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Verehrte türkische Freunde!

Letzte Woche wurde das Chora Museum im Stadtteil Fatih in Istanbul in eine Moschee gewandelt. Das Gebäude ist im 6. Jahrhundert erbaut worden und war 1.000 Jahre ein Kloster mit Mönchen.

Sie könnten sagen, was geht das dich an? Das ist eine interne Angelegenheit der Türkei. Nein, so leicht dürfen wir uns das nicht machen. Ihre Imame, die türkischen Imame in Österreich, haben mir oft aus den Hadithen das Wort ihres verehrten Propheten zitiert: „Der beste Gläubige ist der, der seinem Nachbarn Gutes tut.“ Sie haben dieses Wort auf Plakaten in den Straßen von Wien aufgehängt. Die Verantwortung unsereGlaubens an Gott stoppt also nicht an Ländergrenzen.

Diese Umwandlung des Chora Museums, das ein Kloster war, dann nach der Eroberung Konstantinopels eine Moschee wurde, aber seit 1945 als Museum benutzt wurde, macht uns Christen nicht nur sehr traurig. Viele fühlen tiefen Schmerz. Die Mosaiken, die in diesem Kloster von den Christen sehr geschätzt werden, zeigen Bilder aus der Kindheit Mariens und aus der Kindheit Jesu. Es sind auch Malereien vom Tod Mariens dort. Es ist also nicht irgendeine Kirche, sondern ein Heiligtum der christlichen Geschichte. Ist es nicht im Sinne ihres islamischen Glaubens zu wissen, wenn der Nachbar traurig, verletzt ist?

Die meisten Christen haben die Umwandlung der Chora Kirche, der Chora Moschee (Kariye Cami) in ein Museum im Jahr 1945 als eine gute Fügung der Geschichte angenommen. Somit konnten alle Muslime, Christen, und alle Menschen gleichermaßen sich respektiert und angenommen fühlen. Ich selber habe oft mit muslimischen und christlichen Freunden das Museum besucht. Wir haben dabei über die unterschiedlichen Wege Gottes bei uns Menschen gesprochen. Wir waren dankbar, dass die Türkei beide Wege respektiert.

Nun ist ein Einschnitt passiert. Ich weiß, dass sich viele Muslime freuen und jubeln. Ich weiß, dass sie dies als Segen empfinden. Kann aber Segen entstehen, wenn der Nachbar weint?

Verzeihen Sie mir bitte, dass ich kritisch frage: Sollen wir Christen nun die Türkei verlassen? Wir sind nur eine kleine Minderheit von weniger als einem Prozent der Bevölkerung der Türkei. Ist das der Plan, der mit der Umwandlung des Chora Museums, gezeigt werden soll? Soll unsere christliche Geschichte aus der Türkei verschwinden?

In den letzten 30 Jahren habe ich oft die Türkei besucht. Viele Türken haben mit Stolz von der Toleranz ihres Glaubens gesprochen. Sie waren dankbar auf das Zusammenleben mit Gläubigen anderen Religionen. Wir haben viel voneinander gelernt. Ich habe auch viel von Ihnen, den Türken, den muslimischen Türken gelernt.

Mit Freude denke ich zum Beispiel an den verehrten El-Hacc Yakup Baba Efendi, Yakup Koyuncu, den Seyh der Mevlevi Derwische in Fatih, in Istanbul, ganz nahe beim Chora Museum. Er schreibt in einem seiner Bücher, dass der Weg ins Innere der Religion ein Weg der Liebe ist. Die Liebe zu Gott und die Liebe zu jedem Menschen, denn alle Menschen sind von Gott erschaffen. Yakup Baba hat mir eine Takke geschenkt. Oft trage ich sie, dankbar für die Freundschaft mit ihm und flehend im Gebet für die Versöhnung von Christen und Muslimen. Danke, Yakup Baba für die vielen Sema Abende, bei denen ich dabei sein durfte.

Liebe türkische Freunde!

Ich weiß, Sie können auch uns Christen viel vorwerfen. Wir können uns gegenseitig viel vorwerfen; wir kennen die Geschichte. Aber das ist kein Konzept für die Zukunft. Wir haben aber die innere Kraft zu einer gemeinsamen Zukunft. Ihr habt ein warmes Herz. Daran glaube ich. Dafür bete ich. Amin. 

Pfarrer Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kommentare   

0 #1 DankeChristoph Gstaltmeyr 2020-08-27 20:57
Amen,
Im Gebet mit allen Menschen guten Willens weiterhin verbunden in der Sehnsucht um Eingeit der Menschen im Frieden.
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