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Von Gründonnerstag bis zur Feier des Osterfestes 2025

Gründonnerstag, der Beginn der heiligen drei Tage. Abendmahlfeier für Kinder und Gottesdienst am Abend. 

Am Karfreitag versammelten wir uns zur Feier vom Leiden und Sterben Christi. Die großen Fürbitten wurden von verschiedenen Frauen und Männern gesungen, auch zwei Ministrantinnen waren dabei! Zur Kreuzverehrung wurden Blumen vor das große Kreuz gelegt.

Die Feier der Osternacht begann um 5:00 Uhr früh mit dem Entzünden des Osterfeuers und der Osterkerze. Lumen Christi, mit diesem Ruf wurde die Kerze in die dunkle Kirche getragen und ihr Licht verteilte sich langsam im Raum. Nach den Lesungen aus dem Alten Testament wurde es beim feierlichen Gloria wieder hell und beim großen Osterhalleluja war das Dunkel der Nacht überwunden. Bei der Anrufung der Heiligen waren alle eingeladen, ihre mitgebrachte Kerze am Licht der Osterkerze zu entzünden und dabei den eigenen Namenspatron anzurufen.

Nach der Eucharistiefeier gab es ein tolles Osterfrühstück im großen Saal, bei dem wir auch unserer Pastoralassistentin Petra zum Geburtstag ein Ständchen sangen.

Gute Worte

Dr. Nikolaus KrasaAusgehend vom Licht, das uns (er)leuchtet, werden uns in dieser Feier der Auferstehung viele gute Worte zugesagt, die uns leben lassen. Das führte Delegat Dr. Nikolaus Krasa in seiner Predigt bei der Auferstehungsfeier (20.04.2025) in Schönbrunn-Vorpark aus.


Was lässt mich leben? (Beginn als kurze Dialogpredigt mit den Kindern: Steine, leuchten, ohne Licht, nur dunkel und hässlich)

Was bringt unsere Augen, unser Leben zum Leuchten? Was macht mich von innen her froh? Vor allem dann, wenn unsere Augen nicht leuchten, weil das Leben mühsam ist, weil es zu viele schlechte Nachrichten gleichzeitig gibt, weil die große Weltgeschichte im Moment alles andere als lustig ist. Ein Geschenk, die Aussicht auf Urlaub, ein neuer Job, eine Gehaltserhöhung? Vielleicht ein bisschen, ich glaube aber mehr als alles andere ist das ein gutes Wort, jemand, der uns sagt: ‚Das hast du gut gemacht, ich schätze dich, du kannst etwas, ich habe dich lieb.‘ Was uns von innen her leuchten lässt, sind, so glaube ich, vor allem solche Worte. 

Warum ich damit in der Osternacht anfange? Weil, so scheint mir, genau das in der letzten Stunde passiert ist. Wir sind viel zu früh aufgestanden, sind vielleicht noch müde und dann noch eine ordentliche Zeit im Dunkel gesessen. Und all das letztlich, um in uns solche Erfahrungen nochmals anklingen zu lassen. Das ist eben bei uns Menschen so, oft geht uns das innere Feuer verloren, leuchten unsere Augen nicht, sind wir müde angesichts der Last des Lebens. Na wunderbar, könnte man sagen, und das tun wir uns dann noch extra an? Christsein hat also offenbar doch auch etwas mit Masochismus zu tun. Wenn es bei der Erfahrung des Dunkels bliebe, ja, aber das tut es eben nicht. Christsein ist realistisch, ja, deshalb die Erfahrung des Dunkels. Aber: In diesem Dunkel bleiben wir nicht allein, in dieses Dunkel hinein haben wir in der vergangenen Stunde gute Worte gehört, Worte, die letztlich keine andere Funktion haben, als unser Inneres hell zu machen. Als unsere Augen, vielleicht sogar unser ganzes Leben leuchten zu lassen. Es wäre eine spannende Frage, was da bei ihnen noch nachklingt. Ich erzähle ihnen kurz meine Worte (wobei, ich gesteh’s, ich den Vorteil habe, mir das vorher schon gut angeschaut zu haben)… meine „Lichtworte“, die mich in dieser Nacht anleuchten, sodass ich von innen her leuchten kann…

Die erste Lesung, das finde ich, ist ganz einfach, fast schon repetitiv: Gott sah, dass es gut war… egal was ist, es ist gut, sogar sehr gut, Gott schaut auf mich, auf mein Dunkel, und er sagt zu mir: ‚Sehr gut, du bist mein Ebenbild, mein Bild und Gleichnis, wie wir es gehört haben, es ist gut, dass du bist.‘

Die zweite Lesung, eigentlich auch nicht so kompliziert. Wieder das Bild der Nacht, aber auch scheinbar unüberwindbare Hindernisse, Schwierigkeiten, Gegner (ob innere oder äußere, ganz egal). ‚Der Herr rettet mich.‘, könnte ein Wort aus diesem Text sein, er handelt, wie es wenig später im Text heißt, mit mächtigem Arm. Er sagt also nicht nur: ‚Gut, dass du da bist.‘, und kümmert sich nicht weiter um mich, er bahnt mir einen Weg durch die Nacht, durch die Schwierigkeiten. 

Die dritte Lesung, ganz leicht, die war voll mit Worten, die uns leben lassen (können). ‚Der Herr, der dich schon gerufen hat, vergisst dich nicht, im Gegenteil: „mit ewiger, Huld habe ich mich deiner erbarmt“.‘ – eigentlich ist das mein Lieblingssatz, vielleicht in eine etwas modernere Sprache gebracht: ‚Ich habe nie aufgehört, dich liebzuhaben (auch wenn du das vielleicht nicht immer gespürt hast).‘ 

Und die vierte Lesung? „Er hat den Weg der Erkenntnis erkundet, sie Jakob seinem Diener verliehen, Israel, seinem Liebling“, ich Jakob, sein Diener, bin Liebling Gottes (ein schon vertrautes Thema“, und das ist kein Zufall, da gibt es einen Weg der Erkenntnis, vielleicht besser, der Beziehung, der liebenden Beziehung zu ihm…

Jetzt könnte man einwenden, schöne Worte, aber wo bleiben die Taten, das eine ist, vom Licht zu reden, das andere ist, das Licht anzudrehen. Und genau davon, das ist das letzte Wort, das ich ansprechen möchte, das uns in dieser Nacht aufleben lassen könnte, das unsere Augen leuchten lassen könnte, die Epistel. Christus ist auferstanden. In ihm wird der Weg der großen Worte konkret: Gott sagt zu ihm; es ist sehr gut, dass du bist, Gott führt ihn durch das Meer des Todes, weil Gott nicht aufhört, ihn zu lieben, weil er zu ihm als dem Sohn eine ganz enge, liebevolle Beziehung hat, die stärker ist als der Tod. Aber die Epistel sagt noch mehr: nicht nur in Jesus wird der Weg der Worte, die uns leben lassen, konkret, wenn wir durch die Taufe mit ihm verbunden sind, auch in uns, wir leben mit ihm.

Der Papst ist tot

Die Welt trauert um Papst Franziskus, der gestern – 88-jährig – „ins Haus des Vaters zurückgekehrt ist“. 12 Jahre dauerte sein Pontifikat. Er war das erste Oberhaupt der Katholischen Kirche aus Argentinien, der erst Jesuit auf dem Stuhl Petri und der erste Papst, der den Namen Franziskus angenommen hat.

Über sein Wirken und Leben haben und werden die Medien umfassend berichten. Wir werden ihn als Pontifex „vom anderen Ende der Welt“ in Erinnerung behalten und dass er an die Grenzen der Gesellschaft gegangen ist. Er war Volkspapst, aber nie Kirchenfürst.

Danken wir dem lieben Gott für Jorge Bergoglio und bitten wir ihn um einen würdigen Nachfolger.

Adios Papa Francisco!

Unterschiedliche Kreuzesdarstellungen

Dr. Nikolaus KrasaÜber die unterschiedlichen Arten, das Kreuz darzustellen, sprach Delegat Dr. Nikolaus Krasa in seiner Predigt am Karfreitag (18.04.2025) in Schönbrunn-Vorpark. Was bedeutet das für Jesus und was bedeutet es für uns.


Bleiben wir bei den bunten Steinen, bei dem, was uns leben lässt. Karfreitag und Petras bunte Steine. Karfreitag und die Steine, die wir am Palmsonntag auf das Tuch gelegt haben. Der Zusammenhang ist einfach und ikonographisch. Sie wissen vermutlich, dass die ältesten Kreuzesdarstellungen (abgesehen von einer Karikatur, die jemand in die Wand einer Katakombe geritzt hat, vermutlich um sich über Christen lustig zu machen), keinen Korpus, keinen Christus zeigen, sondern aus Gold oder Silber gefertigt und oft mit Edelsteinen bedeckt sind. Als später auch Darstellungen des Gekreuzigten dazu kamen, waren das Bilder von jemandem, der ruhig am Kreuz steht, manchmal in der Romanik auch mit einer Krone auf dem Haupt. Erst später, in der Gotik, entwickelt sich jene Darstellung Christi am Kreuz, die uns vertraut ist, der vor Schmerzen gekrümmte Leidensmann. Ganz stark geprägt durch Franz von Assisi hat sie die – würden wir heute sagen – Spiritualität geändert. Jetzt geht es darum, sich möglichst lebensnah in die Situation hineinzuspüren. Egal ob Krippe oder Kreuz, ich will mit meinen Gefühlen und Emotionen der jeweiligen Situation möglichst nahekommen…

Die bunten Steine auf den alten Kreuzen, die romanischen Darstellungen, auch die Darstellungen auf den Ikonen, letztlich auch unser Kreuz, das wir im Anschluss enthüllen werden, eröffnen eine andere Perspektive auf das Geschehen am Kreuz. Es ist die Perspektive, die unter den Evangelisten vor allem Johannes zeichnet. Und es ist kein Zufall, dass wir jedes Jahr am Karfreitag das Johannesevangelium hören (während am Palmsonntag die Passionsdarstellung wechselt, nach dem jeweiligen „Jahresregenten“ unter den Evangelisten). Diese Perspektive zeichnet sich im Johannesevangelium bereits in der langen Rede, die Jesus im Abendmahlssaal hält, nach der Fußwaschung und vor dem Gang auf den Ölberg, ab. Gleich nach dem gestrigen Evangelium heißt es da etwa: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Also das, was da passiert, ist für Johannes der herrlichste Moment im Leben Jesu. Der „Höhepunkt“ seines Wirkens; immer wieder spricht Johannes auch von der Erhöhung. Deshalb spricht auch nur im Johannesevangelium Jesus als letztes Wort das Wort „Es ist vollbracht“ – vor dem eben skizzierten Hintergrund also mehr als: ‚Endlich aus‘, eher: ‚Jetzt ist das bewusst angestrebte Ziel erreicht.‘ 

Warum Höhepunkt: weil hier unüberbietbar deutlich wird, dass die Beziehung zwischen Jesus und Gott durch nichts, nicht einmal durch den Tod zerstört werden kann. Die vertrauensvolle Einheit zwischen Jesus und Gott (auch ein großes Thema bei Johannes: Er ist im Vater, der Vater in ihm) hält auch im Tod stand. Und das heißt für uns, weil Jesus Mensch geworden ist, weil wir, wenn wir an ihn glauben in ihm sind (auch wieder Johannesevangelium), dass das auch für uns gilt. Die vertrauensvolle Einheit zwischen Mensch und Gott endet nicht durch den Tod, sondern wird im Tod bestärkt. In den kleinen Toden, denen wir in unserem Leben immer wieder begegnen, und im Tod am Ende unseres Lebens.