Alle Beiträge, die zur Tansania-Reise von Pfarrer Martin im Jänner/Februar 2026 verfasst wurden.

Ende einer Reise, die nicht endet …

Ich bin so froh, dass alles gelungen ist, was wir uns vorgenommen haben. Dass auf den vielen Wegen, die wir unterwegs waren, nichts passiert ist. Doch noch viel größer ist die Freude, weil das Hilfswerk so gut geführt wird.

In meinem letzten Video gebe ich noch einen kleinen Eindruck von unserem Besuch. Leider ist nur ein kleiner Teil des Teams zu sehen. Insgesamt sind im Werk schon 25 Personen tätig, doch nicht alle haben den Weg aufs Video gefunden. 

Wir treten heute Nacht unsere Heimreise an – erschöpft, voller Erinnerungen und mit viel Freude im Herzen. Es wird noch ein langer Weg, bis wir wieder in Wien ankommen werden. Aber das gibt uns auch Zeit, unsere Erfahrungen auszutauschen.

Es war auf jeden Fall eine Reise, die mir viel Kraft für die nächsten Projekte geben wird. 

 

Eine große Herausforderung – a big challenge

Für junge Leute ist die Zeit zwischen der Hauptschule (Secondary School) und dem Beginn des Colleges oder des Gymnasiums herausfordernd: Sechs Monate, in denen sehr viele nichts tun können. Ein großer Teil ist orientierungslos und hängt deshalb auf der Straße herum. Viele Mädchen werden schwanger, weil sie sich mit Männern einlassen, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Für diese Zeit haben wir im Lernzentrum das Volontariat. Im Jahr 2025 waren es 17 Jugendliche, 2026 sind es 13 Jugendliche, die Vollzeit bei uns tätig sind. Sie werden von uns krankenversichert, bekommen akademische Kurse, erhalten ein Taschengeld und können von Montag bis Freitag im Zentrum frühstücken und mittagessen. Ihre Aufgaben sind Besuche in den Schulen, Teilnahme an Computerkursen, Vorbereitung der monatlichen Aktionen, Besuche der Familien der Schulkinder und vieles mehr. Gertrud aus dem YCB-Team betreut die Jugendlichen während ihres V0luntariats. So erhalten sie eine Lebensschulung und Orientierung.

Um den Ernst zur Gestaltung dieser Zeit zu begreifen, werden eigene Vereinbarungen feierlich unterzeichnet. Es sind wohl die ersten Verträge für die jungen Menschen.

Bei unserem Aufenthalt ist es dieser jugendliche Elan, der uns Hoffnung gibt.


Die Vereinbarung im Wortlaut

YOUTH CROSSING BOUNDARIES (YCB) FREIWILLIGENVEREINBARUNG

Diese Freiwilligenvereinbarung beschreibt die Beziehung zwischen Youth Crossing Boundaries (YCB) und dem Freiwilligen. Sie soll ein klares Verständnis der Rollen, Verantwortlichkeiten und Erwartungen beider Parteien gewährleisten.

1. Rechte der Freiwilligen

Mit Respekt, Fairness und Würde behandelt zu werden.
Eine Einweisung, Schulung und fortlaufende Unterstützung zu erhalten.
In einer sicheren und unterstützenden Umgebung zu arbeiten.
Klare Anweisungen vom Freiwilligenkoordinator zu erhalten.
Für ihre Beiträge anerkannt und geschätzt zu werden.
Eine Erstattung für genehmigte Auslagen (für lokale Freiwillige) oder angemessene Unterstützung und Versicherungsschutz (für internationale Freiwillige) zu erhalten.
Feedback zu geben und an Bewertungen teilzunehmen.

2. Pflichten der Freiwilligen

Pünktlich, zuverlässig und engagiert ihre zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen.
Die Richtlinien von YCB, die Mitarbeiter, andere Freiwillige und Mitglieder der Gemeinschaft zu respektieren.
Aufgaben verantwortungsbewusst auszuführen und bei Unsicherheiten um Anleitung zu bitten.
Die Vertraulichkeit von Informationen über YCB und die Gemeinschaft zu wahren.
Mit Ihrem Team zusammenzuarbeiten und Inklusion zu fördern.
YCB jederzeit positiv zu vertreten.
Den Freiwilligenkoordinator zu informieren, wenn Sie nicht teilnehmen können oder sich aus Ihrer Rolle zurückziehen möchten.
Sich im Büro und während der Aktivitäten angemessen zu kleiden und darauf zu achten, dass Ihr Erscheinungsbild gepflegt, respektvoll und professionell ist.
Seien Sie verantwortlich für alle Büroartikel, Geräte und Materialien, die Ihnen während des Freiwilligenprogramms anvertraut werden.

3. Verhaltenskodex für Freiwillige bei YCB

Als Freiwilliger bei Youth Crossing Boundaries (YCB) sind Sie ein Botschafter der Organisation und ein Vorbild in der Gemeinschaft. Um eine positive und respektvolle Erfahrung als Freiwilliger zu gewährleisten, wird von allen Freiwilligen erwartet, dass sie diesen Verhaltenskodex befolgen:

Verhaltensregeln
  • Seien Sie pünktlich, zuverlässig und engagiert bei der Erfüllung Ihrer Aufgaben.
  • Respektieren Sie die Richtlinien von YCB, die Mitarbeiter, andere Freiwillige und die Mitglieder der Gemeinschaft.
  • Führen Sie Ihre Aufgaben verantwortungsbewusst aus und bitten Sie bei Bedarf um Klarstellung.
  • Behandeln Sie Informationen über die Organisation und die Gemeinschaft vertraulich.
  • Fördern Sie Inklusion, respektieren Sie kulturelle Unterschiede und behandeln Sie alle Menschen mit Würde.
  • Arbeiten Sie kooperativ mit Ihrem Team zusammen und unterstützen Sie andere, wann immer dies möglich ist.
  • Vertreten Sie YCB in der Gemeinschaft jederzeit positiv.
  • Teilen Sie Ihr Feedback, Ihre Ideen und Erfahrungen mit, um das Programm zu verbessern.
  • Verwenden Sie keine beleidigende Sprache und beteiligen Sie sich nicht an Diskriminierung, Belästigung oder Mobbing.
  • Missbrauchen Sie keine Ressourcen von YCB und handeln Sie nicht in einer Weise, die dem Ruf der Organisation schadet.
  • Ersetzen Sie keine bezahlten Mitarbeiter und übernehmen Sie keine Aufgaben, die außerhalb Ihrer vereinbarten Verantwortlichkeiten liegen.
  • Geben Sie keine sensiblen Informationen über YCB oder die Gemeinde ohne Genehmigung weiter.
  • Ignorieren Sie keine Sicherheitsvorschriften oder Anweisungen Ihrer Vorgesetzten.
  • Verhalten Sie sich nicht in einer Weise, die Sie selbst oder andere gefährdet.
4. Leitung und Aufsicht

Die Freiwilligen werden vom Freiwilligenkoordinator beaufsichtigt, der ihnen Aufgaben zuweist und sie kontinuierlich unterstützt. Es werden Feedback-Gespräche und Bewertungen durchgeführt, um eine kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen.

5. Dauer des Dienstes

Diese Vereinbarung gilt für den zwischen dem Freiwilligen und YCB vereinbarten Dienstzeitraum, maximal jedoch für ein (1) Jahr. Freiwillige können ihren Dienst jederzeit mit einer angemessenen Kündigungsfrist beenden.

6. Vereinbarung

Ich, …………………………………………………………, habe diese Freiwilligenvereinbarung gelesen und verstanden. Ich verpflichte mich, meine Aufgaben nach besten Kräften zu erfüllen und die Richtlinien und Werte von YCB zu befolgen.

 
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Da wo der Pfeffer wächst …

Wer kennt das nicht: Man ist von jemandem total genervt und wünscht diese Person dorthin, wo der Pfeffer wächst. Wir wissen nun, wie es dort aussieht, denn heute haben wir einen Ausflug zu einer Gewürzfarm auf Sansibar gemacht.

Bei einer äußerst informativen und unterhaltsamen Führung in sehr gutem Deutsch haben wir erfahren, dass sehr unserer Lieblingsgewürze in Sansibar wachsen und teilweise von dort exportiert werden. Wir haben Ingwer, Kurkuma, Zitronengras, Muskat, Vanille, Nelken und Kardamom mit allen Sinnen erlebt und viel über deren Einsatzmöglichkeiten erfahren. Viele dieser Gewürze werden nicht nur zum Würzen von Speisen sondern auch für Kosmetika, Parfums und als Heilpflanze verwendet.

Wusstet Ihr, dass es eine Zimtpflanze gibt, deren Wurzeln nach Eukalyptus riechen?

Wir durften auch hier angebaute Früchte probieren: Mango, Ananas, Jackfruit, Orangen, rote Bananen, Cherimoya, Kokosnuss – es waren herrliche Aromen!

Auf Sansibar wachsen wahre Schätze, es gibt traumhafte Strände und der Tourismus blüht in den Ressorts und in Stone Town. Bewegt man sich jedoch nur wenige hundert Meter landeinwärts, ändert sich das Bild schlagartig. Die Armut ist überall zu sehen. Es sind sehr widersprüchliche Bilder. Hoffnung macht, dass der Tourismus Arbeitsplätze schafft und die Stipendiat/innen der Stiftung auf Sansibar nach dem erfolgreichen Collegeabschluss einen vergleichsweise gut bezahlten Arbeitsplatz in der Tourismusbranche gefunden haben.

Gisela Hax

Reflexionen

Hier ein paar Gedanken von meinem Reisebegleiter Georg:

Nach fünf ereignisreichen und anstrengenden Tagen in Daressalalam fahren wir gerade mit dem Schnellboot zur Insel Sansibar. Die eineinhalb Stunden im bequemen Sessel der Fähre sind eine gute Gelegenheit, über die bisherigen Eindrücke unserer Reise nachzudenken:

Martin war schon mehrfach in Tansania. Gisela und ich waren 2017 vor Ort. Die materielle Armut vieler Menschen ist bedrückend. Wir haben beim Besuch der Familien unserer Volunteers eindrücklich erlebt, wie ganze Familien in einem kleinen Raum mit löchrigem Wellblechdach leben, ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, ohne Kanalisation und ohne Müllabfuhr. Die Pfade und Straßen zu den Behausungen sind staubig und vermüllt, die offenen Abwasserkanäle stinken und sind ein Grund für viele Krankheiten. Es ist erschütternd zu sehen, dass es in Manzese keine menschenwürdige Infrastruktur gibt, die andernorts in Tansania durchaus vorhanden ist.

Bei unserem täglichen Spaziergang vom Hotel zu den Räumen der Stiftung können wir beobachten, wie schwer der Alltag für viele Bewohner/innen von Manzese ist. Sie versuchen ein paar Früchte oder Wasserflaschen zu verkaufen, oder sie schrauben auf offener Straße an alten Motoren herum in der Hoffnung, hierfür einen Käufer zu finden.

Welch ein Kontrast ist es da, wenn wir jeden Morgen in den Räumen der Stiftung (dort YCB genannt) ankommen, die auf dem Gelände der Pfarrkirche von Manzese liegen. Die YCB-Mitarbeiter/innen haben die Räume sehr schön gestaltet: Es ist sauber, die Wände sind frisch geweißt, es gibt Töpfe mit tropischen Pflanzen und alles ist einfach, aber sehr praktisch eingerichtet.

Es ist ein Ort, an dem wir uns schnell zu Hause fühlen, wo sich aber vor allem das YCB-Team, die Volunteers und Kursteilnehmer/innen wohlfühlen. Wir spüren und erleben, dass man dort gerne lernt, gemeinsam Pläne schmiedet, diskutiert und auch gemeinsam isst und feiert.

Dieser Ort hat eine Strahlkraft auf die gesamte Umgebung, durch die Stipendiat/innen, die Kursteilnehmer/innen und das Team um Alphonce. Aber auch durch die vielen Aktivitäten in Manzese wie zum Beispiel Müllsammeltage.

Martin hat von seiner Vision erzählt, dass Manzese eines Tages ein normales Stadtviertel von Daressalam sein wird. Das ist ein weiter Weg, aber wir spüren, dass die Arbeit von Alphonce und dem sehr engagierten YCB-Team, die an der Realisierung dieser Vision arbeiten, dafür sorgt, dass der Funken der Veränderung auf möglichst viele Menschen in Manzese überspringt.

Ich würde mich nicht wundern, wenn wir in 10 Jahren einen ganz anderen Stadtteil sehen werden.

 

Die Massai – Sympathie und Grausamkeit

Ihr Auftreten ist sympathisch, exotisch, faszinierend. Wenn sie auftauchen, werden die Mobiltelefone zum Foto gezückt. Und doch gibt es Aspekte dieser Tradition, die barbarisch und zerstörend sind: Mädchenbeschneidung und Frühverheiratung.

In den letzten Jahren haben wir verschiedene Organisationen unterstützt. Jetzt beginnen wir ein eigenes Projekt zusammen mit den „Sisters of the precious blood of Jesus“ in Arusha. Die Schwestern haben ein großes College mit 200 Schüler/innen. Sie pflegen auch gute Kontakte zu den Stammesführern der Massai.

Als Stiftung übernehmen wir dieses Jahr das Schulgeld für fünf Massai-Mädchen. Unser Team in Daressalam wird diese Mädchen mehrmals im Jahr besuchen und sie in eine bessere Zukunft begleiten. Eines unserer Teammitglieder ist Mama Agnes. Sie ist selbst Massai und versteht die Situation sehr gut.

Hier sieht man den Beginn eines neuen Lebens:

Die Arbeit im Hintergrund

Ehrenamt und professionelle Durchführung

Unsere anfängliche Initiative zur Vergabe von fünf Stipendien hat sich innerhalb von fünf Jahren in Tansania zu einem Unternehmen mit derzeit zehn Angestellten, drei Lehrern und 16 Volunteers entwickelt. Konnten wir im Jahr 2022 sechzehn Jugendlichen ein Stipendium geben und sie begleiten, so waren es im Jahr 2025 bereits 353 Stipendiat/innen.

Das Monatsgehalt der Angestellten liegt bei 50 Euro (Teilzeit) bis 250 Euro (Vollzeit) monatlich. Das ist das Lohnniveau in Tansania.

Viele Freiwillige …

Die Arbeit für die Stiftung in Österreich und Deutschland wird jedoch durch viele Unterstützer/innen ehrenamtlich geleistet. Da ist einmal der Vorstand der Stiftung: Waltraud Rupprecht am Sitz der Stiftung in Eslarn, zuständig für die Vertretung dort und Aktionen. Gisela Hax hält Kontakt zur Regierung der Oberpfalz. Als Diplomkauffrau hat sie das Controlling im Blick.

Beratend für den ganzen Finanzbereich und Betriebsablauf ist ihr Ehemann, Dr. Georg Hax, tätig. Er war vor seiner Pensionierung bei Siemens-Energy Leiter des Risikomanagements für den weltweiten Konzern. Ebenfalls in Deutschland ehrenamtlich tätig ist Stephan Binner, der die Finanzen regelt sowie die Jahresabrechnung mit Regierung und Finanzamt.

Das Rückgrat für all diesen Aufbau sind meine Geschwister mit deren Familien! Ihnen gebührt spezieller Dank!

In Österreich ist ebenfalls eine Schar liebevoller Menschen hochgradig engagiert für die Anliegen der Stiftung.

Herausgreifen will ich Andrea Kainz, die nicht nur die jährliche Buchhaltung managt, sondern viel Büroarbeit erledigt. Dann Sabine Nadler-Valent und Michael Valent, die die Websites von Pfarre und Stiftung gestalten, alle Artikel online stellen und während meiner Reisen die Abende für die täglichen Online-Berichte opfern. Roman Temper, der die Website der Stiftung erstellt hat und Lösungen für alle technischen Probleme finden muss, Clemens Pollheimer, der unermüdlich und voller Kreativität die Sozialen Medien füllt. Und dann noch eine vielversprechende Anzahl in unserer Pfarre Hildegard Burjan.

…  und viele Freigiebige

Viele Spenderinnen und Spender haben mitgeholfen, sodass ich voller Überzeugung sagen kann: „Ihr habt Leben gerettet!“

Ein Grundprinzip der Stiftung ist, alle Spenden vollständig für die Projekte zu verwenden. Deshalb werden die Reisen und alle damit verbundenen Ausgaben selbstverständlich von den Mitreisenden und auch mir privat bezahlt.

Ordentliche Verwendung

Zurück zur Reise: Heute haben wir die neue Software der Buchhaltung besprochen und das Budget verabschiedet. Damit ist sichergestellt, dass wir auch mit der wachsenden Organisation volle Transparenz gewährleisten und auf einem internationalen Standard agieren.

Danke Euch allen für Euer Vertrauen! Asante sana!

Buchhalter Arion erklärt die neue Software

P.S.: Besonderer Dank gehört den Sternsinger/innen, die jedes Jahr im 15. Bezirk unermüdlich von Tür zu Tür gehen und deren halber Erlös (2026: 18.000 Euro) in dieses Zentrum in Daressalam investiert wird.

P.P.S.: Während unserer Sitzung wurde draußen das Abendessen für uns gekocht:

Eine Köchin aus Dar es Salaam bereitet das Abendessen für die Besucher/innen

Eine primitive offene Feuerstelle

Tag der Tränen – mit Lächeln

Heute haben wir sieben „Wohnungen“ unserer Volunteers besucht.

Volunteers sind jene Jugendlichen, die von unserem Lernzentrum ein Stipendium erhalten. Nach der Hauptschule dauert es noch sieben Monate bis das College beginnt. In dieser Zeit arbeiten sie Vollzeit im Zentrum mit. Sie können hier zwei Mal am Tag essen, was in ihren Familien meist nicht der Fall ist.

Wie zu sehen ist, wird kein Unterschied zwischen christlichen und muslimischen Jugendlichen gemacht. Alle wachsen in Gemeinschaft auf, beten auf ihre Weise und lernen miteinander und trotz aller Unterschiede eine gemeinsame Zukunft zu gestalten.

Die Familien der Volunteers empfangen uns mit einem Lächeln in den meist Ein-Zimmer-Verschlägen. Innen wollen, können wir gar nicht fotografieren. Viele Tränen fließen. Das Leid bewegt uns alle. „Wenn ich das nicht persönlich gesehen hätte, würde ich es nicht glauben,“ so manche aus unserer Gruppe.

In keiner dieser Hütten gibt es Wasser. Es wird mit 10-Liter-Kanistern von Leitungen geholt, die irgendwo aus dem Boden ragen. Ein Abwassersystem gibt es natürlich auch nicht. Das erklärt, warum alle hier Wohnenden die Malaria bekommen.

Für das Foto lächeln die Menschen und beten, weil sie Hoffnung haben, dass wir ihren Kindern eine Zukunft geben.

Morgen steht der Besuch von drei weiteren Familien auf dem Programm.

Überwältigt von den Eindrücken

Die Müdigkeit der Reise bringt nicht viel Worte hervor. In überschäumender Weise empfängt uns das Team des Lernzentrums.

Danach fahren wir gleich mit den kleinen dreirädrigen Mopeds, die ich Tuk-tuks nenne (die aber Bajaji heißen), zu zwei Grundschulen im wohl ärmsten Bezirk von Dar es Salaam. Die Einrichtung ist äußerst einfach, aber der Empfang ist voller Herzlichkeit.

Anlässlich unseres Besuches hat unser Zentrum für 20 Kinder der Volksschule gekocht. Die Kinder sind begeistert, als wir das Essen austeilen. Davor haben uns die Kids noch mit tollen Vorführungen, unter anderem einer Modenschau, überrascht. Die Bilder sprechen für sich.

 

Istanbul

Warten auf dem Flughafen, Stunden um Stunden vergehen: Zeit, Lebenszeit. Ich denke an das Wort der Bibel: „Vor dir sind tausend Jahre wie ein Tag. Lehre uns, Herr, unsere Tage zu zählen.“ In der Wartezeit mache ich ein Experiment und frage ChatGPT, was dieser Satz aus der Bibel bedeuten kann. Die Antwort der KI: Gemeint ist a) die Begrenztheit des Lebens anzuerkennen b) das Leben verantwortlich zu führen oder c) die Zeit als Gabe zu verstehen alles mit dem Ziel: „…damit wir ein weises Herz erlangen“.

Gleich geht es weiter, sieben Stunden Flug von Istanbul nach Daressalam. Zeit genug, um über das vergangene Jahr nachzudenken.

2025 – ein Rückblick

Das Jahr 2025 war für unsere Organisation ein bedeutungsvolles und fortschrittliches Jahr. Durch Engagement, Teamarbeit und die unerschütterliche Unterstützung unserer Wohltäter/innen konnten wir unsere Aktivitäten zielgerichtet und wirkungsvoll durchführen. Jeder in diesem Jahr erreichte Meilenstein ist ein Spiegelbild der gemeinsamen Anstrengungen, der Widerstandsfähigkeit und der gemeinsamen Vision, positive Veränderungen zu bewirken.

Jijenge Empowerment Programm

Das neue Jijenge Empowerment Programm wurde am 7. März 2025 offiziell ins Leben gerufen, mit dem Ziel, junge Menschen – insbesondere junge Frauen – durch praktische, berufsorientierte Fähigkeiten zu stärken. Das Programm reagiert auf den Bedarf an beruflicher Bildung, der Entwicklung von Lebenskompetenzen und der wirtschaftlichen Stärkung junger Menschen in Manzese und Umgebung.

Der Erfolg in Zahlen …

Die erste Gruppe umfasste 25 Lernende, darunter 21 Frauen und 4 Männer, die sich wie folgt verteilten: 15 Lernende im Bereich Schneiderei (Adam-Klasse), 10 Lernende im Bereich Informatik (Eve-Klasse). Das Programm fördert den Aufbau von Kapazitäten, die Entwicklung von Lebenskompetenzen und das Engagement in der Gemeinschaft, um die Selbstständigkeit junger Menschen zu unterstützen.

… und in Bildern

Einmal im Monat veranstalten wir ein Projekt für den ganzen Wohnbezirk. Im März haben wir zum Beispiel 1.200 Frauen im Marktviertel besucht und ihnen hilfreiche Geschenke gebracht, mit dem Ziel, sie am Internationalen Frauentag zu ermutigen und sich zusammenzuschließen. Hier das Video dazu:

Ein großes Dankeschön

Wenn wir auf dieses Jahr zurückblicken, erkennen wir die Anleitung, Unterstützung und Zusammenarbeit von Freiwilligen, Partner/innen, Spender/innen und der gesamten Gemeinschaft an und schätzen sie sehr. Ihr anhaltendes Engagement hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir unsere Ziele erreichen und unseren Einfluss ausweiten konnten. „Dankt dem Herrn, denn er ist gut; seine Huld währt ewig.“Psalm 107:1

Aufbruch zur Reise – des Lebens

Morgen fahren wir los – schon wieder: Flughafen, Istanbul, Daressalam/Tansania. Vor zwei Jahren sagte ich mir noch: „Fang nichts Neues an. Schon gar kein Hilfswerk.“ Ohne es zu wollen, ist es dann doch eines geworden.

Warum? Die jungen Leute in Tansania, in Kenia, in Pakistan, in Äthiopien und unsere Ministrant/innen aus Burundi und dem Kongo haben gerufen. Sie haben mich ermutigt, haben Fragen gestellt, haben gesagt, dass sie sich eine Ausbildung wünschen.

Wie alles begann

So sind meine Reisen entstanden: 2002 war ich mit Sr. Betty zum ersten Mal in Afrika. Dann kam 2014 der Besuch in Daressalam. Ich fand einen zuverlässigen Mann, Alphonce, und mit ihm begannen 2019 beim nächsten Besuch die Pläne zu reifen. Das Lernzentrum in Manzese entstand.

Im Jahr 2021 kam der nächste Besuch, immer mit Freund/innen. Es folgte die Anerkennung durch die Regierung und die Erweiterung des Teams. 2023 fand ein vierwöchiger Lerneinsatz mit jungen Erwachsenen statt.

2024 startete die Planung mit dem Team. Ende des Jahres wurde ein eigenes Ausbildungsjahr, „Vocational training“, mit Computern, Nähmaschinen und vielem mehr eingerichtet. 2025 kamen Alphonce, Buchhalterin Magareth und Sr. Betty nach Österreich und Bayern. Und jetzt, 2026, sind wir wieder unterwegs.

Warum das alles?

Was mich bewegt, ist die Bereitschaft der jungen Menschen sich ausbilden zu lassen, etwas zu gründen, das Land mit aufzubauen. Doch es fehlen ihnen die Möglichkeiten. Diese wollen wir zur Verfügung stellen. „Wir teilen, was wir haben“, so unser Motto: Geldmittel, Glaube, Gebet, Arbeit für eine bessere, geeinte Welt.

Es ist ein Heimkommen

Zu meiner Priesterweihe hat mir ein Priester meines Heimatortes Eslarn eine Madonna geschenkt. Er hatte sie selbst geschnitzt. 2023 habe ich diese Madonna in unser Zentrum Daressalam gebracht. Aus dem Büro ist somit gleichzeitig ein Ort des Gebetes geworden.

Wenn ich also morgen dorthin aufbreche, fahre ich nicht weg, sondern komme heim. Dafür danke ich Gott, der mich berufen hat und der uns alle Mauer überspringen lässt.

Danke euch allen, den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern für euer Vertrauen!