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Will Jesus I-Tüpfel-Reiter? – Predigt

Dr. Nikolaus KrasaGeneralvikar Dr. Nikolaus Krasa erläuterte in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 6. Sonntag im Jahreskreis (15.02.2026), worauf Jesus hinauswollte, wenn er in der Bergpredigt über die Gesetze der Thora hinausgehend sagte „Ich aber sage euch…“.


Als ich ihn Rom gelebt habe, habe ich gelernt, dass dort die Verkehrsampeln unterschiedliche Bedeutung haben, je nach Tageszeit (das ist, gestehe ich, 30 Jahre her, hat sich vermutlich auch ein Stückchen geändert). Also tagsüber war eine rote Ampel eine rote Ampel. Klar, dass man da mit dem Auto stehen blieb. (Etwas weiter im Süden war das dann schon wieder ein bisschen anders: in Neapel hat eine rote Ampel nicht unbedingt stehen bleiben geheißen).In Rom jedenfalls war das in der Nacht dann anders, also, in der richtigen Nacht, wo dann doch die meisten geschlafen haben, so ab etwa 2 Uhr in der Früh. Da waren roten Ampeln mehr so Hinweisgeber: Achtung, wenn bei der Kreuzung ein Auto kommt, dann lass ihm die Vorfahrt, aber sonst fahr… Fußgängerampeln waren sowieso nur Hinweisgeber: Achtung, Kreuzung mit viel Verkehr, aber nicht unbedingt: warten, bis es grün wird…

Wie ist das mit Jesus? Im ersten Blick sagt er im heutigen Evangelium. Egal wie sinnvoll es ist, bleib stehen, wenn die Ampel rot ist, ja eigentlich, im Blick auf den Sager mit dem Jota (das ist der kleinste Buchstabe im hebräischen Alphabet), auch wenn die Ampel erst gelb blinkt, ja vielleicht sogar, wenn du weißt, jetzt dauert die Grünphase schon sehr lange: Bleib stehen. Erfülle das Gesetz zu 100, vielleicht sogar zu 110%. (Die Geschichte mit dem Jota drückt die nicht mehr ganz gebräuchliche Redewendung vom „I-Tüpfel-Reiter“ aus.) Mach‘s genauer, als gefordert ist. Das scheint ja der Duktus der sogenannten Antithesen zu sein, die wir heute im Evangelium gehört haben. „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist…“ Dann folgt ein Stück Torah, also ein Stück Gesetzestext. „Ich aber sage euch…“, dann folgt eine Auslegung Richtung Übererfüllung. Also: nicht töten (das ist Torah), nein mehr, nicht einmal zürnen; oder: nicht Ehe brechen (das ist Torah), nein (aus Männerperspektive), nicht einmal eine Frau entsprechend sehnsuchtsvoll anschauen; nicht zum Bösen verführen lassen (Torah), gleich das Auge ausreißen, das verführt; nicht Scheidebrief (Torah), gar keine Scheidung usw. (die Liste geht weiter. Wenn kommenden Sonntag nicht die Fastenzeit begänne, würden wir die Fortsetzung als Evangelium hören.).

Was ist die Intention Jesu? Das Leben der Menschen noch komplizierter machen (also zu schon bestehenden Regeln noch mehr und schwierigere dazu tun)? Uns zu Gesetzesfreaks machen (Sie kennen so Menschen, die alles 200%ig erfüllen wollen, ziemlich nervige Angelegenheit) – eben so richtige I-Tüpfel-Reiter? Was ist der Kontext? Wir sind in einem typischen jüdischen Streitgespräch. Ziel so eines Gespräches ist es, eine Schriftstelle, einen Gesetzestext besser zu verstehen. Die Methode ist ganz einfach: Spitze die Fragestellung oder die Konfliktsituation immer mehr zu mit dem Ziel, den Text, über den man diskutiert, besser zu verstehen. Und genau das ist der Punkt. Jesus möchte seine Jünger nicht zu Gesetzesfreaks machen, zu 200 Prozent Erfüllern aller biblischen und sonstigen Gesetze. Die Zuspitzung hat einen anderen, eigentlich auch für uns recht selbstverständlichen Sinn. Es geht darum, die Gesetze ihrem Sinn nach zu verstehen und zu leben. Also beim ersten etwa: Wenn es beim menschlichen Zusammenleben nur darum geht zu vermeiden, dass wir einander umbringen, ist das allein wahrscheinlich nicht der Garant für ein gutes Zusammenleben. Es wäre ja besser, wir würden grundsätzlich darauf achten, gut miteinander auszukommen, sodass die Eskalation von Ärger und Zorn, der Mord gar nicht vorkommen. Und damit ist Jesus theologisch mitten in der Diskussion seiner Zeit (die wir mitbekommen hätten, wenn wir bei der Lesung aus dem Buch Jesus Sirach auch die 10 Verse davor gehört hätten. Da ist nämlich von der Weisheit Gottes die Rede, die schon bei der Schöpfung an Gottes Seite war und die hilft, das Gesetz zu erfüllen. Mit anderen Worten: Eigentlich hat die Schöpfung von Gott her eine gute, weise Ordnung. Eine ungeschriebene Torah. Lang bevor Mose seinem Volk vom Sinai her die Torah Gottes bringt. Letztere ist nötig, um in einer durch Sünde, durch Gewalt, durch Unrecht geprägten Welt zumindest wieder an diese Ordnung zu erinnern, ihr zur Geltung zu verhelfen. Das Licht der Torah soll im Dunkel dieser Welt etwas vom Licht Gottes sichtbar machen (so etwa würde das Buch der Weisheit formulieren). Vielleicht erinnern Sie sich jetzt an das Evangelium vom vergangenen Sonntag, das unserem Text unmittelbar vorausgeht. Wo soll die Schöpfungsordnung Gottes in dieser Welt wieder aufleuchten? „Ihr seid das Licht der Welt“, hat Jesus formuliert. Ihr seid die, die Gottes Torah ihrem Sinn entsprechend leben, und, wie es quasi im Schlusssatz geheißen hat: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Fastentuch – Getauft und gesalbt

In unserer Kirche hängen schon seit vielen Jahren Fastentücher, die der Schwechater Künstler Max Rauch gestaltet hat. Dieses Jahr, eines aus dem Jahr 2017.


Getauft und gesalbt zum/r Propheten/in.

Propheten – für mich Nachfolger von Jesu. Menschen wie du und ich.

Durch die eigene Taufe wurde auch ich als sein Nachfolger berufen. Doch bis ich wirklich begriffen habe, worum es geht, habe ich viele Wegbegleiter, Eltern, Freunde, Bekannte usw. gebraucht.

Nun versuche ich durch mein Vorleben Menschen wach zu rütteln, damit sie fragend werden, warum ich an diesen einen unseren Gott glaube. Er will von mir, dass ich ein Leben lebe, das dem von Jesus  ähnelt.

Phasenweise ??? ist mir das sicher schon gelungen.

Gehen wir mit Jesus durch die Fastenzeit.

Freuen wir uns auf Ostern und die Auferstehung.

Wir, seine Propheten/innen wollen diese frohe Botschaft verkünden……Jesus lebt!

Max Rauch

Alles Walzer und gute Unterhaltung!

Immer im Fasching gibt es den traditionellen Ball in Schönbrunn-Vorpark. Die „Ballmütter“ Martina und Ute haben sich erneut im Vorfeld über ein Motto Gedanken gemacht und legten für heuer „Erstmals auch bei uns: Opernball“ fest.

Mit vielen Helferinnen und Helfern wurde vieles vorbereitet, geprobt und umgesetzt: Dekoration, Aufstellung von Tischen und Sesseln, Einstudieren der Eröffnung, Installation von Buffet, Bar und Würstelstand u.v.m. – sensationell. Am Faschingssamstag, der dieses Mal mit dem Valentinstag zusammenfiel, verwandelte sich der große Saal von Schönbrunn-Vorpark in eine Ball-Location der besonderen Art. Dass es beim berühmten Vorbild im Haus am Ring mehr Fassungsvermögen gibt, war klar und unsere Feststiege führt halt nicht hinauf, sondern hinunter. Aber sonst waren kaum Unterschiede zu erkennen. Denn wir sahen einige Frackträger, eine Inflation an „Phantome der Oper“ (4), weitere tolle Kostüme, natürlich auch zahlreiche Demonstrantinnen und Demonstranten. Auch VIP-Gäste wurden begrüßt: Pfarrer Martin, der Herr Bundespräsident in Begleitung und mit Dauer-Zigarette und die Inkarnation von Opernball-Legende Lotte Tobisch (Siegerin im Kostümwettbewerb) mit dem Schokomichi im Schlepptau.                                                                                    

Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee eröffnete gekonnt und fehlerfrei zur „Fächerpolonaise“. Musikalisch begleitet und geprägt wurde die Ballnacht durch unsere hervorragende Band – Thomas: Schlagzeug, Peter: Bass, Walter: Tasteninstrumente, Bernhard: Gitarre und Evi: Gesang. Viele Personen feierten bunt und ausgelassen und wurden von einem Kamerateam des ORF (Original Rudolfsheimer Fernsehen) und von Paparazzo Erwin verfolgt. Doch einiges nach Mitternacht ging dieses tolle Fest zu Ende.

Ein herzliches Danke dem gesamten Team rund um Martina und Ute. Und jetzt heißt es: nach dem Ball ist vor dem Ball.

Sommeraktivitäten und Kinderbibeltage – sei dabei!

Die Anmeldung für unsere vielfältigen Sommer-Abenteuer ist schon eröffnet. Wir laden Dich herzlich ein, mitzumachen!

Alle guten Dinge sind 6

Im Rahmen des Gottesdienstes zum 5. Sonntag im Jahreskreis (Sonntag, 08.02.2026), den Pfarrer Martin mit uns feierte, wurden 6 neue Minis aufgenommen. Johanna, Tin, Nora, Ida, Therese und Juli bekamen ein gesegnetes Kreuz, entzündeten bei der Osterkerze jeweils eine Kerze und gehören jetzt fix zum Team unserer Ministrantinnen und Ministranten. Dienst am Altar haben sie ja schon seit der Erstkommunion oft versehen.

Petra bedankte sich am Ende der Hl. Messe bei Fabiola für die Übernahme der Ministrantenleitung und bei Christa und Georg für die tatkräftige Unterstützung der Minis.

Erwin jun. feierte ein besonderes Jubiläum – 20 Jahre Ministrant – und bekam von Pfarrer Martin ein kleines Geschenk, das er von seiner Afrikareise mitgebracht hat. Ein Foto von seiner Ministrantenaufnahme, das Norbert Potensky vor über 20 Jahren „geschossen“ hat, findet ihr weiter unten.

Die Minis ließen den Tag mit einem gemeinsamen Pizzaessen nach dem Pfarrcafe und Eislaufen am Heumarkt ausklingen.

Danke und Gottes Segen an jetzt fast 20 Ministrantinnen und Ministranten in Schönbrunn-Vorpark.

Hl. Messe mit Blasiussegen, 01.02.2026

Rund um das Fest Mariä Lichtmess/Darstellung des Herrn werden obligatorisch die Kerzen für das Jahr gesegnet.

Unser Bertl hat wieder den Jahresbedarf in mühsamer Handarbeit gegossen und vor dem Gottesdienst gegen Spende angeboten – ein herzliches Danke dafür.

Im Mittelpunkt, der Hl. Messe stand das Evangelium rund um die Seligpreisungen am Beginn der Bergpredigt. Pfarrvikar Marek feierte mit uns. Er ist kurzfristig für den erkrankten Christoph Benke eingesprungen. Danke auch dafür. Marek spendeten den Gläubigen am Ende der Messfeier den traditionellen Blasiussegen mit den gekreuzten Kerzen.

Wie hat alles angefangen?

Dr. Hans PockEinen Tag nach der Weihe des neuen Erzbischofs von Wien Josef Grünwidl und am Sonntag des Wortes Gottes (25.01.2026) stellte Dr. Johann Pock in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark die Frage, wie alles angefangen hat, und zeigte auf, wie die Tätigkeit Jesu begonnen hat und was daraus für uns folgt.


Wie hat alles angefangen? Das ist eine Frage, die man sich im Laufe des Lebens im Rückblick wohl so manchmal stellt. Wie hat alles angefangen, mit der Beziehung, mit meinem Beruf? Wie hat es angefangen mit einer Krankheit? Oder auch mit dem Glauben.

Oder im Umfeld der Bischofsweihe von Erzbischof Josef Grünwidl: Wie viele da gefragt haben, wie bei ihm alles angefangen hat – mit dem Glauben, mit seiner Liebe zur Musik, mit der Theologie und dem Priestersein.

Und auch die junge Kirche fragte sich: Wie hat alles angefangen?

Gerade die Bibel berichtet uns von den Anfängen: Vom Anfang der Welt in der Schöpfungserzählung; vom Anfang der Verheißungen; vom Anfang des berufenen Volkes. Und dann auch vom Anfang des christlichen Glaubens. Die ganze Bibel ist ein Glaubenszeugnis über Jahrhunderte hinweg.

Zu Weihnachten haben wir mehrfach gehört: „Am Anfang war das Wort“ – So beginnt das Johannesevangelium. Es ist eher griechisch-philosophisch ausgerichtet. Aber gerade auch der Sonntag des Wortes Gottes verweist auf die Bedeutung dieses Wortes.

Das Leitevangelium in diesem Jahr ist das Evangelium nach Matthäus. Es begleitet uns durch das ganze Kirchenjahr. Wie schildert er diese Anfänge?

1) Der Evangelist Matthäus erzählt von einem relativ unspektakulären Beginn: Jesus zieht sich nach seiner Taufe am Jordan zurück. Und er beginnt seine öffentliche Tätigkeit nicht im Zentrum des religiösen, gesellschaftlichen und politischen Lebens, also in Jerusalem, sondern in einer von vielen verachteten Gegend in Galiläa, in seiner Heimat. Er beginnt bei einem Volk, von dem schon Jesaja gesagt hat: Es ist ein Volk, das im Dunkel sitzt, in einem Land, das nicht nur von den Menschen, sondern auch vom Herrn verachtet ist.

Den Menschen, die im Land der Finsternis wohnen, will Jesus Licht aufstrahlen lassen; er will das drückende Joch und den Stock des Treibers zerbrechen. Er will das verachtete Land zu Ehren bringen. Die ersten, an die Jesus sich wendet, sind also nicht die Reichen, die Angesehenen, die Mächtigen, sondern die Verlassenen, die Verachteten, jene, die im Dunkel sitzen. Sein erstes Zeichen ist es, dass er sich auf die Seite der Armen stellt.

Also der erste Akzent am Anfang: Er geht an die Ränder; er geht zu den Armen; er verlegt das Zentrum seines Wirkens an die Peripherie.

2) Und was ist der erste Inhalt seiner Reden, seine ersten überlieferten Worte? Er verkündet: „Das Reich Gottes ist nahe“. Und er ruft zur Umkehr: „Bekehrt euch“.

Jesus will Menschen Hoffnung geben. Sie soll die Menschen, die im Dunkel sitzen, zur Umkehr befähigen. Sie soll helfen, sie von Verzweiflung zu befreien und ermutigen, Fehlhaltungen – Sünden – aufzugeben. Den Menschen Hoffnung geben und durch die Hoffnung Umkehr zu ermöglichen, ist ein zweites Prinzip christlichen Lebens und Wirkens.

Daher die Botschaft: Das, worauf ihr wartet, beginnt. Ihr stöhnt unter dem Joch des römischen Reiches. Ihr fühlt euch unterdrückt und unfrei. Doch Erlösung ist nahe: Der Messias; der Befreier.

Und deshalb: Ihr müsst euch ändern! Wenn Gott nahe ist, dann muss das Auswirkungen haben. Wenn Mächtige kommen, bereitet man den ganzen Ort; man schmückt alles; man will möglichst gut dastehen. Wenn Gott aber kommt, dann geht es um das Innere: Bereit euer Inneres; bekehrt euch.

Jesus verkündet das nahe Gottesreich – und die notwendige Umkehr.

3) Und nun drittens die Frage: Was tut Jesus?

Er redet nicht nur von Gottes Reich. Sondern er verkündet das Wort Gottes in einer Weise, die aufhorchen lässt: Er heilt Kranke, er bricht die Macht des Bösen, er vergibt Sünden. Diese Zeichen helfen den Menschen, an seine Botschaft zu glauben. Sein Wort, seine Handlungen stimmen überein. Er redet von der Befreiung durch Gott – und er befreit Menschen von dem, was sie belastet.

Zu diesen Handlungen Jesu gehört aber auch: Jesus sucht sich Mitarbeiter. Das heutige Evangelium berichtet, wie Jesus Menschen aus ihrer bisherigen Lebensweise herausruft, sie einlädt mit ihm zu gehen und zu wirken. „Kommt her und folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“. Sie sollen „Menschen fischen“. Das heißt: Sie sollen Menschen für das Reich Gottes gewinnen, indem sie an der Sendung Jesu Anteil haben.

Jesus sucht Mitarbeiter bewusst nicht aus der religiösen oder politischen Elite aus. Es sind einfache Fischer, Bauern, Handwerker… Und er führt sie ein in das, was ihm wichtig ist – indem sie ihn begleiten, ihm nachfolgen. Indem sie ihm zuhören und darauf achten, was er tut.

Dass er hier nur Männer aussucht, ist sicherlich der damaligen Zeit geschuldet, in der es nicht üblich war, dass Frauen herumzogen. Zugleich aber waren wichtige Frauen unter seinen Jüngerinnen dabei und haben zur Weitergabe des Wortes Gottes wesentlich beigetragen.

Letztlich sollen je nach ihrer Sendung alle Christinnen und Christen Mitarbeitende Jesu sein – und sie bedürfen dafür einer lebenslangen Schule. Sie sollen mit ihm gehen. Nur so werden sie fähig, das zu tun, was er ihnen aufträgt: Mithelfen, dass Menschen, die im Dunkel sitzen, ein Licht aufstrahlt.

Zusammenfassend gibt es also drei Akzente bei Matthäus: Jesus ist auf der Seite der Verstoßenen; er verkündet den Anbruch des Reiches Gottes; und er redet nicht nur, sondern befreit Menschen und holt sich dazu Mitarbeiter.

Nochmals die Frage vom Beginn: Wie hat alles angefangen?

Der Blick auf den Anfang ist wie ein Blick auf einen Kompass: Er ermöglicht uns, wieder die richtige Richtung einzuschlagen; den richtigen Weg zu finden – und das ist ein gemeinsamer Weg der Menschen mit Jesus. Er ist ein Weg der Verheißung, und nicht der Sicherheiten. Ein Wagnis; ein Gang an die Ränder. Aber zugleich doch auch mit einer Gewissheit: Wer Jesus folgt, dem wird es nicht langweilig; da verändert sich etwas. Es ist nicht immer leicht; es ist anspruchsvoll – aber er hat etwas zu bieten: Nämlich ein Leben, das lebenswert ist.

 

Geburtstagsmesse, 25.01.2026

Bei der Geburtstagsmesse, die Univ.-Prof. Johann Pock mit uns feierte, standen natürlich die „Geburtstagskinder“ des Monats Jänner im Mittelpunkt. Am Beginn des Gottesdienstes entzündeten sie eine Kerze und am Ende spendete ihnen Johann Pock jeweils einen individuellen Segen.

Unser gestriger Zelebrant weihte auch das frische Wasser im Taufbrunnen und besprengte anschließend damit die Messbesucherinnen und -besucher. Denn in der Weihnachtszeit war der Taufbrunnen quasi „stillgelegt“ und diente als Sockel für unsere Krippe. Am Sonntag des Wortes Gottes wurde das große Evangeliar, das wir von Kardinal Schönborn bekommen haben, „sichtbar zum Einsatz gebracht“. Diakon Arthur verkündete die frohe Botschaft aus diesem besonderen Buch. Auch für unseren neuen Erzbischof Josef Grünwidl wurde nach den Fürbitten in besonderer Art und Weise gebetet.

Nach der Eucharistiefeier gab es noch ein spezielles Pfarrcafé im kleinen Saal, wo auf die Jubilarinnen und Jubilare angestoßen wurde und wir von „Geburtstagskind“ Juliane und ihren Köstlichkeiten verwöhnt wurden. Danke für alle Vorbereitungen dafür.

Immer wieder Aufbruch zu neuen Zielen: Reise nach Tansania

Pfarrer Martin auf Arbeitsbesuch in Tansania

„Alle Aufmerksamkeit auf Afrika“, sagte der ehemalige Außenminister Alexander Schallenberg, als er vor zwei Jahren unsere Pfarre besuchte. „Von Afrika können wir noch viel erwarten“ , meinte unser pensionierter Kardinal Christoph Schönborn OP, als ich ihn im Dezember besuchen konnte. „Wir haben Jugend und Glauben“, ist unser Kaplan Abba Endale überzeugt. Tatsächlich wird uns dieser Kontinent weiter beschäftigen. Wir haben auch viele Familien aus Afrika in unserer Pfarre. Einige Kinder sind als Ministrant/innen aktiv. Ihre Eltern kommen aus Burundi, Kongo, Nigeria, Äthiopien.

Pfarrer Martin fliegt vom 26. Jänner bis 6. Februar 2026 mit Freund/innen nach Dar es Salaam in Tansania. Dort wird er das von ihm gegründete Hilfswerk, das beständig wächst, besuchen. Es wächst, denn die jungen Leute aus dem Armenviertel Manzese in Dar es Salaam, die von unserer Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ ein Stipendium erhalten hatten, haben voller Zuversicht eine Bewegung in Gang gebracht. Eine Bewegung, die einen Teil des Slums zu verändern beginnt. 

Die Leitung des Zentrums war 2025 in Wien und Bayern. Nun wird weiterüberlegt, wie die Ausbildung von Jugendlichen in Tansania am effektivsten funktionieren kann. Dabei helfen die vielen Spenden, die bei der Stiftung eingegangen sind. So geht zum Beispiel die Hälfte der Sternsingaktion unserer Pfarre Hildegard Burjan an das Lernzentrum in Dar es Salaam.

Pfarrer Martin wird uns über seine Reise und Erfahrungen jeden Tag berichten – mit Berichten, Bildern und – wenn möglich – Videos. Sie können alles hier verfolgen:

Einen ersten Eindruck können Sie schon durch die Rede einer unserer Stipendiatinnen bekommen:

Gemeinsames Erbe

Dr. Nikolaus KrasaIn seiner Predigt am 2. Sonntag im Jahreskreis (18.01.2026) in Schönbrunn-Vorpark nahm Dr. Nikolaus Krasa die Gemeinde mit auf eine Reise von Boskovitz über den Jordan nach Schönbrunn-Vorpark. Er bezog sich dabei auch auf den Tag des Judentums (heuer 17.1.), der seit dem Jahr 2000 am Vortag der Gebetswoche um die Einheit der Christen (heuer 18.-25.1.) begangen wird.


Boskovitz (tschechisch Boskovice), eine Kleinstadt, nördlich des sogenannten mährischen Karstes, liegt etwa 30 km von Brünn entfernt. Das Städtchen hat einiges zu bieten, eine aus dem 14. Jahrhundert stammende riesige Burg, ein klassizistisches Schloss, ein hübsche Pfarrkirche und eine wunderbar renovierte Synagoge aus dem 17. Jahrhundert. Keine Angst, ich beende diese Fremdenverkehrswerbung so schnell, wie ich sie begonnen habe (das Tourismusbüro Boskovice hat mich nicht bezahlt). Ich beginne in Boskovice, weil ich dort weinen musste. Und das, weil die Zahlen dort eine so deutlich und gleichzeitig fassbare (und damit letztlich unfassbare) Sprache sprechen. Vor 1939 lebten in Boskovic 400 Juden, etwa 40% der Bevölkerung (der Ort zählte damals 1000 Einwohner). Nach 1945 kamen nur 10 Juden in diesen Ort zurück. Ein Geschehen, Sie wissen es, das sich in ganz Europa abspielte, allerdings mit so großen Zahlen, dass sie eigentlich kaum fassbar sind. 400 von 1000 Einwohnern, nur mehr 10 zurück. Das ist vorstellbar und in der Grausamkeit dessen, was zwischen 1939 und 1945 geschehen ist, gleichzeitig unvorstellbar. 

 

Was sind die geschichtlichen Wurzeln, die zu solchen Grausamkeiten geführt haben? Da gibt es leider einen starken Strang, der tief in die Geschichte der christlichen Kirchen eingeschrieben ist. Durch die Jahrhunderte. Schon lang vor der ‚Reichskristallnacht‘. Informieren Sie sich am Judenplatz im ersten Bezirk, lesen Sie die Biographie des Hl. Johannes Capistran, der als Prediger in Wien gewirkt hat, dem die Capistrankanzel ein deutliches Denkmal gesetzt hat. Wussten Sie, dass die Judenverfolgung im Zuge der Reconquista in Spanien dazu geführt hat, dass Juden aus Spanien in das Osmanische Reich geflüchtet sind, dabei ihr Wissen in Metallverarbeitung mitgenommen haben, die wiederum in das Gießen jener Kanonen eingeflossen sind, die während der Türkenbelagerungen gegen Wien zum Einsatz kamen …

Gut, dass unter diese Jahrhunderte lange Unheilsgeschichte das 2. Vatikanische Konzil zumindest verbal offiziell einen Schlussstrich gezogen hat: „Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgendjemandem gegen die Juden gerichtet haben.“ So einer der Schlusssätze im Konzilsdokument ‚Nostra Aetate‘.

 

Gemeinsames Erbe. Das lässt sich am heutigen Evangelientext schön durchexerzieren. Denn der Satz, den der Täufer über Jesus sagt, der uns aus der Liturgie so vertraut ist, schöpft genau aus diesem Erbe: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt“.
Lamm Gottes
. Im Kontext des Johannesevangeliums klingt hier zunächst wohl die Geschichte des Paschalammes an – denn bewusst markiert Johannes in seiner Chronologie der letzten Stunden Jesu, dass zu der Zeit, als Jesus am Kreuz stirbt, im Tempel die Paschalämmer geschlachtet werden. Jenes Lamm also, dessen Blut an den Türstöcken der Israeliten den Todesengel vorübergehen lässt, während in den Häusern Ägyptens die Erstgeburt stirbt. Jenes Lamm, das dem Volk die Kraft gibt aufzubrechen, noch in der Nacht, in die weglose Wüste, um einen Weg in die Freiheit, in das gelobte Land zu finden.

Lamm Gottes – wer ein bisschen im Buch des Propheten Jesaja blättert, findet dort 4 Lieder, die von einem uns namentlich Unbekannten sprechen, der Knecht Gottes genannt wird (weshalb diese Lieder auch Gottesknechtlieder heißen). Dieser Knecht Gottes ist so mit seiner Botschaft eins, dass er für sie stirbt – wie ein Lamm, heißt es dort, beim Schlachten, das seinen Mund nicht auftut. Dieser „Sühnetod“ wird aber gleichzeitig zum „Eye Opener“ für alle: „Durch seine Sünden sind wir geheilt.“ heißt es in diesem Lied. Der Gerechte, der unschuldig zum Brennpunkt des Bösen wird, der durch seinen Tod Veränderung bewirkt (vielleicht auch weil er Gewalt nicht mit Gewalt begegnet). 

Und da sind wir wieder (wie beim Paschalamm) im Pentateuch gelandet. In Lev 16,8-21 wird im Zusammenhang mit dem Versöhnungstag (Jom Kippur) davon berichtet, dass das Los geworfen wird, wo ein Bock (Asasel genannt) ausgesondert wird, die Sünden des Volkes durch Handauflegung auf diesen Bock übertragen werden, und er in die Wüste gejagt wird. Der „Sündenbock“, wie Martin Luther ihn nennt. Einer, der die Last der Verfehlungen, der Vergehen der Gemeinschaft sozusagen stellvertretend trägt.

Diesen reichen Hintergrund bemüht Johannes, um zu beschreiben, wer denn dieser Jesus ist, besser, wer er für uns ist, noch besser: damit wir an ihn glauben und so Macht haben, Kinder Gottes zu sein (wie es im Prolog, den wir zu Weihnachten gehört haben, heißt).