Mit der Frage, woher Jesus seine Menschenkenntnis hat und wie sich diese entwickelt hat, beschäftigte sich Dr. Christoph Benke in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark am 4. Sonntag der Osterzeit (11.05.2025).
Manchmal sagen wir von jemandem: ‚Er hat eine gute Menschenkenntnis.‘ Das ist jemand, der ohne Vorurteil einen anderen Menschen gut einschätzen kann, obwohl man einander vielleicht noch nicht lange kennt. Menschenkenntnis kommt aus einer gewissen Lebenserfahrung. Auch Empathie und Intuition wird dabei sein.
Woher hat Jesus, der Auferstandene, seine Menschenkenntnis? Es heißt ja: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. (V 27)
Jesus lebte von Beginn an unter Menschen. Währenddessen hat er mit Menschen Erfahrungen gemacht. Schon damals hieß es: Er wusste, was im Menschen ist (Joh 2,25). Gleich zu Beginn erfuhr er Ablehnung. Später da und dort Zuspruch. Dieser Zuspruch vonseiten vieler führte Jesus in den Konflikt mit den Verantwortlichen. Der Konflikt endete tödlich. Und dies, also sein Leiden und sein Sterben, ist wichtig für seine Menschenkenntnis. Jetzt, aus der Sicht von Ostern, also nach seinem Hinübergang zum Vater, hat sich seine Menschenkenntnis noch einmal vertieft. Denn der, der sagt Meine Schafe hören auf meine Stimme, ist selbst gezeichnet – ein verwundetes Lamm. Der Auferstandene trägt die Wundmale. Das Leid machte Jesus nicht bitter – im Gegenteil, noch empathischer mit allen, die so wie er verwundet wurden und verwundet sind, wodurch auch immer. Wohl deshalb heißt es in der Lesung: Das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird die Bedrängten weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. (Offb 7,17)
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/05/viele-Menschen-6545894_1920.jpg10871611Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2025-05-13 07:14:432025-09-16 13:39:20Jesu Menschenkenntnis
Gestern haben die 133 wahlberechtigten Kardinäle den 69-jährigen Robert Francis Prevost zum 267. Papst der römisch-katholischen Kirche gewählt. Er hat den Namen Leo angenommen und begrüßte die begeisterte Menge am Petersplatz mit „Der Friede sei mit Euch!“, um dann noch u.a. mit „Das Böse wird nie siegen.“ fortzusetzen.
Der gebürtige US-Amerikaner und neue Pontifex steht vor großen Herausforderungen und es wird sich zeigen, in welche Richtung er unsere Kirche führen wird.
Beten wir für den Heiligen Vater, dass er ein guter Papst, ein Papa buono, wird.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/05/Papst-Leo-XIV-Habemus-Papam.jpg?ver=17482421389001600Erwin Gruberhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngErwin Gruber2025-05-09 11:38:072026-01-19 08:10:01Habemus Papam – wir haben einen Papst!
Unter diesem Motto stand die Messe mit der Segnung von Fahrrädern und anderen muskelkraftbetriebenen Fahrzeugen in unserer Pfarre.
Geplant war, wie schon im vergangenen Jahr, eine Feier bei uns im Park, um auch die Sichtbarkeit unsrer Pfarrgemeinde und unserer Anliegen als „Eine Welt Gruppe“ zu stärken. Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt und so wurde die Messe kurzfristig in die Kirche verlegt, aber vielleicht hat auch das, Symbolcharakter. Denn wenn es darum geht, auf die Verantwortung für unsere Schöpfung, auf einen anderen Umgang mit unseren Ressourcen aufmerksam zu machen und sich gegen die Klimakrise einzusetzen, brauchen wir einen langen Atem und Flexibilität.
Und so wurde es, wenn auch anders als geplant, ein schöner Gottesdienst gemeinsam mit Delegat Nikolaus Krasa, der unter anderem auch ein begeisterter Fahrradfahrer ist. Im Anschluss an die hl. Messe wurden die mitgebrachten Fahrzeuge im Innenhof gesegnet und nachher noch im Pfarrcafé gemütlich geplaudert und Buttons mit unserem Symbol hergestellt.
Und so freuen wir uns jetzt schon auf unsere nächsten Aktionen und die Fahrradsegnung im nächsten Jahr!
Eure „Eine Welt Gruppe“
Danksagung bei unserem Gottesdienst
Vielleicht spürst du es, wenn du die Sonne siehst und ihre Wärme spürst?
Vielleicht spürst du es in einer klaren Nacht, wenn du Mond und Sterne siehst?
Vielleicht spürst du es, wenn du den Wind fühlst und die Tropfen des Regens?
Vielleicht spürst du es, wenn du in der Natur unterwegs bist, den Duft des Waldes riechst, in klarem Wasser schwimmst oder in die Pedale trittst?
Vielleicht spürst du es, wenn du mit Menschen, die dir Freundin und Freund sind, um einen Tisch sitzt und das gemeinsame Essen nicht nur deinen Körper, sondern auch deine Seele nährt?
Vielleicht spürst du es, wenn du die, die du liebst in die Arme nimmst?
Vielleicht spürst du es in diesen 50 Tagen der österlichen Freude?
Vielleicht spürst du dann die Liebe Gottes, die dich berührt und dir das Leben schenkt und Freude in Fülle!
Dir, guter Gott, sei gedankt, mit allem, was du uns spüren lässt.
Kerstin Schultes
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/05/SV-Fahrradsegnung-2025.jpg9071872Andrea Kainzhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngAndrea Kainz2025-05-05 10:57:582025-09-16 13:37:29Familienmesse mit Segnung aller muskelkraftbetriebenen Fahrzeuge, 04.05.2025
Eine blühende Blume… ,,,im bunten Strauß des Kulturangebots im 15. Bezirk…
… das ist die jede stattfindende Theateraufführung der Laienschauspielgruppe BUNTERLEI unsrer Pfarre!
Seit vielen Jahren verwandelt sich unser Pfarrsaal einmal im Jahr in einen Theatersaal, mit allem, was dazu gehört.
Wunderbaren Schauspieler*innen, einem Stück, das zum Lachen bringt, kulinarischen Köstlichkeiten in der Pause und dem Gefühl, dass hier sind viele Menschen mit Herz und Freude am Tun.
Heuer wurde das Stück „Neurosige Zeiten“ gespielt, das Ensemble setzte sich wie schon in den vergangenen Jahren aus Nachwuchshoffnungen und erfahrenen Mim*innen zusammen, die gemeinsam 1,5 humorvolle Stunden für das Publikum auf die Bühne brachten. Und auch in Sachen Regie, Ausstattung und Bühnenbild dürfen wir den Vergleich mit professionellen Bühnen nicht scheuen!
Die Einnahmen kommen auch dieses Jahr Projekten der Pfarrcaritas unsrer Pfarre zu Gute.
Und so freuen wir uns jetzt schon auf das kommende Jahr, wenn sich unser Pfarrsaal wieder eine Bühne verwandelt und wir wieder einen wertvollen Beitrag zum Kulturangebot unseres Bezirks beitragen dürfen!
Und wieder einmal „Geburtstagsmesse“, diesmal am Weißen Sonntag für alle, die im April ihren Geburtstag begehen.
Wie immer wurde eine Kerze angezündet und am Ende des Gottesdienstes ein Einzelsegen empfangen. Nach der Hl. Messe konnten wir bei einem tollen Pfarrcafe noch weiter feiern.
Am Freitag, 25. April 2025 fand die 15. Romaria, der Solidaritätsweg mit und für Geflüchtete, in Wien-Liesing statt.
Gemeinsam mit vielen Menschen aus den Mitgliedspfarren von NETZWERK-ASYL haben wir dem strömenden Regen getrotzt und ein Zeichen für eine kirchliche, gesellschaftliche und politische Praxis gesetzt, in der die Menschenrechte und die Würde der zu uns geflüchteten Menschen geachtet werden.
Die Berichte von Petar Rosandic und Herbert Langthaler über menschenunwürdige Zustände, auch in Österreich, sind uns sehr nahe gegangen. Die Berichte von afghanischen und syrischen Menschen, die 2015 nach Österreich kamen und vorbildlich integriert sind sowie der Bericht über das Engagement des Erzbischofs von Rijeka geben dagegen viel Grund für Mut und Zuversicht! Georg Fuchs
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Ein weiterer Bericht:
Am Freitag, den 25. April traf sich bei strömendem Regen eine bunt gemischte, fröhliche Gruppe von ca. 50 Personen vor der Liesinger Pfarrkirche. Der laute Trommelrhythmus der zwei senegalesischen Musiker machte es unmöglich, den Startpunkt zu verpassen. Nach einer herzlichen Begrüßung in der Kirche durch Dechant Bernhard Pokorny und einer Erklärung von Pero (SOS Balkanroute) über die Situation der Geflüchteten in Bosnien gingen wir an der Arbeiterkammer vorbei zum Liesinger Platz. Dort erzählte uns Herbert Langthaler (früher in der Asylkoordination Österreich tätig, heute Journalist von „asyl aktuell“) über die Schwierigkeiten Geflüchteter, Arbeit zu finden und über ihre Versuche, lieber Hilfsarbeiten zu leisten für schlechtes Geld, als eine Ausbildung zu machen, weil sie da nicht verdienen. Auf einem Balancegerät konnten Mutige symbolisch ausprobieren, wie unsicher so eine prekäre Situation ist. Andere reichten ihnen symbolisch die Hand.
Durch die Dirmhirngasse ging es weiter zur Evangelischen Kirche, wo es einen kurzen Zwischenstopp gab, bevor wir durch die Fußgängerzone Mehlführergasse und unter die Unterführung der S-Bahn Atzgersdorf zum ÖIF-Gebäude in der Lastenstraße 19 gelangten (hier gibt es Sprachkurse). Dort verbarg sich unter einer Plane eine Mauer aus Bananenkartons mit aufgeklebten Sprüchen in den verschiedensten Sprachen- vorne in einer fremden Sprache, hinten auf Deutsch. Ajub, der vor einigen Jahren auch hierher zugewandert ist, zeigte uns anschaulich auf, wie schwierig es ist, Deutsch zu lernen und wie es am einfachsten geht- durch Kontakt mit Einheimischen. Anschließend gelang es uns, aus der Mauer eine Brücke zu bauen, indem wir das Rätsel um die Fremdwörter auflösten. Singend gingen wir weiter, begleitet von der Gitarre, immer noch im Regen, bis zur letzten Station, der Erlöserkirche. Hier gab es eine Aktion mit Häferln: Wir schrieben auf Zetteln nette Willkommensgrüße für neu Zugezogene und steckten die Zettel in die Becher. Diese wurden von einer Mitarbeiterin der Caritas mitgenommen. Eine engagierte Caritasmitarbeiterin aus Altsimmering berichtete über das Organisieren von Wohnungen für Geflüchtete durch engagierte Pfarrmitglieder. Schließlich erzählte uns Hala, eine Sozialarbeiterin aus Syrien, die seit 10 Jahren in Österreich lebt, wie schwierig es für Geflüchtete ist, hier eine Wohnung zu finden und dass das Kostenverhältnis der Miete zum Einkommen viel zu hoch ist.
Danach war Zeit für Begegnungen bei der Agape im 1. Stock.
Danke Allen Helfern und Allen, die im Regen durchgehalten haben!
Dietlinde Alphart
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/04/DSC05352-scaled.jpg17072560Clemens Pollheimerhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngClemens Pollheimer2025-04-28 13:51:192025-06-02 08:45:1015. Romaria, der Solidaritätsweg mit und für Geflüchtete
Gründonnerstag, der Beginn der heiligen drei Tage. Abendmahlfeier für Kinder und Gottesdienst am Abend.
Am Karfreitag versammelten wir uns zur Feier vom Leiden und Sterben Christi. Die großen Fürbitten wurden von verschiedenen Frauen und Männern gesungen, auch zwei Ministrantinnen waren dabei! Zur Kreuzverehrung wurden Blumen vor das große Kreuz gelegt.
Die Feier der Osternacht begann um 5:00 Uhr früh mit dem Entzünden des Osterfeuers und der Osterkerze. Lumen Christi, mit diesem Ruf wurde die Kerze in die dunkle Kirche getragen und ihr Licht verteilte sich langsam im Raum. Nach den Lesungen aus dem Alten Testament wurde es beim feierlichen Gloria wieder hell und beim großen Osterhalleluja war das Dunkel der Nacht überwunden. Bei der Anrufung der Heiligen waren alle eingeladen, ihre mitgebrachte Kerze am Licht der Osterkerze zu entzünden und dabei den eigenen Namenspatron anzurufen.
Nach der Eucharistiefeier gab es ein tolles Osterfrühstück im großen Saal, bei dem wir auch unserer Pastoralassistentin Petra zum Geburtstag ein Ständchen sangen.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/04/SV-Osterkerze-2025-1.jpg11351593Maria Kimmhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngMaria Kimm2025-04-24 16:44:162025-06-02 08:43:58Von Gründonnerstag bis zur Feier des Osterfestes 2025
Ausgehend vom Licht, das uns (er)leuchtet, werden uns in dieser Feier der Auferstehung viele gute Worte zugesagt, die uns leben lassen. Das führte Delegat Dr. Nikolaus Krasa in seiner Predigt bei der Auferstehungsfeier (20.04.2025) in Schönbrunn-Vorpark aus.
Was lässt mich leben? (Beginn als kurze Dialogpredigt mit den Kindern: Steine, leuchten, ohne Licht, nur dunkel und hässlich)
Was bringt unsere Augen, unser Leben zum Leuchten? Was macht mich von innen her froh? Vor allem dann, wenn unsere Augen nicht leuchten, weil das Leben mühsam ist, weil es zu viele schlechte Nachrichten gleichzeitig gibt, weil die große Weltgeschichte im Moment alles andere als lustig ist. Ein Geschenk, die Aussicht auf Urlaub, ein neuer Job, eine Gehaltserhöhung? Vielleicht ein bisschen, ich glaube aber mehr als alles andere ist das ein gutes Wort, jemand, der uns sagt: ‚Das hast du gut gemacht, ich schätze dich, du kannst etwas, ich habe dich lieb.‘ Was uns von innen her leuchten lässt, sind, so glaube ich, vor allem solche Worte.
Warum ich damit in der Osternacht anfange? Weil, so scheint mir, genau das in der letzten Stunde passiert ist. Wir sind viel zu früh aufgestanden, sind vielleicht noch müde und dann noch eine ordentliche Zeit im Dunkel gesessen. Und all das letztlich, um in uns solche Erfahrungen nochmals anklingen zu lassen. Das ist eben bei uns Menschen so, oft geht uns das innere Feuer verloren, leuchten unsere Augen nicht, sind wir müde angesichts der Last des Lebens. Na wunderbar, könnte man sagen, und das tun wir uns dann noch extra an? Christsein hat also offenbar doch auch etwas mit Masochismus zu tun. Wenn es bei der Erfahrung des Dunkels bliebe, ja, aber das tut es eben nicht. Christsein ist realistisch, ja, deshalb die Erfahrung des Dunkels. Aber: In diesem Dunkel bleiben wir nicht allein, in dieses Dunkel hinein haben wir in der vergangenen Stunde gute Worte gehört, Worte, die letztlich keine andere Funktion haben, als unser Inneres hell zu machen. Als unsere Augen, vielleicht sogar unser ganzes Leben leuchten zu lassen. Es wäre eine spannende Frage, was da bei ihnen noch nachklingt. Ich erzähle ihnen kurz meine Worte (wobei, ich gesteh’s, ich den Vorteil habe, mir das vorher schon gut angeschaut zu haben)… meine „Lichtworte“, die mich in dieser Nacht anleuchten, sodass ich von innen her leuchten kann…
Die erste Lesung, das finde ich, ist ganz einfach, fast schon repetitiv: Gott sah, dass es gut war… egal was ist, es ist gut, sogar sehr gut, Gott schaut auf mich, auf mein Dunkel, und er sagt zu mir: ‚Sehr gut, du bist mein Ebenbild, mein Bild und Gleichnis, wie wir es gehört haben, es ist gut, dass du bist.‘
Die zweite Lesung, eigentlich auch nicht so kompliziert. Wieder das Bild der Nacht, aber auch scheinbar unüberwindbare Hindernisse, Schwierigkeiten, Gegner (ob innere oder äußere, ganz egal). ‚Der Herr rettet mich.‘, könnte ein Wort aus diesem Text sein, er handelt, wie es wenig später im Text heißt, mit mächtigem Arm. Er sagt also nicht nur: ‚Gut, dass du da bist.‘, und kümmert sich nicht weiter um mich, er bahnt mir einen Weg durch die Nacht, durch die Schwierigkeiten.
Die dritte Lesung, ganz leicht, die war voll mit Worten, die uns leben lassen (können). ‚Der Herr, der dich schon gerufen hat, vergisst dich nicht, im Gegenteil: „mit ewiger, Huld habe ich mich deiner erbarmt“.‘ – eigentlich ist das mein Lieblingssatz, vielleicht in eine etwas modernere Sprache gebracht: ‚Ich habe nie aufgehört, dich liebzuhaben (auch wenn du das vielleicht nicht immer gespürt hast).‘
Und die vierte Lesung? „Er hat den Weg der Erkenntnis erkundet, sie Jakob seinem Diener verliehen, Israel, seinem Liebling“, ich Jakob, sein Diener, bin Liebling Gottes (ein schon vertrautes Thema“, und das ist kein Zufall, da gibt es einen Weg der Erkenntnis, vielleicht besser, der Beziehung, der liebenden Beziehung zu ihm…
Jetzt könnte man einwenden, schöne Worte, aber wo bleiben die Taten, das eine ist, vom Licht zu reden, das andere ist, das Licht anzudrehen. Und genau davon, das ist das letzte Wort, das ich ansprechen möchte, das uns in dieser Nacht aufleben lassen könnte, das unsere Augen leuchten lassen könnte, die Epistel. Christus ist auferstanden. In ihm wird der Weg der großen Worte konkret: Gott sagt zu ihm; es ist sehr gut, dass du bist, Gott führt ihn durch das Meer des Todes, weil Gott nicht aufhört, ihn zu lieben, weil er zu ihm als dem Sohn eine ganz enge, liebevolle Beziehung hat, die stärker ist als der Tod. Aber die Epistel sagt noch mehr: nicht nur in Jesus wird der Weg der Worte, die uns leben lassen, konkret, wenn wir durch die Taufe mit ihm verbunden sind, auch in uns, wir leben mit ihm.
Die Welt trauert um Papst Franziskus, der gestern – 88-jährig – „ins Haus des Vaters zurückgekehrt ist“. 12 Jahre dauerte sein Pontifikat. Er war das erste Oberhaupt der Katholischen Kirche aus Argentinien, der erst Jesuit auf dem Stuhl Petri und der erste Papst, der den Namen Franziskus angenommen hat.
Über sein Wirken und Leben haben und werden die Medien umfassend berichten. Wir werden ihn als Pontifex „vom anderen Ende der Welt“ in Erinnerung behalten und dass er an die Grenzen der Gesellschaft gegangen ist. Er war Volkspapst, aber nie Kirchenfürst.
Danken wir dem lieben Gott für Jorge Bergoglio und bitten wir ihn um einen würdigen Nachfolger.
Adios Papa Francisco!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/04/Papst-Franziskus-e1745397085201.jpg9001600Erwin Gruberhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngErwin Gruber2025-04-22 08:34:542025-04-23 16:45:21Der Papst ist tot
Über die unterschiedlichen Arten, das Kreuz darzustellen, sprach Delegat Dr. Nikolaus Krasa in seiner Predigt am Karfreitag (18.04.2025) in Schönbrunn-Vorpark. Was bedeutet das für Jesus und was bedeutet es für uns.
Bleiben wir bei den bunten Steinen, bei dem, was uns leben lässt. Karfreitag und Petras bunte Steine. Karfreitag und die Steine, die wir am Palmsonntag auf das Tuch gelegt haben. Der Zusammenhang ist einfach und ikonographisch. Sie wissen vermutlich, dass die ältesten Kreuzesdarstellungen (abgesehen von einer Karikatur, die jemand in die Wand einer Katakombe geritzt hat, vermutlich um sich über Christen lustig zu machen), keinen Korpus, keinen Christus zeigen, sondern aus Gold oder Silber gefertigt und oft mit Edelsteinen bedeckt sind. Als später auch Darstellungen des Gekreuzigten dazu kamen, waren das Bilder von jemandem, der ruhig am Kreuz steht, manchmal in der Romanik auch mit einer Krone auf dem Haupt. Erst später, in der Gotik, entwickelt sich jene Darstellung Christi am Kreuz, die uns vertraut ist, der vor Schmerzen gekrümmte Leidensmann. Ganz stark geprägt durch Franz von Assisi hat sie die – würden wir heute sagen – Spiritualität geändert. Jetzt geht es darum, sich möglichst lebensnah in die Situation hineinzuspüren. Egal ob Krippe oder Kreuz, ich will mit meinen Gefühlen und Emotionen der jeweiligen Situation möglichst nahekommen…
Die bunten Steine auf den alten Kreuzen, die romanischen Darstellungen, auch die Darstellungen auf den Ikonen, letztlich auch unser Kreuz, das wir im Anschluss enthüllen werden, eröffnen eine andere Perspektive auf das Geschehen am Kreuz. Es ist die Perspektive, die unter den Evangelisten vor allem Johannes zeichnet. Und es ist kein Zufall, dass wir jedes Jahr am Karfreitag das Johannesevangelium hören (während am Palmsonntag die Passionsdarstellung wechselt, nach dem jeweiligen „Jahresregenten“ unter den Evangelisten). Diese Perspektive zeichnet sich im Johannesevangelium bereits in der langen Rede, die Jesus im Abendmahlssaal hält, nach der Fußwaschung und vor dem Gang auf den Ölberg, ab. Gleich nach dem gestrigen Evangelium heißt es da etwa: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Also das, was da passiert, ist für Johannes der herrlichste Moment im Leben Jesu. Der „Höhepunkt“ seines Wirkens; immer wieder spricht Johannes auch von der Erhöhung. Deshalb spricht auch nur im Johannesevangelium Jesus als letztes Wort das Wort „Es ist vollbracht“ – vor dem eben skizzierten Hintergrund also mehr als: ‚Endlich aus‘, eher: ‚Jetzt ist das bewusst angestrebte Ziel erreicht.‘
Warum Höhepunkt: weil hier unüberbietbar deutlich wird, dass die Beziehung zwischen Jesus und Gott durch nichts, nicht einmal durch den Tod zerstört werden kann. Die vertrauensvolle Einheit zwischen Jesus und Gott (auch ein großes Thema bei Johannes: Er ist im Vater, der Vater in ihm) hält auch im Tod stand. Und das heißt für uns, weil Jesus Mensch geworden ist, weil wir, wenn wir an ihn glauben in ihm sind (auch wieder Johannesevangelium), dass das auch für uns gilt. Die vertrauensvolle Einheit zwischen Mensch und Gott endet nicht durch den Tod, sondern wird im Tod bestärkt. In den kleinen Toden, denen wir in unserem Leben immer wieder begegnen, und im Tod am Ende unseres Lebens.