Pfarrer Martin am Ambo

Nach dem feierlichen Gründungsgottesdient unserer Pfarre in der Rudolfsheimer Kirche schrieb Pfarrer Martin einen Brief an seine Gemeinde.


Liebe Pfarrgemeinde!

Von Herzen danke ich Ihnen allen für die Teilnahme am Gründungsgottesdienst! Das war ein großes Erlebnis, das mich persönlich sehr stärkt und motiviert.

Im Mai 2010 haben wir begonnen, über unseren kirchlichen Auftrag im 15. Bezirk nachzudenken. Jetzt ist dieser äußere Prozess abgeschlossen, und ich bemerke die Last, die mir von den Schultern fällt. Es war trotzdem nicht nur eine Neugestaltung der Strukturen sondern auch ein Nachdenken, wie wir als Pfarre mit den veränderten Bedingungen umgehen.

So ist zum Beispiel die Hälfte unserer Pfarrmitglieder nicht muttersprachlich deutsch. Das ist neu im Gegensatz zu einer Zeit vor 30 Jahren und früher. Beim Gründungsgottesdienst hat sich das bemerkbar gemacht; schon vorher haben wir darauf reagiert und nun Sonntagsgottesdienste in sechs verschiedenen Sprachen. Eine schöne Entwicklung!

Dieses Jahr kann ich auf 25 Jahre als Priester zurückblicken. Eine immer intensive Zeit, in der ich so viel erleben durfte: zuallererst das große Vertrauen der Menschen! Danke all jenen, die mich in der Aufgabe als Priester angenommen und unterstützt haben. Danke für die Treue und Loyalität zur Kirche, in der ich Dienst tun darf, der ich auch mein Leben gewidmet habe. Als Leib Christi mit vielen Schrammen und Ecken, aber immer in der unsichtbaren Führung. Ich fühle mich eingesetzt zu einem größeren Plan. Heil und Heilung zu ermöglichen sind wir ja berufen; dennoch habe ich mit meinen menschlichen Schwächen auch Wunden geschlagen. Dafür bitte ich um Verzeihung.

Um mich geistlich etwas zu erneuern, werde ich mich vom 2. Mai – 31. August 2017 ins Ausland zurückziehen. Zuerst drei Monate in ein Kloster in England. Dann folgen eine Reise nach Tansania zu unserem Partnerprojekt (der Schule bei Sr. Betty Schao) und ein Aufenthalt für verschiedene Gespräche in der Türkei.

Mit 1. September will ich dann mit neuen Kräften wieder hier sein. In der Zwischenzeit wird mich Pfarrvikar Dr. Marek Stasiowski als Substitut vertreten. Ich danke ihm für seinen Fleiß und seine Bereitschaft, den ganzen Sommer hier zu bleiben.

Für uns alle bitte ich Sie um Ihr Gebet!

Pfarrer Martin Rupprecht