Verstehen, Sprache und Heiliger Geist – Predigt
Wie können wir einander verstehen? Was braucht es dazu? Und wie hängt das mit Pfingsten zusammen? Damit beschäftigte sich Dr. Christoph Benke in seiner Predigt am Pfingstsonntag (24.05.2026) in Schönbrunn-Vorpark.
Wenn sich der Eindruck verfestigt, nicht verstanden zu werden, zählt das zu den bitteren und tragischen Momenten. Wir sprechen, suchen nach Worten, nach Umschreibungen, nach Ausdruck – und trotz allem Bemühen muss ich jemandem sagen: Du verstehst mich nicht!
Aber das ist keine Einbahnstraße. Umgekehrt höre ich vielleicht ebenso ein Du verstehst mich nicht! Je näher einem dieser Mensch ist, umso schmerzvoller ist das. Da bleibt etwas Trennendes zwischen uns.
Das Wort und die Sprache sind ein kostbares, göttliches Gut. Gleich am Anfang der Bibel heißt es: Und Gott sprach. Durch das Wort kommt Neues, das vorher nicht da war. Der Evangelist Johannes vergewissert sich dieses Ursprungs: Im Anfang war das Wort, … und das Wort war Gott. Da öffnete Gott sein Herz. Heute, am Pfingstfest, hören wir: Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer (Apg 2,3). Zunge ist gleichbedeutend mit Sprache. Ohne Zunge keine Sprache, kein Verstehen.
Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden. (V 4) Die heilige Geistkraft überwindet Fremdheit. Sie verbindet, was trennt, und ermöglicht Verstehen dort, wo es unmöglich schien. Lukas erwähnt insgesamt 17 Regionen und Ethnien. Auf einmal ist Empathie da! Die Galiläer – so werden die Jesusleute genannt – können sich verständlich machen: Jeder hörte sie in seiner Sprache reden (V 6), in der Muttersprache (V 8).
Der Weg vom Du verstehst mich nicht! hin zum Gefühl, dass der Andere meine Sprache spricht, kann weit sein. Wo sich die Blockade löst und Verstehen geschenkt wird, dort ist Heiliger Geist am Werk. Das ist ein Geburtsfest, neue Schöpfung.


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