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Dear Turkish Friends,

Last week the Chora Museum in the Fatih quarter in Istanbul was converted into a Mosque. The building was first erected in the 6th century CE and for 1,000 years it was a monastery animated by monks.

You might say: What business is it of yours? It’s an internal affair of the state of Turkey. But no, we must not take it as easy as that. Your Imams, the Turkish Imams working in Austria, have often cited to me the Hadith, the word of the Prophet (peace be upon him): ‘The best believer is s/he who does good to his or her neighbour.’ They publicised this word on posters in the streets of Vienna. The responsibility for our faith does not stop at the borders of countries.

Sevgili Türk Kardeşlerim!

Geçtiğimiz hafta İslanbul’un Fatih ilçesinde Kariye müzesi camiye çevrildi. Burası 6. Yüzyılda inşa edilmiş olup bin yıldır keşişlerin yetiştiği bir manastırdı.

Bu Türkiye’nin iç meselesi seni ne ilgilendiriyor diyebilirsiniz. Hayır, bu iş bu kadar basit değil.

Avusturya sokaklarında reklam panolarında asılan ve türk imamları şu hadisten sıkça bahsederler: “Sizin en hayırlınız komşusuna en çok iyilik yapanınızdır.’’  Dolayısıyla inancımızın bize yüklediği sorumluluk uluslar arası boyuta ulaşmaktadır.

Verehrte türkische Freunde!

Letzte Woche wurde das Chora Museum im Stadtteil Fatih in Istanbul in eine Moschee gewandelt. Das Gebäude ist im 6. Jahrhundert erbaut worden und war 1.000 Jahre ein Kloster mit Mönchen.

Sie könnten sagen, was geht das dich an? Das ist eine interne Angelegenheit der Türkei. Nein, so leicht dürfen wir uns das nicht machen. Ihre Imame, die türkischen Imame in Österreich, haben mir oft aus den Hadithen das Wort ihres verehrten Propheten zitiert: „Der beste Gläubige ist der, der seinem Nachbarn Gutes tut.“ Sie haben dieses Wort auf Plakaten in den Straßen von Wien aufgehängt. Die Verantwortung unsereGlaubens an Gott stoppt also nicht an Ländergrenzen.

Dear Turkish Friends!

Politics has converted Hagia Sophia back to a Mosque. It had the power to do so. It is not my concern – or my right – to judge this decision.

Some of you know me. I am a Catholic priest in Vienna. Twenty years ago I studied in Ankara. I have tried to learn the Turkish language to get to know Turkish people and Turkish culture better. I was impressed by Turkish hospitality.

What I am worried about are the words which are used for a house of prayer. A house of God should not be used as a symbol of conquest but only as a symbol of prayer and peace. We no longer live in an age as 500 years ago. In the meantime slavery has been abolished, women have been granted equal rights, child labour has been banned. The rights of every human being have been asserted.

We have also improved our knowledge of religion. We know that God is not powerful through us if we conquer something. Nor can we force anyone to believe in God. We cannot force anything on anyone. To find faith in God is a gift.

Hz. Mevlana Celaledin Rumi says: “If the Kaaba is not in your heart, do not go to Mekka. If the cross is not in your heart, you do not need a church.”

I know about the difficult history between Christians and Muslims. But I believe from my heart that God is testing us to see if we can live together. It is written in the Holy Qur’an: “Compete with each other for the Good!” (2/148). What matters, therefore, is the outcome of faith. Faith is not a word, but a deed, a way of life.

Therefore, how do we want to go into the future? Do we want to live together in peace, or will we only be happy when the other one is conquered?

Dear Turkish Brothers and Sisters,

This is what makes me sad: That the prayer of the Hagia Sophia is a symbol of conquest. That is the reason for the fear of the Christians. Do we need to fear each other?

In your Holy Qur’an every sura begins with the bismillahirrahmanirrahim, the call for mercy and compassion.

I therefore beg you: When you pray in the Hagia Sophia, pray for peace; pray that all of us can believe that Christians and Muslims can live together peacefully. That we all learn to speak a language of togetherness. That God may show us a common way. Only then can we understand God’s greatness. God is greater than our thoughts. Amen.

 

Pfarrer Martin Rupprecht, 23. Juli 2020

Papazımızın Ayasofya'nın dönüşümü hakkında görüntülü mesajı

 

Liebe türkische Freunde!

Türkçe çevirisi burada bulunabilir

Die Politik hat die Hagia Sophia wieder in eine Moschee gewandelt. Das ist ihre Möglichkeit. Es zu beurteilen ist nicht mein Anliegen; ich habe auch kein Recht dazu.
Was mir Sorgen macht, sind die Worte, die dabei verwendet werden. Ein Gotteshaus sollte kein Symbol für Eroberung sein. Einzig ein Symbol für das Gebet und den Frieden. Wir leben nicht mehr in der Zeit vor 500 Jahren. In der Zwischenzeit haben wir die Sklaverei abgeschafft, den Frauen die gleichen Rechte gegeben, die Kinderarbeit verboten, die Rechte eines jeden Menschen festgestellt. Wir haben auch als Religionen dazugelernt. Gott ist nicht mächtig durch uns, wenn wir etwas erobern. Wir können auch niemanden verpflichten an Gott zu glauben. Nichts können wir erzwingen. Es bleibt ein Geschenk, den Glauben an Gott gefunden zu haben.

Saygıdeğer Türk Kardeşlerim!

Siyaset sebebiyle Ayasofya tekrar camiye dönüştürüldü. Bu kararı eleştirmek ne bana düşer ne de haddim değil. Bir çoğunuzun beni tanıdığı gibi Viyana’da bir kilisede Katolik papazım. Benim adım Martin Rupprecht. Yirmi yıl evvel Ankara’da Türk kültürünü daha iyi tanımak için bir yıl Türkçe öğrenmeye çalıştım. Türk misafirperverliğinden çok etkilendim.

Als katholischer Priester kenne ich das Denken, das Gehabe, die Verhaltensweisen von Klerikern zur Genüge. Ausgelöst durch ihre tiefe Schuld des Missbrauchs von Kindern, Frauen und Schutzbefohlenen, sowie deren Vertuschung, hat die Kirche aber nun mit Papst Franziskus zu einer neuen Art des Miteinanders und Füreinanders gefunden. Der von Papst Franziskus einberufene Gipfel über Missbrauch und Kinderschutz hat sich professionell und selbstkritisch dem Thema gewidmet. Dabei waren alle gemeinsamen Sitzungen live zu verfolgen.

Auch das eine neue transparente, ehrliche Art des ebenbürtigen Umgangs. Opfer, die vor dem Papst und seinen Kardinälen diese kritisieren, hinterfragen, Forderungen an die Kirche stellen - ein wirkliches Novum. Die Aura der Unantastbarkeit, der Unnahbarkeit ist vorbei und dahinter kann und will die Kirche auch nicht mehr zurück.

Musik tut der Seele gut und gemeinsames Musizieren macht noch mehr Freude! Eine kleine Runde von Musikbegeisterten will nicht auf die jeweils nächsten Probentermine des Kirchenchors warten, sondern selbstorganisiert einfach gemeinsam Musik machen. Freude und Spaß sollen dabei eine größere Rolle spielen als eiserne Disziplin und Perfektion ...

Wir laden herzlich ein, mitzumachen! Jede Stimme, jedes Instrument ist willkommen, ob mit oder ohne Noten, ob Anfänger/in oder Profi, ob jung oder alt - einzige Voraussetzung ist Freude an Musik.

TERMINE  2019

Der Start ist: Am So, 29. September von 17-19 Uhr 
im Barraum mit Waltraut Antonov.

 

27.10,24.11,23.02,29.03,26.04,24.05,

 
Jeweils Sonntag, 17.00 bis 19.00 Uhr im Pfarrsaal Neufünfhaus, Vogelweidplatz 7 / Eingang Reuentalgasse

Kontakt: Waltraut Antonov, Tel. 06645020649

Unter dem Titel "Lets's make art!" bietet der Künstler Luka Knezevic bietet Möglichkeit für Jugendliche und Kinder das Zeichnen und Malen und die dazugehörenden Techniken zu erlernen. Am Ende des Kurses -Mitte Juni - wird es auch eine Ausstellung der erschaffenen Kunstwerke geben. Details dazu folgen. Der Kurs startet am 28. Februar 2019.

Nähere Informationen und wie die Anmeldung funktioniert, können dem Flugblatt entnommen werden.

Am Dreikönigstag wurde im ORF eine 20 minütige Dokumentation über unsere Pfarrpatronin Hildegard Burjan ausgestrahlt:

Hildegard Burjan – eine Frau aus Österreich jüdischer Abstammung – ist die einzige „zur Ehre der Altäre" erhobene Parlamentarierin der Neuzeit! Ihr Beispiel als Politikerin und Mensch – und natürlich als Gründerin der Caritas Socialis – ist beeindruckend. Die Seligsprechung jährt sich noch im Jänner zum siebten Mal.

 

 

Ein etwas anderer Kommentar zu Allerheiligen von Dechant Pfarrer Martin Rupprecht

An Allerheiligen wird vermehrt klar, welch wichtige Rolle die Kirche in der Zivilgesellschaft einnimmt. In den Markt- und Stadträten wird beraten über kirchliche Angelegenheiten, in den Behörden werden Genehmigungen erteilt für kirchliche Feiern, Prozessionen, Kooperationen bei Kindergarten, Friedhof und anderen Einrichtungen.

Wir können nur eine Zukunft erschaffen, wenn ausnahmslos Alle zusammenstehen.

Mit dieser Aussage hat Papst Franziskus bei seiner Rede im Rahmen der TED Konferenz 2017 darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass wir uns nicht nur als einzelne Individuen verstehen sondern auch als Zusammenschluß vieler Individuen, der in eingen sehr wichtigen Bereichen nur durch gemeinsamen Zusammenhalt bestehen kann.

Wie wunderbar es wäre, wenn Geschwisterlichkeit nicht nur auf Sozialarbeit beschränkt wäre, sondern stattdessen zur Standardhaltung in Politik, Wirtschaft und bei wissenschaftlichen Entscheidungen genauso wie bei Beziehungen zwischen Menschen und Ländern werden würde.

Dies ist laut Papst Franzisus eine Grundvoraussetzung um die Kultur der Verschwendung zu überwinden in der wir derzeit leben.

Die Gesamtheit seiner drei Botschaften, die Papst Franziskus im Rahmen der Konferenz den Teilnehmern mitgegeben hat und mit denen er uns erläutert wie wir für eine gute gemeinsame Zukunft sorgen können, laden wir Sie ein sich hier anzusehen. Der Ansatz klingt erstaunlich einfach und ist trotzdem herausfordernd für uns alle:

 

 

 

Wenn uns die Zeit vor Weihnachten wieder einmal verstopfte Kaufhäuser, von Lautsprechern gebrüllte Weihnachtslieder und den ganzen Kitsch und Flitter beschert, dann will ich Ruhe suchen. Frieden möchte ich haben, Frieden auch von aller Weihnachtshektik. Von aller Hetze, zu der mich andere zwingen und auch ich mich selbst.

Schon zu Großmutters Zeiten – so erzählte sie uns Enkelkindern – wurde im Gasthaus unserer Gemeinde bei jedem Tanz gerauft. Die Burschen des Nachbarortes kamen und machten die Mädchen an. In meiner Jugend war es nicht anders. Mittlerweile war aus dem Gasthaus eine Disco entstanden, wo wir jeden Samstag hingingen. Als wir bei einem Sonntag Mittagessen von der Rauferei des Vortages berichteten, da sagte der Vater nur: „Da will ich euch nicht dabei sehen!“ Das war eine klare Ansage, wenngleich wir natürlich überzeugt waren, eingreifen zu müssen.

Heutzutage findet die Anmache im Internet statt. Eine Überschrift, ein Video, und schon meinen Gerechtigkeitsfanatiker einschreiten zu müssen. Es sind nicht mehr die Fäuste, die fliegen, sondern die abwertenden, stupiden Beleidigungen, die in die Tasten geschlagen werden. Die Hasspostings. Sie vermehren das Gift, welches in unser aller Köpfe dringt.

Damit dieses Negative sich nicht ausbreitet, wird es notwendig sein, auf die Stimme des Vaters zu hören: „Da will ich euch nicht dabei sehen.“

Martin Rupprecht
Pfarrer und Dechant im 15. Bezirk in Wien