Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut. (Gen 1,31)
So reagierte Gott – laut dem 1. Buch Mose – am Ende des 6. Tages der Schöpfung. Und etwas später lesen wir im Buch Genesis:
Gott, der Herr, nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden, damit er ihn bearbeite und hüte. (Gen 2,15)
Wenn wir heute auf unsere Welt schauen, sehen wir sehr viel Zerstörung und vieles, das nicht gut ist. Weder Achselzucken noch Verzweiflung sind in dieser Situation die richtigen Reaktionen. Der heurige Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung, der jedes Jahr am 1. September begangen wird, stand unter dem Motto: „Hoffe und handle mit der Schöpfung“.
Als gläubige Menschen, einzeln und in Gemeinschaft:
setzen wir uns daher für die Bewahrung der Schöpfung in allen Dimensionen ein und
danken wir zumindest einmal im Jahr für all das, was uns geschenkt wird.
Die aktuelle Hochwassersituation in Mitteleuropa führt uns besonders vor Augen, wie dringend ein sorgsamer Umgang mit unserer Schöpfung nötig ist.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/09/Blumenwiese.jpg9001600Hans Hacklhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngHans Hackl2024-09-15 23:59:362024-09-18 15:11:29Und siehe, es war sehr gut
Diesen Elan und Segen wünschen wir allen für das neue Arbeitsjahr
Sind Sie gut in das neue Arbeitsjahr gestartet? Hat für die Kinder die Schule bzw. der Kindergarten gut begonnen?
Oder kamen gleich in den ersten Wochen Dämpfer, sodass Sie lieber gleich wieder in den Urlaub fahren möchten?
Etliche Kinder und Erwachsene durften wir ja persönlich beim Start begleiten, bei unseren Gottesdiensten am 1. September, am Tag vor dem Schulbeginn. Und als wir die Kindergartenrucksäcke und Schultaschen gesegnet haben, hatten viele Kinder ein Leuchten in den Augen. Dabei hat unser Pfarrvikar Marek ein Wort gesagt, dass mich seither begleitet und das ich auch Ihnen mitgeben möchte:
„Gott begleite Euch mit seinem Segen, damit Ihr gut starten könnt, wie ein Flugzeug!“
Das wünschen wir Ihnen von Herzen:
dass Sie nicht hinuntergezogen werden, sondern immer wieder Schwung holen können,
dass Sie auch dieses Jahr Entwicklung und Wachstum erfahren, wie Flugzeug, das hochsteigt,
dass Sie die Erfahrung machen, durch Seinen Geist – den Wind Gottes – getragen zu werden,
dass Sie gut auch durch manche Turbulenzen kommen,
dass Sie merken, Sie sind gemeinsam mit anderen lieben Menschen unterwegs
und dass Gott für uns Weg und Ziel sein kann, auch in Kleinigkeiten des Alltags, ob in der Arbeit, Schule, im Kindergarten, zu Hause oder anderswo.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/09/Flugzeug-am-Himmel.jpg9001600Árpád Páksánszkihttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngÁrpád Páksánszki2024-09-13 23:59:202024-09-14 13:22:51Gut starten, wie ein Flugzeug
Jesus setzt bei dem an, was da ist, was zur Verfügung steht. Auch wir sind dazu aufgerufen. Und dann geht es darum, dass wir Liebe multiplizieren, indem wir sie teilen. Denn Leben kann man nicht allein, sondern nur in Gemeinschaft. Das führte Dr. Johann Pock in seiner Predigt am 17. Sonntag im Jahreskreis (28. Juli 2024) in seiner Predigt ausgehend vom Wunder der Brotvermehrung in Schönbrunn-Vorpark aus.
“Gib uns unser tägliches Brot!“ – So beten wir jedes Mal im Vaterunser. Man könnte sagen: Gib uns das, was uns am Leben erhält; das, was uns leben lässt.
Das heutige Evangelium erzählt davon, wie Jesus den Menschen Nahrung gibt: 5 Brote und 2 Fische reichen für alle. Ist das nicht ein Märchen? Science Fiction? Was ist dies für ein Wunder, das uns erzählt wird?
Mit dieser Brotvermehrungsszene sind wir bei einer der zentralen Stellen des Evangeliums. Schauen wir genauer hin: Zunächst sehen wir: Jesus hat Augen für das tägliche Brot, dafür, was die Menschen brauchen! (So wie schon im Evangelium des letzten Sonntags, wo es heißt: „Jesus hatte Mitleid mit den Menschen“.) Und Jesus setzt bei dem an, was da ist, was zur Verfügungsteht – auch wenn es wenig ist. Auch wenn es nur von einem kleinen Jungen kommt. Und obwohl so wenig: Jesus nimmt es, spricht Dankgebet – und teilt aus. Dies ist gewissermaßen die „typische Handbewegung Jesu“ – das Brechen und Austeilen des Brotes. Es gehört wesentlich zu ihm – und später werden die Jünger ihn sogar an dieser Geste erkennen (so z.B. die Emmausjünger, nach der Auferstehung Jesu).
Was ist hier so besonders an dieser Stelle?
Zunächst ist es der große Glaube Jesu, dass es reichen wird! Dass es reichen wird, wenn man bei dem anfängt, was da ist, wenn man dafür dankt und zu teilen beginnt. „Er nahm die Brote, sprach das Dankgebet, teilte sie und gab sie ihnen.“ – Das erinnert an die Worte der Messe; an die Worte im Abendmahlsaal. Und das ist kein Zufall: Denn alle diese Mähler Jesu mit den Menschen finden ihren Höhepunkt in der Feier des Abendmahls, in der Eucharistiefeier. Und umgekehrt erinnert jede Eucharistiefeier daran, dass Jesus mit allen Menschen das Brot, das Leben, die Liebe teilen möchte.
Nun könnte man aber weiterfragen: Wenn Jesus aus so wenig Brot so viel machen kann – könnte er dann nicht alle Menschen satt machen? – Dies war sofort damals der Wunsch: der Wunsch nach starkem Mann. „Wir wollen ihn zum König machen!“ – Jesus lehnt es ab. Wie er es schon bei den Versuchungen nach dem Beginn seiner öffentlichen Tätigkeit getan hat, als der „Diabolos“, der Versucher, zu ihm meint: Warum machst du nicht aus Steinen Brot – dann würden dir alle folgen … Es fällt schwer, dies zu akzeptieren: Dass der allmächtige Gott nicht den starken Mann spielt; dass er nicht allen Hunger beseitigt; nicht alle Arbeitslosigkeit beseitigt; nicht alle Kranken heilt.
Doch der Weg Jesu ist nicht einer, der Menschen durch Zauberei auf seine Seite zieht. Der Weg Jesu nimmt uns dies alles nicht ab. Der Weg Jesu heißt nämlich: Anfangen mit dem, was da ist! Gott nimmt uns unser Leben, unsere Sorgen nicht ab. – Und er lässt uns den Hunger, der letztlich ein Hunger nach Gott sein soll. Aber er zeigt uns Wege, wie wir selbst etwas zur Verbesserung des Lebens beitragen können: Durch Hinschauen auf das Positive, auf das, was da ist; und durch das Teilen dessen, was wir haben und bekommen.
An dem kommenden Sonntag wird im Evangelium dann die Brotrede Jesu gelesen. Dort sagt er: „Ich selbst bin das Brot des Lebens.“ – Dieses Brot, das Jesus hier austeilt, ist letztlich er selbst. Jesus gibt sich an die Menschen weiter – und alle werden satt! Es ist dies ein Zeichen für die Eucharistie. Wir alle sind eingeladen, vom Brot des Lebens, vom eucharistischen Brot, zu essen – und es geht dabei nicht darum, meinen leiblichen Hunger zu stillen, sondern das Bedürfnis meines Herzens nach Liebe, Geborgenheit; Angenommensein;
Wenn wir in Dankbarkeit die Dinge genießen, die wir haben, dann werden sie uns nicht ausgehen. Es gibt das schöne Wort: „Liebe kann man nur multiplizieren, indem man sie teilt“ – genau darum geht es im Evangelium: Jesus gibt aus Liebe zu den Menschen; er vermittelt ihnen diese Liebe von Gott her – und darum werden die Menschen auch satt.
Das heutige Evangelium will provozieren, damit wir uns der Frage stellen: Wovon lebe ich eigentlich? Was lässt mich wirklich leben? Denn dass wirklich ein paar Brote und Fische so viele Menschen ernähren, ist ja sehr unwahrscheinlich. Und vielleicht lautet die Antwort: Wir leben von der Liebe zueinander; wir leben von Gottes Wort; wir leben von Zuwendung und Hilfe; wir leben in der Solidarität miteinander.
Damit wird aber auch deutlich: Leben kann man nicht allein, sondern nur in Gemeinschaft. Und wenn wir Gott Teil dieser Gemeinschaft sein lassen, können vielleicht 5 Brote und 2 Fische eine ganze Gemeinschaft leben lassen.
Johann Pock
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/08/Brote.jpg?ver=17361977599001600Andrea Kainzhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngAndrea Kainz2024-07-31 10:46:122025-01-20 11:42:47„Liebe multiplizieren, indem man teilt“
Am 12. Juni feiern wir den Gedenktag unserer Pfarrpatronin Hildegard Burjan (*1883 in Görlitz, †1933 in Wien).
Die Ehefrau, Mutter, Politikerin und Gründerin der Caritas Socialis war akademisch gebildet, mit einem wachen Blick für die Missstände in der Gesellschaft. Tatkräftig, innovativ und mutig beschritt sie neue Wege der Hilfe: als erste weibliche Abgeordnete der christlich-sozialen Partei im österreichischen Parlament und als Gründerin der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis (CS).
Im Namen CARITAS SOCIALIS hat Hildegard Burjan das Wesentliche ausgedrückt: Diese Gemeinschaft lebt aus der Liebe Gottes (CARITAS) und möchte dazu beitragen, dass diese Liebe in unserer Gesellschaft erfahrbar wird (SOCIALIS). Ihrer Zeit im sozialen Denken weit voraus leistete Hildegard Burjan Pionierarbeit. Kraft für ihren außergewöhnlichen Einsatz schöpfte sie aus dem Glauben.
Als Jüdin ließ sie sich nach schwerer Erkrankung taufen und wirkte nach dem Motto „Die Liebe Christi drängt uns …“ (2 Kor 5,14). In Gott verwurzelt fand sie Halt in den Spannungen zwischen Ehe, Familie und beruflichem Engagement, zwischen Politik und Kirche, der Arbeit für die Ärmsten der Gesellschaft und dem Leben in gutbürgerlichen Kreisen, als verheiratete Leiterin der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis.
Auch wir erleben vielfältige Spannungen in unserem Alltag. Hildegard Burjan kann uns im Umgang damit Vorbild, Inspiration und Fürsprecherin sein.
Gebet zum Gedenktag
Das Gebet zum Gedenktag Hildegard Burjans am 12. Juni lautet:
Treuer Gott, in deiner Liebe verwurzelt
konnte die selige Hildegard Burjan
als Mutter, Politikerin und Gründerin
der Caritas Socialis für die Würde des Menschen
und soziale Gerechtigkeit eintreten.
Gib uns die Kraft ihres Glaubens und
den Mut ihrer Liebe,
um unsere Aufgabe
in Kirche und Gesellschaft,
Familie und Beruf treu zu erfüllen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus
unseren Herrn. Amen.
Unser Diakon Arthur hat diese Anfragen zur Eucharistie bei seiner Predigt zu Fronleichnam in Klagenfurt verwendet und diese Anfragen auch an uns gerichtet.
WAS BEDEUTET UNS DIE EUCHARISTIE?
Ist sie für uns „Arznei der Unsterblichkeit“, wie das der Märtyrerbischof Ignatius von Antiochien am Beginn des 2. Jhdts. in seinem Brief an die Epheser schreibt?
Nehmen wir die Eucharistie an als Jesu Freundschaftsangebot?
Lassen wir uns durch diese Speise verwandeln, um Salz der Erde und Licht der Welt zu sein?
Erinnern wir uns dabei an Jesu Auftrag „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ und beugen wir so der geistlichen Demenz vor?
Glauben wir daran, dass die Eucharistie keine Belohnung, sondern Stärkung ist auf unserem oft beschwerlichen und von Umwegen gekennzeichneten Lebens und Glaubensweg ist, wie wir immer wieder vom Jesuitenpapst hören?
Ist die Eucharistie „Quelle und Höhepunkt“ des christlichen Lebens, wie es das Konzil formuliert hat, also Quelle und Höhepunkt der Beziehungen Jesu mit denen, die an ihn glauben?
Die Frage nach dem Raum stellte Dr. Christoph Benke ins Zentrum seiner Predigt zu Fronleichnam (30.05.2024) in Schönbrunn Vorpark; den Raum für das Abendmahl und das Pfingstereignis, aber auch den Raum, den Jesus bei uns findet.
Alle Menschen brauchen Platz: einen Platz zum Leben, zum Wohnen, zur Erholung – Raum, um sich zu entfalten. 102 m2, so war gestern zu lesen, beträgt die durchschnittliche Wohnungsgröße in Österreich. Beengter Lebensraum führt in Konflikte – das gilt ja auch global.
Jesus und seine Anhänger hatten zuerst keinen festen Wohnsitz. Sie zogen durch die Lande und erhielten Unterkunft bei Sympathisanten. Nach der Katastrophe, als sich die Einsicht einstellte: Unser Herr lebt!, drängte sich eine Raumfrage auf: Wo kommen die versprengten Anhänger Jesu zusammen? Es ist nicht der Tempel, sondern das Obergemach – ein großer Raum im Obergeschoß eines Hauses in Jerusalem.
Das Obergemach: Hier versammelt sich die Urgemeinde zum Gebet. Hier trägt sich die Gabe des Heiligen Geistes zu. Und davon spricht – in einer Art Rückblende – das Evangelium des Tages: Der Meister lässt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann? (V 14)
Wir wollen diese schlichte Beobachtung in zwei Richtungen ausrollen. Zum einen: Der Abendmahlsaal und der Raum des Pfingstereignisses sind ein und derselbe Raum. Der Heilige Geist und die Messe gehören zusammen. Denken wir an die Bitte vor der Wandlung. Und denken wir an die andere Bitte im großen Lobgebet: Schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist. Gestärkt durch das Brot des Lebens und geführt durch den Heiligen Geist, finden wir zusammen.
Zum anderen gibt es weiterhin die Jesusfrage, Wo ist der Raum? Stellen wir uns vor, dass Jesus diese Frage auch heute stellt, jetzt, an uns gerichtet. Jesus will Gemeinschaft mit den Menschen haben – aber wo und wie kann er seinen Sehnsuchtswunsch erfüllen? Wo geben wir, wo bieten wir Jesus Raum?
Später gehen wir hinaus auf die Straße. Das ist ein öffentlicher Raum. Wir bringen diesen Raum mit Christus in Berührung, flüchtig und punktuell; keineswegs schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet (V 15). Aber es ist eine wichtige Erinnerung auch für uns. Jesus Christus will darauf angewiesen bleiben, durch uns einen Platz in dieser Welt zu finden. Er sagt: ‚Das ist mein Leib, das ist mein Blut. Das bin ich – für Euch. Kommt alle zu mir.‘
Christoph Benke
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/06/books-1889701_1920.jpg9961594Andrea Kainzhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngAndrea Kainz2024-05-31 14:04:562025-01-20 10:55:49Wo ist der Raum?
„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ – so lautet die Botschaft des Johannes-Evangeliums, die wir im Fest Fronleichnam bedenken und feiern.
Einerseits klingen diese Worte unseren Ohren vertraut – „das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ –, oft schon haben wir sie gehört. Andererseits erscheinen sie manchen vielleicht abgehoben und unverständlich: Das Wort wird Fleisch. Was soll das bedeuten?
Beim Nachdenken wurde mir klar: Wenn das Wort Fleisch wird, ist das genau das Gegenteil von abgehoben. Gott wird einer von uns. Er kommt als Mensch auf diese Welt und macht sich für uns angreifbar. Mit Haut und Haar liebt er uns, dieser Jesus von Nazareth, in der Hoffnung, dass wir uns von seiner Liebe anstecken lassen.
Jetzt werden sich manche denken: Ja, damals, vor 2000 Jahren, da hatten es die Menschen leicht. Jesus lebte als Mensch aus Fleisch und Blut unter ihnen. Da konnten sie ihn noch angreifen, ihm Fragen stellen, sich von ihm Gleichnisse erzählen lassen, aber heute? Wie können die Menschen heute Gott begegnen, mit ihm in Berührung kommen?
Ich möchte antworten: Ist nicht genau das unsere Berufung als Christinnen und Christen? Gott in der Welt ein Angesicht zu geben, ihn angreifbar, spürbar, berührbar für unsere Mitmenschen zu machen!?
Aber wir können und müssen das nicht aus eigener Kraft schaffen. Der Schlüssel ist die Eucharistie. Indem wir Gott in der Eucharistie empfangen, kommunizieren wir mit ihm. Er lässt sich von uns verzehren und berührt unser innerstes Menschsein. Gott gibt sich uns zum Genuss und macht uns dadurch für andere genießbar.
Ja, noch mehr: Er macht uns nicht nur für andere genießbar, sondern er, das fleischgewordene Wort, geht uns in Fleisch und Blut über. Er verwandelt uns in den Leib Christi für unsere Mitmenschen, für die Welt! Schon der große Kirchenlehrer Augustinus hat gesagt: „Seid was ihr empfangt und empfangt was ihr seid, Leib Christi!“
Wir empfangen den Leib Christi und sind der Leib Christi in der Welt und für die Welt. Was bedeutet dieser ungeheuerliche Satz konkret?
Es meint nichts Geringeres, als dass Gott durch uns, hier in unserer Stadt, in unserem Bezirk, in unserem Häuserblock wohnt. Und noch konkreter: Wenn dir im Stiegenhaus der Nachbar begegnet, dann geschieht durch dich Gottesbegegnung. Das hört sich unverschämt an? Nein, wir brauchen uns für unsere große Berufung nicht schämen. Gott will durch uns zu den Menschen kommen! Er will durch uns das Angesicht dieser Welt verwandeln!
Denken wir daran:
Gott möchte angreifbar sein. Vor 2000 Jahren ist er den Menschen in Jesus von Nazareth so begegnet, dass sich ihr Leben verwandelt hat. Genauso wie damals möchte er heute den Menschen begegnen. Durch dich, durch mich, ja durch uns alle möchte er dem Nachbarn, der Kassiererin im Supermarkt, dem Straßenkehrer, der Kellnerin, dem Arbeitskollegen begegnen.
Petra Wasserbauer
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/05/Fronleichnam-Monstranz-Kardinal-Schoenborn.jpg9001600Petra Wasserbauerhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngPetra Wasserbauer2024-05-24 23:59:072024-05-25 15:43:17Fronleichnam – Das Wort ist Fleisch geworden
Pfingsten ist Sprachförderung; der Heilige Geist macht mit uns einen Sprachkurs, damit wir einander und ihn verstehen können. Darauf machte Dr. Christoph Benke in seiner Predigt am Pfingstsonntag (19.05.2024) in Schönbrunn-Vorpark aufmerksam.
Not begegnet uns täglich. Sie hat viele Gesichter: Es gibt physische, wirtschaftliche, seelische Not. Not hat so viele Gesichter wie es Menschen gibt – es gibt auch höchstpersönliche Nöte. Eine ist die Sprachnot: ein tief inneres Leiden daran, sich nicht richtig ausdrücken, das Innere nicht in Worte fassen zu können. Die Folge ist das Gefühl, nicht verstanden zu werden – also Einsamkeit. Wer sich schon einmal helfen ließ, um etwas in der eigenen Seele noch nicht Greifbares ins Wort zu bringen, weiß, wie befreiend das ist.
Pfingsten ist Sprachförderung. Der Heilige Geist, ein Vermittler, er macht mit uns einen Sprachkurs. Eben hörten wir die Schilderung des Pfingstereignisses. Darin spielen die Zungen eine wichtige Rolle: Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. (V 3). In den Sprachen der Bibel (Hebräisch und Griechisch) ist Zunge und Sprache das gleiche Wort. Die Feuerzungen bringen die Jüngerinnen und Jünger dazu, selbst in anderen Zungen zu reden: Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. (V 4) Das Feuer des Geistes wird in Sprache übersetzt – und zwar so, dass die Hörenden das ihnen verkündete, Neue als ihre eigene Sprache erkennen können (jeder hörte sie in seiner Sprache reden, V 6).
Das bedeutet 1. nach außen: Der Heilige Geist hilft, dass wir einander verstehen lernen und auch verstehen können, durch diverse Barrieren hindurch. Das bedeutet 2. nach innen: Der Geist Gottes wird geschenkt, und zwar gemeinsam. Aber dabei passt er sich jedem Menschen an. Der Heilige Geist schmiegt sich an die Seelenlandschaft eines Menschen an. Wir können den Heiligen Geist wahrnehmen. Er spricht keine Fremdsprache. Er ist vernehmbar – und darin besteht die frohe Botschaft des heutigen Festes.
Christoph Benke
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/05/Lernen.jpg9311594Andrea Kainzhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngAndrea Kainz2024-05-21 13:07:092025-01-17 11:54:05Jeder hörte sie in seiner Sprache reden
In Österreich ist Pfingsten neben Weihnachten und Ostern ein Hochfest, das wir mit zwei Feiertagen begehen. Doch selbst vielen Christen ist nicht klar, was man zu Pfingsten feiert. Dabei ist Pfingsten ein wichtiges Fest, denn es gilt als „Geburtsstunde der Kirche“.
Das Pfingstfest wird am 50. Tag nach Ostern gefeiert. Aus diesem Datum leitet sich auch der Name ab, denn das Wort Pfingsten stammt vom altgriechischen Wort „pentekoste“ (übersetzt: der Fünfzigste, also: der 50. Tag). Der Feiertag ist also an den Ostertermin gekoppelt und kann daher zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni liegen. Nicht nur durch Datum und Namen gibt es eine Verbindung zu Ostern, sondern auch religiös.
Die Ursprünge von Pfingsten
Als christliches Fest wird Pfingsten bereits im Jahr 130 erwähnt. Die Ursprünge reichen jedoch viel weiter zurück, denn das Fest folgt einer langen jüdischen Tradition. Sieben Wochen nach dem Paschafest feiert man im Judentum Schawuot, das Wochenfest. Es ist ursprünglich ein Erntedankfest, denn es markiert das Ende der Weizenernte. Während das Paschafest an den Auszug aus Ägypten erinnert, entwickelte sich das Wochenfest als Erntedankfest im Laufe der Zeit zu einem Dankfest für die Verkündigung der Tora, der fünf Bücher des Mose. Die Tora ist die Basis des jüdischen Glaubens.
Der Pfingsttag in der Bibel
Dieses Wochenfest Schawuot ist es, das im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte in der Bibel als „Pfingsttag“ erwähnt wird. Als alle Jünger in einem Haus versammelt sind, zieht vom Himmel her ein Brausen auf, das das Gebäude erfüllt. „Zungen wie von Feuer“ kommen auf sie herab. „Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab …“
Petrus erhebt sich und wendet sich an die Menschen, die herbeigeeilt sind und die Jünger umgeben. Er erklärt ihnen, dass sich das Wort des Propheten Joel erfüllt habe. Dort heißt es, dass Gott seinen Geist über alle ausgießen werde und er Wunder erscheinen lasse am Himmel und Zeichen auf der Erde, nämlich Blut, Feuer und qualmenden Rauch (Joel 3).
Nach dieser Predigt von Petrus sind die Zuhörer sehr berührt. Er lädt sie ein, umzukehren und sich zur Vergebung der Sünden auf den Namen Jesu Christi taufen zu lassen. Die Bibel berichtet, dass sich noch an diesem Tag etwa dreitausend Menschen taufen ließen.
Die Geburtsstunde der Kirche
Wegen dieser Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsttag wird dieses Ereignis als Geburtstag der Kirche und als Beginn der weltweiten Mission verstanden. Vor allem die Fähigkeit der Jünger, in fremden Sprachen zu sprechen und sie zu verstehen, wird theologisch als Mission der Kirche gedeutet. Alle Menschen werden angesprochen, egal welcher Volksgruppe oder Nationalität sie angehören. Der Heilige Geist ist also nicht mehr Propheten oder anderen ausgewählten Menschen vorbehalten, sondern er kommt herab auf alle Menschen.
Die Getauften bilden eine Gemeinschaft, die alles teilt und am Brechen des Brotes und an Gebeten festhält. Menschen, die vom Heiligen Geist erfüllt worden sind, fühlen sich als Einheit im Glauben an Jesus Christus und Gott Vater. Durch Pfingsten wird die Dreifaltigkeit Gottes für den Menschen offenbart.
Darauf besinnen wir uns bei jeder Taufe: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Oder auch beim Kreuzzeichen: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Ohne das Pfingstwunder, wovon uns die Bibel berichtet, und die Aussendung des Heiligen Geistes wäre der christliche Glaube nicht komplett und nicht wirkungsvoll.
Taube und Feuerzungen als Bilder
In den künstlerischen Darstellungen der Herabkunft des Heiligen Geistes gibt es zum einen die erwähnten Feuerzungen, aber auch die Taube ist ein beliebtes Bild. Sie wird im Lukasevangelium ausdrücklich erwähnt, bei der Taufe Jesu: „Und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden“ (Lk 3,22). In der Antike war die Taube das Sinnbild für Sanftmut und Unschuld. Die Menschen nahmen an, dass die Taube keine Galle besitze und dadurch frei von allem Bösen und Bitteren sei. Später wurde der Heilige Geist auch als Mensch dargestellt, doch diese Art der Darstellung wurde von Papst Urban VII. im 17. Jahrhundert untersagt.
Das Pfingstfest ist nicht nur das Hochfest, an dem das Kommen des Heiligen Geistes gefeiert wird, sondern es ist auch gleichzeitig der Abschluss der Osterzeit. In den neun Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten wird in der sogenannten Pfingstnovene um das Kommen des Heiligen Geistes gebetet. Auch dazu gibt es einen biblischen Bezug: In Apg 1,12ff wird berichtet, dass die Jünger Jesu mit Maria, der Mutter Jesu, und anderen Mitgliedern der christlichen Urgemeinde nach der Himmelfahrt Jesu nach Jerusalem gingen, um dort im Gebet zu verharren.
(Quelle: Kirche in Not. Bearbeitet v. Pfr. M. Rupprecht)
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/05/El-Greco-Pfingsten.jpg9001600Pfarrer Martin Rupprechthttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngPfarrer Martin Rupprecht2024-05-10 23:59:482024-05-11 14:14:57Das Pfingstfest – der Hl. Geist und die Geburt der Kirche
Die Auferstehung war nun bereits einige Tage her. Ganze 40 Tage zeigte Jesus sich den Jüngern. Sie durften noch in seiner Gegenwart sein und von ihm hören und lernen. Jesus wusste aber, dass die Zeit gekommen war, seine liebgewonnen Jünger noch einmal zu verlassen. Allerdings ist es ihm wichtig, dass sie wissen, sie sind nicht allein.
Er kündigt ihnen den Heiligen Geist an. Dieser soll später zu ihnen kommen und ihnen seine Kraft geben. Nachdem er ihnen diesen Beistand ankündigt, so berichtet es die Bibel, wird er langsam emporgehoben und von einer Wolke aufgenommen und weggetragen.
Diese Himmelfahrt mitanzusehen, das muss für die Umstehenden ein beeindruckendes Erlebnis gewesen sein. Genauso eindrücklich wird später der Heilige Geist an Pfingsten auf die Jünger kommen. Somit versteht man Christi Himmelfahrt nicht als einen Weggang Jesu, sondern als die Ankündigung des Heiligen Geistes.
Ein Feiertag der Hoffnung
Warum ist Jesus nach seiner Auferstehung nicht einfach auf der Erde bei seinen Jüngern geblieben? Das wäre bestimmt möglich gewesen. Doch dann hätte er uns Menschen eine wichtige Sache vorenthalten: Nämlich die Ankunft des Heiligen Geistes.
In Johannes 16,7 sagt Jesus: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist besser für euch, wenn ich gehe. Sonst käme der Helfer nicht, der an meiner Stelle für euch da sein wird. Wenn ich nicht mehr bei euch bin, werde ich ihn zu euch senden.“
Der Heilige Geist hilft zu verstehen, wer Gott ist, und seine Stimme besser zu hören. Daher ist Himmelfahrt vor allem ein Feiertag der Hoffnung. (Quelle: Bibel.TV)
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/05/Rudolfsheimer-Kirche-Sonnenuntergang.jpg9001600Pfarrer Martin Rupprechthttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngPfarrer Martin Rupprecht2024-05-05 23:59:492024-05-06 16:55:30Die Bedeutung von Christi Himmelfahrt