Für mich ist die Dankbarkeit am Morgen wichtig, weil ich sonst oft schon genervt in den Tag starte. Deshalb gebe ich mir einen Ruck und überleg mir, während ich schnell aus dem Bett hüpfe, 3 Gründe, wofür ich in diesem Moment dankbar sein kann. Diese Dankbarkeit zieht sich im Idealfall durch den Tag.

Das Essen ist eine von vielen Möglichkeiten im Laufe eines Tages, um sich bewusst zu machen, wie reich beschenkt man ist und dafür zu danken. Mir wurde das einmal klar, als meine Tochter mit damals 2 Jahren vor der Nachmittagsjause sagte: „Nein! Noch nicht das Joghurt essen! Wir haben ja noch gar nicht gebetet!“

Irritiert überlegte ich, welche Antwort ich meiner Tochter jetzt gebe, die vor der Nachmittagsjause vehement ein Tischgebet einforderte. Normalerweise beten wir nur vor dem Mittagessen. Aber der Einwand der Kleinen stimmte mich nachdenklich. Ist ein Joghurt weniger Grund zum Danken als eine Hauptspeise? Warum esse ich so oft achtlos, ohne einen Gedanken daran, wie viele Ressourcen, wie viele fleißige Hände und Arbeitsschritte es gebraucht hat, bis die Nahrungsmittel bei mir auf dem Tisch landen? „Du hast recht“, sagte ich zu meiner Tochter. „Sagen wir dem lieben Gott DANKE für das Joghurt!“

Als ich selber noch ein kleines Kind war, sangen wir im Kindergarten oft das Lied: „Apfel, du bist schön! Wer hat dich so schön gemacht? Gott hat sich's ausgedacht.“ Der Text bringt für mich sehr gut und in kindgerechter Weise zum Ausdruck, wie kreativ und mit wie viel Schönheit Gott alles geschaffen hat. Sich diesen kindlichen Blick auf die Welt zu bewahren, dem Apfel zu sagen, wie schön er ist und Gott für das Joghurt zu danken, all das, kann auch uns Erwachsene glücklicher machen. Ich wünsche uns, dass uns diese Haltung mehr und mehr gelingt!

Nächste Woche werde ich an dieser Stelle einen Impuls dazu geben, wie wir in unseren Beziehungen Dankbarkeit einüben können.