Jesus und seine Versuchungen – und ich und meine Versuchungen
Gleich am ersten Fastensonntag lesen wir jedes Jahr die Bibelstelle, in der Jesus in der Wüste fastet und gleich von mehreren Versuchungen gelockt wird. Sicher auch weil die Bibelstelle mit den Worten beginnt: „Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.“ So sehen wir die Parallele zwischen der Fastenzeit von Jesus und unserer Fastenzeit – beide 40 Tage.
Doch vielleicht auch wegen der Versuchungen: Jesus kannte sie – und wir kennen sie. Vielleicht können wir auch da Parallelen sehen und zumindest 2-3 Fragen in diese Wochen mitnehmen.
- Der Versucher hat nicht irgendwelche okkulte dämonische Formeln geflüstert. Er hat die Bibel zitiert, gleich zweimal. Die Versuchung kommt also im Gewand des Guten. Wie ist das bei Einflüssen, die mich umgeben? Was schaut auf den ersten Blick nach etwas Gutem aus, ist aber nur Fassade, wenn ich genauer hinschaue? Und was steckt dahinter? (z.B. Ordnung, die zur Fessel wird; Unterhaltung, die zerstreut; Genuss, der süchtig macht …)
- „Das alles will ich dir geben, …. wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.“ Was für ein tolles Angebot, doch für welchen Preis/mit welchen Begleitfolgen. Heiligt wirklich der Zweck die Mittel? Wie ist das mit dem tollen billigen Tool, das genau das richtige für unsere nächste Jugendaktion ist … wenn es in einem Umerziehungslager in Asien produziert und über online Plattformen beziehbar ist? Welche Begleitfolgen nehme ich in Kauf für tolle Angebote? Oder wo widerstehe ich?
- Die Versuchung kommt nicht nur einmal, sondern dreimal aus drei verschiedenen Richtungen. Was ist meine „offene Flanke“, auf die ich besonders achten könnte?
Und schließlich der hoffnungsvolle Ausblick unseres „Role Models“ Jesus. Er erkennt diese Dynamiken und widersteht … und die Engel dienen ihm. Vielleicht machen auch wir die Erfahrung, dass uns bei mehr Bewusstheit und Ausdauer auf einmal Kräfte stärken, die aus Gott unbedingter Liebe stammen.

von Laura Baker auf Unsplash
Pfarre Hildegard Burjan | Erwin Gruber