mission statement – Predigt

Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, muss heutzutage ein mission statement aufweisen. Das mission statement ist ein Leitbild. Es erklärt kurz und prägnant den Zweck, die Ziele und die Grundsätze eines Unternehmens. Dort können alle nachlesen, welche Grundsätze die Planungen und Handlungen leiten – zur Orientierung für Mitarbeiter nach innen, zur Transparenz nach außen.
Viele Firmen oder NGOs wie das Rote Kreuz haben ein mission statement. Auch die Erzdiözese Wien hat ein Leitbild. Derzeit wird es überarbeitet. Es wird dann mission statement heißen. Ich habe dazu einen inhaltlichen Vorschlag: die Seligpreisungen der Bergpredigt. Sie sollten ganz am Anfang des Neuentwurfs stehen. Die Seligpreisungen sind der Kern der Verkündigung Jesu. Die Seligpreisungen sind so etwas wie das Evangelium im Evangelium.
Die Seligpreisungen drehen die Ordnung um. Das, was in den Augen vieler ganz unten ist, kommt hinauf; das, was nichts gilt, erhält ewige Anerkennung: Selig die Armen, selig die Barmherzigen. Die, die in den Augen der Welt blöd sind, weil sie nicht drein hauen, sondern sanftmütig sind – sie haben erkannt, worauf es ankommt. Diejenigen, die nicht auf Berechnung setzen und ohne Hintergedanken sind, die also ein reines Herz haben, sie werden Gott schauen.
Wir merken: Durch die Brille der Seligpreisungen der Welt und den Menschen zu begegnen, ist ein statement. Das ist mehr als ein Leitbild, das ist ein gänzlich anderes Weltbild. Das erfordert eine Entscheidung. Wir feiern heute die vielen, die sich vom Geist der Seligpreisungen leiten ließen. Der Geist Jesu stärke und ermutige uns zu, jeden Tag.

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