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Was Buße bedeutet und warum es das Aschenkreuz gibt

Fastenzeit heißt nicht nur, weniger essen und trinken, sondern grundsätzlich ist der Sinn der Fastenzeit: Der ganze Mensch soll frei werden und sich selbst wiederfinden; er soll das einüben und verwirklichen, was wir durch die Taufe geworden sind: ein neuer Mensch, in dem Christus sichtbar wird.

Der Auftrag Christi heißt: nicht fordern, sondern schenken; nicht festhalten, sondern loslassen, sich selber lassen und wie durch den Tod hindurch das neue, größere Leben gewinnen. Unsere verkehrten Maßstäbe, sollen sich also „um-kehren“. Wir sollen umkehren. Der Übungsweg der Umkehr beginnt für uns Christ/innen am Aschermittwoch. Und weil uns sinnlichen Menschen Zeichen helfen, mit Herz und Verstand zu „be-greifen“, worum es geht, schenkt uns die Kirche dieses markante Zeichen des Aschenkreuzes.

Asche, ein Zeichen der Buße

Theologisch bezeichnet man die innere Umkehr von der Sünde (das Wort kommt von „absondern“) und auch die äußere Wiedergutmachung als „Buße“. Zum Wort „Buße“ haben wir oft Bilder im Kopf, die genau das Gegenteil von dem ausdrücken, was es eigentlich meint. Es geht nicht um Bestrafung, sondern um das Freiwerden von Schuld und die Umkehrung der „Absonderung“, also das Wiederfinden der Gemeinschaft mit den Menschen, von denen wir durch die Sünde getrennt waren.

Schon im Alten Testament wird Asche als ein Zeichen der Buße erwähnt. Der hautkranke Ijob muss am Aschehaufen vor der Stadt sitzen und stirbt den sozialen Tod. In der Kapitulation vor der Unbegreiflichkeit Gottes wird er am Ende aufatmen dürfen „in Staub und Asche“ (Ijob 42,6).

Das Aschenkreuz – ein Brauch aus dem Mittelalter

So versteht sich auch der mittelalterliche Brauch, umkehrwillige Büßer/innen mit Asche zu bestreuen und auf ihrem Weg zurück ins Leben – das heißt in die Gemeinschaft der Kirche – zu begleiten. In den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte mussten Menschen, die eine Kirchenbuße auferlegt bekommen hatten, in der Fastenzeit ein für alle erkenntliches Bußgewand tragen. Am Gründonnerstag wurden sie dann wieder in die Kirche aufgenommen und zum Empfang der Kommunion zugelassen.

Das Aschenkreuz

Unterzogen sich anfangs nur einige Frauen und Männer aus Solidarität mit den öffentlichen Sünder/innen ebenfalls diesem Ritus, wurde es im 10. Jahrhundert üblich, am Beginn der Vierzigtagezeit allen Gläubigen Asche entweder auf den Scheitel zu streuen oder damit ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen. Papst Urban II. empfahl 1091 die Aschenbestreuung für die gesamte Kirche. (vgl.: https://www.erzdioezese-wien.at/aschermittwoch)

Ich durfte diesen Übungsweg der Umkehr für mich persönlich 2020 auf zehn Monate im Rahmen von Exerzitien im Alltag ausdehnen. Die Erkenntnisse dieser Zeit möchte ich euch in einer kurz zusammengefassten 3-fachen Aufforderung mit auf den Weg durch die Fastenzeit geben:

Lasse dich lieben!
Lasse dich los!
Liebe gelassen los!

Aschermittwoch in der Pfarre Hildegard Burjan

Wir beginnen die Fastenzeit wie immer mit der traditionellen Aschenkreuzspende am Aschermittwoch. Die Asche soll den Menschen an seine eigene Vergänglichkeit erinnern und symbolisiert, dass Altes vergehen muss, damit Neues entstehen kann.

Mit dem Aschenkreuz auf der Stirn bekennen die Gläubigen öffentlich ihre Bereitschaft zu Umkehr und Buße. Gleichzeitig symbolisiert die Asche in Kreuzesform, dass für Christen Kreuz und Tod nicht das Ende bedeuten, sondern den Anfang eines ewigen Lebens bei Gott.

Gemeinde Neufünfhaus

  • 15.30 Uhr: Verbrennen der Palmzweige des letzten Jahres vor der Kirche.
    Bringt gern von zu Hause die alten Palmbuschen mit!
  • 16 Uhr: Kinder-Aschenkreuzfeier in der Kirche
  • 19 Uhr: Hl. Messe mit Aschenauflegung

Gemeinde Rudolfsheim

  • 8 Uhr: Hl. Messe mit Aschenauflegung in deutscher Sprache
  • 17.30 Uhr: Hl. Messe mit Aschenauflegung in kroatischer Sprache
  • 19 Uhr: Hl. Messe mit Aschenauflegung in deutscher Sprache
  • (Das Rosenkranzgebet entfällt)

Gemeinde Schönbrunn-Vorpark

  • 16 Uhr: Aschenkreuzfeier für Kinder und Jugendliche. Treffpunkt: im Hof der Kirche. Wer möchte, kann die Palmkätzchen vom Vorjahr zum Verbrennen mitbringen. 
  • 18 Uhr: Hl. Messe mit Aschenauflegung

Palmkätzchen werden in einer eisernen Schale verbrannt


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Fastenzeit – was bedeutet das eigentlich?

Ein YouTube-Video schafft eine gute Erklärung der Fastenzeit in nur 3 Minuten:

 

Und hier etwas ausführlicher zum Nachlesen: Aschenkreuz und saurer Hering.


 

Stimmungsvolle Aschenkreuzfeier für Kinder und Jugendliche, 14.02.2024

Am Aschermittwoch gab es in unserer Gemeinde gleich 2 Aschenkreuzfeiern speziell für Kinder: Am Vormittag war ich im Kindergarten, um den Kindern die Asche aufzulegen und mit ihnen über die Bedeutung der Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern zu sprechen.

Am Nachmittag haben wir im Hof der Kirche die Palmkätzchen vom Vorjahr verbrannt. Das war für die Kinder besonders spannend, als ein großes Feuer im Pfarrhof loderte. Durch das Verbrennen durften wir sehen, dass Altes vergeht und Neues entsteht. Da Asche ein Dünger ist, haben wir sie unter Erde gemischt und Weizenkörner angebaut. Dabei dachten wir an Menschen, denen es gerade nicht gut geht und die sich vielleicht wie ein Weizenkorn in der dunklen Erde fühlen. Hoffentlich können sie wie der Weizen das Dunkel durchbrechen und mit Gottes Hilfe einen Neubeginn erfahren. Im Bewusstsein, dass Asche nicht nur Pflanzen wachsen lässt, sondern auch für uns Menschen ein wichtiges Zeichen ist, haben wir das Aschenkreuz empfangen mit der Aufforderung „Lass Gutes in dir wachsen!“.

Mit Gottes Hilfe wird diese Fastenzeit für uns alle fruchtbar werden und wir können dann ein fröhliches Osterfest feiern! 

Veranstaltungen

Hl. Messe mit Aschenauflegung