Alle Infos der Gemeinde Schönbrunn – Vorpark finden sich hier.

Wärmestube 2025/2026 und ein großes Anliegen

Die Wärmestube am Sonntag, den März 2026, die Letzte in der abgelaufenen Wintersaison, war wieder sehr gut besucht. Durch neu hinzugekommene MitarbeiterInnen konnten alle Arbeiten gestemmt werden, sodass auch gelegentlich Zeit blieb, auf den einen oder anderen Gast persönlich einzugehen. So war es möglich, eine betagte und hilfsbedürftige Dame sicher nach Hause zu begleiten. Eine große Hilfe war diesmal die Bereitstellung einer beträchtlichen Menge an Eintopf durch die HOLLEREI, sodass unsere Köchinnen und Köche diesmal etwas entlastet waren. Somit auch in die Hollergasse ein großes Vergelt’s Gott!

Nach der intensiven und engagierten Saison 2025/26 ist allen, die zum Gelingen beigetragen haben, ein großes Dankeschön auszusprechen! Auch die PfarrCaritas Wien möchte sich bedanken und ladet alle MitarbeiterInnen zum Wärmestuben-Dankesfest am 30. April um 17:00 Uhr ein. Die Feier findet diesmal im „Kirchenschiff“, dem neuen, innovativen Caritas-Projekt im 5. Bezirk, statt (Siebenbrunnfeldgasse 22–24, 1050 Wien). Bei Teilnahme bitte um Bekanntgabe an Georg zur notwendigen Online-Anmeldung.

Ein großes Anliegen an alle, denen eine gelingende Integration von AusländerInnen ein Anliegen ist und die sich mit Menschen, die unter dramatischen Verhältnissen nach Österreich gekommen sind, austauschen wollen: Die Ukrainerin Olga, die am vergangenen Sonntag in der Wärmestube als Mitarbeiterin mitgeholfen hat, hat sich mit folgender Bitte an uns gewandt: Sie ist seit 14 Monaten in Österreich und besucht einen Deutschkurs. Ihr fehlt aber eine Gesprächspartnerin, um das Gelernte auch zu üben. Bei gemeinsamen Unternehmungen oder bei einem gemütlichen Kaffee miteinander auf deutsch „plaudern“ – das wäre ein Geschenk für sie! Olga ist 45 alt und hat 2 erwachsene Kinder. Sie würde auch gerne ein Museum besuchen und sich freuen, über diese Möglichkeit ihr Deutsch zu verbessern. Bei Interesse an dieser Aufgabe, meldet euch bitte bei uns.

Petra Wasserbauer, Sonja Maron und Georg Fuchs für das Wärmestubenteam

 

5. Fastensonntag, 22.03.2026

Wir nähern uns mit Riesenschritten der Heiligen Woche und feierten mit Subregens Markus Muth die Hl. Messe am 5. Fastensonntag.

Wir eröffneten die Eucharistiefeier mit einem erweiterten Bußakt. Dann stand die beeindruckende und umfassende Schilderung der Auferweckung des Lazarus im Johannesevangelium im Mittelpunkt. Nach dem Schlusssegen stand Markus Muth für die Osterbeichte zur Verfügung.

Juliane mit ihrem Osterstandl bot mit tatkräftiger Unterstützung von Brigitte vor und nach dem Gottesdienst bereits zum 15. Mal selbstproduzierte Köstlichkeiten an. Auch die Wärmestube in Schönbrunn-Vorpark feierte ein Jubiläum und öffnete die Türen des Pfarrcafés und des großen Saales zum 20. Mal erneut und zum letzten Mal in der heurigen Wintersaison. Insgesamt 25 Helferinnen und Helfer unter der Leitung von Georg Fuchs betreuten in drei Schichten insgesamt rund 90 Gäste.

Danke für die österlichen Köstlichkeiten, danke für alle Bemühungen rund um die Wärmestube und ein aufrichtiges Vergelt’s Gott!

Der Weg und das Sehen – Predigt

Am 4. Fastensonntag (15.03.2026) schlug GV Dr. Nikolaus Krasa in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark die Brücke vom Aschermittwoch bis zu diesem Sonntag. Es geht um das Sehen – mich, die Welt, die Schöpfung – und den Weg, den ich – mit Gott – zurücklege.


Wie war das heute Morgen? Der erste Blick in den Badezimmerspiegel? Hab‘ ich mich wiedererkannt, angelächelt, ernst geschaut? Wie habe ich mich angeschaut und wie habe ich mich angeschaut (also das Ich vor dem Spiegel und das Ich im Spiegel)? Und das ist nicht unerheblich, dieses „Wie“ – wir alle wissen, was das mit uns macht, wenn uns jemand (und wenn das das Ich im Spiegel ist) anlächelt oder nur ernst oder gar verzweifelt anschaut…

Beginnen wir noch einmal von vorne. Da war vom Blick des Menschen auf die Welt die Rede, und vom Blick der Welt auf den Menschen. Und von einer unheilvollen Dynamik dieses Anschauen – Paulus hat sie die Dynamik der Sünde genannt. Und sie führte in der Geschichte, die wir damals, am ersten Fastensonntag, gehört haben, dazu, dass etwas mit dem Blick nicht mehr funktioniert: der Mensch kann sich selbst und seinen Mitmenschen und letztlich auch Gott nicht mehr anschauen

Die Gegengeschichte haben wir eine Woche später gehört. Sie hat von einem anderen Blick auf die Welt und einem anderen Blick der Welt auf uns erzählt. Einem – um den griechischen Begriff, der in dieser Geschichte verwendet wird, zu bemühen – einem verwandelnden oder verwandelten. Eine Schöpfung, die transparent wird auf Gott, die von Gott her zu leuchten beginnt. Und wenn Sie an die Ikone denken, die feofan grek gemalt hat: die auch die Jünger verwandelt. Ein Detail noch, klein aber entscheidend für das Verständnis des vergangenen Sonntags, dieses Sonntags und des kommenden Sonntags. Von zwei Verba war am Beginn der Verklärungs-, eigentlich besser Verwandlungsgeschichte die Rede, zwei Dinge, die Jesus tut. Er nimmt seine Jünger beiseite und führt sie auf einen hohen Berg, heißt es. Eigentlich wörtlich heißt der zweite Begriff: Er trägt sie auf einen hohen Berg. Kurz formuliert: auf den Verklärungsberg führt ein Weg hinauf, vermutlich nicht ganz einfach, anstrengend, aber: Jesus trägt dich hinauf. 

Wie soll man sich das vorstellen? Wie das passiert, erzählen die Evangelien des 3., 4. und 5. Fastensonntags. Übrigens: Jedes dieser Evangelien erzählt von einem Weg, auf dem Jesus eine entscheidende Rolle spielt (deshalb gehören sie auch zu den längsten Evangelien, die wir am Sonntag zu hören bekommen). Dieser Weg hat etwas mit dem Durst nach Leben zu tun, mit der Sehnsucht geliebt zu werden, und damit, dass die Beziehung zu Jesus diesen Durst nach Leben stillen kann. So am vergangenen Sonntag im Evangelium von der Samariterin zu hören. 

Wie trägt er uns heute hinauf? Wie schaut der Weg dieses Sonntags aus? Lange und komplex. Und eigentlich gar nicht nur ein Weg. Da ist einmal der offenkundige Weg des Blindgeborenen. Eigentlich ein doppelter Weg. Er wird sehend, aber bis er wirklich sehen kann, ist es ein langer Weg. Sehen kann er zunächst physisch ziemlich schnell, nachdem er sich den Teig, den Jesus ihm auf die Augen gelegt hat, abgewaschen hat. Bis er aber wirklich sieht, wer es ist, der ihn geheilt hat, bis er ihn sieht, besser als den sieht, der er ist, nämlich der „Herr“, also Gott (übrigens nicht viel anders als nach Ostern Thomas’ berühmtes Bekenntnis „Mein Herr und mein Gott“), ist es noch ein weiter, gar nicht so angenehmer Weg. Viele bohrende Fragen: Sag, wer war’s jetzt, und wo ist er, und wie ist das gegangen… Jesus trägt ihn ein Stück auf diesem Weg, er schenkt ihm Heilung, zunächst vordergründig, aber vielleicht noch mehr, er mutet ihm einen Weg zu, der zu einem tieferen, zu einem glaubenden Sehen führt. Zu einem Sehen, das die göttliche Dimension der Wirklichkeit wahrnimmt, das Verklärungslicht Gottes, das die Schöpfung in das zurückverwandelt, was sie eigentlich sein soll: Sehr gut. 

Da ist ein zweiter Weg. Es ist der Weg der Gegner Jesu, die hier – wie oft im vierten Evangelium – die Pharisäer, dann aber auch a-historisch meist einfach „die Juden“ heißen. Sie haben das Wunder gesehen (insofern sind sie dem Blindgeborenen eigentlich einen Schritt voraus). Und gleichzeitig wollen sie das eigentliche Wunder nicht sehen. Das Licht Gottes, das Jesus ausstrahlt. Und ähnlich wie bei Paulus am ersten Fastensonntag fällt hier das Wort „Sünde“. Sünde viel grundsätzlicher als: Ich habe das und das nicht gut getan, ich habe diesen oder jenen Fehler gemacht. Sünde heißt: Ich habe die Grundbotschaft der Schöpfung, belebt oder unbelebt, nicht wahrgenommen (wir werden das einmal ergänzt durch „sehr“ sieben Mal in der Osternacht hören): Es ist gut. Sünde heißt, diese Spur, die Gott ganz tief in seine Schöpfung eingegraben hat, nicht wahrnehmen zu können, damit sich selbst und den Mitmenschen nicht wahrnehmen zu können als den, der er ist, damit letztlich Gott nicht wahrnehmen zu können. 

Und wie nimmt er mich mit, auf diesen Weg? Zunächst indem er diesen Blick, dieses Sehen- Können in der Taufe in mich hineingelegt hat, mir die Augen geöffnet hat. Die Alte Kirche hat deshalb Taufe mit einem griechischen Wort fotismos, Erleuchtung, genannt. Bei Erwachsenen werden ganz am Beginn der Taufvorbereitung unter anderem deren Augen gesehen, damit sie, wie es im Ritus heißt, Christus sehen lernen. Und wenn ich schon getauft bin? Durch das Sakrament, das die Taufentscheidung in mir erneuert, die Beichte. Und als Vorbereitungsweg? Durch die drei Schritte, die uns der Aschermittwoch nahegebracht hat: Fasten, Gebet, Almosen.

 

Jugendmesse am 4. Fastensonntag – 15.03.2026

Unsere Jugendmesse im März wurde von unserer Pastoralassistentin Petra liebevoll vorbereitet.  Wir feierten sie mit Pfarrer Martin und Diakon Arpad in Schönbrunn-Vorpark. Es war, wie so oft, eine sehr stimmungsvolle Eucharistiefeier zum Ausklang des Wochenendes – oder zum Auftakt der Woche, die viele Schwerpunkte angeboten hat:

  • Die Freude des Laetare-Sonntags.
  • Die Lesung über die Erwählung von David in Wort und Bild.
  • Das Johannesevangelium über den Blindgeborenen, den Jesus heilt.
  • Die Geschichte, wie Pfarrer Martin den Weg nach Wien fand.
  • Das Betrachten des eigenen Spiegelbildes und die Frage, ob wir zur Halbzeit der österlichen Bußzeit schon bereit sind für das Osterfest.
  • Und natürlich die Begegnung mit Jesus Christus im Altarsakrament.

Für die großartige, musikalische Umrahmung sorgte unsere erweiterte Band mit Thomas und Bernhard (jeweils Gitarre und Gesang), Luis (Gitarre), Evi (Gesang), Xaver (Cajon) bzw. Hannah, Josefa, Paula und Ida (Backgroundsängerinnen).

Danke für alle Vorbereitungen und Umsetzungen. Die nächste Jugendmesse findet dann am So, 19. April um 18:00 Uhr in Neufünfhaus statt.

Abendmesse und Impulsabend mit Dr. Christoph Benke

Diesen Mittwoch wurde die Abendmesse wieder einmal im kleinen Saal gefeiert. Der Gottesdienst, den Dr. Christoph Benke mit und für uns gestaltete, ging schließlich in den nächsten Impulsabend rund um das Thema Eucharistie über. Abschließend endete alles mit einer einfachen Agape.

Der nächste Termin zu diesem Thema – wieder mit und nach der Abendmesse im kleinen Saal – ist dann am 06. Mai.

Familienfasttag: Lebendiges Wasser für unsere Gemeinde

Am 8. März – passend zum Internationaler Frauentag – wurde in unserer Gemeinde der Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfb) gefeiert. Die Gestaltung der Messe und des anschließenden Programms übernahm, wie auch schon in den letzten Jahren, die Eine-Welt-Gruppe – mit viel Herz, Engagement und inspirierenden Gedanken für Jung und Alt.

Im Mittelpunkt stand das Evangelium von Jesus und der Frau am Brunnen: Jesus bittet um Wasser und spricht zugleich von einem „lebendigen Wasser“, das Gott schenkt und das im Herzen zur Quelle des Lebens wird.

Daran knüpfte Kerstin Schultes mit einem kurzen Impuls an und lud alle Messbesucher:innen zum Mitdenken ein: Was könnte dieses „lebendige Wasser“ sein? Was nährt unsere Seele und lässt uns wirklich lebendig werden? In den Bänken verteilt lagen kleine Wassertropfen, auf die alle ihre Gedanken schreiben konnten. Die vielen Antworten wurden später im großen Saal gesammelt aufgehängt – eine bunte und berührende Sammlung persönlicher Quellen der Hoffnung.

Auch Priester Hans Pock griff diese Gedanken in seiner Predigt auf.

Nach der Messe und dem anschließenden Pfarrcafé ging es weiter mit einem Impulsvortrag von Linda Kreuzer zum Thema „Mit Spannungen leben“. Sie griff Gedanken aus ihrem Vortrag bei einer Familienfasttags-Veranstaltung im Parlament auf und sprach über das politische Engagement christlicher Frauen – besonders über Hildegard Burjan, Patronin unserer Pfarre. 

Ein gemeinsam gesungener Essenssegen läutete das Suppenessen ein und es wurde zur feierlich gedeckten Tafel geladen. Beim Fastensuppenessen kamen Jung und Alt miteinander ins Gespräch und ließen sich die köstlichen Suppen mit großem Appetit schmecken. Die gemeinsame Mahlzeit bot Raum für Begegnung und Austausch. Und wer den guten Geschmack noch mit nach Hause nehmen wollte, konnte sich auch eine Portion „Suppe to go“ mitnehmen.

Ein rundum gelungener Familienfasttag – mit guten Gesprächen, stärkender Gemeinschaft und vielen kleinen Tropfen „lebendigen Wassers“ für unsere Pfarrgemeinde.

Sonja Maron

 

Das Licht der Verklärung

Dr. Nikolaus KrasaIn seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark stellte GV Dr. Nikolaus Krasa am 2. Fastensonntag (01.03.2026) zunächst die Brücke zum Aschermittwoch (Christus widerspiegeln) und zum ersten Fastensonntag (Wie schaut mich die Welt an, und wie schaue ich sie an?) her. Dann stellte er anhand einer Ikone das besondere Licht der Verklärung, das die ganze Schöpfung erfasst, ins Zentrum.


Der vergangene Sonntag hat uns mit einer Frage auf den Weg durch die Woche geschickt: Wie schaut mich die Welt an, und wie schaue ich sie an? Auf die 1. Frage haben beide Bibelstellen, die erste Lesung (vom Sündenfall, wie wir das nennen) und das Evangelium (von der Versuchung Jesu) geantwortet: Sie schaut dich zumindest ambivalent an, sie schaut dich auch mit der Sprache der Schlange oder der des Versuchers an: Benütze sie, um dich groß, stark, mächtig zu machen, um für dich schnellen Gewinn daraus zu ziehen. Für den zweiten Teil der Frage haben wir zwei Antwortmöglichkeiten gesehen und die möglichen Konsequenzen aus dieser Antwort. Da war die Antwort des Menschen (ich erspare mir jetzt das Auseinanderdividieren von Adam und Eva, mache das ähnlich wie Paulus in der Römerbrieflesung, der einfach vom Adam, vom Menschen, spricht). Also die Antwort des Menschen, die zu dieser Stimme Ja sagt mit der Konsequenz, dass man sich letztlich nicht mehr anschauen kann (Adam und Eva bekleiden sich) bzw. auch von Gott nicht mehr ansehen lassen will. Die Klarheit des Spiegels wird getrübt (um das Bild zu verwenden, das wir mit den Kindern beim Aschenkreuz verwendet haben), und man sieht im Spiegel nichts mehr – man spiegelt nichts mehr wider – nicht mehr wie Paulus in 2 Kor 3, letzter Vers sagt: ‚Wir spiegeln mit enthülltem Antlitz die Herrlichkeit Christi wider.‘

Die andere Antwort, die Jesu, führt uns eigentlich schon ins heutige Evangelium. Sie erinnern sich an die Antworten Jesu: Es sind Bibelstellen, und in jeder dieser Bibelstellen wird Gott genannt: Gott gibt das Brot, er nährt, Gott soll man nicht versuchen, Gott soll man anbeten, er ist Fundament, auf ihn soll man ausgerichtet bleiben … Und damit sind wir eigentlich mitten im heutigen Evangelium gelandet. Geht das, wäre letztlich die Frage, die Wirklichkeit so anzusehen, wie Jesus das tut? Ist das nur ein frommer Wunsch, oder geht das, und was passiert dann?

Ich habe dazu eine Ikone mitgebracht, es ist jene, die, wie unschwer erkennbar, die heutige Evangelienperikope abbildet. Man erkennt die Berglandschaft, in der Mitte den verklärten Jesus, flankiert von Mose und Elia, vorne die drei Apostel, die, wie das heutige Evangelium sagt, und die, wie es sich in der Bibel bei Theophanien gehört, also wenn Gott sichtbar wird, niederfallen. Dieser Typ Ikonen kommt öfter vor, und wer sich in den vatikanischen Sammlungen vor die berühmte Darstellung dieser biblischen Szene durch Raffael Santi stellt, wird feststellen, dass sie im oberen Bildteil diese Szene ziemlich ähnlich wiedergibt. Der Typ kommt oft vor, mir geht es um diese Ikone, sie stammt von Theophanes, dem Griechen, in Russland auch Feofan Grek genannt. Er kam um 1370 nach Moskau und wird dort Lehrmeister einer der berühmtesten russischen Ikonenmalers, des (hl.) Andrej Rubljow. Und er malt diese spannende Szene und malt sie auf ganz besondere Art und Weise: mit ganz wenig Farbe, fast transparent und durchscheinend. So als wolle er darstellen: Am Verklärungsberg strahlt nicht nur Jesus durch ein besonderes Licht, auch die Schöpfung, ja sogar die mitgekommenen Apostel werden transparent, fast durchscheinend auf dieses besondere Licht. Oder, andere Metapher: Nicht nur Jesus, die ganze Welt leuchtet von der Herrlichkeit Gottes. Widerspiegelt sie, leuchtet in einem ganz besonderen Licht. Sie schaut die Schöpfung, die Welt, die Jünger am Verklärungsberg an. Um Alfred Delp, den Jesuiten, der von den Nazis hingerichtet wurde, zu zitieren: ‚Die Welt ist Gottes so voll.‘ Ja, weil sie von der Schöpfung an die Spuren Gottes trägt. Ja, weil in Jesus die neue Schöpfung sichtbar wird: Mensch und Gott vereint. Ja, weil dieser Neuanfang ausstrahlen soll, die ganze Schöpfung verwandeln – dass das bei uns in der Taufe grundgelegt ist, werden wir in der Osternacht in der Epistel hören und in der Tauferneuerung feiern.

Eine Beobachtung noch: Ein unscheinbares Detail, das aber entscheidend ist – die zwei Verba im ersten Satz des Evangeliums. Was tut Jesus mit seinen Jüngern? Er nimmt sie beiseite und dann – so die Einheitsübersetzung – bringt er sie auf einen hohen Berg. Das könnte man pointierter übersetzen. Im Griechischen steht dort: ἀναφέρει, und das heißt wörtlich: Er trägt sie hinauf. Der Weg zur Verwandlung (so heißt die Verklärung eigentlich auf Griechisch) ist mühsam, führt einen Berg hinauf. Aber auf diesen Berg hinauf gehst du nicht allein. Jesus trägt dich. Und wie er das tut, davon erzählen die Evangelien der drei kommenden Sonntage.

Geburtstagsmesse am 1. Fastensonntag, 22.02.2026

Die Eucharistiefeier am 1. Fastensonntag war auch gleichzeitig die Geburtstagsmesse für alle im Februar Geborenen. Sie leitete Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa, der durch Diakon Arthur unterstützt wurde.

Wie üblich entzündeten die „Geburtstagskinder“ am Beginn des Gottesdienstes eine Kerze und Nikolaus spendete ihnen am Ende jeweils einen Einzelsegen.

Mit den Feiern am Aschermittwoch und vom Sonntag sind wir mitten in der österlichen Bußzeit.

Ein Blick – Predigt

Dr. Nikolaus KrasaWie schauen wir andere an, wie werden wir angeschaut? Was sagen Blicke aus? Was spiegelt unser Gesicht wider? Und was hat das mit Adam, Eva und der Schlange sowie mit Jesus und dem Versucher zu tun? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa in Schönbrunn-Vorpark am 1. Fastensonntag (22.02.).


Ich entschuldige mich für den Beginn, vermutlich werden Sie sich beim Einstieg denken: Was hat das mit dem ersten Fastensonntag zu tun, und was hat das mit einem Gottesdienst zu tun? Trotzdem: Mir ist beim Vorbereiten dieser Predigt ein Liedtext eingefallen, den ich in meiner Jugend immer wieder gehört habe, nicht zu Hause (da gab’s nur Ö1), aber auf Schihütten, in Bussen … 1976 ist der Song herausgekommen und stammt angeblich von einem Herrn Ernst Neger. Der Text des Refrains lautet folgendermaßen:

Geh Oide, schau mi net so deppert an, heut bin i blau, was liegt scho dran

Kinder: Könnt ihr das: Deppert schauen? Und was passiert, wenn ihr einander deppert anschaut … also Hochdeutsch: dumm anschaut … Das macht etwas mit euch, wirkt jetzt eher lustig. Aber: Das kennen Sie vielleicht auch: Man ist nicht gut drauf, fährt in der U-Bahn, und da schaut einen jemand blöd an. Oder es gibt einen Konflikt, und der Konfliktpartner kommt einem mit dem Gesicht ganz nahe und grinst bewusst frech … ein Gesicht ist so etwas wie eine Visitenkarte, und bewirkt automatisch in mir etwas (den Mechanismus dahinter hat die Neurologie gut erklärt, es gibt eigene Neuronen im Gehirn, die für diesen Effekt zuständig sind, die sogenannten Spiegelneuronen). Eine weinende Person stimmt mich traurig, eine lachende macht mich fröhlich (außer – wenn man sagt: Ich mach zu und lass nichts mehr an mich heran.). 

Warum ich auf diesen Refrain komme – alle, die am vergangenen Aschermittwoch dabei waren (und sich noch erinnern können), wissen, dass es da ums „Widerspiegeln“ ging … ausgehend von einem kurzen Vers am Ende des 3. Kapitels des 2. Korintherbriefes: „Wir alle spiegeln mit enthülltem Antlitz die Herrlichkeit des Herrn wider …“

Das hat mich nicht nur zum Schlager aus den 70er Jahren gebracht, sondern zu einer vielleicht zuerst etwas abwegig klingenden Frage im Blick auf unsere Lesungen, vor allem die erste und das Evangelium. Denn in beiden geht es um Begegnung und Anschauen. Also: Wie schaut die Schlange die Frau an, und wie die Frau die Schlange? Ein verführerischer Blick, ein Blick voller Sehnsucht, die ja auch im Text der Schlange artikuliert wird. Sein wie Gott, Gut und Böse erkennen, mehr Macht, mehr Fähigkeiten, mehr Selbstständigkeit. Und dann, nachdem sie gegessen haben, die Bibel spricht sogar vielleicht auch von einem äußeren Gesichtseindruck, da gehen ihnen die Augen auf. Wie haben sie sich da angeschaut, als sie erkennen, dass sie nackt sind? Also etwas, das vorher völlig selbstverständlich war, das plötzlich nicht mehr ist; dass letztlich die Beziehung zu sich selbst und zueinander nicht mehr passt, man sich nicht mehr anschauen kann und letztlich auch die Beziehung zu Gott nicht mehr passt, man sich vor ihm versteckt. Und, könnte man den Faden weiterspinnen, dass, was Gott tut, aus Sorge nachgehen, als unangenehm verstanden wird und man sich versteckt, versucht, bewusst wegzuschauen, um nicht gesehen zu werden. Sich nicht mehr anschauen können in allen Beziehungsdimensionen, Gott, sich selbst, den oder die nächste, das ist letztlich Frucht, Ergebnis der Sünde, fasst Paulus das dann in theologischem Vokabular zusammen. Wir haben das am Aschermittwoch zu visualisieren versucht: Wir haben Spiegel mit Fett beschmiert, und während man sich vorher sehen konnte, ging das nachher nicht. 

Die Frage: Wie schaut jemand? Passt aber auch fürs heutige Evangelium. Wie schaut der Versucher Jesus, wie schaut Jesus den Versucher an? Der Versucher: wohl verführerisch, obwohl mehr Verführung vermutlich in der Stimme liegt: Mach das, und du wirst unermesslich mächtig, geliebt, stark sein. Wie schaut Jesus seinen Versucher an? Offenbar nicht mit jener Sehnsucht im Blick, die Eva hat; wahrscheinlich mit jener inneren Ruhe, die aus den drei Bibelstellen spricht, die er dem Verführer entgegen sagt. Ruhe, weil sie letztlich aus einer Erfahrung sprechen … das ist ja schon spannend. 

  1. Jesus wird wie Eva (und Adam) versucht. Das gehört offenbar zum Menschsein, vielleicht sogar zur Größe des Menschen. Wir sind nicht bloß festgelegte Maschinen, die auf einem wie immer gearteten Fließband unseren Teil der Arbeit verrichten. Die Größe des Menschen ist zu sagen: Ich will, oder ich will nicht, sich zum Fließband zu setzen oder nicht, zu nützen oder zu schaden …
  2. Jesus sagt nicht einfach „Nein“, oder „Ich will nicht“ im Blick auf die Versuchungen. Er antwortet mit Bibelstellen, und in jeder dieser Bibelstellen kommt Gott vor. Er gibt das Brot, ihn soll man nicht versuchen, ihm allein soll man dienen. 

Bleiben wir bei der Frage: Wie schaut der Versucher Jesus an? Verlockend: Du kannst alles, du kannst unendlich mächtig sein, du kannst Gott manipulieren und für deine Zwecke verwenden, du kannst machen … Wie schaut Jesus: Ganz ruhig, und letztlich schaut aus seinem Blick Gott. 

Wie schaut uns die Welt, wie schauen uns die Menschen um uns an? Was spricht aus unserem Blick? 

 

 

Aschermittwoch – Aschenkreuz und Spiegeln

Ein Vers aus dem 2. Korintherbrief – „Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.“ – stand im Mittelpunkt der Feiern zum Aschermittwoch in Schönbrunn-Vorpark.

Am Nachmittag wurden bei der Aschenkreuzfeier für Kinder und Jugendliche im Hof neben unserer Kirche Palmkätzchen aus dem Vorjahr verbrannt. Anschließend durften die „großen und kleinen Kinder“ Butter auf zwei Spiegeln so richtig verschmieren. Und dann passierte Unerwartetes: nachdem Generalvikar Nikolaus Krasa die o.a. Stelle aus der Bibel vorgelesen hatte, zeigte sich, dass sich die Spiegel mit Asche und Zeitungspapier komplett reinigen ließen. Es folgte die Segnung der Asche, die Spendung des Aschenkreuzes durch Petra und Nikolaus und das Verteilen von kleinen Spiegeln als Begleiter durch die Fastenzeit an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Feier. Das alles wiederholte sich beim abendlichen Gottesdienst in der Kirche, den ebenfalls Nikolaus Krasa mit uns feierte.

Erstmals gezeigt wurde auch das heurige Fastentuch von Max Rauch, das uns auch mit seinen Aussagen bis zum Karfreitag begleiten wird.

Uns allen eine besinnliche Fastenzeit!