Das Licht der Verklärung
In seiner Predigt in Schönbrunn-Vorpark stellte GV Dr. Nikolaus Krasa am 2. Fastensonntag (01.03.2026) zunächst die Brücke zum Aschermittwoch (Christus widerspiegeln) und zum ersten Fastensonntag (Wie schaut mich die Welt an, und wie schaue ich sie an?) her. Dann stellte er anhand einer Ikone das besondere Licht der Verklärung, das die ganze Schöpfung erfasst, ins Zentrum.
Der vergangene Sonntag hat uns mit einer Frage auf den Weg durch die Woche geschickt: Wie schaut mich die Welt an, und wie schaue ich sie an? Auf die 1. Frage haben beide Bibelstellen, die erste Lesung (vom Sündenfall, wie wir das nennen) und das Evangelium (von der Versuchung Jesu) geantwortet: Sie schaut dich zumindest ambivalent an, sie schaut dich auch mit der Sprache der Schlange oder der des Versuchers an: Benütze sie, um dich groß, stark, mächtig zu machen, um für dich schnellen Gewinn daraus zu ziehen. Für den zweiten Teil der Frage haben wir zwei Antwortmöglichkeiten gesehen und die möglichen Konsequenzen aus dieser Antwort. Da war die Antwort des Menschen (ich erspare mir jetzt das Auseinanderdividieren von Adam und Eva, mache das ähnlich wie Paulus in der Römerbrieflesung, der einfach vom Adam, vom Menschen, spricht). Also die Antwort des Menschen, die zu dieser Stimme Ja sagt mit der Konsequenz, dass man sich letztlich nicht mehr anschauen kann (Adam und Eva bekleiden sich) bzw. auch von Gott nicht mehr ansehen lassen will. Die Klarheit des Spiegels wird getrübt (um das Bild zu verwenden, das wir mit den Kindern beim Aschenkreuz verwendet haben), und man sieht im Spiegel nichts mehr – man spiegelt nichts mehr wider – nicht mehr wie Paulus in 2 Kor 3, letzter Vers sagt: ‚Wir spiegeln mit enthülltem Antlitz die Herrlichkeit Christi wider.‘
Die andere Antwort, die Jesu, führt uns eigentlich schon ins heutige Evangelium. Sie erinnern sich an die Antworten Jesu: Es sind Bibelstellen, und in jeder dieser Bibelstellen wird Gott genannt: Gott gibt das Brot, er nährt, Gott soll man nicht versuchen, Gott soll man anbeten, er ist Fundament, auf ihn soll man ausgerichtet bleiben … Und damit sind wir eigentlich mitten im heutigen Evangelium gelandet. Geht das, wäre letztlich die Frage, die Wirklichkeit so anzusehen, wie Jesus das tut? Ist das nur ein frommer Wunsch, oder geht das, und was passiert dann?

Eine Beobachtung noch: Ein unscheinbares Detail, das aber entscheidend ist – die zwei Verba im ersten Satz des Evangeliums. Was tut Jesus mit seinen Jüngern? Er nimmt sie beiseite und dann – so die Einheitsübersetzung – bringt er sie auf einen hohen Berg. Das könnte man pointierter übersetzen. Im Griechischen steht dort: ἀναφέρει, und das heißt wörtlich: Er trägt sie hinauf. Der Weg zur Verwandlung (so heißt die Verklärung eigentlich auf Griechisch) ist mühsam, führt einen Berg hinauf. Aber auf diesen Berg hinauf gehst du nicht allein. Jesus trägt dich. Und wie er das tut, davon erzählen die Evangelien der drei kommenden Sonntage.

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Diakon Martin Rögner