Archiv für die Kategorie: Schönbrunn – Vorpark

Wir haben einen Heilungsauftrag

Dr. Christoph Benke‚Wie die Jünger haben wir für die Menschen, denen wir begegnen, einen Heilungsauftrag. Wir haben nicht den „Schuldzuweisungsauftrag“, ebenso wenig wie den Auftrag, auf der Verantwortung herumzureiten – wir haben einen Heilungsauftrag, also wohltuend auf die Umgebung zu wirken.‘

Das stellte Dr. Christoph Benke in seiner Predigt am 11. Sonntag im Jahreskreis – 18.06.2023 in Schönbrunn-Vorpark ins Zentrum seiner Predigt.


Zeit im Bild ist die abendliche Nachrichtensendung. Manchmal bin ich versucht, abzuschalten – weil die Bilder nicht auszuhalten sind: Naturkatastrophen, Krieg und Terror, Hungersnöte etc. Das geht „an die Nieren“. Aber trotz allem: Es bleibt immer der Bildschirm dazwischen. Es ist noch einmal anders, die Not und das Leid eines Menschen unmittelbar mitzubekommen: bei einem Krankenbesuch, als Ersthelfer bei einem Unfall, oder wenn jemand neben Dir weint.

Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. (Mt 9,36) Jesus hat Mitleid. Er ist betroffen in seinen „Eingeweiden“ (so das Wort im Urtext). Seine Eingeweide drehen sich um beim Anblick der Menschen um ihn: müde und erschöpft, hingestreckt am Boden, wie Schafe ohne Hirten.

Jesus möchte die Menschen da herausholen. Und er sucht Menschen, die ihm helfen – zu helfen. Er gibt ihnen den Auftrag, das zu tun, was er selber tut, nämlich zu verkünden: Das Reich Gottes ist nahe.

Was das Reich Gottes bedeutet, wird in Heilungen erlebbar. Die Ausgesandten sollen heilen, so wie Jesus selbst es tut. Es heißt nicht als Erstes: Sie sollen die Wahrheit verkünden oder sie sollen eine Lehre verbreiten. Sondern ansagen: Das Reich Gottes ist nahe! Gott möchte heilen.

Wie die Jünger haben wir für die Menschen, denen wir begegnen, einen Heilungsauftrag. Wir haben nicht den „Schuldzuweisungsauftrag“, ebenso wenig wie den Auftrag, auf der Verantwortung herumzureiten – wir haben einen Heilungsauftrag, also wohltuend auf die Umgebung zu wirken. Das geschieht manchmal im Anpacken, weitaus öfter im Aufmerksam-Sein, Zuhören, Zulassen.

Bitten wir den Herrn, aufmerksam zu sein für die aktuelle Situation.

Christoph Benke

 

Vatertag, Tag der Kinderrechte, Gedenktag (12.06.) und Todestag (11.06.) Hildegard Burjan

Dr. Hans PockBeten ist gut und wichtig, ersetzt aber nicht, dass wir uns für diejenigen, die es am meisten brauchen, engagiert einsetzen. Das stellte Univ. Prof. Dr. Johann Pock ins Zentrum seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 10. Sonntag im Jahreskreis. Dabei stellte er eine Verbindung zwischen den Tageslesungen, dem Leben der Pfarrpatronin Hildegard Burjan und dem internationalen Tag zur Beendigung von Kinderarbeit her.


Es ist großartig, wie heute die Bibelstellen und unterschiedliche Festanlässe zusammenpassen.

Wir denken zunächst an die selige Hildegard Burjan, deren 90. Todestag wir heute gedenken. Sie war Christin, Mutter – und politisch engagiert. Und sie hat sich mit all ihrer Kraft eingesetzt, u.a. für Frauenrechte und auch Kinderrechte.

Morgen, am Montag (12.6.), wird Pfarrer Martin gemeinsam mit Sr. Karin Weiler von der Caritas Socialis beim Europaparlament in Straßburg über Hildegard Burjan sprechen – und was es für die Pfarre bedeutet, sie als Patronin zu haben.

Hosea: An Liebe habe ich Gefallen

Und auch im heutigen Lesungstext aus dem Buch Hosea geht es hochpolitisch her. Der Prophet Hosea hat ca. 800 v. Chr., also vor fast 3000 Jahren, Kritik geübt an einer Glaubenspraxis, die sich nur im Tempel abspielt: Glaube braucht auch verantwortliches, solidarisches Verhalten im Umgang miteinander. Hosea sagt: Gott lässt es sich nicht gefallen, wenn sich Frömmigkeit nicht auch im Handeln ausdrückt.

„An Liebe habe ich Gefallen, nicht an Schlachtopfern; an Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern.“

Es gab also immer wieder im Verlauf der Jahrhunderte und Jahrtausende die Gefahr des Frömmlertums: Sich zurückzuziehen in den Tempel – und dabei auf die Solidarität mit den Mitmenschen zu vergessen. Sich in einen religiösen Wohlfühlbereich zu begeben, dabei aber auf den Alltag zu vergessen.

Jesus: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken

Jesus hat das in seiner Botschaft aufgegriffen. Im heutigen Evangelium sehen wir ihn inmitten von Menschen, die im Konflikt waren mit den religiösen Behörden, mit dem Tempel, den Pharisäern: Er isst mit Zöllnern und Sündern. Er begibt sich mitten in jene Bereiche, wo es Not gibt, wo Krankheiten da sind.

Und er betont: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Er ist gekommen, um sich den Sündern, den Kranken, den Außenseitern zuzuwenden. Häufig geschah und geschieht dies in der Kirche moralisierend: Die Sünder … sollen sich bekehren; man solle mehr glauben; die haben so vieles falsch gemacht …

Dem stellt Jesus aber ein anderes Verhalten gegenüber: Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Er will Barmherzigkeit, nicht Opfer. Er klagt die Sünder nicht an, was sie alles falsch gemacht haben – sondern er solidarisiert sich; er mischt sich unter sie – und er hilft ihnen, Lasten zu tragen. Er verschafft ihnen Gerechtigkeit. Jesus macht sich selbst zum Anwalt dieser Menschen. Er tritt für sie ein beim Vater.

Solidarität und Anwaltschaft

Und damit sind wir wieder bei Hildegard Burjan – und auch bei der Begründung, warum sie seliggesprochen worden ist: Weil sie genau das getan hat. Sie hat sich zur Anwältin von Menschen gemacht. Sie hat sich mit Menschen in Not solidarisiert.

Es gibt die Aussage von ihr: „Prüfen wir …, ob wir nicht mitschuldig sind an der Not des Volkes.“ – Sie verlangt von der damaligen Politik, vor 100 Jahren, die eigene Schuld anzuschauen; sie verlangt Solidarität mit dem Volk.

Morgen, der 12. Juni, ist der „internationale Tag zur Beendigung von Kinderarbeit“ – darauf weist Herbert Wasserbauer hin, der sich über die Dreikönigsaktion seit langem stark engagiert. Von Hildegard Burjan gibt es dazu eine starke Aussage überliefert:

 „Wir dürfen nicht zulassen, dass in unserm Jahrhundert der Humanitätsduselei Tausende von kleinsten Kindern in ihren Räumen viel trauriger als das Vieh in Schmutz und Elend verkommen, mit hungerndem Magen … mit Schlägen zur Arbeit angetrieben. … Und wenn der junge Körper gar nicht mehr weiter kann, … dann bekommen die ahnungslosen Kleinen ein Gift – Alkohol oder Kaffee – das scheinbar die Kräfte hebt, in Wahrheit aber die Zerstörung unerbittlich bewirkt. … Wer dieses Bild einmal tief in sein Herzu aufgenommen hat, den Jammer miterlebt hat, der kann nicht mehr Ruhe finden, bis er zur Abhilfe etwas beigetragen hat.“

Vatertag, Tag der Kinderrechte, Hildegard Burjan – und all das mit einer ähnlichen Botschaft: Beten für die Kleinsten, für die Hilfebedürftigen, ist zwar schön – aber es darf nicht ersetzen, dass wir uns aktiv einsetzen, gerade für die Menschen, die sonst niemanden haben.

Das Wort Jesu an Matthäus am Zoll, „Folge mir nach“, gilt hier wohl einem jeden Christen / einer jeden Christin: Werdet solidarisch mit den Menschen um euch; denn nur so erfüllt ihr den Willen Gottes.

Johann Pock

Auf die Mitte fokussieren

Dr. Christoph BenkeIn der Zeit des nur flüchtig Wahrnehmens durch die ständige Verwendung unserer Smartphones lädt uns Fronleichnam ein, uns wieder auf die Mitte zu fokussieren.

Die Monstranz hilft uns dabei.

Das stellte Dr. Christoph Benke in seiner Predigt zu Fronleichnam in Schönbrunn-Vorpark ins Zentrum.


Das Smartphone hat das Leben radikal verändert. Es dient ja mittlerweile am wenigsten zum Telefonieren. Es ist ein Arbeits- und Unterhaltungsinstrument, ständig mit sich herumgetragen. Das Smartphone hat längst auf unsere Art der Wahrnehmung Einfluss genommen: ein kurzes, häufig flüchtiges Registrieren von Text und Bild, mehr Bild als Text. Man wischt das Bild weg, um ein neues zu holen. Ein Bild folgt auf das andere. Dann kommt es in den unendlichen Speicher unseres Inneren. – Wer kann das alles noch verarbeiten? Gibt es noch irgendeinen Zusammenhang?

Später, zum Ende dieser heiligen Messe, kommt ein merkwürdiges Gerät zum Einsatz: die Monstranz. Wir tragen sie sogar um den Häuserblock. Das Gerät ist so gebaut, dass es unseren Blick zur Mitte hinführt. Das Gerät signalisiert uns: ‚Schau da hin!‘ Es holt aus der Zerstreuung. Die Monstranz zentriert, fokussiert. Sie lädt ein, sich zu sammeln und den Weg in die Mitte zu gehen.

Aber in welche Mitte? Die Mitte der Monstranz ist von Glas umgeben. Darin eingeschlossen ist ein kleines, dünnes, zerbrechliches Stück Brot. Von diesem Brot sagt Jesus: ‚Schau her, da bin ich. Schau her, das bin ich – (Brot) für Dich‘. Christen sehen in Jesus Christus die Mitte: die Mitte des Lebens, die Mitte der Welt, die Mitte, um die sich alles dreht. Er, Jesus Christus, ist der Glutkern des Weltalls, des Universums. Von ihm her und auf ihn hin lebt alles.

Es gilt ja allgemein: Gerät die Mitte aus dem Blick, kommt alles durcheinander. Zentrieren wir, fokussieren wir uns neu auf die Mitte, die Jesus Christus ist. So gewinnen wir das Leben.

Christoph Benke

Jugendmesse, 07. Mai 2023

„Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen!“, so hieß es in der Lesung vom Sonntag. Diese Aufforderung haben wir zum Anlass genommen, die Jugendmesse in Schönbrunn-Vorpark rund um das Thema „Steine“ zu gestalten. Schon beim Kommen bekamen alle 32 Teilnehmenden einen Stein, auf den sie ihren Namen schrieben. In der Predigt versuchte ich zu vermitteln, dass Gott jede und jeden von uns braucht, um das Haus seiner Kirche aufzubauen. So wie die „Schuttkirche“ in Schönbrunn-Vorpark aus den Trümmern des zerbombten Hauses aufgebaut wurde, so kann unser Leben – selbst wenn es uns manchmal wie ein Trümmerhaufen erscheint, – in Gemeinschaft mit anderen zu was Großem werden. Auch kleine Kieselsteine können wichtig sein. Denken wir an David, der mit 5 Kieselsteinen den Riesen Goliath besiegte. Und Gott kann auch Menschen, die schuldig geworden sind, zu „Felsen“ für die Kirche machen. Denken wir an Petrus, der Jesus verleugnet hat. Trotzdem wollte Jesus auf ihm, Petrus, dem Fels seine Kirche bauen.
So wurden alle Mitfeiernden eingeladen, ihren Stein an jenem Platz in der Kirche abzulegen, wo sie Kirche mitgestalten wollen. Sei es beim Ambo als Lektor*innen, bei der Band als Musiker*innen, beim Tabernakel als Betende usw.

Weil 32 Steine bei einer großen Kirche fast übersehen werden könnten, habe ich die Gemeinde noch mit folgender Geschichte zu ermutigen versucht:

Drei Bauarbeiter waren dabei Steine zu behauen, als ein Fremder zu ihnen trat und den ersten Arbeiter fragte: „Was tun Sie da?“ „Sehen Sie das denn nicht?“ meinte der, ohne aufzusehen, „Ich behaue Steine!“ „Und was tun Sie da?“ fragte der Fremde den zweiten. Seufzend antwortete der: „Ich muss Geld verdienen, um für meine Familie sorgen zu können.“ Der Fremde fragte auch den dritten: „Was tun Sie da?“ Dieser blickte hinauf in die Höhe und antwortete leise und stolz: „Ich baue einen Dom!“

Unsere Mahlgemeinschaft kam schön zum Ausdruck, indem wir bei der Kommunionfeier alle um den Altar standen. Auch das gemeinsame Singen, das von unserer fulminanten Band begleitet wurde, stiftete Gemeinschaft.
So haben wir gestärkt für den Sommer die letzte Jugendmesse im heurigen Schuljahr gefeiert.

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Der Weg

Dr. Hans Pock‚Euer Herz lasse sich nicht verwirren: Glaubt an Gott und glaubt an mich.‘ ‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!‘ ‚Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.‘ Diese drei Sätze aus dem Evangelium (Joh 14,1-12) stellte Dr. Johann Pock ins Zentrum seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 5. Sonntag der Osterzeit.

 


Eine Fülle von Themen gibt uns das heutige Evangelium zum Bedenken mit. Es ist Beginn der Abschiedsreden Jesu an seine Jünger – und entsprechend verdichtet und intensiv ist das, was er sagt. Daher möchte ich nur 3 Themen, 3 Sätze herausgreifen, von denen ich meine, dass sie für uns als Christen, für unser Leben in dieser Zeit wesentlich sein können:

1) Euer Herz lasse sich nicht verwirren: Glaubt an Gott und glaubt an mich.

Verwirrung und Unsicherheit gerade in Fragen des Glaubens sind etwas Zeitloses und gibt es auch heute zur Genüge. So viele unterschiedliche Meinungen hören wir – und jede mit dem Anspruch: „Ich habe die Wahrheit!“ So viele Strömungen innerhalb und außerhalb der Kirche; und die Frage: Woran soll ich mich halten? Was soll ich glauben? Wer hat Recht und ist im Besitz der Wahrheit?

Was sind wirklich „good news“ und was sind „fake news“?

Und immer besteht die Gefahr, fundamentalistisch zu werden – d.h. eben ohne zu hinterfragen – einer Meinung blind zu folgen.

Jesus hat selbst die Erfahrung gemacht, dass verwirrende Gedanken sein Herz beeinflussen: Nach 40 Tagen in der Wüste wird er versucht vom „Diabolos“, vom Teufel – und Diabolos heißt: „Der Verwirrer“, der die Gedanken durcheinanderwirbelt. Jesus widersteht der Versuchung, weil er an Gott glaubt; weil er weiß, dass er sich nicht über Gott setzen darf.

Er hat selbst erfahren, dass die Jünger sehr leicht verwirrt werden, Angst haben – so im Boot beim Seesturm, als sie drohen unterzugehen. Und Jesus sagt ihnen dort: Habt ihr keinen Glauben? Sein Rezept gegen Unsicherheit ist: Glaubt an Gott; haltet an ihm fest, vertraut auf ihn – und auf Jesus selbst.

Der feste Glaube an diesen Gott und an Jesus, seinen Sohn, kann Halt geben. Diesen festen Glauben kann man aber nicht verordnen – sondern er entsteht langsam im Leben; aus den Erfahrungen, dass Gott uns nicht fallen lässt. Er entsteht im Vertrauen auf Menschen, die glauben; im Blick auf ihr Lebenszeugnis – seien es Heilige; seien es Vorbilder des Lebens; seien es z.B. Mütter oder Väter, Großeltern, LehrerInnen, vielleicht auch Seelsorgerinnen und Seelsorger – die uns im Glauben stärken.

Gerade im Mai ist es vielleicht für viele auch Maria, die ein Beispiel für diesen Glauben ist: Sie lässt sich nicht verwirren von den Menschen, die Jesus verfolgen; sie hält zu ihrem Sohn und glaubt an ihn und an seine Sendung; vor allem aber glaubt sie an den Gott, der sie zur Mutter Jesu auserwählt hat.

2) Ein wesentlicher Grund für die Kraft dieses Glaubens liegt im zweiten Satz im Evangelium, den ich hervorheben möchte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“

Jesus ist selbst der Weg – wer sich auf ihn einlässt, der kann das Ziel nicht verfehlen, welches lautet: Reich Gottes, Himmelreich – oder wie heute im Evangelium: Wohnung, Heimat zu haben beim Vater.

Jesus ist der Weg – er gibt die Richtung an, aber gehen müssen wir den Weg schon selbst. Sein Weg lautet: Liebt Gott und den Nächsten wie euch selbst; und: achtet auf jene am Wegrand; den Weg Jesu gehen heißt auch: gemeinsam unterwegs zu sein. Daher ist mir das liebste Bild für die Kirche auch jenes des wandernden, pilgernden Gottesvolks: Damit bekennen wir, dass wir noch nicht angekommen sind mit unserem Glauben und unserem Leben; wir sind Pilger in dieser Welt – aber mit der Gewissheit, dass Gott uns vorangeht.

Ich finde es immer wieder spannend, dass einer der ersten Namen für die Gemeinschaft Jesu, für die frühe Kirche, die Bezeichnung „Der Weg“ war: Das Christentum als der Weg zum Leben.

Wer sich auf Jesus und auf seinen Weg einlässt, hat aber zugleich die Wahrheit, die so schwer zu finden ist. Es ist keine Wahrheit, die andere lächerlich macht oder dumm dastehen lässt; keine Wahrheit, die messerscharf trennt.

Seine Wahrheit, die Wahrheit der Botschaft Jesu, erweist sich darin, dass bei Jesus Leben und Lehre übereinstimmen; dass er all das tut, was er verkündet; dass er nicht nur grenzenlose Liebe predigt, sondern aus Liebe für die Seinen sogar sein Leben gibt. Es ist eine Wahrheit, die Gott als wahr erweist; die zeigt, dass er es gut mit uns Menschen meint.

Und sein Weg ist der Weg des Lebens: Denn im innersten Kern seiner Botschaft heißt es: Gott ist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten; er ist es, der Jesus auferweckt; er ist es, der dem Tod den Stachel der Absolutheit nimmt – Tod ist nicht mehr tot für immer!

Er ist Weg – Wahrheit – Leben.

3.) Ein letzter Satz ist mir auch noch wichtig: „Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.“

Jesus zwingt niemanden, an ihn zu glauben; er ist kein Sektenführer, der Menschen einfängt, um sie gegen ihren Willen festzuhalten. Seine Botschaft ist eine Einladung: Gott bietet dem Menschen Leben, er bietet Wohnung bei sich; er bietet ein Lebenskonzept, das Erfüllung bringen kann – aber er zwingt uns nicht dazu, diesen Weg zu gehen. – Deshalb sagt Jesus: Wenn ihr bittet, werde ich es tun. Nicht weil er sich ziert und gebeten werden will; sondern weil er unsere Freiheit, unseren freien Willen achtet. – Und genau das macht mir diese christliche Botschaft so sympathisch im Widerstreit der Meinungen der heutigen Zeit; im Streit darum, was Wahrheit ist; woran wir uns halten sollen.

Drei Botschaften gibt mir dieses Evangeliums – und doch ein gemeinsames Ziel, nämlich den Glauben an Gott: Wir sollen uns nicht verwirren lassen; wir können uns an Jesus halten, der Weg, Wahrheit und Leben ist – und wir dürfen Gott um alles bitten, weil er uns aus seiner Güte alles schenken will, was wir brauchen.

Johann Pock 

Ein bedeutender Kirchenmann und eine große Persönlichkeit ist tot

Weihbischof Helmut Krätzl ist am 2. Mai 2023 im Alter von 91 Jahren gestorben – oder, wie es Kardinal Schönborn formuliert hat –, ins Haus des Vaters vorausgegangen.

Immer wieder hat der Herr Weihbischof unsere Gemeinde Schönbrunn-Vorpark besucht, mit uns Eucharistie gefeiert, das Sakrament der Firmung gespendet oder war bei einem Gemeindeabend dabei.  Auch an eine Visitation durch Krätzl kann ich mich erinnern.

Apropos erinnern: viele persönliche Erinnerungen und Eindrücke sind mir in den letzten Tagen in den Sinn gekommen, als absehbar war, dass der irdische Weg von Bischof Helmut zu Ende gehen wird. Mit großer Freude und Dankbarkeit denke ich zurück, dass er meine beiden Söhne gefirmt hat und erinnere mich

  • an die gemeinsamen Autofahrten als „Bischofschauffeur“ vom Stephansplatz nach Schönbrunn-Vorpark und zurück, wo wir tatsächlich über Gott und die Welt gesprochen haben.
  • an seine Predigt bei unserer Messfeier am 24. Februar 2013 (ein paar Tage vor Beginn des Konklaves), als der Herr Weihbischof darlegte, wie aus seiner Sicht der neue Papst sein sollte. Und genau so einen Papst haben wir am 13. März 2013 mit Franziskus bekommen.
  • an das Gespräch – modern würde man Talk sagen – mit dem Herrn Weihbischof am 8. Jänner 2017 bei der Buchpräsentation von „Meine Kirche im Licht der Päpste“ vor zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern im großen Saal unserer Gemeinde.
  • an die gemeinsamen Messfeiern in Schönbrunn-Vorpark und an seine prägnante Stimme

Besonders beeindruckend war meine letzte Begegnung mit dem Herrn Weihbischof gemeinsam mit meinem Sohn Erwin nach dem Pontifikalamt zum 45-jährigen Bischofsjubiläum im Stephansdom am 20. November des Vorjahres. Meine Glückwünsche nach dem Gottesdienst, auch im Namen von Schönbrunn-Vorpark, hat er zur Kenntnis genommen. Erwin erzählte dem Herrn Weihbischof noch, dass er einer der vielen jungen Menschen sei, dem Helmut Krätzl die Firmung gespendet habe. Da schenkte er uns zum Abschied ein herzliches Lächeln.

Wir sagen danke und lebe in Christus, lieber Bischof Helmut!

Erwin Gruber

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Endlich wieder ein Theater!

Nach 4 Jahren war es endlich wieder so weit, unsere Teilgemeinde wurde für 2 Wochenenden zu einem Theater mit allem, was dazu gehört. Einem lustigen Stück diesmal wurde „Für die Familie kann man nichts“ gespielt. Einem großartigen Ensemble, das heuer neben den altbewährten Schauspielerinnen und Schauspielern auch mit einigen Neuzuwächsen beeindruckte.

Ganz vielen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, die für den reibungslosen Ablauf bei Requisite, Maske und Bühnenbild, beim Kartenverkauf oder am Buffet und der Bar sorgten.

Und unserem Regisseur, der dem Ganzen den professionellen und künstlerischen Rahmen gibt und den Begriff Theaterfamilie für unsere Pfarre geprägt hat. Denn genau das wird an diesen beiden Wochenenden sichtbar, hier engagieren sich viele Menschen auf und hinter der Bühne für ihre Theaterfamilie und dafür, dass über 500 Gäste einen unterhaltsamen Abend in unserer Pfarre erleben konnten, dessen Reinerlös unserer Pfarre und der Pfarrcaritas zugutekommt.

Und schon jetzt freuen wir uns auf nächstes Jahr, denn die Theaterfamilie unserer Pfarre hat uns schon eine Fortsetzung versprochen!

Kerstin Schultes

Saalnutzung in Schönbrunn-Vorpark

Unser großer Saal kann bis zu 84 Personen bei Tischaufstellung oder ca. 240 Personen in Sitzreihen aufnehmen.

Sie brauchen Räumlichkeiten für eine eigene Veranstaltung? Egal ob Geburtstagsfeiern, Versammlungen, Weihnachtsfeiern oder sonstige Anlässe:

Sie können unseren großen Saal für eigene Veranstaltungen buchen.

→ Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die Pfarrkanzlei in Schönbrunn-Vorpark.

 

Pfarrsaal Schönbrunn-Vorpark

Bühne Pfarrsaal Schönbrunn-Vorpark