Fastenzeit heißt nicht nur, weniger essen und trinken, sondern grundsätzlich ist der Sinn der Fastenzeit: Der ganze Mensch soll frei werden und sich selbst wiederfinden; er soll das einüben und verwirklichen, was wir durch die Taufe geworden sind: ein neuer Mensch, in dem Christus sichtbar wird.
Der Auftrag Christi heißt: nicht fordern, sondern schenken; nicht festhalten, sondern loslassen, sich selber lassen und wie durch den Tod hindurch das neue, größere Leben gewinnen. Unsere verkehrten Maßstäbe, sollen sich also „um-kehren“. Wir sollen umkehren. Der Übungsweg der Umkehr beginnt für uns Christ/innen am Aschermittwoch. Und weil uns sinnlichen Menschen Zeichen helfen, mit Herz und Verstand zu „be-greifen“, worum es geht, schenkt uns die Kirche dieses markante Zeichen des Aschenkreuzes.
Asche, ein Zeichen der Buße
Theologisch bezeichnet man die innere Umkehr von der Sünde (das Wort kommt von „absondern“) und auch die äußere Wiedergutmachung als „Buße“. Zum Wort „Buße“ haben wir oft Bilder im Kopf, die genau das Gegenteil von dem ausdrücken, was es eigentlich meint. Es geht nicht um Bestrafung, sondern um das Freiwerden von Schuld und die Umkehrung der „Absonderung“, also das Wiederfinden der Gemeinschaft mit den Menschen, von denen wir durch die Sünde getrennt waren.
Schon im Alten Testament wird Asche als ein Zeichen der Buße erwähnt. Der hautkranke Ijob muss am Aschehaufen vor der Stadt sitzen und stirbt den sozialen Tod. In der Kapitulation vor der Unbegreiflichkeit Gottes wird er am Ende aufatmen dürfen „in Staub und Asche“ (Ijob 42,6).
Das Aschenkreuz – ein Brauch aus dem Mittelalter
So versteht sich auch der mittelalterliche Brauch, umkehrwillige Büßer/innen mit Asche zu bestreuen und auf ihrem Weg zurück ins Leben – das heißt in die Gemeinschaft der Kirche – zu begleiten. In den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte mussten Menschen, die eine Kirchenbuße auferlegt bekommen hatten, in der Fastenzeit ein für alle erkenntliches Bußgewand tragen. Am Gründonnerstag wurden sie dann wieder in die Kirche aufgenommen und zum Empfang der Kommunion zugelassen.
Das Aschenkreuz
Unterzogen sich anfangs nur einige Frauen und Männer aus Solidarität mit den öffentlichen Sünder/innen ebenfalls diesem Ritus, wurde es im 10. Jahrhundert üblich, am Beginn der Vierzigtagezeit allen Gläubigen Asche entweder auf den Scheitel zu streuen oder damit ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen. Papst Urban II. empfahl 1091 die Aschenbestreuung für die gesamte Kirche. (vgl.: https://www.erzdioezese-wien.at/aschermittwoch)
Ich durfte diesen Übungsweg der Umkehr für mich persönlich 2020 auf zehn Monate im Rahmen von Exerzitien im Alltag ausdehnen. Die Erkenntnisse dieser Zeit möchte ich euch in einer kurz zusammengefassten 3-fachen Aufforderung mit auf den Weg durch die Fastenzeit geben:
Lasse dich lieben!
Lasse dich los!
Liebe gelassen los!
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2023/03/Aschenkreuzspende.jpg?ver=17402417579001600Petra Wasserbauerhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngPetra Wasserbauer2026-02-08 00:01:562026-02-01 13:02:40Was Buße bedeutet und warum es das Aschenkreuz gibt
Einen Tag nach der Weihe des neuen Erzbischofs von Wien Josef Grünwidl und am Sonntag des Wortes Gottes (25.01.2026) stellte Dr. Johann Pock in seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark die Frage, wie alles angefangen hat, und zeigte auf, wie die Tätigkeit Jesu begonnen hat und was daraus für uns folgt.
Wie hat alles angefangen? Das ist eine Frage, die man sich im Laufe des Lebens im Rückblick wohl so manchmal stellt. Wie hat alles angefangen, mit der Beziehung, mit meinem Beruf? Wie hat es angefangen mit einer Krankheit? Oder auch mit dem Glauben.
Oder im Umfeld der Bischofsweihe von Erzbischof Josef Grünwidl: Wie viele da gefragt haben, wie bei ihm alles angefangen hat – mit dem Glauben, mit seiner Liebe zur Musik, mit der Theologie und dem Priestersein.
Und auch die junge Kirche fragte sich: Wie hat alles angefangen?
Gerade die Bibel berichtet uns von den Anfängen: Vom Anfang der Welt in der Schöpfungserzählung; vom Anfang der Verheißungen; vom Anfang des berufenen Volkes. Und dann auch vom Anfang des christlichen Glaubens. Die ganze Bibel ist ein Glaubenszeugnis über Jahrhunderte hinweg.
Zu Weihnachten haben wir mehrfach gehört: „Am Anfang war das Wort“ – So beginnt das Johannesevangelium. Es ist eher griechisch-philosophisch ausgerichtet. Aber gerade auch der Sonntag des Wortes Gottes verweist auf die Bedeutung dieses Wortes.
Das Leitevangelium in diesem Jahr ist das Evangelium nach Matthäus. Es begleitet uns durch das ganze Kirchenjahr. Wie schildert er diese Anfänge?
1) Der Evangelist Matthäus erzählt von einem relativ unspektakulären Beginn: Jesus zieht sich nach seiner Taufe am Jordan zurück. Und er beginnt seine öffentliche Tätigkeit nicht im Zentrum des religiösen, gesellschaftlichen und politischen Lebens, also in Jerusalem, sondern in einer von vielen verachteten Gegend in Galiläa, in seiner Heimat. Er beginnt bei einem Volk, von dem schon Jesaja gesagt hat: Es ist ein Volk, das im Dunkel sitzt, in einem Land, das nicht nur von den Menschen, sondern auch vom Herrn verachtet ist.
Den Menschen, die im Land der Finsternis wohnen, will Jesus Licht aufstrahlen lassen; er will das drückende Joch und den Stock des Treibers zerbrechen. Er will das verachtete Land zu Ehren bringen. Die ersten, an die Jesus sich wendet, sind also nicht die Reichen, die Angesehenen, die Mächtigen, sondern die Verlassenen, die Verachteten, jene, die im Dunkel sitzen. Sein erstes Zeichen ist es, dass er sich auf die Seite der Armen stellt.
Also der erste Akzent am Anfang: Er geht an die Ränder; er geht zu den Armen; er verlegt das Zentrum seines Wirkens an die Peripherie.
2) Und was ist der erste Inhalt seiner Reden, seine ersten überlieferten Worte? Er verkündet: „Das Reich Gottes ist nahe“. Und er ruft zur Umkehr: „Bekehrt euch“.
Jesus will Menschen Hoffnung geben. Sie soll die Menschen, die im Dunkel sitzen, zur Umkehr befähigen. Sie soll helfen, sie von Verzweiflung zu befreien und ermutigen, Fehlhaltungen – Sünden – aufzugeben. Den Menschen Hoffnung geben und durch die Hoffnung Umkehr zu ermöglichen, ist ein zweites Prinzip christlichen Lebens und Wirkens.
Daher die Botschaft: Das, worauf ihr wartet, beginnt. Ihr stöhnt unter dem Joch des römischen Reiches. Ihr fühlt euch unterdrückt und unfrei. Doch Erlösung ist nahe: Der Messias; der Befreier.
Und deshalb: Ihr müsst euch ändern! Wenn Gott nahe ist, dann muss das Auswirkungen haben. Wenn Mächtige kommen, bereitet man den ganzen Ort; man schmückt alles; man will möglichst gut dastehen. Wenn Gott aber kommt, dann geht es um das Innere: Bereit euer Inneres; bekehrt euch.
Jesus verkündet das nahe Gottesreich – und die notwendige Umkehr.
3) Und nun drittens die Frage: Was tut Jesus?
Er redet nicht nur von Gottes Reich. Sondern er verkündet das Wort Gottes in einer Weise, die aufhorchen lässt: Er heilt Kranke, er bricht die Macht des Bösen, er vergibt Sünden. Diese Zeichen helfen den Menschen, an seine Botschaft zu glauben. Sein Wort, seine Handlungen stimmen überein. Er redet von der Befreiung durch Gott – und er befreit Menschen von dem, was sie belastet.
Zu diesen Handlungen Jesu gehört aber auch: Jesus sucht sich Mitarbeiter. Das heutige Evangelium berichtet, wie Jesus Menschen aus ihrer bisherigen Lebensweise herausruft, sie einlädt mit ihm zu gehen und zu wirken. „Kommt her und folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“. Sie sollen „Menschen fischen“. Das heißt: Sie sollen Menschen für das Reich Gottes gewinnen, indem sie an der Sendung Jesu Anteil haben.
Jesus sucht Mitarbeiter bewusst nicht aus der religiösen oder politischen Elite aus. Es sind einfache Fischer, Bauern, Handwerker… Und er führt sie ein in das, was ihm wichtig ist – indem sie ihn begleiten, ihm nachfolgen. Indem sie ihm zuhören und darauf achten, was er tut.
Dass er hier nur Männer aussucht, ist sicherlich der damaligen Zeit geschuldet, in der es nicht üblich war, dass Frauen herumzogen. Zugleich aber waren wichtige Frauen unter seinen Jüngerinnen dabei und haben zur Weitergabe des Wortes Gottes wesentlich beigetragen.
Letztlich sollen je nach ihrer Sendung alle Christinnen und Christen Mitarbeitende Jesu sein – und sie bedürfen dafür einer lebenslangen Schule. Sie sollen mit ihm gehen. Nur so werden sie fähig, das zu tun, was er ihnen aufträgt: Mithelfen, dass Menschen, die im Dunkel sitzen, ein Licht aufstrahlt.
Zusammenfassend gibt es also drei Akzente bei Matthäus: Jesus ist auf der Seite der Verstoßenen; er verkündet den Anbruch des Reiches Gottes; und er redet nicht nur, sondern befreit Menschen und holt sich dazu Mitarbeiter.
Nochmals die Frage vom Beginn: Wie hat alles angefangen?
Der Blick auf den Anfang ist wie ein Blick auf einen Kompass: Er ermöglicht uns, wieder die richtige Richtung einzuschlagen; den richtigen Weg zu finden – und das ist ein gemeinsamer Weg der Menschen mit Jesus. Er ist ein Weg der Verheißung, und nicht der Sicherheiten. Ein Wagnis; ein Gang an die Ränder. Aber zugleich doch auch mit einer Gewissheit: Wer Jesus folgt, dem wird es nicht langweilig; da verändert sich etwas. Es ist nicht immer leicht; es ist anspruchsvoll – aber er hat etwas zu bieten: Nämlich ein Leben, das lebenswert ist.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2026/01/Beginn-einer-Strasse-.jpg9001600Johann Pockhttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngJohann Pock2026-01-27 13:17:372026-01-27 13:17:37Wie hat alles angefangen? – Predigt
In seiner Predigt am 2. Sonntag im Jahreskreis (18.01.2026) in Schönbrunn-Vorpark nahm Dr. Nikolaus Krasa die Gemeinde mit auf eine Reise von Boskovitz über den Jordan nach Schönbrunn-Vorpark. Er bezog sich dabei auch auf den Tag des Judentums (heuer 17.1.), der seit dem Jahr 2000 am Vortag der Gebetswoche um die Einheit der Christen (heuer 18.-25.1.) begangen wird.
Boskovitz (tschechisch Boskovice), eine Kleinstadt, nördlich des sogenannten mährischen Karstes, liegt etwa 30 km von Brünn entfernt. Das Städtchen hat einiges zu bieten, eine aus dem 14. Jahrhundert stammende riesige Burg, ein klassizistisches Schloss, ein hübsche Pfarrkirche und eine wunderbar renovierte Synagoge aus dem 17. Jahrhundert. Keine Angst, ich beende diese Fremdenverkehrswerbung so schnell, wie ich sie begonnen habe (das Tourismusbüro Boskovice hat mich nicht bezahlt). Ich beginne in Boskovice, weil ich dort weinen musste. Und das, weil die Zahlen dort eine so deutlich und gleichzeitig fassbare (und damit letztlich unfassbare) Sprache sprechen. Vor 1939 lebten in Boskovic 400 Juden, etwa 40% der Bevölkerung (der Ort zählte damals 1000 Einwohner). Nach 1945 kamen nur 10 Juden in diesen Ort zurück. Ein Geschehen, Sie wissen es, das sich in ganz Europa abspielte, allerdings mit so großen Zahlen, dass sie eigentlich kaum fassbar sind. 400 von 1000 Einwohnern, nur mehr 10 zurück. Das ist vorstellbar und in der Grausamkeit dessen, was zwischen 1939 und 1945 geschehen ist, gleichzeitig unvorstellbar.
Was sind die geschichtlichen Wurzeln, die zu solchen Grausamkeiten geführt haben? Da gibt es leider einen starken Strang, der tief in die Geschichte der christlichen Kirchen eingeschrieben ist. Durch die Jahrhunderte. Schon lang vor der ‚Reichskristallnacht‘. Informieren Sie sich am Judenplatz im ersten Bezirk, lesen Sie die Biographie des Hl. Johannes Capistran, der als Prediger in Wien gewirkt hat, dem die Capistrankanzel ein deutliches Denkmal gesetzt hat. Wussten Sie, dass die Judenverfolgung im Zuge der Reconquista in Spanien dazu geführt hat, dass Juden aus Spanien in das Osmanische Reich geflüchtet sind, dabei ihr Wissen in Metallverarbeitung mitgenommen haben, die wiederum in das Gießen jener Kanonen eingeflossen sind, die während der Türkenbelagerungen gegen Wien zum Einsatz kamen …
Gut, dass unter diese Jahrhunderte lange Unheilsgeschichte das 2. Vatikanische Konzil zumindest verbal offiziell einen Schlussstrich gezogen hat: „Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgendjemandem gegen die Juden gerichtet haben.“ So einer der Schlusssätze im Konzilsdokument ‚Nostra Aetate‘.
Gemeinsames Erbe. Das lässt sich am heutigen Evangelientext schön durchexerzieren. Denn der Satz, den der Täufer über Jesus sagt, der uns aus der Liturgie so vertraut ist, schöpft genau aus diesem Erbe: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt“.
Lamm Gottes. Im Kontext des Johannesevangeliums klingt hier zunächst wohl die Geschichte des Paschalammes an – denn bewusst markiert Johannes in seiner Chronologie der letzten Stunden Jesu, dass zu der Zeit, als Jesus am Kreuz stirbt, im Tempel die Paschalämmer geschlachtet werden. Jenes Lamm also, dessen Blut an den Türstöcken der Israeliten den Todesengel vorübergehen lässt, während in den Häusern Ägyptens die Erstgeburt stirbt. Jenes Lamm, das dem Volk die Kraft gibt aufzubrechen, noch in der Nacht, in die weglose Wüste, um einen Weg in die Freiheit, in das gelobte Land zu finden.
Lamm Gottes – wer ein bisschen im Buch des Propheten Jesaja blättert, findet dort 4 Lieder, die von einem uns namentlich Unbekannten sprechen, der KnechtGottes genannt wird (weshalb diese Lieder auch Gottesknechtlieder heißen). Dieser Knecht Gottes ist so mit seiner Botschaft eins, dass er für sie stirbt – wie ein Lamm, heißt es dort, beim Schlachten, das seinen Mund nicht auftut. Dieser „Sühnetod“ wird aber gleichzeitig zum „Eye Opener“ für alle: „Durch seine Sünden sind wir geheilt.“ heißt es in diesem Lied. Der Gerechte, der unschuldig zum Brennpunkt des Bösen wird, der durch seinen Tod Veränderung bewirkt (vielleicht auch weil er Gewalt nicht mit Gewalt begegnet).
Und da sind wir wieder (wie beim Paschalamm) im Pentateuch gelandet. In Lev 16,8-21 wird im Zusammenhang mit dem Versöhnungstag (Jom Kippur) davon berichtet, dass das Los geworfen wird, wo ein Bock (Asasel genannt) ausgesondert wird, die Sünden des Volkes durch Handauflegung auf diesen Bock übertragen werden, und er in die Wüste gejagt wird. Der „Sündenbock“, wie Martin Luther ihn nennt. Einer, der die Last der Verfehlungen, der Vergehen der Gemeinschaft sozusagen stellvertretend trägt.
Diesen reichen Hintergrund bemüht Johannes, um zu beschreiben, wer denn dieser Jesus ist, besser, wer er für uns ist, noch besser: damit wir an ihn glauben und so Macht haben, Kinder Gottes zu sein (wie es im Prolog, den wir zu Weihnachten gehört haben, heißt).
In seiner Predigt am Fest der Taufe Jesu (11.01.2026) zeigte Dr. Johann Pock in Schönbrunn-Vorpark auf, was Gottes Gerechtigkeit ist, wie Jesus seine Sendung versteht und wie das mit Weihnachten zusammenhängt.
Von Papst Johannes XXIII werden einige ganz unerwartete Aktionen erzählt, mit denen er seine Umgebung verblüffte.
In der Zeit, als er noch Bischof in Venedig war, erhielt er eines Tages den Hinweis, einer seiner Priester sei Alkoholiker. Darauf sagte Johannes zu seinem Sekretär: „Da müssen wir hin!“
Vor dem Pfarrhaus angekommen, verwies man die beiden ins nächste Gasthaus, und Johannes schickte seinen Sekretär, dass er den Priester hole.
Der Sekretär kam zurück mit dem Priester, und Johannes nahm ihn mit zum Bischofspalast. Dort bot er dem Priester einen Stuhl an und sagte: „Bruder, setz dich! Ich möchte nämlich bei dir beichten!“
Was geschieht hier? Der Bischof schaut nicht verächtlich von oben auf den Trinker herab – er nimmt ihn in seiner Würde ernst, die er trotz seines Lasters hat. – Und damit gibt er ihm seine Würde wieder zurück.
Genau das wird heute von Jesus erzählt: Die Menschen strömten zu Hunderten zum Jordan, um von diesem Mann aus der Wüste, von Johannes, getauft zu werden; sie stiegen ins Wasser, erniedrigten sich, damit ihre Sünden abgewaschen würden.
Jesus hatte keine Sünden; er hätte es nicht nötig gehabt, sich anzustellen und zu erniedrigen – aber er tut es; er solidarisiert sich mit den Sündern; er begibt sich auf eine Ebene mit denen, die sich dort öffentlich als Sünder bekennen.
Und genau an diesem Ort bekennt sich Gott zu ihm: Dieser Mann, der sich nicht zu gut ist, sich unter die Sünder einzureihen, das ist mein geliebter Sohn! An ihm habe ich Gefallen.
Und auf diesen Jesus trifft auch das zu, was Jesaja 700 Jahre früher verkündet hatte: „Das ist mein Knecht, mein Erwählter.“
– Er zerbricht das geknickte Rohr nicht: D.h. er hält nicht denen, die gesündigt haben, auch noch Moralpredigten oder verheißt ihnen Strafen – ganz im Gegenteil: Er stellt sich auf ihre Stufe; er vergibt die Sünden; er stützt und heilt die Geknickten.
Jesus spricht selbst, dass er gekommen ist, Gerechtigkeit Gottes zu erfüllen: – „Gott, der gerechte Richter!“ – Man könnte vor diesem Richter Angst haben – im Blick auf das, was jeder von uns im Lauf seines Lebens falsch macht; wo jeder von uns gegen das Liebesgebot Gottes verstößt; wo wir nur unsere Pläne im Blick haben und nicht die Wünsche der Menschen um uns oder die Wünsche Gottes.
– Aber Jesus sagt: Gottes Gerechtigkeit ist nicht Strafe / nicht Verderben; es geht nicht um „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Gottes Gerechtigkeit ist barmherzig: Er weiß um die Schwächen der Menschen.
Er ist der, der bei Jesaja zu seinem Knecht sagt: „Du bist gesandt, blinde Augen zu öffnen, Gefangene zu befreien; Licht ins Dunkel zu bringen.“ (Jes 42,7).
Ja, Gott geht so weit, dass er sich selbst, seinen Sohn, für uns und für unsere Sünden opfert.
Das Fest „Taufe Jesu“ zeigt, wie Jesus seine Sendung versteht; wie Jesus seinen Auftrag, die Menschen zu retten, versteht: Nicht durch Strafe, sondern indem er sich auf eine Stufe mit uns stellt.
Und es zeigt, wer Gott für uns ist: nicht ein strafender Gott, der sich für unsere Sünden rächt; sondern einer, der versucht, einem jeden Menschen seine Würde zurückzugeben.
Dieser Sonntag schließt die Weihnachtszeit ab – und es ist konsequente Weiterführung dessen, was wir zu Weihnachten gefeiert haben: Gott ist sich nicht zu gut, herabzusteigen, sich auf die Ebene der Menschen zu begeben, um uns die Möglichkeit zu geben, zu ihm hinaufzusteigen.
Nach dem Weihnachtsfest, das uns an die Menschwerdung Gottes erinnert und uns auffordert, wie er als Mensch zu leben, bringt uns der Jänner drei weitere wichtige Impulse.
Am 17. Jänner wird auf Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich der Tag des Judentums begangen. Das Matthäusevangelium, das wir 2026 an den Sonntagen hören, weist uns am Anfang auf den „Ursprung Jesu Christi“ hin; Jesus wird als Nachkomme Abrahams und Sohn Davids bezeichnet; das bedeutet auch für uns: Der Ursprung des Christentums liegt im Judentum; Antijudaismus greift also auch die Wurzel unseres Glaubens an.
Vom 18. – 25. Jänner wird auch in Österreich die internationale „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ begangen. Während dieser Ökumene-Woche kommen Christen aus unterschiedlichen Konfessionen zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christenheit zu beten. Sowohl Papst Leo XIV. als auch Patriarch Bartholomäus I. haben rund um Weihnachten auf die Bedeutung der Einheit der Christen hingewiesen. Das Motto dieser Woche lautet in diesem Jahr: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“ (Eph 4,4).
Und schließlich steht am Ende dieser Woche am 25. Jänner der Sonntag des Wortes Gottes. Zu dessen Einführung 2019 hat Papst Franziskus geschrieben: „Dieser Sonntag des Wortes Gottes fällt so ganz passend in den Zeitabschnitt des Jahres, in dem wir unsere Beziehungen zu den Juden zu festigen und für die Einheit der Christen zu beten eingeladen sind. Es handelt sich dabei nicht um ein bloß zeitliches Zusammentreffen. Die Feier des Sonntags des Wortes Gottes ist von ökumenischer Bedeutung, denn die Heilige Schrift zeigt denen, die auf sie hören, den Weg, der beschritten werden muss, um zu einer authentischen und soliden Einheit zu gelangen.“
Nehmen wir diese Impulse, die uns auf die vielen Bücher der Bibel, in der wir das Wort Gottes im Wort von Menschen lesen und hören gerade in einer Zeit ernst, in der christliche Symbole und Zitate aus der Heiligen Schrift als Waffen gegen andere verwendet werden.
Papst Leo XIV. hat dazu in seinem ersten Lehrschreiben „Dilexi te“ (Deutsch: Ich habe dich geliebt) geschrieben: „Die Tatsache, dass praktizierte Nächstenliebe verachtet oder lächerlich gemacht wird, als handle es sich um die Fixierung einiger weniger und nicht um den glühenden Kern der kirchlichen Sendung, bringt mich zu der Überzeugung, dass wir das Evangelium immer wieder neu lesen müssen, um nicht Gefahr zu laufen, dass eine weltliche Gesinnung an seine Stelle tritt“. Der Journalist Otto Friedrich hat dazu betont: „Man muss die Botschaft Jesu immer aufs Neue meditieren und daraus ins Tun für andere Menschen und ins Handeln um der Menschen willen kommen“.
Setzen wir das in die Tat um, wozu uns Frère Roger Schutz, Gründer der Ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, aufgerufen hat: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast, und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.“
Wenn wir sagen ‚Das ist mein letztes Wort!‘ meint das etwas ganz anderes, als wenn Gott nach dem Wort des Anfangs auch sein letztes Wort spricht. Darüber predigte Dr. Christoph Benke zu Weihnachten (25.12.2025) in Schönbrunn-Vorpark.
Das ist mein letztes Wort: Wenn das kommt, hat ein Gespräch eine bestimmte Richtung genommen. Es ist an einem Punkt, an dem es kaum noch weiter geht. Mit Das ist mein letztes Wort steht etwas Endgültiges, Unumstößliches im Raum (eine Aussage, ein Entschluss), jedenfalls etwas mit großer Bedeutung. Das letzte Wort ist ein Schlussstrich.
Das Evangelium des Weihnachtstages bietet einen Kontrast. Es spricht nicht vom Letzten, sondern vom Anfang. Es geht ebenfalls um ein Wort. Aber dieses Wort ist der Anfang schlechthin: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
Im Anfang war das Wort. Das erinnert daran, wie die Heilige Schrift anfängt: „Und Gott sprach“ – so heißt es immer wieder im Buch Genesis. Alles hat mit einem Wort Gottes begonnen. Gott wollte sich öffnen, aus sich herausgehen, er tat es mit einem kreativen Wort. Seither war dieses Wort in der Welt, sozusagen in und mit der Schöpfung immer da. War das Schöpfungswort Gottes „letztes Wort“?
Nein, das war noch nicht Gottes letztes Wort. Gottes letztes Wort, das ist sein Zur-Welt-Kommen, sein Eingehen in die Materie, seine Fleischwerdung: Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. (Joh 1,14)
Das ist Gottes letztes Wort. Das ist nicht mehr zu toppen. Mehr und Anderes und Neues ist nicht zu erwarten. Deshalb müssen wir uns an den Sohn halten. Er hat Kunde gebracht. Wir dürfen vom Sohn, vom Kind, aus seiner Fülle empfangen und wir benötigen unser ganzes Leben, um ein wenig davon zu begreifen.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/12/XMAS-Buchstaben-aus-Holz.jpg10681600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2025-12-26 12:00:352025-12-30 12:26:56Das erste und das letzte Wort – Predigt
Über den vielfältigen Lärm der Welt, in den das Wort Gottes als Kind kommt, predigte Dr. Christoph Benke in der Heiligen Nacht in Schönbrunn-Vorpark.
Diese Nacht gilt als eine besondere Nacht, sogar als Heilige Nacht. Wir gehen auf die Mitternacht zu. Nachher werden wir Stille Nacht singen. Aber still ist es jetzt nicht und wird es nachher auch nicht sein. Unablässig fließt der Straßenverkehr, laut und aufdringlich. Man kann ihm nicht entkommen.
Der Geräuschpegel kommt nicht nur von der Straße. Die Welt als ganze macht Lärm. „Lärm der Welt“ meint nicht nur eine Anzahl von Dezibel. Der „Lärm der Welt“ besteht aus Dauerthemen: eine neue weltpolitische Lage, die ökologische Krise, Ukraine und Gaza, Terror, das Erstarken antidemokratischer Kräfte, das wirtschaftliche Tief, vier Wochen Nebel. Das macht Ein-Druck. Das wirkt wie eine andauernde Beschallung. Kaum auszuhalten, höchstens, indem man noch mehr Lärm macht gegen die nagende Angst.
Gibt es irgendwo dazwischen noch Ruhe und Frieden? Gibt es noch Hoffnung für die Welt? Was können wir dem Lärm der Welt entgegenhalten, damit er uns nicht hinunterzieht?
Wir feiern die Geburt eines Kindes. Gott kommt in die Welt, zu uns. An diesem göttlichen Kind können wir etwas ablesen. Das Kind ist ein, nein: Es ist das Wort Gottes. Es lautet: ‚Ich halte trotzdem zu dieser Welt‘. Das Christuskind ist das Dennoch Gottes.
Gott kommt als Kind, hinein in den Lärm der Welt. Der Lärm der Welt macht Ein-Druck. Das Kind ist klein und schwach. Ob es gegen den Lärm der Welt ankommt? Ob uns dieses Kind beeindruckt? Das liegt jetzt auch an uns, ist auch unsere Verantwortung.
Das Christus-Kind sucht – wie jedes Kind – Gehör. Denn es will uns sagen: Es gibt Hoffnung. Gott lässt seine Schöpfung nicht allein. Gott wird Mensch. Er teilt unser Leben, von Anfang bis zum Ende – und darüber hinaus.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/12/Gehoerschutz.jpg10671600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2025-12-25 09:37:122025-12-30 12:27:54Der Lärm der Welt und das Wort Gottes – Predigt
Nun bin ich fast im Rentenalter und kann daher schon vertrauliche Geschichten erzählen, die sonst verloren wären.
Meist mit dem Nachbarbuben habe ich in meiner Heimat Eslarn ministriert. Als wir dann so in die Pubertät kamen, verliebte sich mein Ministrantenkollege in die Organistin. Sie war in unserem Alter, 15. Die Frage war: Wie kann er sie „zufällig“ treffen, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen?
Wir umrundeten also nach der Messe die Kirche. Ich wollte aber irgendwann nicht mehr, gleichzeitig witterte ich meine Chance: Für jede Runde um die Kirche verlangte ich 50 Pfennig. Jeden Samstagabend wurden es fünf Runden. Und für diese 2 Mark fünfzig konnte ich mir schon eine halbe Pizza kaufen.
Wer verliebt ist, nimmt gerne Mühsal auf sich. Geld spielt keine Rolle mehr. Zumindest am Anfang. Wer verliebt ist, hört zu, nimmt die Gewohnheiten des Anderen an, bleibt beim Orgelspiel der Freundin sitzen, auch wenn es langweilt. Bald aber stellt sich die Frage: Wird aus dem Verliebt sein eine Liebe? Oder war es nur die äußere körperliche Attraktion?
Weihnachten ist der Charme, die Anziehungskraft des christlichen Glaubens. Sich in Weihnachten zu verlieben ist nicht schwer. Es ist attraktiv, verführerisch, blendend, kostbar.
Wird aus diesem Schwärmen aber ein Lieben? Ein Treu bleiben? Ein Hören auf das Innere? Kann ich durchhalten bis Ostern? Mit der Fastenzeit davor?
Das Kind möchte uns dazu ermutigen. Es lächelt uns an; man kann gar nicht anders, als darin verliebt zu sein. Das Kind will uns weiter nahekommen. Es geht: jeden Sonntag. Wer die Hand aufhält, wird es empfangen. „Das bin ich. Für dich“. Und das Stück Brot in der Hand lächelt uns liebend an, genauso wie aus der Krippe.
Gesegnete Weihnachten wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Martin Rupprecht
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/12/Bauernkrippe.jpg9001600Pfarrer Martin Rupprechthttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngPfarrer Martin Rupprecht2025-12-13 00:01:392025-12-13 10:11:11Wie ich mein erstes Geld verdiente … und was das mit Weihnachten zu tun hat
„Alle Jahre wieder, … !“ Was für ein Geschenk, dass wir diese Lieder, diese Kultur, diesen Glauben haben. Zu Weihnachten zeigt sich, was es heißt, aus einer Quelle trinken zu können. „Wie der Hirsch dürstet nach frischem Wasser, so dürstet meine Seele, Gott, nach Dir,“ heißt es im Psalm 42. Die Quelle des Glaubens gibt uns Kraft Gott zu suchen und ihn zu finden im Kind von Betlehem. Wie die Hirten ziehen wir hin und knien vor der Krippe, vor dem Geheimnis Gottes.
Vor jedem Besuch überlegen wir, was wir mitbringen. Was können wir dem Jesuskind anbieten? Am meisten doch uns selbst: unsere Versuche gut zu leben, für die Familie da sein, ein ehrliches, gesundes Leben zu führen.
Darum ist der Advent da: Zeit der Vorbereitung auf die Begegnung. Zeit der inneren Besinnung. Zeit der Nervosität, Zeit der Planung, damit das Fest gelingt.
Wenn wir den inneren Weg gehen, dann wird sich das Äußere fügen. Dann muss nichts perfekt sein. Dann reicht auch ein älteres Gewand für die Christmette.
Wie jedes Jahr lade ich ein, den Advent auch als Fastenzeit zu sehen: vielleicht weniger oder gar kein Fleisch (Sonntag ausgenommen), weniger Zigaretten, weniger Fernsehen, weniger … Verzicht bedeutet, nicht alles ausleben, worauf ich gerade Lust habe.
Von Herzen danke ich allen, die sich einbringen: danke für die Rorate und das Frühstück, danke für den Hl. Nikolaus und das Weihnachtsdorf, danke für die stille Anbetung und die Messe am Sonntag. Danke für das Konzert und den Rosenkranz! All das soll mit einstimmen in das große Lied: „Zu Betlehem geboren ist uns ein Kindlein.“
Ich wünsche Ihnen gesegnete Tage des Advents! Ihr Pfarrer Martin Rupprecht
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/12/Krippenfiguren.jpg9001600Pfarrer Martin Rupprechthttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngPfarrer Martin Rupprecht2025-12-01 00:01:252025-12-01 20:35:45Ein Wort zum Advent
War Jesus am Kreuz in guter oder schlechter Gesellschaft? Und was folgt daraus für uns? Darüber predigte Dr. Christoph Benke am Christkönigssonntag (23.11.2025) in Schönbrunn-Vorpark.
Mit wem man durchs Leben geht, kann man sich nicht immer aussuchen. In die Herkunftsfamilie wird man hineingeboren, ungefragt. Am Arbeitsplatz, im Büro gibt es Leute neben mir und vor mir. Aber da und dort kann ich steuern, mit welchen Leuten ich mich umgebe – ob ich mich sozusagen in guter oder schlechter Gesellschaft befinde.
Wir feiern heute das Christkönigsfest. Wir hörten einen kleinen Ausschnitt aus der Passion Jesu: Christus, der König und zwei Verbrecher neben ihm. Christus, der König, befindet sich in schlechter Gesellschaft, die zwei Verbrecher in guter Gesellschaft. Die zwei Verbrecher hängen am Kreuz mit Christus. Aus dieser Gemeinschaft können sie sich nicht mehr herausstehlen. Nägel halten alle fest.
Auf vielen Darstellungen der Kreuzigung Christi fehlen die beiden Verbrecher. Das ist schade. Sie waren nämlich die erste christliche Gemeinde. Die beiden Verbrecher bildeten die erste sichere, unauflösliche christliche Gemeinde. Christliche Gemeinde ist überall, wo Menschen versammelt sind, die Jesus nahe sind; so nahe, dass sie seine Verheißung hören können: dass dieser Jesus alles, was er ist, für sie ist; dass er alles, was er tut, für sie tut, so, dass sie von dieser Verbindung leben dürfen. Die erste christliche Gemeinde waren diese zwei Verbrecher.
Die zwei Übeltäter, die jetzt als Gekreuzigte bei ihm waren, hatten wohl zuvor kaum von Jesus gehört, geschweige denn, dass sie gläubige, bekehrte Leute waren. Im Gegenteil! Dafür aber konnten sie ihn jetzt nicht allein lassen, konnten nicht schlafen und auch nicht fliehen. Er und sie, sie und er waren verbunden – in Ewigkeit.
Christus starb nicht für eine gute, sondern für eine böse Welt; nicht für die Frommen, sondern für die Gottlosen. Wir müssen jetzt nicht erst Verbrecher werden. Aber wir sollten wissen: Menschen, die sich im Grunde für gut und in Ordnung halten, haben in dieser Szene keinen Platz – es sei denn im Gegenüber, inmitten der distanzierten Menge.
Wer ist Jesus, diesem ganz anderen König des Universums, wirklich nahe? Auf der Suche nach einer Antwort ist mit Überraschungen zu rechnen.
https://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2025/11/3-Kreuze.jpg9041600Dr. Christoph Benkehttps://www.pfarreburjan.at/wp-content/uploads/2022/12/logo-medium.pngDr. Christoph Benke2025-11-25 12:40:302026-01-19 08:07:56In guter oder schlechter Gesellschaft? – Predigt