Monstranz

„Wie viele Wege zu Gott gibt es?“, wurde Joseph Kardinal Ratzinger – der spätere Papst Benedikt XVI. – einmal in einem Interview gefragt, als er noch Präfekt der Glaubenskongregation war. Er hat dem Journalisten lächelnd geantwortet:

„Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.“

Eine wunderbare Aussage, die uns erahnen lässt, wie groß Gott ist und wie einfach er es uns machen möchte. mit ihm in Kontakt zu treten. Da es aber so viele Wege gibt, mit Gott zu reden oder auch einfach nur auf ihn zu hören, wollen wir die vielen verschiedenen Arten vorstellen, wie wir in unseren Kirchen Anbetung halten, also das stille oder gestaltete Gebet vor dem Allerheiligsten. Als Pfarre Hildegard Burjan wollen wir aus der Vielfalt in unseren Gemeinden schöpfen und so freuen wir uns, dass wir drei Angebote zur Anbetung anbieten können, die alle verschieden sind. Es ist sicherlich für jeden etwas dabei, je nachdem, wonach die eigene Seele dürstet. 

Was ist eucharistische Anbetung?

Wenn wir beten, treten wir mit Gott in Beziehung und teilen Ihm unsere Freuden und Sorgen mit. Die eucharistische Anbetung ist eine Form dieses In-Beziehung-Tretens mit Gott. Wir glauben, dass Jesus Christus selbst im eucharistischen Brot, das in der Monstranz gezeigt wird, gegenwärtig ist. Beim letzten Abendmahl, als Er das Brot brach, sagte Er: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“. So ist Er selbst verborgen und doch sichtbar da. Eucharistische Anbetung setzt also fort, was wir in der Eucharistie gemeinsam gefeiert haben.

Einen Weg zu Gott gehen wir in unserer Gemeinde Neufünfhaus. Unter dem Motto „Herz ausschütten & ruhig werden vor Gott“ haben Sie die Gelegenheit, jeden letzten Dienstag im Monat von 19–20 Uhr nach der Abendmesse vor dem Allerheiligsten zu beten. Die Stille wird von kurzen Impulsen begleitet, das eine oder andere Musikstück untermalt die Atmosphäre und man hat – wenn man das möchte – die Möglichkeit, einfach das zu sagen oder in Stille vor den Herrn zu tragen, was das Herz gerade bedrückt. Eben sein Herz ausschütten.

Einen etwas anderen Weg gehen wir in Rudolfsheim. Jeden Freitag nach der Abendmesse wird vor dem Allerheiligsten eine gestaltete Andacht gefeiert. Danach ist Zeit für Stille. Je nach Situation werden Psalmen gebetet oder Lieder gesungen; gemeinsam oder alleine Gebete gesprochen.

In unserer Gemeinde Schönbrunn-Vorpark wird jeden Mittwoch nach der Abendmesse das Allerheiligste zur stillen Anbetung ausgesetzt.

Vor dem Altar, auf dem die Monstranz aufstellt wird, steht eine kleine Betbank. Gerne wird diese zum ganz persönlichen Gebet genutzt. Die Zeit der eucharistischen Anbetung ist in der Regel eine Zeit der Stille. Nur am Anfang wird gemeinsam gesungen. 

Es gibt auch speziell gestaltete Anbetungsstunden, zu denen wir dann gesondert einladen.

Somit haben Sie die Wahl, ob und wie sehr Sie eher eine gestaltete Andacht mit oder ohne Selbstbeteiligung oder doch einfach nur die Stille haben möchten. Welchen Weg Sie wählen, bleibt Ihnen überlassen, Wir heißen Sie in allen unseren Gemeinden herzlich willkommen!