesdiensten umzusetzen. Danke an alle, die dazu mit viel Leidenschaft, Engagement und Fleiß beigetragen haben. Nur so konnte alles so gut gelingen. Danke GV Nikolaus, dass du uns zuerst in der Fastenzeit und dann vom Palmsonntag bis zur Auferstehungsfeier begleitet hast.
Die Feiern am Ostersonntag gingen weiter mit unserem traditionellen Osterfrühstück im großen Saal und mit dem Festgottesdienst am Vormittag, den Pfarrer Martin zelebrierte.
Christus ist wahrhaft auferstanden – frohe Ostern!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/SV-Osterfeuer-2026.jpg8841600Erwin Gruberhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngErwin Gruber2026-04-06 10:20:272026-04-06 10:35:06Der Stein ist weg, das Grab ist leer – Ostersonntag – 05.04.2026