Der dritte Sonntag im Jahreskreis ist der "Sonntag der Bibel". Pfarrer Martin sendet uns eine Videobotschaft zu diesem Tag, mit Antworten auf einige derzeit sehr drängende Fragen: Warum können wir nicht gemeinsam die Heilige Messe feiern? Was können wir stattdessen tun? Was können wir tun, um in dieser herausfordernden Situation nicht die Nerven zu verlieren? Und einiges mehr.

 

 

Die Bischofskonferenz hat entsprechend der Gefahr durch die Virusansteckung alle öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt und von der Sonntagspflicht befreit. Menschenansammlungen können zur Verbreitung des Virus beitragen. Die Zahl der Sterbenden zeigt die Gefährlichkeit des Leichtsinns. Darum ist für einige Zeit alles Gemeinschaftliche ausgesetzt.

Trotzdem fragen viele Gläubige, ob sie an irgendeiner Heiligen Messe teilnehmen können. Es wäre doch möglich, im kleinen Kreis bis zu 10 Personen den Gottesdienst zu feiern, um die Kommunion zu bekommen? Viele gehen von Priester zu Priester. Manche verteilen die Heilige Kommunion zum mit nach Hause nehmen. Das geht hin bis zu Online-Bestellungen der Heiligen Kommunion, die dann an die Haustür oder den Gartenzaun gebracht und mit Pinzette überreicht wird. Ich sehe hierbei einige Missverständnisse:

Markuslöwe | Edmund Hochmuth, Pixabay

Im Lesejahr B, das mit dem 1. Adventsonntag am 29. November 2020 begonnen hat, begleitet uns das Evangelium nach Markus.

Wer war Markus?

Wir kennen Markus vor allem als Evangelisten. Er ist der Verfasser des zweiten, zeitlich jedoch ersten und damit ältesten Evangeliums, das um die Jahre 65 bis 70 entstanden sein soll. Es begleitet uns heuer durch das Lesejahr B bis zum 1. Adventsonntag des Jahres 2021.

Eigentlich hieß er Johannes, Markus ist sein Beiname, der „Kriegerische“ (eine Herleitung vom Namen des Kriegsgottes Mars). Seine beiden Namen kennen wir aus der Apostelgeschichte im Zusammenhang mit der Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis, denn dort heißt es: Er, nämlich Petrus, ging „zum Haus der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo nicht wenige versammelt waren und beteten“ (Apg 12, 12). Manchmal wird Markus auch nur Johannes oder nur mit dem Namen Markus genannt.

Dear Turkish Friends,

Last week the Chora Museum in the Fatih quarter in Istanbul was converted into a Mosque. The building was first erected in the 6th century CE and for 1,000 years it was a monastery animated by monks.

You might say: What business is it of yours? It’s an internal affair of the state of Turkey. But no, we must not take it as easy as that. Your Imams, the Turkish Imams working in Austria, have often cited to me the Hadith, the word of the Prophet (peace be upon him): ‘The best believer is s/he who does good to his or her neighbour.’ They publicised this word on posters in the streets of Vienna. The responsibility for our faith does not stop at the borders of countries.

Sevgili Türk Kardeşlerim!

Geçtiğimiz hafta İslanbul’un Fatih ilçesinde Kariye müzesi camiye çevrildi. Burası 6. Yüzyılda inşa edilmiş olup bin yıldır keşişlerin yetiştiği bir manastırdı.

Bu Türkiye’nin iç meselesi seni ne ilgilendiriyor diyebilirsiniz. Hayır, bu iş bu kadar basit değil.

Avusturya sokaklarında reklam panolarında asılan ve türk imamları şu hadisten sıkça bahsederler: “Sizin en hayırlınız komşusuna en çok iyilik yapanınızdır.’’  Dolayısıyla inancımızın bize yüklediği sorumluluk uluslar arası boyuta ulaşmaktadır.

Verehrte türkische Freunde!

Letzte Woche wurde das Chora Museum im Stadtteil Fatih in Istanbul in eine Moschee gewandelt. Das Gebäude ist im 6. Jahrhundert erbaut worden und war 1.000 Jahre ein Kloster mit Mönchen.

Sie könnten sagen, was geht das dich an? Das ist eine interne Angelegenheit der Türkei. Nein, so leicht dürfen wir uns das nicht machen. Ihre Imame, die türkischen Imame in Österreich, haben mir oft aus den Hadithen das Wort ihres verehrten Propheten zitiert: „Der beste Gläubige ist der, der seinem Nachbarn Gutes tut.“ Sie haben dieses Wort auf Plakaten in den Straßen von Wien aufgehängt. Die Verantwortung unsereGlaubens an Gott stoppt also nicht an Ländergrenzen.

Dear Turkish Friends!

Politics has converted Hagia Sophia back to a Mosque. It had the power to do so. It is not my concern – or my right – to judge this decision.

Some of you know me. I am a Catholic priest in Vienna. Twenty years ago I studied in Ankara. I have tried to learn the Turkish language to get to know Turkish people and Turkish culture better. I was impressed by Turkish hospitality.

What I am worried about are the words which are used for a house of prayer. A house of God should not be used as a symbol of conquest but only as a symbol of prayer and peace. We no longer live in an age as 500 years ago. In the meantime slavery has been abolished, women have been granted equal rights, child labour has been banned. The rights of every human being have been asserted.

We have also improved our knowledge of religion. We know that God is not powerful through us if we conquer something. Nor can we force anyone to believe in God. We cannot force anything on anyone. To find faith in God is a gift.

Hz. Mevlana Celaledin Rumi says: “If the Kaaba is not in your heart, do not go to Mekka. If the cross is not in your heart, you do not need a church.”

I know about the difficult history between Christians and Muslims. But I believe from my heart that God is testing us to see if we can live together. It is written in the Holy Qur’an: “Compete with each other for the Good!” (2/148). What matters, therefore, is the outcome of faith. Faith is not a word, but a deed, a way of life.

Therefore, how do we want to go into the future? Do we want to live together in peace, or will we only be happy when the other one is conquered?

Dear Turkish Brothers and Sisters,

This is what makes me sad: That the prayer of the Hagia Sophia is a symbol of conquest. That is the reason for the fear of the Christians. Do we need to fear each other?

In your Holy Qur’an every sura begins with the bismillahirrahmanirrahim, the call for mercy and compassion.

I therefore beg you: When you pray in the Hagia Sophia, pray for peace; pray that all of us can believe that Christians and Muslims can live together peacefully. That we all learn to speak a language of togetherness. That God may show us a common way. Only then can we understand God’s greatness. God is greater than our thoughts. Amen.

 

Pfarrer Martin Rupprecht, 23. Juli 2020

Papazımızın Ayasofya'nın dönüşümü hakkında görüntülü mesajı

 

Liebe türkische Freunde!

Türkçe çevirisi burada bulunabilir

Die Politik hat die Hagia Sophia wieder in eine Moschee gewandelt. Das ist ihre Möglichkeit. Es zu beurteilen ist nicht mein Anliegen; ich habe auch kein Recht dazu.
Was mir Sorgen macht, sind die Worte, die dabei verwendet werden. Ein Gotteshaus sollte kein Symbol für Eroberung sein. Einzig ein Symbol für das Gebet und den Frieden. Wir leben nicht mehr in der Zeit vor 500 Jahren. In der Zwischenzeit haben wir die Sklaverei abgeschafft, den Frauen die gleichen Rechte gegeben, die Kinderarbeit verboten, die Rechte eines jeden Menschen festgestellt. Wir haben auch als Religionen dazugelernt. Gott ist nicht mächtig durch uns, wenn wir etwas erobern. Wir können auch niemanden verpflichten an Gott zu glauben. Nichts können wir erzwingen. Es bleibt ein Geschenk, den Glauben an Gott gefunden zu haben.

Saygıdeğer Türk Kardeşlerim!

Siyaset sebebiyle Ayasofya tekrar camiye dönüştürüldü. Bu kararı eleştirmek ne bana düşer ne de haddim değil. Bir çoğunuzun beni tanıdığı gibi Viyana’da bir kilisede Katolik papazım. Benim adım Martin Rupprecht. Yirmi yıl evvel Ankara’da Türk kültürünü daha iyi tanımak için bir yıl Türkçe öğrenmeye çalıştım. Türk misafirperverliğinden çok etkilendim.

Zum Jahrestag der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils am 11. Oktober 1962 wendet sich Pfarrer Martin mit einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarre Hildegard Burjan.


Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Pfarre Hildegard Burjan!

Heute, am Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils 1962, drängt es mich euch zu schreiben. Gleichzeitig findet in diesen Wochen in Rom die Amazonien-Synode statt. Papst Franziskus hat viele kirchliche Vertreter und Vertreterinnen des Amazonas Gebietes in Südamerika und Fachleute aus der ganzen Welt gerufen, über die Ökologie dieses so wichtigen Gebietes und über das christliche Wirken dort nachzudenken und Entscheidungen zu treffen. Ich bitte euch, betet dafür!

Als katholischer Priester kenne ich das Denken, das Gehabe, die Verhaltensweisen von Klerikern zur Genüge. Ausgelöst durch ihre tiefe Schuld des Missbrauchs von Kindern, Frauen und Schutzbefohlenen, sowie deren Vertuschung, hat die Kirche aber nun mit Papst Franziskus zu einer neuen Art des Miteinanders und Füreinanders gefunden. Der von Papst Franziskus einberufene Gipfel über Missbrauch und Kinderschutz hat sich professionell und selbstkritisch dem Thema gewidmet. Dabei waren alle gemeinsamen Sitzungen live zu verfolgen.

Auch das eine neue transparente, ehrliche Art des ebenbürtigen Umgangs. Opfer, die vor dem Papst und seinen Kardinälen diese kritisieren, hinterfragen, Forderungen an die Kirche stellen - ein wirkliches Novum. Die Aura der Unantastbarkeit, der Unnahbarkeit ist vorbei und dahinter kann und will die Kirche auch nicht mehr zurück.

Im Vatikan beginnt am Donnerstag, 21. Februar, das mit Spannung erwartete viertägige Spitzentreffen zu Missbrauch und Kinderschutz in der katholischen Kirche. Papst Franziskus hat dazu die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt sowie Vertreter von Ordensgemeinschaften nach Rom gerufen. Vorgesehen sind neben Plenarrunden und Arbeitsgruppen auch eine Bußfeier und Berichte von Betroffenen von Missbrauch sowie Vorträge externer Experten. Der Papst nimmt an der gesamten Konferenz teil. Aus Österreich reist Kardinal Christoph Schönborn für das Kinderschutztreffen nach Rom. Es ist das erste Mal, dass der Papst die Leiter aller Bischofskonferenzen zum Thema Missbrauch in der Kirche versammelt.

© Kathpress

Bevor unser Erzbischof nach Rom zu diesem wichtigen Treffen gereist ist, hat er durch Aussagen wie "Die Macht der Geistlchen braucht mehr Kontrolle" und "Vertuschung ist eine starke Versuchung in der großen Familie der Kirche" aufhorchen lassen. Er hat auch einen  Brief geschrieben, den Sie mit dem "Weiterlesen" Button nachlesen können.

Nachdem das Missbrauchs-Thema ein sehr Aktuelles ist, hat auch unser Pfarrer Martin einen Brief zu diesem Thema verfasst, den Sie hier nachlesen können.

Musik tut der Seele gut und gemeinsames Musizieren macht noch mehr Freude! Eine kleine Runde von Musikbegeisterten will nicht auf die jeweils nächsten Probentermine des Kirchenchors warten, sondern selbstorganisiert einfach gemeinsam Musik machen. Freude und Spaß sollen dabei eine größere Rolle spielen als eiserne Disziplin und Perfektion ...

Wir laden herzlich ein, mitzumachen! Jede Stimme, jedes Instrument ist willkommen, ob mit oder ohne Noten, ob Anfänger/in oder Profi, ob jung oder alt - einzige Voraussetzung ist Freude an Musik.

TERMINE   Wir warten auf die Zeit nach Corona ...

Der Start ist: Am So, 
im Barraum mit Waltraut Antonov.

 


Jeweils Sonntag, 17.00 bis 19.00 Uhr im Pfarrsaal Neufünfhaus, Vogelweidplatz 7 / Eingang Reuentalgasse

Kontakt: Waltraut Antonov, Tel. 06645020649

Hildegard Burjan – eine Frau aus Österreich jüdischer Abstammung – ist die einzige „zur Ehre der Altäre" erhobene Parlamentarierin der Neuzeit! Ihr Beispiel als Politikerin und Mensch – und natürlich als Gründerin der Caritas Socialis – ist beeindruckend. Am 29. Jänner 2012 wurde sie im Wiener Stephansdom seliggesprochen.

Am Dreikönigstag 2019 wurde im ORF eine 20-minütige Dokumentation über unsere Pfarrpatronin ausgestrahlt.