„Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Mt. 5,15

Die Caritas der Pfarre Hildegard Burjan stellt hier ihre Tätigkeiten im Jahr 2020 vor.   

Wir möchten zeigen:

  • wie viel Gutes geschieht. Das soll uns ermutigen, an der Veränderung mitzuwirken.
  • dass jede Person etwas verändern kann und Hilfe ankommt.
  • dass eine Gemeinschaft mehr leisten kann als einzelne Personen. Darum ist die Pfarrgemeinde so wichtig.
  • dass Hilfe immer den ganzen Menschen anspricht. Äußerlich reich, kann der Mensch doch arm sein; äußerlich arm, kann der Mensch auch glücklich sein.

Wir möchten mithelfen, den inneren Reichtum zu vermehren und gleichzeitig den Wohlstand eines äußeren guten Lebens für jeden Menschen zu erreichen. Dazu dienen das Pfarrleben, die vielen Aktivitäten und die Anstrengung von vielen Einzelnen.

Zusammenfassung

An direkten Geldmitteln hat die Caritas der Pfarre Hildegard Burjan im Jahr 2020 insgesamt 9.220 Euro ausgegeben. Nicht eingerechnet sind dabei jedoch die notwendigen Räumlichkeiten. Für diese hat die Pfarre insgesamt 6.408 Euro an Instandhaltungskosten getragen.

Lebensmittelverteilung Le+O

Jede Woche werden ca. zwei Tonnen Lebensmittel in unserer Pfarre verteilt, rund 100 Tonnen im Jahr! 20 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen helfen jeden Freitag für drei bis vier Stunden mit. Sie leisten so mehr als 3.000 Stunden ehrenamtlichen Dienst pro Jahr.

Wärmestube

900 Personen konnten sich von Jänner bis März für einen Tag im Pfarrsaal aufhalten und wurden bekocht. Rund 2.000 Essen wurden dabei ausgegeben. Insgesamt waren das ca. 900 ehrenamtliche Stunden.

Startwohnungen

Einigen Familien wurde geholfen, eine Wohnung zu finden, einzuräumen und die erste Miete zu bezahlen. Insgesamt hat die Pfarrcaritas hier mit 4.000 Euro unterstützt.

Einzelhilfe

Beratung und Vermittlung sind oft schon ein wichtiger Schritt. Hier helfen die Pfarrkanzleien mit enormer Zeitinvestition. Nach bestimmten Prüfungskriterien wird im Einzelfall auch finanzielle Hilfe gegeben.

Woher kommt das Geld?

Der Erlös aus den Opferstöcken beim Hl. Antonius in unseren drei Kirchen gehört ganz der Pfarrcaritas. 2020 waren das 1.200 Euro. Dazu kommen unsere Flohmärkte, das Theater und einzelne Pfarrcafés. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen waren das diesmal „nur“ 1.114 Euro.

Darüber hinaus gibt es Einzelspender, die anlässlich ihrer Geburtstage, Jubiläen oder persönlicher Anlässe speziell der Pfarrcaritas spenden. 2020 waren das 2.438 Euro.

Bei besonderen Notlagen wird aus dem allgemeinen Pfarrbudget geholfen. Diese sichert ja ohnehin die Gesamtstruktur für die Hilfe.

Neben der Caritas gibt es andere kirchliche Hilfswerke, für die in der Pfarre gesammelt wird: Die Sternsingeraktion, die Aktion „Sei so frei“, die Elisabeth-Stiftung für Frauen in Not, Missio, die Frauenbewegung, die Gruppe der Selbstbesteuerung und viele mehr.

Im vergangenen Jahr haben wir für diese Hilfswerke insgesamt 33.323 Euro gesammelt.


Unser Leitbild

Hildegard Burjan ist uns Vorbild: Sie hat Not gesehen, analysiert und sich für die Schwachen in der Gesellschaft eingesetzt. Sie hat nicht gefragt, was Andere tun könnten, oder die Politik übernehmen sollte. Selige Hildegard Burjan, unsere Pfarrpatronin, bitte für uns!

Papst Franziskus schreibt in seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ Nr. 77-78:

„Jeder Tag bietet uns eine neue Gelegenheit, ist eine neue Etappe. Wir dürfen nicht alles von denen erwarten, die uns regieren; das wäre infantil. Wir haben Möglichkeiten der Mitverantwortung, die es uns erlauben, neue Prozesse und Veränderungen einzuleiten und zu bewirken, müssen aktiv Anteil haben beim Wiederaufbau und bei der Unterstützung der verwundeten Gesellschaft.

Heute haben wir die großartige Gelegenheit, unsere Geschwisterlichkeit zum Ausdruck zu bringen; zu zeigen, dass wir auch barmherzige Samariter sind, die den Schmerz des Versagens auf sich nehmen, anstatt Hass und Ressentiments zu verstärken.

Wie der zufällig vorbeikommende Reisende unserer Geschichte müssen wir nur den uneigennützigen Wunsch haben, schlicht und einfach Volk zu sein und uns beständig und unermüdlich dafür einzusetzen, dass alle miteinbezogen und integriert werden und, wer gefallen ist, wieder aufgerichtet wird; auch wenn wir manchmal versagen und gezwungen sind, nach der Logik der Gewalttätigen zu handeln, die nur auf ihr eigenes Fortkommen bedacht sind sowie Verwirrung und Lügen verbreiten.

Mögen andere weiter an die Politik oder an die Wirtschaft für ihre Machtspiele denken. Halten wir das am Leben, was gut ist, und stellen wir uns dem Guten zur Verfügung.

Wir können von unten bei einer Sache beginnen und für das kämpfen, was ganz konkret und naheliegend ist, und bis zum letzten Winkel des eigenen Landes und der ganzen Welt weitergehen – mit der gleichen Sorgfalt, mit der sich der Reisende von Samaria jeder einzelnen Wunde des verletzten Menschen annahm.

Suchen wir die anderen, und nehmen wir die uns aufgetragene Wirklichkeit in die Hand, ohne Angst vor Schmerz oder Unvermögen, denn dort liegt all das Gute verborgen, das Gott in das Herz des Menschen gesät hat.

Übergroß erscheinende Schwierigkeiten sind Gelegenheiten zum Wachstum und nicht Entschuldigung für eine lähmende Traurigkeit, welche zum Aufgeben verlockt.“