„Ich geh‘ mit meiner Laterne …“ – was der Martinstag noch bedeutet
Es ist fast ein „Muss“, mit dem Kind eine Laterne für den Martinsumzug zu basteln. Auch wenn manche nur mehr „Laternenfest“ sagen, so lässt sich der Ursprung, die Geschichte des Heiligen Martin, kaum vermeiden. Gott sei Dank!
Die eine Botschaft ist das Teilen; die andere Botschaft steckt in der Lebensgeschichte des Hl. Martin. Er entdeckte Christus und wurde zuerst Mönch. Als solcher wollte er verborgen leben. Er wollte einfach im Gebet mit Gott eins sein und in der Nächstenliebe anderen zu diesem Leben der Harmonie mit Gott verhelfen.
Seine Heiligkeit konnte aber nicht verborgen bleiben, darum zerrten ihn die Bewohner der Stadt Tours aus dem Gänsestall und machten ihn zu ihrem Bischof. Aus dieser Zeit gibt es viele Berichte über ihn: „Martinus betete ohne Unterbrechung, auch wenn er anscheinend etwas anderes tat … In seinem Mund war nichts anderes als Christus, in seinem Herzen wohnten nur Güte, nur Friede, nur Erbarmen.“
Auch von seinem Abschied als Soldat gibt es den Bericht vom Schriftsteller Sulpicius Severus. Martins Absage an den Kaiser: „Bis heute habe ich dir gedient, Herr, jetzt will ich meinem Gott dienen und den Schwachen. Ich will nicht mehr länger kämpfen und töten. Hiermit gebe ich dir mein Schwert zurück. Wenn du meinst, ich sei ein Feigling, so will ich morgen ohne Waffen auf den Feind zugehen.“
In einem Brief von Sulpicius Severus an den Diakon Aurelius schreibt er über den hl. Martin, kurz nach dessen Sterben: „Welch ein Held! Von unaussprechlicher Frömmigkeit und Barmherzigkeit! Die Liebe, die in der frostigen Welt auch bei Heiligen Tag für Tag erkaltet, brannte in seinem Herzen bis zum Ende, ja sie vermehrte sich noch tagtäglich. Siehe, wieder fließen die Tränen, … da Martinus von mir gegangen ist? … Glaube es mir, Martinus wird nicht von uns weichen: er wird bei uns sein, wenn wir von ihm reden, er wird zugegen sein, wenn wir beten.“
Beenden wir also unseren Tag mit dem Abendgebet und fügen hinzu: „Hl. Martinus, bitte für uns!“
Pfarrer Martin Rupprecht

Alexander Fox | Pixabay
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