Ausgehend von der Lesung aus dem Buch Jeremia ging Dr. Christoph Benke in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 22. Sonntag im Jahreskreis (30.08.2026) auf das Thema Leidenschaft ein; er verwies auf die Leidenschaft Gottes für seine Schöpfung und fragte, wie wir zu einer Leidenschaft für Gott kommen können.
Können Sie sich erinnern, dass ein Gefühl Sie vollkommen erfasst hat? Welches Bild steigt da in Ihnen auf? Das Gemüt, das Denken, das Wollen – alles war oder ist von dieser Emotion bewegt. Momente der Selbstvergessenheit, einer außergewöhnlichen Hingabe, totales Interesse, ein Über-sich-Hinauswachsen, aber auch zunehmende Anstrengung.
Das ist jetzt kein psychologischer Test, sondern eine Umschreibung von Leidenschaft. Und das Wort Leidenschaft könnte einem einfallen, wenn man den Propheten Jeremia hört: Du hast mich betört, o HERR, / und ich ließ mich betören; / du hast mich gepackt und überwältigt. (Jer 20,7) Der Prophet ließ sich von Gott betören, er ließ es zu und also von Gott in Beschlag nehmen. Das ist die Sprache der Liebe, einer leidenschaftlichen Liebe. Die Leidenschaft für Gott bringt Jeremia Leiden: Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, / ein jeder verhöhnt mich. (V 7) Aber er kommt aus dieser Geschichte nicht mehr heraus. Er kann es nicht mehr, er will es auch nicht mehr: Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken / und nicht mehr in seinem Namen sprechen, so brannte in meinem Herzen ein Feuer, […] Ich mühte mich, es auszuhalten, / vermochte es aber nicht. (V 9)
Leidenschaft für Gott, für Jesus Christus – können wir damit etwas anfangen? Ahnen wir da etwas oder ist uns das eher fremd? Fremd vielleicht deshalb, weil wir zu selten hörten, dass Leidenschaft für Gott eigentlich der Kern des Christentums ist? Denn Gott hat Leidenschaft für seine Schöpfung, für den Menschen und besonders für die Kleinen.
Wenn wir auf die Schöpfung, auf den Mitmenschen und auf die Kleinen liebevoll schauen, könnte daraus Leidenschaft für Gott werden.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/08/Rote-Rose.jpg10671600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2026-08-31 20:00:452026-09-02 14:06:48Leidenschaft – Predigt
Eine Heilige Messe bietet an sich schon viele Höhepunkte, bei einer Geburtstagsmesse kommen noch weitere dazu.
Aber ein Höhepunkt war am vergangenen Sonntag bereits vor dem Gottesdienst. Denn da beendete unser Walter Schallamon einen Tag vor seinem 93. Geburtstag seine über 70-jährige Tätigkeit als Organist in Schönbrunn-Vorpark mit einer kurzen Ansprache. Die Gemeinde erhob sich zu einer Standing Ovation und bedankte sich hör- und sichtbar bei Walter. Der (wahrscheinlich) älteste Organist von Wien wird leider nicht mehr in die Tasten greifen.
Während der Eucharistiefeier zündeten die „Geburtstagskinder“ vor dem Altar eine Kerze an und erhielten am Schluss vom Zelebranten Christoph Benke jeweils einen Einzelsegen.
Im Pfarrcafé wurde dann obligatorisch auf die Jubilarinnen und Jubilare angestoßen und für sie gesungen. Nach „Hoch soll’n sie leben“ ertönte auch die spontan kreierte Strophe „Danke für die Orgel“.
Zurück zu unserem Walter Schallamon. Er erzählte mir, dass ihn Pfarrer Springer zum Orgelspielen animiert hat und dass sein erstes Stück während eines Gottesdienstes vor über 70 Jahren „Komm, o komm, du Tröster mein“ war. Im Rückblick gesehen damals ein Pfingstereignis der besonderen Art.
Walter, danke für die vielen, vielen weiteren Lieder auf der Orgel von Schönbrunn-Vorpark, alles Gute zum Geburtstag und bleib gesund!
PS: Danke auch für den schönen Blumenschmuck in der Kirche und fürs Vorbereiten des Pfarrcafés.
Anhand des Petrus legte Dr. Christoph Benke in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 21. Sonntag im Jahreskreis (23.08.2026) dar, wie wir Menschen zu einem Fundament werden können, auf das Gott bauen kann.
Ein Sommer wie dieser hinterlässt Spuren, auch in den Bergen. Einige Hütten mussten bereits schließen, weil sie kein Wasser mehr haben. Weiter oben setzt die Hitze dem Permafrost zu, der den Boden zusammenhält. Auf einmal haben manche Hütten kein Fundament mehr. Denn keineswegs alle Hütten sind auf Fels gebaut.
Als Gott mit dieser Menschheit noch einmal neu ansetzen wollte, sollte das mit den Menschen sein. Von Anfang an baute Gott und auch Jesus auf Menschen, um mit ihnen Zeichen für das Reich Gottes zu setzen. Einmal heißt es von Jesus: Er wusste, was im Menschen war (Joh 2,25). Er wusste also auch, dass der Mensch – nicht nur, aber immer wieder – schwach ist, unbeständig, wankelmütig. Wie sollte daraus ein solides Fundament entstehen? Vielleicht seufzt deshalb der Apostel Paulus: Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege! (Röm 11,33)?
Jesus sagt Petrus auf den Kopf zu: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen (Mt 16,18) Das sagt Jesus auf Zukunft hin. Er ahnte wohl, dass Petrus noch eine lange Entwicklung zu durchlaufen hatte, ehe er als Fundament taugte. Petrus musste untergehen, er musste abstürzen, schuldig werden, seine Schuld beweinen und mit seiner Schwäche konfrontiert werden. Erst dann wurde er von seiner Selbstüberschätzung geheilt. Erst dann wurde er zum Fels, zum Fundament der Gemeinschaft.
Es wird uns nicht anders gehen als Petrus. Manche Bilder, die man von sich und von Gott hat, müssen zerbrechen. Am Ende wird entscheiden, dass wir auf die letzte Frage Jesu, die er an Petrus richtete – und die er auch uns stellen wird – „Liebst du mich?“ eine stammelnde Antwort zustande bringen.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/08/Eisengitter-scaled.jpg13212560Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2026-08-24 10:21:402026-08-25 10:28:28Fundament – Predigt
Was erfahren wir in den Evangelien über Maria und was wollen uns darüber hinaus Feste wie das dieses Tages sagen? Darüber predigte P. Dr. Clemens Pilar COp in Schönbrunn-Vorpark am Fest Maria Himmelfahrt (15.08.2026).
Gestern habe ich im Zusammenhang mit dem heutigen Festgeheimnis die genaue Definition des Begriffs „Extrapolation“ ergoogelt: Unter Extrapolation versteht man eine mathematische und statistische Methode, bei der Werte oder Trends, die außerhalb des bisher gemessenen oder bekannten Bereichs liegen, auf Basis vorhandener Daten geschätzt werden.
– Definition: Die Fortführung einer Daten- oder Zeitreihe über den letzten bekannten Datenpunkt hinaus (vorwärts oder rückwärts).
– Grundannahme: Der bisher erkennbare Trend oder die Gesetzmäßigkeit setzt sich im unbekannten Bereich unverändert fort.
Jetzt kann man fragen, was das mit dem heutigen Fest zu tun haben soll. Nun, ganz so schwer ist die Erklärung nicht. Das Dogma der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel, das heute ja Inhalt der Feier ist, ist das bislang letzte, das offiziell von der Kirche verkündet wurde. Mit dem vorletzten hat es gemeinsam, dass auch das vorletzte mit Maria zu tun hat (es ist das Dogma der Unbefleckten Empfängnis). Keines dieser Dogmen kann sich unmittelbar auf das Zeugnis der Schrift oder der Apostel berufen. Das drückt sich auch darin aus, dass wir in den Schriftlesungen zum heutigen Tag nichts von der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel gehört haben, sondern von einem anderen wichtigen Ereignis in ihrem Leben: Der Begegnung mit Elisabeth im Haus des Zacharias und dem Lobgesang Marias, dem Magnifikat, das auch politischen Sprengstoff enthält – (Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen).
Die Texte des Neuen Testamentes liefern uns generell nur wenige Aussagen über Maria, aber diese sind durchaus gehaltvoll. Wenn man diese genau analysiert und den zeitgeschichtlichen Hintergrund bedenkt, in dem Maria gelebt hat, dann kann man erahnen, dass Maria eine außergewöhnliche Frau gewesen ist, die schon als junges Mädchen über ein großes Maß an innerer Freiheit und Unabhängigkeit gegenüber gesellschaftlichen Erwartungen verfügt haben muss. Ein italienischer Priester hat gesagt, die „leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“ ist nicht die außergewöhnliche Schlussfolgerung für ein normales Leben, sondern die normale Schlussfolgerung für ein außergewöhnliches Leben.
Die dogmatischen Aussagen über den Anfang ihres irdischen Lebens und dessen Ende sind also in gewisser Weise Extrapolationen, die man aus dem gezogen hat, was die Evangelien konkret überliefert haben. Dieses Mädchen, das den Mut hat, über die ihr von der religiösen Umwelt klar vorgegebenen Grenzen zu schreiten, muss irgendwie immun gegenüber diesen Kräften gewesen sein, die damals wie heute so viele Menschen von Anfang an verbiegen und in Schablonen pressen. Das will das Festgeheimnis der Unbefleckten Empfängnis sagen. Ein Leben, das ganz unter dem Ruf Gottes geführt wird, also durch das Wort des Lebens geprägt ist, wird am Ende ein Ganzes sein, an dem nichts zu bereinigen ist. Dieses Leben kann als Ganzes in die Ewige Welt Gottes ein geborgen werden. Das will das heutige Festgeheimnis sagen.
Was mir aber wichtig erscheint, ist, dass dieses außergewöhnliche Leben nicht ein von der Erde abgehobenes ist, dass Maria als Frau keineswegs die blutleere „Unfrau“ war, als die sie später oft dargestellt und den realen Frauen als unerreichbares Ideal vor Augen gehalten wurde. (Bezeichnend ist eine Anekdote um den berühmten Maler Caravaggio, der für einige Kirchen in Rom Altarbilder gemalt hat, fünf davon sind heute frei zugänglich in drei römischen Kirchen zu bewundern*. Eigentlich hatte es noch ein sechstes Gemälde gegeben: Für eine Kirche in Trastevere hatte der Künstler die Entschlafung Marias gemalt. Doch das Bild wurde zurückgewiesen, weil darauf die Füße Marias zu realistisch mit Straßenstaub bedeckt, also schmutzig dargestellt wurden. So hängt es heute im Louvre und man muss Eintritt zahlen, um es sehen zu können.)
Was an Maria außergewöhnlich erscheint, sind eigentlich Qualitäten des Lebens, die von uns durchaus angestrebt werden können. Schon Pius XII hat deshalb gelehrt, dass z.B. in der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel das gefeiert wird, was einst allen Menschen zuteilwerden wird. Das Fest ist also auch eine Erinnerung an unsere Zukunft und es macht Appetit, schon jetzt immer mehr das eigene Leben zu wagen, das uns vielleicht die Gesellschaft verwehren möchte, Gott uns aber zutraut.
Dieses Fest kann uns – weil es uns das Ziel unseres Daseins unter einem wichtigen Aspekt vorstellt – tatsächlich zu einem Leitstern werden, der unserem Alltag neue Kraft und Relevanz verleiht. Es wird heute immer hervorgehoben, dass wir nicht die körperliche, sondern die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel feiern. Der Leib ist mehr als der Körper. Zum Leib gehört das ganze Leben, das wir durch unsere Beziehungen und Taten gewoben haben. Von Maria glaubt die Kirche, dass ihr ganzes Leben am Ende so war, dass es nichts zu bereinigen gab und sie deshalb als Erste von uns beispielhaft die himmlische Vollendung erfährt. Aber wir können versuchen so zu leben, dass möglichst viel von dem, was unser Leben ausmacht, auch vor der Ewigkeit Bestand hat und in den Himmel aufgenommen werden kann.
* Für Interessierte: Bei den drei Kirchen handelt es sich um San Luigi dei Francesi (mit den Bildern der Berufung des Matthäus, und Matthäus als Evangelist), um die Basilica Sant‘ Agostino (Madonna der Pilger) und um Santa Maria del Popolo (Bekehrung des Paulus und Martyrium des Petrus)
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/08/Madonna-Maria-Glaube.jpg10671600P. Clemens Pilar COphttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngP. Clemens Pilar COp2026-08-16 10:06:262026-08-25 10:17:56Marianische Extrapolationen – Predigt
Das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel feiern wir jedes Jahr am 15. August. Die Festlegung dieses Festes, das bereits seit dem 7. bzw. 9. Jahrhundert begangen wird, finden wir im bisher letzten Dogma der katholischen Kirche, das Papst Pius XII. 1950 verkündet hat.
In Schönbrunn-Vorpark zelebrierte Pater Clemens für uns die Festmesse. Am Ende des Gottesdienstes segnete er die von Juliane und Helferinnen vorbereiteten Kräuterbüscherl.
P. Dr. Clemens Pilar Cop leistete in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 19. Sonntag im Jahreskreis (09.08.2026) Übersetzungshilfe zum Evangelium, das das Gehen über das Wasser zum Thema hatte. Darüber hinaus zeigte er auf, wie wir mit Vertrauen uns Bedrohungen und Ängsten stellen können.
Es war eine Sensation, als 1799 im Rahmen des napoleonischen Feldzuges in Ägypten bei Rosetta ein Stein mit einer Inschrift, die in drei verschiedenen Schriften abgefasst war, gefunden wurde. Zwei davon konnte man bis dahin nicht entziffern. Das waren die ägyptischen Hieroglyphen, deren Bedeutung man nicht mehr kannte und dann die altägyptische Schreibschrift, die auch noch nicht entschlüsselt war. Der dritte Text aber war in Altgriechisch verfasst, das man gut kannte. Am Ende dieses Textes stand, dass alle drei Texte den gleichen Inhalt aufwiesen. Nun hatte man endlich ein Werkzeug in der Hand, um diese alte ägyptische Schrift zu entziffern. Es hat zwar noch einige Jahre gedauert, bis es so weit war, aber heute können Ägyptologen diese Schrift wieder lesen.
Die Schriften, in denen die biblischen Texte verfasst wurden, sind nie in Vergessenheit geraten, weder die hebräische noch die griechische Schrift. Trotzdem sind auch diese Texte voller Bildzeichen, die man kennen und verstehen muss, um die eigentliche Aussage zu erfassen. Vergisst man diese Dimension der biblischen Sprache, kann es passieren, dass manche Geschichten für uns nur noch sonderbar und vielleicht sogar etwas bizarr klingen. Was wir heute im Evangelium gehört haben, gehört dazu. Im Falle dieses Evangeliums vom Gehen über das Wasser werden dann so manche Witze gemacht. Z.B. Jesus habe Petrus nicht verraten, wo die Steine sind, auf die er treten kann. Oder in einem Cartoon wird die genervte Gottesmutter gezeigt, die den kleinen Jesus in die Badewanne stecken möchte, aber der bleibt einfach auf dem Wasser stehen und weigert sich, unterzutauchen… Es gibt noch mehr von solchen Witzen. Dabei enthält das heutige Evangelium für uns heute eine so wichtige und ermutigende Botschaft. Wir müssen nur die Bilder, die zurzeit der Abfassung den Lesern bzw. Hörern der Texte noch gut bekannt waren, für uns übersetzen. Wir werden dann entdecken, dass wir es mit einer österlichen Botschaft zu tun haben.
Was wir heute gehört haben, spielt sich unmittelbar nach der wunderbaren Speisung der großen Menschenmenge ab. Auch dieses Ereignis ist ein Zeichen für die später eingesetzte Eucharistie, hat also auch etwas mit Ostern zu tun. Im Evangelium haben wir gehört, wie Jesus die Jünger wegschickt, damit sie ans andere Ufer fahren. Er aber ging allein auf „den“ Berg, um zu beten. „Der“ Berg steht für den Berg Gottes, das Hinaufsteigen Jesu für sein Hinaufgehen zum Vater nach seinem Tod und seiner Auferstehung. Die Jünger müssen jetzt alleine ans andere Ufer fahren. Sonderbar ist, dass der Evangelist nie vom „See“ spricht, sondern vom „Meer“, das die Jünger überqueren müssen. Das Meer aber steht für die Todes-Chaosmächte, denen die Menschen während ihrer ganzen Lebensüberfahrt ans andere Ufer ausgesetzt sind.
Nach Jesu Tod sind die Jünger scheinbar alleine diesen Mächten ausgesetzt, doch in der vierten, und damit letzten Nachtwache vor dem Anbruch des Morgens, kommt ihnen Jesus – über das Wasser gehend – entgegen. Diese frühe Stunde vor dem Sonnenaufgang steht für den Ostermorgen. Jesus geht über das Wasser – er schreitet über die Todesmächte, die er besiegt hat. Es ist auch ein aus dem Alten Testament bekanntes Bild für Gott, der über gewaltigen Wassern einherschreitet.
Das alles ist so weit schön und gut und für den Kundigen leicht verständlich. Nur im Matthäusevangelium findet sich nun aber auch die Episode mit Petrus, der – nach dem Überwinden des ersten Schreckens – Jesus auf dem Wasser entgegengehen will, dann aber kläglich scheitert. Auch darin spiegelt sich ein Geschehen wider, das später im selben Evangelium, im Zusammenhang mit der Passionsgeschichte geschildert wird. Der vorlaute Petrus hatte gesagt, dass er bereit ist, für Jesus zu sterben, und dass er ihn nie verlassen würde. Und kurz darauf hat ihn schon der Mut verlassen, und er hat Jesus dreimal verleugnet. Er ist also kläglich untergegangen.
Was für uns aber interessant ist, ist eine Botschaft, die uns der Evangelist hier in bildreicher Sprache sagen will: Auf die Bitte des Petrus hin hatte Jesus zu ihm gesagt. „Komm!“ Er traut es Petrus zu, dass auch er „auf dem Wasser“ gehen kann. „Auf dem Wasser“ zu gehen würde bedeuten, auch angesichts der Chaos- und Todesmächte, die uns während der Lebensüberfahrt fortwährend bedrohen, aufrecht und ohne Angst zu gehen. Erst wer die Grundangst des Lebens überwunden hat, ist wirklich frei. Solch ein Gehen wird möglich, wenn man weiß, dass man von einer anderen Kraft getragen ist, von einer Kraft, die stärker ist als der physische Tod. Die innere Wahrnehmung der fortwährenden Präsenz Gottes hilft in allen Stürmen, den inneren Frieden zu bewahren. Die Frage ist freilich, wie man zu solch einer Wahrnehmung kommt, die so stark ist, dass man nicht, wie Petrus, sofort untergeht, wenn man auf den Wind und die Wellen achtet.
Eine Antwort finde ich in den Worten der ersten Lesung. Das Hören auf das Sprechen Gottes, so wie Elija es erfahren hat. Dazu musste er erst zur Ruhe kommen, ins Schweigen gehen, bis ihn diese sanfte Stimme Gottes erreichen konnte. Wer sich aber immer wieder in dieses Hören begibt und mit dem Inneren der Seele Gottes Stimme vernimmt, weiß sich getragen von einer Kraft, die stärker ist als der Tod.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/08/Stuermische-See-Wellen.jpg10671600P. Clemens Pilar COphttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngP. Clemens Pilar COp2026-08-10 09:54:482026-08-25 10:04:57Aufrechter Gang in stürmischer Zeit – Predigt
Am letzten Sonntag im Monat wird in Schönbrunn-Vorpark immer Geburtstagsmesse gefeiert. Das bedeutet: die „Geburtstagskinder“ stehen am Beginn des Gottesdienstes beim Entzünden einer Kerze im Mittelpunkt. Der Priester – dieses Mal feierte Subregens Markus Muth wieder einmal mit uns – spendet am Ende des Messe den Jubilaren jeweils einen Einzelsegen. Abgerundet und abgeschlossen wird dann alles im Parkcafé.
Danke fürs Vorbereiten und danke auch für die großzügigen Spenden für die MIVA-Christophorus-Sammlung.
Jeder Mensch ist stark und schwach – auch im Glauben. Wie wir damit umgehen können, darüber predigte Dr. Christoph Benke in Schönbrunn-Vorpark am 16. Sonntag im Jahreskreis (19.07.2026).
Ein unbeabsichtigt mitgehörtes Gespräch zweier junger Männer in der U-Bahn: „Jetzt gehe ich trainieren“. In Folge ging es um Proteine, also Muskelaufbau. Mir wurde klar: nicht Fußball, sondern Krafttraining – um beeindruckend stark zu werden.
Stärke und Schwäche. Wenn Donald Trump wieder einmal so richtig drein haut, legen ihm das seine Anhänger als Stärke aus. Als stark gilt, wer sich durchsetzen kann, als schwach, wer zurückzieht. Andere Möglichkeit: nicht um jeden Preis recht haben wollen und müssen. Das schaut vielleicht schwach aus. Und doch wäre es innere Stärke.
Jeder Mensch ist stark und schwach – bezogen auf Begegnung, Verbundenheit, Engagement, Treue, Vertrauen. Das ist im Glauben nicht anders. Wer will von sich sagen, ich habe einen „starken Glauben“? Manchmal können wir besser, tiefer auf Gott vertrauen, dann wieder fällt es uns schwerer.
Der Apostel Paulus geht davon aus, dass der glaubende Mensch bisweilen schwächelt – besonders im Gebet: So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. (Röm 8,26) Paulus tröstet. Er sagt: In unserer Schwäche – gerade in der eingestandenen Schwäche! – fühlen wir uns leer. Diese Leere können wir Gottes heiligem Geist sozusagen als Raum anbieten. Der Heilige Geist nimmt uns an der Hand und hinein in die Begegnung mit dem Vater-Gott. Und mit dem Heiligen Geist sind wir dann stark.
Was das Gebet betrifft, benötigen wir also keine Kraftkammer und keine Proteine. Im Verein mit dem Heiligen Geist sind wir schon stark.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/08/Kraft-Staerke.jpg10641600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2026-07-22 09:46:282026-08-10 09:52:18Stärke und Schwäche- Predigt
Unser langjähriger, geistlicher Begleiter Christoph Benke feierte diese Woche seinen 70. Geburtstag.
Wir freuen uns, dass er schon lange zu und nach Schönbrunn-Vorpark kommt um mit uns sonntags und auch an Feiertagen Gottesdienst zu feiern. Seine Predigten, kurz und pointiert, geben immer wieder Anlass über uns selber und unseren Weg mit und zu Gott nachzudenken.
Außerdem genießt eine kleine, in Zukunft vielleicht doch größere Gruppe, an vier bis fünf Mittwochabenden pro Jahr mit Christoph Benke gemeinsam über verschiedene Themen nachzudenken und darüber zu sprechen. Auch die Messfeiern, die an diesen Abenden im kleinen Saal stattfinden, sind etwas Besonderes.
So wünschen wir Christoph Benke noch viele gute und gesunde Jahre und von Herzen alles Gute!
Was bedeutet das Gleichnis vom Sämann und der Saat, die auf unterschiedlichen Boden fällt, die ganz unterschiedlich Frucht bringt, für uns heute ganz konkret? Damit beschäftigte sich Dr. Johann Pock in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 15. Sonntag im Jahreskreis (12.07.2026).
Ein schönes Evangelium mitten im Sommer. Die Aussaat – und das Fruchtbringen. Schon lange gibt es bei uns keinen Sämann mehr – die Maschinen haben die Aufgabe übernommen. Ich erinnere mich aber noch, dass es in meiner Kindheit noch manchmal eine händische Aussaat auf kleinen Feldern gab.
Jesus bringt immer wieder Gleichnisse aus der Landwirtschaft oder vom Fischfang: Das kannten seine Zuhörer. Aber wozu? Bilder merkt man sich viel leichter.
Wie war denn die Situation damals?
Jesus schickt seine Jünger aus – und sie sind zum Teil frustriert. Viele Menschen wollen von diesem Jesus nichts hören. Sie werden abgewiesen, verlacht, vertrieben.
Und sie merken, dass nicht alle Menschen auf Jesus hören wollen. Wenn er wirklich der Sohn Gottes ist – müssten nicht alle auf ihn hören?
Und dann kommt das Gleichnis: Jesus ist darin der Sämann. Er verkündet sein Wort. Er sät die Botschaft aus. Und manches geht verloren, fällt zwischen die Dornen, etc. Und nur einige der Samen gehen auf – und diese bringen vielfache Frucht.
Damit entlastet er die Jünger: Sie sollen sich nicht auf die Misserfolge konzentrieren, sondern auf die Erfolge. Ihre Aufgabe ist die Aussaat, das Verkünden der Botschaft. Aber was davon Frucht bringt, liegt nicht an ihnen.
Wie ist die Situation heute:
Ich lese das Gleichnis als Entlastung für uns heute – in der Glaubensverkündigung, im Christsein. Denn wie viele sagen: Ich habe den Kindern versucht, Glauben weiterzugeben; ich habe sie in die Kirche mitgenommen; ich habe ihnen meine Werte weitergegeben … und doch machen wir die Erfahrung: Zunächst fällt vieles davon anscheinend in die Dornen, geht verloren, … und manche fragen sich dann: Habe ich was falsch gemacht? Hätte ich mehr tun sollen?
Vom Gleichnis her gilt auch hier: Es ist wichtig, dass wir Werte weitergeben – wie die goldene Regel: Was du nicht willst, dass man dir tut – das füge auch keinem anderen zu. Oder dass man als Kind einzelne Gebete lernt; einige biblische Geschichten und Texte gehört hat … Aber: Was davon aufgeht, liegt nicht in unseren Händen. Da schaut Gott selbst, was er mit jedem Menschen vorhat.
Manches aber fällt auf fruchtbaren Boden und bringt reiche Frucht: Vielleicht nicht sofort, vielleicht erst viele Jahre später, vielleicht ohne, dass man es merkt.
Und es ist eine Entlastung für mich selbst: Wie sehr hat sich Gott bemüht, hat mir Lebensmöglichkeiten, Fähigkeiten etc. gegeben – aber auch bei mir, bei uns selbst, ist nicht alles auf fruchtbaren Boden gefallen. Doch Gott bzw. Jesus ist zufrieden mit dem Wenigen, das letztlich gelingt und aufgeht – und meint, dass es vielfache Frucht bringt.
Das Vertrauen auf Gott bzw. auf Jesus – Sie sorgen für den Erfolg
Jesus hat darauf vertraut, dass nach seinem Tod und seiner Auferstehung die Jünger trotz ihrer Ängste nicht aufgeben; er hat sie mit dem Heiligen Geist unterstützt. Vieles ist seitdem aufgegangen an Frucht, manches war wohl auch Unkraut im Laufe von 2000 Jahren … so dürfen auch wir vertrauen, dass trotz so mancher Enttäuschungen vieles aufgeht. Dass gute Worte und gute Taten irgendwann ihre Wirkung zeigen.
Und vor allem: Jesus zeigt einen Gott, der nicht 100%-igen Erfolg von uns will – sondern sich freut über jedes einzelne Samenkorn, das bei uns Frucht bringt. Jesus jammert nicht über die verlorenen Chancen – sondern freut sich über das Gelungene. Ich finde, ein toller Ansatz für ein glückliches Leben!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/07/wachstum.jpg?ver=17872954569001600Johann Pockhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngJohann Pock2026-07-15 09:59:262026-08-10 11:38:56Die vielfache Frucht der wenigen Samen auf gutem Boden – Predigt