Der Lärm der Welt und das Wort Gottes – Predigt

Dr. Christoph BenkeÜber den vielfältigen Lärm der Welt, in den das Wort Gottes als Kind kommt, predigte Dr. Christoph Benke in der Heiligen Nacht in Schönbrunn-Vorpark.


Diese Nacht gilt als eine besondere Nacht, sogar als Heilige Nacht. Wir gehen auf die Mitternacht zu. Nachher werden wir Stille Nacht singen. Aber still ist es jetzt nicht und wird es nachher auch nicht sein. Unablässig fließt der Straßenverkehr, laut und aufdringlich. Man kann ihm nicht entkommen.

Der Geräuschpegel kommt nicht nur von der Straße. Die Welt als ganze macht Lärm. „Lärm der Welt“ meint nicht nur eine Anzahl von Dezibel. Der „Lärm der Welt“ besteht aus Dauerthemen: eine neue weltpolitische Lage, die ökologische Krise, Ukraine und Gaza, Terror, das Erstarken antidemokratischer Kräfte, das wirtschaftliche Tief, vier Wochen Nebel. Das macht Ein-Druck. Das wirkt wie eine andauernde Beschallung. Kaum auszuhalten, höchstens, indem man noch mehr Lärm macht gegen die nagende Angst.

Gibt es irgendwo dazwischen noch Ruhe und Frieden? Gibt es noch Hoffnung für die Welt? Was können wir dem Lärm der Welt entgegenhalten, damit er uns nicht hinunterzieht?

Wir feiern die Geburt eines Kindes. Gott kommt in die Welt, zu uns. An diesem göttlichen Kind können wir etwas ablesen. Das Kind ist ein, nein: Es ist das Wort Gottes. Es lautet: ‚Ich halte trotzdem zu dieser Welt‘. Das Christuskind ist das Dennoch Gottes.

Gott kommt als Kind, hinein in den Lärm der Welt. Der Lärm der Welt macht Ein-Druck. Das Kind ist klein und schwach. Ob es gegen den Lärm der Welt ankommt? Ob uns dieses Kind beeindruckt? Das liegt jetzt auch an uns, ist auch unsere Verantwortung.

Das Christus-Kind sucht – wie jedes Kind – Gehör. Denn es will uns sagen: Es gibt Hoffnung. Gott lässt seine Schöpfung nicht allein. Gott wird Mensch. Er teilt unser Leben, von Anfang bis zum Ende – und darüber hinaus.