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Weil auch junge Menschen liebe Verstorbene haben: Tag der Erinnerung und Jugendmesse in Schönbrunn-Vorpark

Am 30. März 2025 erlebten 15 Jugendliche in Schönbrunn-Vorpark einen „Tag der Erinnerung“ mit anschließender Jugendmesse. Inspiriert waren wir vom Film „Coco – lebendiger als das Leben“.

Es ging uns darum, die schönen Erinnerungen an unsere lieben Verstorbenen zu feiern. Wir haben uns von der Geschichte „Coco“ berühren lassen.

So wie nach der mexikanische Tradition am „Día de los muertos“ Fotos der Toten aufgestellt werden, haben auch wir bunte Billette mit dem Namen und/oder Foto von lieben Verstorbenen gebastelt. Dabei öffneten wir den Raum, schöne Erinnerungen an unsere Lieben miteinander zu teilen. Danach haben wir gemeinsam gegessen, wobei die Billette stellvertretend für die lieben Verstorbenen mit auf dem Tisch standen.

Als Abschluss des Tags der Erinnerung feierten wir – auch mit vielen, die am Nachmittag nicht dabei sein konnten – die Jugendmesse. Auch hier hatten die lieben Verstorbenen und die Erinnerung an sie einen besonderen Platz. Wir brachten die Billette und Blumen als Symbol für Menschen, an die wir besonders denken, zum Altar. Hoffnungsvolle Lesungen über Jesus, unseren Hirten, und das Licht vieler Kerzen stärkte uns die Zuversicht, dass sie im Licht Gottes einen guten Platz haben, ja vielleicht sogar „Party mit ihm feiern“, zu der auch wir einmal geladen werden.

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Dankgottesdienst für alle Ehejubilare-Geburtstagskinder des Monats März, 30.03.2025

Mit Pfarrer Martin Rupprecht feierten zehn Ehepaare ihr Ehejubiläum. Die feierliche Messe wurde vom Kirchenchor musikalisch umrahmt.

Im Kinderwortgottesdienst wurde das Evangelium vom Barmherzigen Vater mit Figuren nachgespielt und die Kinder überlegten sich, wer für sie ein großes Herz hat. Nach der Messe waren alle zum Pfarrcafé eingeladen.

 

Familienmesse, 16.03.2025

Am letzten Sonntag feierte Herr Delegat Nikolaus Krasa eine Familienmesse zum Aktionstag Familienfasttag mit uns. In seiner Predigt nahm er Bezug auf die erste Lesung aus dem Buch Genesis und den darin beschriebenen Bund, den Gott mit seinem Volk schließt. Er wandte sich dabei insbesondere an die Kinder und führte sehr anschaulich zur Botschaft dieses besonderen Textes hin. Die Kinder zeigten sich beispielgebend als sehr konzentrierte Zuhörer:innen.

Der Gottesdienst wurde von unserer Instrumentalgruppe „Schönbrunn-Vorpark Philharmoniker“ (© Nikolaus Krasa) und Firmlingen mitgestaltet. Kerstin Schultes sprach in ihrem Meditationstext über Orte der Hoffnung, die uns Stütze geben können.

Im Anschluss an die Messe wurden im erweiterten Pfarrcafé wunderbare Suppen für den kfb-Aktionstag aufgetischt. Impulse zum Thema „Nachhaltig mobil in unserem Alltag“ gab Thomas Bogner. Auch für Kinder war wieder ein Zeichnen- und Bastelprogramm vorbereitet.

Ein herzlicher Dank der Eine-Welt-Gruppe an alle Köchinnen, die eine Suppe gespendet haben, und an die vielen, die mitgewirkt haben, sowie allen Spender:innen zum Aktionstag!

Der Betrag von insgesamt 575 Euro kommt dem Partner:innen der Katholischen Frauenbewegung in Sercoldes in Kolumbien zugute. Damit werden heuer unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Klimagerechtigkeit“ Frauen unterstützt, die sich unter anderem für den Schutz der Wälder vor Abholzung durch Erdölförderfirmen einsetzen.

Abraham

Dr. Nikolaus KrasaIm Rahmen eines Familiengottesdienstes am 2. Fastensonntag (16.03.2025) wandte sich Delegat Dr. Nikolaus Krasa in seiner Predigt vorrangig an die Kinder. Er ging dabei auf die 1. Lesung aus dem Buch Genesis (15,5 -12.17-18) ein, in der von der Zusage Gottes an Abraham berichtet wird.


Wer ist Abra(ha)m? Alter Mann, keine Kinder, kein Zuhause.  Erinnerung an den Beginn des Credo vom vergangenen Sonntag: Ein heimatloser, eigentlich dem Untergang geweihter Aramäer war mein Vater.

Was verspricht Gott dem Abraham? Nachkommen und Kinder (übrigens nicht zum ersten Mal).

Und dann passiert ein seltsames Ritual: Er teilt Tiere und legt die beiden Hälften auf den Boden.

Worum geht es dabei? Es ist ein altes Bundesritual. Zwei, die einen Bund miteinander schließen, töten Tiere, gehen zwischen den Tierhälften durch, und das Zeichen bedeutet: Wenn ich mich nicht an den Bund halte, soll es mir gehen wie den Tieren, dann bin ich tot. Oder positiv formuliert: Ich stehe mit meinem Leben für den Bund ein. Es ist mir – wie wir ja auch sagen – todernst damit.

Wie geht unsere Geschichte weiter? Geht Abraham zwischen den geteilten Tierhälften durch? Nein, aber ein rauchender Ofen und ein Feuer, das ist wohl ein Bild für Gott. Also: Gott comitted sich, steht mit seinem Leben für das ein, was er dem Abraham verspricht. Eine Zukunft, ein Leben mit Sinn, ein Leben in Fülle.

Darum geht es in der Fastenzeit. Gott steht mit seinem Leben dafür ein, dass dein Leben Zukunft, Sinn hat. In Jesus geht er dafür ans Kreuz und in den Tod. Dem nachzuspüren in unserem Leben wäre der Sinn dieser Fastenzeit… dem Gott, der sagt: ‚Gib dem Baum noch eine Chance.‘, dem Gott, der dem verlorenen Sohn entgegenläuft und ihn umarmt, dem Gott, der zur Ehebrecherin sagt: ‚Auch ich verurteile Dich nicht…‘

Ein kurzer Nachsatz. Ein tiefer Schlaf fällt auf Abraham, sagt die Lesung; das ist dasselbe Wort, das am Beginn der Genesis für die Erschaffung Evas aus der Rippe des Adam verwendet wird. Die Erfahrung, dass Gott für dich in den Tod geht, verwandelt das Leben Abrahams, verwandelt dein Leben in der Taufe und danach.

 

Auch Jesus wurde versucht

Dr. Hans PockWelchen Versuchungen wurde Jesus ausgesetzt und wie ist er damit umgegangen? Was bedeutet das für uns? Mit diesen Fragen setzte sich Univ. Prof. Dr. Johann Pock in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 1. Fastensonntag (09.03.2025) auseinander.


40 Tage der Fastenzeit liegen vor uns – sie orientieren sich an den 40 Tagen, die Jesus vor seinem öffentlichen Wirken in der Wüste zugebracht hat. Dorthin hat ihn der Geist Gottes geführt. Es waren für Jesus 40 Tage der Besinnung darüber, wie er seinen Auftrag ausführen wird; wie er den Menschen die Botschaft von Gott künden wird. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn am Ende dieser 40 Tage Einsamkeit von Versuchungen Jesu die Rede ist.

Versuchungen gehören zum Leben eines Menschen: Es ist der Blick auf das, was wir nicht haben; was wir gerne hätten; es ist der Anreiz des Neuen, des Ersehnten. Wie sehen aber die Versuchungen Jesu aus? Und was können Sie heute bedeuten?

Darin geht es zuerst darum, dass Jesus falsche Vorstellungen seines Messias-Wirkens auf der Erde abwehrt. Er will nicht mit Zauberei und Magie wirken, sondern durch sein Leben und seine Worte die Herzen der Menschen erreichen.

  1. Versuchung: Irdisches den höheren Zielen vorziehen

Der Versucher trifft Jesus genau an dem Punkt: Soll er nicht seine Macht einsetzen, um seinen Hunger zu stillen; um satt zu werden? Aber Jesus sagt als Antwort auf den Versucher: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.“ (Mt 4,4)

Es ist eigentlich auch der Vorwurf, den Jesus immer wieder hören muss, auch heute noch: Warum heilt er nicht alle Kranken? Warum gibt er nicht allen etwas zu essen?

Die Antwort Jesu ist: Er ist nicht gesandt, um die Menschen von ihren irdischen Bedürfnissen zu heilen – sondern grundsätzlich vom ewigen Tod zu befreien. Hätte er damals nur einigen Menschen Nahrung verschafft – es würde heute keiner mehr von ihm reden. Der Hunger der Menschen ist aber ein viel tieferer: Es ist der Hunger nach Sinn im Leben! Es ist der Hunger nach Beziehung und Angenommensein.

 – und nicht von ungefähr spricht Jesus von sich selbst als dem wahren Brot, das letztlich den eigentlichen Hunger der Menschen stillen kann: den Hunger nach Sinn, nach Leben, nach Liebe.

 

  1. Versuchung: Frage der Macht

Der Teufel, der Versucher, zeigt Jesus alle „Macht und Herrlichkeit“ der Welt – es sind genau die Worte, die wir als Schlussformel des Vater-unser in den Mund nehmen.

Und ist die Versuchung nicht groß, auch heute noch? – Könnten wir Christen, wenn wir die Macht hätten, wenn wir an den Schaltstellen der Macht, der Politik sitzen würden – könnten wir nicht die Gesellschaft, die Welt besser verändern als nur durch die „Macht von unten“?

Aber Jesus verwirft dieses Konzept. Denn es ist ein Konzept, das in dem Schema von oben und unten denkt; von Mächtigen und Unterdrückten. Die Macht Jesu, mit der er der „Herr der Welt“ ist, ist die Ohnmacht am Kreuz.

Nicht umsonst schickt er seine Jünger ohne Beutel und Stab aus – seine Autorität ist die Macht des Ohn­mächtigen. Nicht von oben herab möchte er zu den Menschen sprechen, sondern als einer von ihnen, als einer, der mit den Menschen mitleidet, mit hofft, mit Angst hat, mit lachen und weinen kann. Jesus wehrt die Versuchung ab, durch Macht Gottes Botschaft den Menschen zu künden.

Er möchte den Menschen den Glauben an Gott nicht überstülpen, sondern sie durch sein Leben und seine Worte überzeugen. Dies ist sicher ein langsamerer, ein mühsamerer Weg – aber es ist der Weg, der uns Menschen ernst nimmt; der uns unsere Entscheidung nicht abnimmt; der uns die Möglichkeit gibt, uns frei für Gott zu entscheiden.

 

  1. Versuchung: Ruhm

Die 3. Versuchung stellt Jesus auf den Tempel; er soll mit einer Demonstration seiner Macht die Menschen an sich ziehen, indem er Gottes Hilfe ausnützt. Aber auch hier unterliegt Jesus der Versuchung nicht: Jesus wählt nicht die Variante des schnellen Erfolges; des „Superman“, der mit einem Handstreich die Massen an sich zieht.

Jesus wählt vielmehr die „Fußgängervariante“: Er wandert von Dorf zu Dorf und versucht die Leute durch sein einfaches Leben und sein Wort für Gott zu gewinnen. Er kann warten, bis sich Gottes Größe in seiner Schwachheit offenbart. Dadurch aber hält er auch die menschlichen Grenzen ein: Denn auch uns wäre es oft lieber, in Superman-Manier manche Dinge zu erledigen, als in mühsamer Kleinarbeit und in kleinen Schritten etwas zu erreichen. Und doch ist gerade das langsam und mit Bedacht Gewachsene dasjenige, das wirklich Bestand hat. Jesus nimmt so den Alltag von uns Menschen ernst – und gleichzeitig stellt er auch Gott nicht auf die Probe.

Was aber hält Jesus in diesen Versuchungen? Es ist sein Glaube, der Glaube an Gott, der sein Vater ist. Es ist der Glaube, wie ihn in der 1. Lesung das Volk Israel formuliert: Der Glaube an den Gott, der das Volk durch alle Nöte geführt hat; der es aus der Bedrängnis, aus der Gefangenschaft Ägyp­tens befreit hat. Es ist nicht ein Gott, der sein Volk vor jeder Not bewahrte – aber er hat dem Volk in der Not geholfen.

Er erweist sich hier auch pädagogisch als sehr guter Vater: Er schirmt seine Kinder nicht vor jeder Gefahr ab; die Menschen müssen eben auch wie Kinder manchmal die Erfahrung machen, dass sie sich irgendwo verbrennen, um Gott dann wirklich zu glauben; aber er hält seinen schützenden Arm immer um uns, um sein Volk, dass es nicht verloren geht.

Wir beten im Vaterunser immer wieder: „Führe uns nicht in Versuchung.“ – Wir könnten auch beten: „Lass uns in der Versuchung nicht fallen“; d.h. stärke uns; stehe uns bei, wenn wir versucht werden. Jesus überwindet die widergöttlichen, die teuflischen Mächte, die Versuchungen – im Glauben an Gott.

Fastenzeit ist eine Zeit der Besinnung darauf, was uns wirklich im Leben trägt. Das, was unser Leben tragen kann und soll, sind die kleinen Schritte des Alltags. Bischof Weber (Steiermark) sprach immer wieder vom „Kleingeld“, das wir dazu brauchen. Die kleinen Münzen des alltäglichen Glaubens und Lebens, sie lassen unseren Weg auf Gott hin gehen.

Gott greift nicht mit großen Wundern ein – aber in den kleinen Geschehnissen des Alltags. Und genau da können wir Gott begegnen. Die Fastenzeit kann uns dazu eine gute Hilfestellung bieten.