(Vorschlag: Bereiten Sie sich einen schönen Feierplatz: z.B. ein Tischtuch, eine (kleine Oster-) Kerze auf einem feuersicheren Untergrund, Blumen oder Ihren Osterstrauch, die Bibel)

Die Texte der Lesungen finden Sie hier.

Einleitung und Eröffnung

Heute ist ein besonderer Sonntag: Der sogenannte Sonntag des Guten Hirten -
im heutigen Evangelium sagt Jesus von sich, dass ER unser guter Hirte ist.
Letztes Jahr haben wir - ein paar Verse vor unserer heutigen Bibelstelle -  den berühmten Satz gehört:
"Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind;
auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören;
dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten."

Meist lesen wir den Satz als Hoffnung und Impuls zur Überwindung von Kirchenspaltungen.
Wir können ihn aber auch in Hinblick auf die jetzige Situation verstehen, in der manche von uns in der Kirche,
und manche in ihren Wohnungen, im Nachtdienst oder auf einer Reise den Sonntag feiern.
Und alle gemeinsam gehören wir zur einen Herde unseres guten Hirten, der zu jedem von uns sein Wort spricht, ruft und ermutigt.

So sind wir auch von zu Hause aus verbunden mit so vielen:

  • mit den anderen Menschen aus unserer Gemeinde, die das auch tun,
  • mit jenen, die sich in der Kirche treffen,
  • mit den vielen, vielen Christinnen und Christen,
    die heute diesen Sonntag feiern und auf die Stimmen unseres guten Hirten hören,
  • und mit allen, die schon die schon "in den ewigen Ruheplatz am Wasser" vorausgegangen sind.

So dürfen wir in Seinem Namen beginnen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Es ist wohl eine unserer Grundsehnsüchte, dass da jemand ist, der uns kennt, der immer bei uns ist, auch wenn die Schlucht noch zu dunkel erscheint, der uns in den Arm nimmt, wenn wir es brauchen, der uns vor Anfechtungen beschützt und der uns zu einem Leben in Fülle und Frieden führt.
Und Jesus sagt heute: Ja, dieser guter Hirte bin ich für euch. Ich habe mein Leben für euch gegeben, damit ihr leben könnt.



So singen wir ihm: Der Herr ist mein Hirte (Psalm 23)

Tagesgebet
Ewiger Gott dein Sohn führt alle Gläubigen als guter Hirte.
Er liebt uns. Er kennt uns und ruft uns bei unserem Namen.
Dafür danken wir durch Jesus Christus, unseren Hirten und Herrn. Amen.

Lesung aus der Offenbarung des Johannes (Offb 7, 9.14b–17)

Halleluja

Frohe Botschaft aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 10, 27-30)

Predigtgedanke

Lassen Sie die Worte Gottes in sich wirken und schauen Sie:
Was sagt mir Gott mit diesen Bibelstellen in dieser besonderen Zeit?
Wozu ermutigt er mich? Wozu spornt er mich an?

Vielleicht helfen auch diese Gedanken:
Welcher Satz aus der heutigen Lesung oder dem heutigen Evangelium bleibt besonders bei mir hängen?
Zu drei kurzen Sätzen möchten wir Ihnen noch eine Frage mitgeben:

  • "Ich kenne sie": Wie schön - Jesus kennt all das Schöne und Gute, das in mir steckt; und auch meine Schwächen brauche ich nicht zu verstecken, denn er kennt sie.
    Welche liebenswerten Seiten sehe ich in mir? und welche, bei denen ich Jesus um seine Fürsorge und Heilung bitte?

  • "Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen." - Wo habe ich die schützende und stärkende "Hand" von Jesus schon erfahren?

  • "Meine Schafe hören auf meine Stimme" - Was ist ein Satz von Jesus, der bei mir hängen geblieben ist; von dem ich das Gefühl habe, diesen sagt er zu mir?
    (Vielleicht kann ich in den nächsten Tagen auch mit dieser Frage in den Evangelien blättern und lesen?)

Fürbittgebet

Die Fürbitten sind das Gebet der Gläubigen für die anderen. Da bedarf es nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor worum wir bitten wollen. Sie können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es einfach die Namen von denen laut auszusprechen oder auf einen Zettel zu schreiben, die man Gott ans Herz legen will. Heute können wir besonders für jene bitten, die einen Hirten besonders brauchen: der Orientierung gibt, der begleitet, der zu frischer Lebensquelle führt, der beschützt ... . Formulieren Sie einfach laut oder im Stillen für sich.

Freies Gebet und Stille

Vater Unser

Wir haben unser Herz jetzt weit aufgemacht und an viele Menschen gedacht. Wir wünschen uns sehr, dass es ihnen allen gut geht. Wir sind mit ihnen allen verbunden, wenn wir beten, wie Jesus es mit seinen Freundinnen und Freunden auch getan hat: Vater unser im Himmel …

Friedensgruß

Als Jesus nach der Auferstehung seinen Jüngern erschienen ist, hat er gesagt: "Der Friede sei mit euch." - er führt zum "Ruheplatz am Wasser." Diesen Frieden und diese tiefe Versöhnung schenkt er heute auch uns. Geben wir einander ein Zeichen dieses Friedens und schicken wir es in Gedanken allen, mit denen wir uns verbunden fühlen oder mit denen Versöhnung noch aussteht.

Segen

Sie können Ihre Feier zum Beispiel mit einem Gebet von Charles de Foucauld und einem Segenswunsch beenden:

Herr, du kennst meinen Weg,
den Weg, der hinter mir liegt,
und den, der vor mir liegt.
Du begleitest mich in jedem Augenblick.
Du bist immer für mich da.
Was erwartest du von mir?
Weil du mich führst, kann ich versuchen,
mich selbst zu führen,
dass meine Augen und Ohren unterscheiden lernen,
dass meine Hände anderen helfen lernen,
dass mein Denken das Richtige findet,
dass mein Herz das Richtige entscheiden lernt.
Weil du mich führst,
will ich meinen Weg versuchen.

Segne mich dazu, du Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Schlusslied - "Ich bin der gute Hirt"