Vierter Fastenimpuls: Sind vielleicht die Augen des Herzens verklebt?
Diese Woche habe ich im Kindergarten als Jesusgeschichte eine Blindenheilung erzählt. Ein Kind hat gemeint: „Vielleicht waren seine Augen verklebt“.
Wir haben uns dann die Frage gestellt: Sind manchmal auch die Augen unseres Herzens verklebt?
Den vierten Sonntag der Fastenzeit nennen wir Freudensonntag. Auch an diesem Tag lesen wir eine Blindenheilung (Joh 9, 1-41). Aus der Fülle der wichtigen Themen, die sie enthält, und dem Bündel an Fragen, die sie aufwirft, möchte ich nur drei stellen. Vielleicht darf ich auch dich/Sie dazu einladen, sie ein bisschen mit in den Alltag zu nehmen, ob beim Straßenbahnfahren, auf der Parkbank im Sonnenschein oder mitten im ganz normalen Chaos.
- Wo sind vielleicht auch meine Augen verklebt? Wo schaue ich weg, was konnte ich bisher noch nie entdecken oder so sehen? (vielleicht passend zur Bibelstelle: wirklich geliebt zu sein, für manches die Schuld nicht bei mir zu suchen … vielleicht aber auch etwas ganz anderes)
- Wo ist es schon geschehen, dass Jesus mich richtig berührt (hat), und ich Heilung erfahre? (übrigens: im Evangelium vom Sonntag ist es in erster Linie ein Geschenk, sehen zu können, aber nach der Berührung muss der Blindgeborene auch selbst etwas dazu tun, dass es wirksam wird.)
- Wann öffnet sich mein Herz so, dass sogar das „Licht der Welt“, das Licht Gottes hineinstrahlt? Hat dies auch dich schon (manchmal) stärker, entschiedener, bewusster, ausstrahlender gemacht – wie den Blindgeborenen?
Wenn du bei einer der vielen anderen Fragen der Bibelstelle hängen geblieben sind, ist jetzt wohl diese dran, dann bleibe gern bei deiner Frage. Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass du in dieser verrückten Welt und deinem ganz normalen Alltag die Woche auch ein bisschen offenere Augen dafür bekommst, wo dir Gott auch Freude schenken und dich berühren möchte.



Pfarre Hildegard Burjan | Erwin Gruber