Zwei Karrieren als Sternsinger

Wie wird man Sternsinger/in, und was motiviert junge Menschen überhaupt mitzumachen? Zwei junge Männer geben Einblicke in ihre Karrieren als Sternsinger.

„Ich war zum ersten Mal dabei, als ich in die Schule kam. Ich wollte unbedingt bei den Großen mitgehen. Das ist nun 15 Jahre her. Das Versprechen von Pfarrer Martin: „Wenn ihr groß seid, nehme ich euch nach Afrika mit“ hat Kristóf Paksánszki dabei am meisten motiviert.

Ähnliches erzählt Clemens Pollheimer: „Meine Karriere als Sternsinger fing nach der Erstkommunion an und hält immer noch an. In meinen Anfängen hätte ich nie gedacht, dass mir das Sternsingen eine aufregende Reise bringen würde. Denn gemeinsam mit Kristof habe ich einen Monat in Tansania verbracht. Danach kamen unsere Kollegen aus Tansania nach Wien.“

Dass die beiden so engagiert in der Kirche mitwirken, kommt nicht von ungefähr: Clemens‘ Opa, Winfried Pollheimer, war der erste Sternsinger im Jahr 1947 in Wien. Kristofs Vater Árpád ist Diakon in unserer Gemeinde Neufünfhaus.

Kristóf und Clemens sind nun als Sternsinger-Begleiter unterwegs und motivieren andere Kinder, bei den Sternsinger/innen mitzumachen.

Ihre Erfahrungen beschreiben sie so: „Die Kinder sind Weltklasse! Drei Tage lang marschieren sie Stiegenhäuser rauf und runter, sie klopfen an die Wohnungstüren des 15. Bezirks und lassen sich auch von unfreundlichen Begegnungen nicht demotivieren. Anfangs lagen bei uns noch die Süßigkeiten, die schönen Kostüme und die lustigen Mittagspausen im Fokus. Doch mit der Zeit wurde die Überbringung der frohen Botschaft von Weihnachten und das Sammeln für Tansania immer wichtiger. Das Strahlen der Familien, die wir besuchen und die Freude der Sternsinger/innen, wenn sie am letzten Tag ihren Sack voller Süßigkeiten bekommen, erinnert uns immer an die Lebensfreude unserer Freunde aus Tansania. Jedes Jahr schicken wir ihnen ein Selfie mit unserer Gruppe und schicken ihnen liebe Grüße aus Wien. Diese Verbindung hat nochmal eine ganz andere und wundervolle Bedeutung, die sich auch auf die Kinder auswirkt.“

Eine ganz besondere Dynamik

Es war immer klar, dass der Einsatz beim Sternsingen Kinder formt und prägt. Was erfreulich ist, dass der Einsatz über Jahrzehnte geht. Besonders ist bei Clemens und Kristóf, dass sie einen einmonatigen Lerneinsatz dort machen konnten, wo ihre „ersungenen“ Spenden eingesetzt werden. Diese direkte Verbindung hat eine ganz spezielle Dynamik ausgelöst: So waren heuer erstaunliche 99 Kinder mit 33 Begleitpersonen in der Pfarre Hildegard Burjan als Sternsinger/innen unterwegs. Der Gesamterlös von 36.533 Euro ist überwältigend und zeigt, dass Kinder und Jugendliche großes Interesse am Einsatz für andere haben.