Es ist immer wieder eine besondere Herausforderung, so früh am Tag aufzustehen, um sich dann „mitten in der Nacht“ auf den Weg in die Kirche zu machen. Unser Zelebrant kam sogar zu Fuß vom Stephansplatz nach Schönbrunn-Vorpark. Aber: es zahlt sich aus, denn wir feiern die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, wir feiern das zentrale Ereignis unseres Glaubens. Und mit uns feierte GV Nikolaus Krasa, unterstützt von 9 Minis.
Wir starteten mit der Segnung des Osterfeuers und dem Entzünden der Osterkerze. Nur Kerzenlicht erhellte unsere Kirche beim Exsultet und bei den 4 Lesungen aus dem Alten Testament bis zum Gloria. Die ersten Lichter gingen an , die Glocken läuteten wieder und die Orgel setzte ein. Nach der Lesung aus dem Neuen Testament, stimmte Nikolaus das Halleluja an. Auf das Evangelium antworteten wir mit „Der Heiland ist erstanden“. Der Herr Generalvikar fasste in seiner Predigt noch einmal die Österliche Bußzeit zusammen, die wir am Aschermittwoch mit dem Betrachten unseres Spiegelbildes begonnen haben. Wörtlich sagte er zum Ostersonntag: „Erleuchtet durch das Licht Christi – ausgehend von der Osterkerze – beginnen wir zu strahlen“.
Die Feier ging weiter mit der Allerheilgen-Litanei, unserer Erneuerung des Taufversprechens, mit der Segnung des Wassers im Taufbrunnen und der Eucharistiefeier. Nach der Kommunion in beiderlei Gestalten und der Speisesegnung, beendete GV Nikolaus die Heiligen Drei Tage mit seinem Ostersegen.
Um das sogenannte Triduum Sacrum würdig und umfassend zu begehen, ist es notwendig, viele Dinge und Elemente der Feiern vorerst zu überlegen, vorzubereiten und dann in den Gottesdiensten umzusetzen. Danke an alle, die dazu mit viel Leidenschaft, Engagement und Fleiß beigetragen haben. Nur so konnte alles so gut gelingen. Danke GV Nikolaus, dass du uns zuerst in der Fastenzeit und dann vom Palmsonntag bis zur Auferstehungsfeier begleitet hast.
Die Feiern am Ostersonntag gingen weiter mit unserem traditionellen Osterfrühstück im großen Saal und mit dem Festgottesdienst am Vormittag, den Pfarrer Martin zelebrierte.
Christus ist wahrhaft auferstanden – frohe Ostern!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/SV-Osterfeuer-2026.jpg8841600Erwin Gruberhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngErwin Gruber2026-04-06 10:20:272026-04-06 10:35:06Der Stein ist weg, das Grab ist leer – Ostersonntag – 05.04.2026
In der Auferstehungsfeier am Morgen des Ostersonntags (5.00 Uhr-05.04.2026) griff Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa in Schonbrunn-Vorpark die Dramaturgie dieser Feier auf: Vom Dunkel zum Licht, brachte das in Verbindung mit Texten, die wir in der Fastenzeit gehört haben, und öffnete die Perspektive auf die Osterzeit und unser Leben als Erlöste, Geliebte.
Was strahlen wir wider? Wie schaut uns die Welt an, und was leuchtet aus unserem Blick zurück? Das war die Frage, die uns in Variationen seit Aschermittwoch durch diese Zeit bis heute begleitet hat. Vielleicht sogar mehr als eine rein intellektuelle Frage. Vielleicht so etwas wie eine Erfahrung. Denn, was ich anschaue oder wie mich jemand anschaut, das macht etwas mit mir, verändert mich…
Wie schauen Sie mich, wie schauen Sie einander in dieser Nacht an? Rekapitulieren wir kurz den Beginn dieser Feier. Denn, was da vor etwas mehr als einer Stunde geschehen ist, spricht wieder diese Erfahrung des Anschauens und Angeschaut-Werdens an. Wie war es am Beginn in der Kirche? Finster, man hat kaum etwas gesehen, vielleicht schemenhaft die Köpfe, und dass da jemand neben mir steht. Wir konnten einander eigentlich nicht anschauen. Erinnern Sie sich noch an den ersten Sonntag der Fastenzeit? An die Grunderfahrung, die die Geschichte von Adam und Eva anklingen lassen will. Sünde macht blind. Nachdem die beiden vom Baum gegessen hatten, können sie einander nicht mehr anschauen, sie müssen sich bekleiden, können sie Gott nicht mehr sehen, ja laufen sogar vor ihm davon und drücken das auch verbal aus: Auf die Frage Gottes, was passiert ist, sagt Adam: „Die Frau, die du mir gegeben hast, sie hat mir zu essen gegeben.“ Also ganz einfach auf Wienerisch: „I woas net.“ „Schuld sind die anderen, die Frau und letztlich du, Gott (denn für die Frau bist ja da zuständig).“ Sünde macht blind: füreinander, für uns selbst, für Gott. Oder macht zumindest das Schauen anstrengend. Im Blick auf die erste Lesung, die wir in dieser Nacht gehört haben: Das Erste, was Gott tut, was Beginn seiner Schöpfung ist, das Licht, das er erschaffen hat, geht jetzt wieder aus. Oder in verbalen Kategorien, das ist ja der 6fach wiederholte Refrain: Es ist nicht mehr gut, schon gar nicht mehr sehr gut (die Konsequenz für Gott ist die Flutgeschichte) …
Dieses Dunkel gibt es in unserer Welt, in unserem Leben; das ein Stück in uns zu entdecken, ist Sinn der Österlichen Bußzeit (deshalb stand auch das Evangelium von der Versuchung Jesu am Beginn dieser Zeit). Und das uns nochmals ins Bewusstsein zu rufen, ist Sinn des Beginns der Osternacht. Deshalb feiern wir in der Nacht (vielerorts auch durch die Nacht), bleiben wach oder stehen früher auf, merken, dass wir müde sind. In gewisser Weise haben Adam und Eva das Licht wieder abgedreht (oder zumindest heruntergedimmt), das Gott am ersten Schöpfungstag aufgedreht hat.
Was ist dann in dieser Nacht geschehen? Wir haben uns von der Osterkerze, vom auferstandenen Christus, das Licht geholt, unsere Kerzen entzündet. Und damit wurde es nicht nur in der Kirche ein Stück heller, auf einmal waren auch unsere Gesichter wieder erkennbar. Unsere Gesichter haben nicht aus sich selbst heraus geleuchtet (wir beherrschen das Phänomen der Bioluminiszenz nicht, sind keine großen Glühwürmchen), sie wurden vom Osterlicht erhellt. Wir strahlen, um Paulus zu zitieren, (Sie erinnern sich vielleicht noch an den Aschermittwoch) mit enthülltem Antlitz die Herrlichkeit Christi wider. „Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.“ heißt es in 2 Kor 3,18. Mit enthülltem Antlitz: Wir brauchen keine Maske, kein Makeup; so, wie wir sind, strahlen wir die Herrlichkeit der Auferstehung, das Licht der Auferstehung wider, mehr noch, kein oberflächliches Geschehen, sondern etwas, das uns innerlich verwandelt: Wir werden in sein Bild verwandelt. Werden das, was Gott von der Schöpfung an mit uns vorhatte: Bild und Gleichnis Gottes, wie es in Genesis 1 heißt. Das Licht geht wieder an, es ist wieder sehr gut.
Wie das geht? Erinnern wir uns an den Beginn unserer Osterfeier am Gründonnerstag: Christus begibt sich bei der Fußwaschung auf Augenhöhe mit seinen Jüngern. Gott auf Augenhöhe mit uns Menschen heißt, er teilt das, was am menschlichsten beim Menschsein ist, er teilt den Tod mit uns und er lässt uns an dieser seiner Erfahrung teilhaben. Wir können mit ihm sterben, um mit ihm in einem neuen Leben zu wandeln (so hat es Paulus in der heutigen Epistel formuliert). Das geschieht, geschah in unserer Taufe. Das geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein langer Weg, wir feiern Ostern nicht nur 40 Tage, sondern, länger als die Fastenzeit, 50 Tage, wir feiern danach Ostern weiter jeden Sonntag, wir feiern Ostern unser ganzes Leben. Sein liebevoller Blick auf uns, seine liebevolle Berührung durch die Sakramente haben die Kraft, genau das zu tun: uns in sein Bild zu verwandeln.
Dieser Termin am Karsamstag wird sehr gerne angenommen. GV Nikolaus kam auch heute wieder nach Schönbrunn-Vorpark, um die Segnung der Speisen vorzunehmen. Nach dem Gottesdienst wurde die Möglichkeit zur Osterbeichte angeboten. In der Zwischenzeit haben viele Helferinnen und Helfer alles für die Auferstehungsfeier vorbereitet. Das Osterfrühstück wurde bereits hergerichtet und der Blumenschmuck in der Kirche noch einmal mit Wasser versorgt. Danke – unsere Gemeinde ist bereit für Ostern!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/Speisensegnung.jpg11251600Erwin Gruberhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngErwin Gruber2026-04-04 19:37:552026-04-05 19:56:42„Segne dieses Brot, die Eier, das Fleisch und die weiteren Speisen“ – Karsamstag – 04.04.2026
Am Karfreitag (03.04.2026) legte Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa in Schönbrunn-Vorpark in seiner Predigt den Schwerpunkt auf uns, die wir das Kreuz anschauen, und auf Jesus, der uns vom Kreuz aus anblickt.
Was sehen wir gleich/was schaut uns an? Bleiben wir bei der Frage, die uns seit Aschermittwoch begleitet. Sie bekommt heute am Karfreitag eine besondere Note durch einen Ritus, den es nur am Karfreitag gibt; Sie wissen vermutlich schon, worauf ich anspiele. Ich meine die Kreuzverehrung. Wir werden in Kürze in der Mitte vorgehen, vor dem Kreuz niederknien, Blumen neben das Kreuz legen, gemeinsam davor singen, dass wir das Kreuz anbeten wollen.
Also: Wenn wir da vor dem Kreuz knien: Was schaut uns da an, was schauen wir an?
Zunächst einmal blickt uns ein Kreuz an, also etwas, das das Leben durchkreuzt, schwer macht, herausfordernd macht, niederdrückt, in letzter Konsequenz tötet. Vielleicht könnte man auch sagen, Lebensqualität nimmt, eigene und die der anderen. Im Blick und im Nachklingen-Lassen dessen, was gerade in der Johannespassion zu hören war: Im Kreuz schaue ich auf den letzten Weg Jesu, den Verrat an ihm, seine Verurteilung, die Qual, die ihm durch seine Peiniger zugefügt wird, seinen Tod. Im Kreuz erkenne ich damit aber gespiegelt mein eigenes Kreuz. Im Kreuz leuchtet das Versagen der Jünger auf, von denen außer einem keiner am Kreuz steht. Nochmals: Was mein Leben schwer macht, leiden lässt, an der Entfaltung hindert, meine Krankheit, meinen Tod. Im Kreuz schaut mich mein Leben an, und Kreuzverehrung heißt dazunächstganz realistisch: Ich akzeptiere, dass dieser Weg so ist, wie er ist,
Ich schaue aber nicht nur ein leeres Kreuz an, vom Kreuz her blickt mich der an, der dort hängt. Und wenn ich wieder nachklingen lasse, was wir im Johannesevangelium gehört haben, dann war das letzte deutende Wort dessen, der da am Kreuz stirbt: „Es ist vollbracht“. Und vielleicht klingen dann noch ein paar andere Worte aus dem Johannesevangelium an oder nach, in denen Jesus genau davon spricht: Dass die Herrlichkeit Gottes am Kreuz offenbar wird. „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist durch ihn verherrlicht.“ lässt Johannes Jesus unmittelbar nach dem Verrat des Judas sprechen. Und wer das Johannesevangelium kennt, weiß, was der vierte Evangelist mit „verherrlichen“ meint. Den Tod Jesu am Kreuz, als den Moment, in dem die Herrlichkeit Gottes, seine Macht, seine Liebe, seine Größe, sein Gewicht sichtbar, spürbar wird. Für Johannes ist klar: Im Sterben Jesu wird Gottes Herrlichkeit sichtbar.
Im Blick auf den Weg durch diese heiligen vierzig Tage auf Ostern hin: Erinnern wir uns, was der zweite Fastensonntag in der Geschichte der Verklärung angedeutet hat. Die Welt, die durch die Sünde dunkel geworden ist, intransparent auf Gott hin, beginnt zu leuchten, wird durchscheinend, auf jenen Gott hin, der sie gut geschaffen hat, sogar sehr gut, um die Schlussstrophe des Schöpfungsliedes anklingen zu lassen.
Und beides gehört zusammen. Das Dunkel und das Licht des Kreuzes, das Kreuz als Zeichen des Todes und das Kreuz als Ort des Lebens, …
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/04/Christus-am-Kreuz.jpg10671600Generalvikar Nikolaus Krasahttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngGeneralvikar Nikolaus Krasa2026-04-04 19:30:412026-04-09 09:27:38Der Blick auf das Kreuz und der Blick Jesu vom Kreuz – Predigt
Die Karfreitagsliturgie gedenkt dem Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus mit besonderen Abschnitten – 2 Lesungen – Passionsgeschichte nach Johannes – Große Fürbitten – Kreuzverehrung, in Schönbrunn-Vorpark schon seit vielen Jahren in Verbindung mit Blumen. Bei der Kreuzverehrung kamen auch wieder die Spiegel ins Spiel, die uns seit dem Aschermittwoch begleitet haben. So konnten wir uns beim Niederlegen der Blume auch selbst sehen und so alle unsere persönlichen Sorgen zum Kreuz bringen.
Erneut feierte GV Nikolaus Krasa mit uns. Er wurde unterstützt von 6 Minis.
Schon am Nachmittag haben wir mit Pfarrer Martin den Kreuzweg zur Todesstunde von Jesus gebetet.
Ein spezieller Dank dieses Mal für alle Blumenspenden.
In seiner Predigt am Gründonnerstag (02.04.2026) in Schönbrunn-Vorpark nahm Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa das Thema des Anschauens, das die ganze Fastenzeit geprägt hat, wieder auf. Er ging auf die Verräter, die Reaktion Jesu darauf und auf unsere Reaktionen auf seinen liebenden Blick ein.
Nach unserem Gottesdienst am Palmsonntag ist mir beim Weggehen einer unserer Jugendlichen über den Weg gelaufen, einer, der bei der für mich so eindrucksvollen Passion mitgetan hat. Ich habe mich bei ihm bedankt, er hat darauf etwas säuerlich gelächelt, dann gesagt, dass er den Judas gespielt hat. Worauf mir, ohne viel nachzudenken, der Satz herausgerutscht ist: „Einer hat halt immer die Arschkarte“, worauf ich ein Nicken von ihm als Antwort bekommen habe. Nicht unbedingt ein Sympathieträger, dieser Judas, um es etwas vornehmer zu formulieren.
Mir ist diese kurze Begegnung wieder eingefallen, als ich mich begonnen habe, mit dem heutigen Tagesevangelium auseinanderzusetzen. Genauer: mit dem heutigen Tagesevangelium und dem, was unmittelbar danach im Johannesevangelium passiert. Das gehört nämlich zusammen und macht nur im Zusammenhang Sinn. Unmittelbar auf das Evangelium folgt eine doppelte Verratsgeschichte: angekündigt bereits durch den letzten Satz Jesu im heutigen Evangeliums: „Ihr seid nicht alle rein.“ Und durch „Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde.“. Primär, das ist klar, geht es um den Verrat des Judas, also des Jüngers, der die Arschkarte gezogen hat, aber eigentlich auch im unmittelbaren Zusammenhang um den des Petrus – Jesus kündigt ihm an, dass er ihn verleugnen wird (die Geschichte mit dem Hahnenschrei, Sie wissen schon.). Und die der anderen Jünger, von denen bei Johannes nur der Jünger, den Jesus liebte, unter dem Kreuz steht… also jetzt etwas überspitzt formuliert: Eigentlich (bis auf den Jünger, den Jesus liebte, und die Frauen) alle Verräter, oder nochmals vulgär gesagt: Alle, alle haben sie die Arschkarte gezogen…
Was macht Jesus mit ihnen, und zwar mit allen? Damit sind wir wieder zurück beim heutigen Evangelium: Er wäscht ihnen die Füße.
Eine Zusatzfrage, inspiriert durch unseren heurigen Weg durch die österliche Bußzeit (Sie erinnern sich, die hat mit einer Doppelfrage begonnen: Wie schaut mich die Welt an,wie schaue ich sie an? und mit zwei Alternativen: Blind vor Sünde – Adam und Eva am ersten Fastensonntag, und durchscheinend auf Gott hin, auf das, was Schöpfung eigentlich ist, am 2. Fastensonntag bei der Verklärung Jesu. Also die Zusatzfrage: Wie schaut Jesus die Jünger an? Nicht von oben herab, sondern von unten hinauf. Er macht sich noch kleiner als die Jünger. Er übernimmt – anderes Bild – bei der Fußwaschung die Rolle des Haussklaven. Mir kommt dabei in den Sinn, was man oft tut, wenn man mit Kindern in einen Dialog treten will: Man hockerlt sich hin, macht sich klein. Um klar zu machen, was jetzt in unserem Gespräch zählt, ist nicht der Größenunterschied, sondern das, was uns verbindet. Unsere Beziehung zueinander. Unsere Liebe zueinander. Und – jetzt sind wir wieder bei den Arschkarten – diese Liebe gilt, egal, welche Arschkarte du in deinem Leben gezogen hast, wie groß oder klein die ist.
Zurück zum großen Bogen des Johannesevangeliums: Da scheint dieses Thema, dieser liebende Blick Jesu ganz entscheidend zu sein (und als Konsequenz der antwortende liebende Blick): Da gibt es den Jünger, den Jesus liebte – so wird er bei Johannes genannt, traditionell wird er mit dem Apostel Johannes oder dem Autor des Evangeliums oder mit beiden identifiziert – der Jünger, den Jesus liebte, der Einzige der Jünger, der unter dem Kreuz steht, der, auf den Jesus vom Kreuz seine Mutter verweist, es ist dieser Jünger, der als Erster am Grab ist, (vor ihm war es Maria von Magdala, die eine besondere Beziehung mit Jesus verbindet) der, der den Auferstandenen bei der letzten johanneischen Ostergeschichte zuerst erkennt.
Und dann gibt es die Frage, die der Auferstandene Petrus am Ufer des Sees stellt: „Liebst du mich?“ und „Liebst du mich mehr als diese?“ Ein letztes: In den sogenannten Abschiedsreden, einer langen Rede, die im Johannesevangelium Jesus zu seinen Jüngern hält, nach dem Abendmahl, bevor es hinausgeht auf den Ölberg, sagt Jesus, dass er der wahre Weinstock ist und wir die Rebzweige, und dass das, was uns mit ihm und ihn mit uns verbindet, die Liebe ist.
Viele von Ihnen werden nach diesem Gottesdienst noch zur Ölbergandacht bleiben. Natürlich: Das heißt zunächst: Ich sitze oder kniee und schaue den Herrn an. Aber es heißt auch: Ich sitze oder kniee, und er schaut mich an, liebevoll, mit seiner ganzen Zuneigung zu mir, mit seiner göttlichen Kraft, mit Wehmut über das, was in mir diese Liebe nicht versteht, nicht zulassen kann. Er schaut mich mit Liebe an. Setzen wir uns diesem Blick aus. Das ist Gründonnerstag: Jesus so an mich heran zu lassen.
Der Gründonnerstag vor knapp 2.000 Jahren muss ein ereignisreicher Tag für Jesus und seine Jüngerinnen und Jünger gewesen sein. Viele dieser Ereignisse finden sich in der Hl. Messe vom Letzten Abendmahl wieder, die GV Nikolaus Krasa, unterstützt von 6 Minis, für uns und mit uns zelebrierte. Eine Feier voller Höhepunkte – immer mit dem Blick auf das, was in Jerusalem passiert ist – Wortgottesdienst mit 2 Lesungen und dem Johannes-Evangelium mit der Fußwaschung, die GV Nikolaus an 6 Gemeindemitgliedern vornahm – eine spezielle Gabenbereitung – das Eucharistische Hochgebet – die Kommunion in beiderlei Gestalten für alle und schließlich die Übertragung des Allerheiligsten.
Nach einer kleinen Agape mit Brot und Wein/Traubensaft wurde noch in der Ölbergandacht gemeinsam gebetet und gesungen. Denn auch damals in Jerusalem war alles nach dem Abendmahl noch nicht zu Ende. Auch für uns warten noch der Karfreitag, der Karsamstag und die Osternacht bzw. die Osterfeiertage.
Auch dieses Mal ein Dankeschön an alle die vorbereitet, umgesetzt und mitgefeiert haben.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2024/03/Fusswaschung-1.jpg8001600Erwin Gruberhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngErwin Gruber2026-04-03 20:13:242026-04-03 20:29:01Das ist mein Leib. Das ist mein Blut – Gründonnerstag – 02.04.2026
Seit dem Aschermittwoch hat Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa bei seinen Predigten in Schönbrunn-Vorpark immer wieder das Schauen, das Anschauen angesprochen Am Palmsonntag (29.03.2026) lud er nochmals dazu ein, gerade auch in der Heiligen Woche immer wieder hinzuschauen, auch mit den Augen verschiedener Beteiligter, und sich dadurch bewegen zu lassen.
Angrinsen lassen, ernst schauen: Ein anderes Gesicht macht etwas mit unserem Gesicht, wie uns einer anschaut, macht etwas mit uns, wie wir jemanden anschauen, macht etwas mit ihm (und manchmal mit uns, wenn ich an den morgendlichen Blick in den Spiegel denke). Spiegeln… Wie schaue ich die Welt an, was macht das mit mir, wie schaut mich die Welt? Das waren Themen, die uns durch die österliche Bußzeit bis hierher bewegt haben.
Was hat das mit unserem heutigen Bibeltext zu tun?
Es gibt ein kleines Wort, ganz typisch in biblischen Texten. Die alte Einheitsübersetzung hat es oft sogar ausgelassen, vermutlich weil es so altmodisch klingt. Die neue, revidierte Einheitsübersetzung, die wir seit 2017 haben, die grundsätzlich näher am Text übersetzt, übersetzt es meistens doch, auch wenn es altmodisch klingt: Das Wort heißt griechisch ἰδού, hebräisch הנה, übersetzt einfach „siehe“ – sie kennen das vermutlich aus eher altertümlich klingenden Bibelübersetzungen: „und siehe, da tat Jesus dies und das“, oder „und siehe, der Himmel öffnete sich…“ – Ich muss sagen, bis jetzt habe ich auch über diese Worte hinweggelesen, mir gedacht, das sind halt einfach Füllwörter, so wie manche, die sich beim frei Sprechen schwer tun, einfach zwischendurch immer wieder „Ah“ sagen…
Bis mich Petras Spiegelaktion am Aschermittwoch inspiriert hat, selbst über das Schauen nachzudenken, über das Sich-selbst-Anschauen im Spiegel, aber auch über das, was ich widerspiegle. Wir haben das ja gerade ausprobiert: Es macht etwas mit mir, wenn mich jemand, und vor allem, wie mich jemand ansieht. Hinschauen heißt, sich durch das, was ich da sehe, bewegen, verändern lassen.
Bis mir beim heutigen Evangelium (also eigentlich jetzt beim ersten Teil) zwei Worte aufgefallen sind. Da gibt es ja ein Bibelzitat, mit dem Matthäus den Einzug Jesu nach Jerusalem, genauer die Art, wie er einzieht, motiviert. Matthäus ist ja vermutlich Judenchrist, das heißt als Jude aufgewachsen, dann mit Jesus in Berührung gekommen, und er schreibt sein Evangelium für viele Menschen, die einen ähnlichen Background haben. Daher motiviert er das Verhalten Jesu, die Geschehnisse um ihn immer wieder durch Zitate aus seiner Bibel, eben aus dem, was wir Altes Testament nennen. Und leitet das oft so, oder so ähnlich, ein: Dies ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllt (das berühmteste dieser Zitate kennen Sie vermutlich ganz vom Anfang des Evangeliums: Dies ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllt: „Siehe, die Jungfrau wird empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und sein Name wird sein Emmanuel, das heißt Gott mit uns“. Ein Satz aus dem Beginn des Propheten Jesaja. Der heutige stammt aus dem Buch des Propheten Sacharja (9,9). Er sagt etwas über Jesus aus, dass er sanftmütig ist, und wie er kommt, eben auf einem Esel (und nicht auf einem gewaltigen Pferd eines Kriegers – das wäre die Pointe, warum Esel). Das Spannende ist aber der Beginn dieses Zitates, und das beginnt mit unserem Füllwort, und nochmals, ich glaube (nach dieser Vorgeschichte und dieser Fastenzeit), es ist kein Füllwort: „Siehe“.
Das ist die Aufforderung des Palmsonntags, als Grundhaltung für die kommende Woche, als Grundhaltung im Blick auf den Weg mit Jesus, den wir in dieser Woche gehen: vorgezeichnet durch die Passionsgeschichte, die wir bald hören werden, vorgezeichnet durch die – wie es liturgisch korrekt heißt – drei österlichen Tage, Gründonnerstag, Karfreitag, Osternacht. Wir werden das Paschamysterium mit Jesus erleben, am Ölberg, im Abendmahlssaal, am Kreuz, im Grab…Und die Grundhaltung, zu der uns die Schriftstelle einlädt, ist einfach: Schau hin, im Blick auf das heutige Evangelium, mit den Augen der Leute, die am Wegrand stehen, mit den Jüngern, mit Judas, mit Petrus, mit dem Hohepriester, mit den Frauen. Schau hin, schau nicht weg…
Es gibt ein zweites Wort, das das ergänzt. Zusammenfassend sagt Matthäus am Ende des Evangelienabschnittes (und auch hier ist die revidierte Einheitsübersetzung deutlicher, näher am Text): Als er in Jerusalem einzog, da erbebte die ganze Stadt. σείω heißt das griechische Wort, das Sie kennen, wenn im Zuge von Erdbeben von Seismologie (Lehre von den Erdbeben) oder der Seismik die Rede ist. Und das kommt bei Matthäus nur noch 2 mal vor: beim Tod Jesu gibt es ein gewaltiges Erdbeben – wörtlich: die Erde wird erschüttert. Und bei der Auferstehung Jesu passiert das mit den Soldaten, die vor dem Grab wachen, sie zittern vor Angst. Also: Wie sollen wir hinschauen, so, dass es uns erschüttert, bewegt, verändert?
Auch wenn es das Wetter leider nicht gut mit uns meinte, feierten wir den Palmsonntag beeindruckend und stimmungsvoll. Ein Beginn im Auer-Welsbach-Park war leider nicht machbar, daher starteten wir mit der Segnung der Palmzweige im Vorraum der Kirche. Generalvikar Nikolaus Krasa, der von Diakon Arthur und 13 Minis unterstützt wurde, stand bereits zum neunten Mal seit 2012 am Palmsonntag unserer Zelebration vor. Unsere Ministrantinnen und Ministranten, die sich auf die Ereignisse schon seit Samstag vorbereitet und im kleinen Saal übernachtet haben, brachten uns gut vorbereitet und in verteilten Rollen gemeinsam mit GV Nikolaus die Matthäus-Passion nahe. Auch die kleinen Spiegel, die uns schon seit dem Aschermittwoch begleitet haben, standen erneut im Fokus und wurden von den Gläubigen vor dem mit Palmkätzchen geschmückten Altarkreuz niedergelegt.
Es war aber nicht nur der Gottesdienst zum Palmsonntag, sondern auch die Geburtstagsmesse für die Jubilarinnen und Jubilare des Monats März. Natürlich haben sie eine Kerze entzündet, bekamen am Ende der Eucharistiefeier jeweils einen Einzelsegen und dieses Mal auch einen speziellen Palmkatzerl-Zweig.
Mit einem Pfarrcafé ging der Vormittag in Schönbrunn-Vorpark zu Ende und wir haben einen guten Start in die Heilige Woche miterleben dürfen.
Danke für alle Vorbereitungen, für die Umsetzungen und das Mitfeiern.