Was mich bewegt – Briefe an meine Gemeinde

 

Pfarrer Martin schreibend

Im Jahr 2019 habe ich erste Notizen niedergeschrieben und sie „Gedanken eines Stadtpfarrers“ genannt. Die Anliegen habe ich in Form von Briefen fortgesetzt. In Zeiten von WhatsApp, Instagram etc. mag es altmodisch sein, noch Briefe, ausgedruckte und mit der Post verschickte Briefe, zu schreiben, aber ich glaube an die Wirkung des Papiers, das vor mir liegt und für das ich mir Zeit nehmen muss.

Worum geht es? Um Sorgen, die ich als Pfarrer halt so habe. Da ist vor allem der junge Mensch. Meine Überzeugung ist, dass seine Zukunft, sein Mitwirken an der Gesellschaft, seine Liebe und Partnerschaft erfüllter, aufregender und heilsamer ist, wenn er es schafft, aus dem christlichen Glauben zu leben.

Darum höre ich nicht auf, solche Briefe zu schreiben. Wie ein Vater oder eine Mutter, die schon lästig auf die Kinder einreden.

→ Hier können Sie meine ersten Briefe als Heft herunterladen und lesen. Es liegt in gedruckter Form auch in unseren drei Kirchen auf.

Kind auf Sprungtuch

Im Juli 2020 wandte sich Pfarrer Martin mit Brief an die Wiener Zeitung. Er betonte darin die Bedeutung der Kirchen bei der Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen.


Das ist eine der Stärken unserer Kirchen: die Motivation, die Kombination von Professionalität und Begeisterung, der Geist des Miteinander und Füreinander. Tausende junge Leute aus den Pfarren warten schon, um mit energiegeladenen Kindern in die Sommerlager zu fahren. Wochen voller Fantasie, Abenteuer, Kooperation, kreativem Gestalten, Theater und Nachtgeländespiel im dunklen Wald.

So wächst die Persönlichkeit der Kinder. Das alles in einem Rahmen, in dem es keine Gewinner und Verlierer gibt (eine Grundregel der Jungschar). Und am Abend im Ritual alles in Gottes liebende Hände legen können. Nichtreligiös könnte man auch sagen: alles wertfrei anschauen und loslassen. Ebenso ein Verinnerlichen von Dankbarkeit.

Zum Jahrestag der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils am 11. Oktober 1962 wandte sich Pfarrer Martin mit einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarre Hildegard Burjan.


Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Pfarre Hildegard Burjan!

Heute, am Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils 1962, drängt es mich euch zu schreiben. Gleichzeitig findet in diesen Wochen in Rom die Amazonien-Synode statt. Papst Franziskus hat viele kirchliche Vertreter und Vertreterinnen des Amazonas Gebietes in Südamerika und Fachleute aus der ganzen Welt gerufen, über die Ökologie dieses so wichtigen Gebietes und über das christliche Wirken dort nachzudenken und Entscheidungen zu treffen. Ich bitte euch, betet dafür!

Pfarrer Martin

Als katholischer Priester kenne ich das Denken, das Gehabe, die Verhaltensweisen von Klerikern zur Genüge. Ausgelöst durch ihre tiefe Schuld des Missbrauchs von Kindern, Frauen und Schutzbefohlenen, sowie deren Vertuschung, hat die Kirche aber nun mit Papst Franziskus zu einer neuen Art des Miteinanders und Füreinanders gefunden.

Der von Papst Franziskus einberufene Gipfel über Missbrauch und Kinderschutz hat sich professionell und selbstkritisch dem Thema gewidmet. Dabei waren alle gemeinsamen Sitzungen live zu verfolgen.

Anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums hat Pfarrer Martin einen Brief an Ehepaare geschrieben, um ihnen seine Beobachtungen, aber auch seine Empfehlungen mitzuteilen.


Liebe Ehepaare!

Vor 25 Jahren wurde ich zum Priester geweiht. Seither darf ich Hochzeiten „halten“, also im Namen der Kirche Ihnen, den Ehepaaren, assistieren, wenn Sie sich das JA-Wort geben. Es ist mir ein dringendes Bedürfnis, Ihnen zu schreiben und zu erzählen, was mich nach all den Jahren bewegt.

Wenn Sie mich fragen, was für mich als Priester das Schönste ist, dann kann ich schnell antworten: „Das Glück der Liebenden zu erleben“ und die Antwort auf das „am schlimmsten Erlebte“ lautet: das zerbrochene Glück der Liebenden. Das ist der Grund, warum ich seit vielen Monaten das Morgengebet mit der Fürbitte für die Liebenden beginne.