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Heimaturlaub in Tännesberg. Um 23.30 Uhr komme ich aus dem Wirtshaus, denke in der Küche noch über einen Absacker nach; da flitzt der Neffe Johannes vorbei. Stiefel, kurze Lederhose, oben ohne. Vor der Tür stoppt ein Wagen, er springt rein. Was los? Oh je, Feuerwehreinsatz, so die Schwester, Johannes‘ Mutter. Wir hören schon die Sirene und von der Terrasse aus sehen wir den Feuerschein. Hoffentlich ist es nichts tragisches, hoffentlich nur ein Heustadel. Wir verfolgen die Meldungen, Anrufe aus Gleiritsch – ein Bauernhof brennt. Immer mehr Blaulichter. Um 1 Uhr lege ich mich nieder, vernehme gegen 3 eine Tür; um 5 schon wieder eine Tür. Um 7 treibt mich die Neugierde auf. „onetz.de“ bringt schon die Meldung: 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Sieben Kälber verbrannt. Eine Million Euro Schaden.

Nachmittag kommt Johannes aus der Arbeit zurück. Bist müde? Geht schon. Es gelingt dann doch etwas herauszulocken: Die Tännesberger Feuerwehr (Nachbarort) war eine der ersten, die beim Feuer ankamen. Sie übernahm den Innenhof und rückte mit den Atemschutzmasken vor. „Holt die Kühe raus“, so der Ruf von einigen. Johannes geht rein. Es hat über 100 Grad im Stall, brennendes Heu fällt durch die Lucken. Die Tiere sind einzeln angehängt. Die bringen wir nicht weg. Mit Wasser abkühlen. Jeder Schritt mit dem Schutzanzug ist mühsam. Plötzlich das Zeichen, „geht unter den Türsturz“, der Dachstuhl bricht zusammen. Auf drei Rinder fällt ein brennender Balken. Der Geruch von verbranntem Fleisch dringt sogar durch die Atemmaske.

Johannes wechselt sich ab, fährt mit einigen nach Hause; kommt gegen 3 an, um 5 heißt es wieder los, die ‚normale‘ Arbeit ruft.

Nachmittag besuche ich die Brandstelle. Ich staune, der Stall zwar ohne Dach, aber aufgeräumt, sauber, im Stall halten 100 Eisenstützen die Betondecke. Ringsherum die Gleiritscher Feuerwehr (jene vom Ort). Sie säubern die Straße, räumen weg, machen Ordnung. Sie halten zusammen.

Danke euch von Herzen, ihr Feuerwehrleute. Ihr seid nicht nur die Helden des Tages, der Woche, jederzeit. Der ich aus der Stadt komme, kann nur staunen über eure Bereitschaft. Ihr seid Vorbilder, auch für meinen Berufsstand. Euer Einsatz – das ist der beste Gottesdienst. Vergelt’S Gott!

Pfarrer Martin Rupprecht, aus Eslarn, in Wien tätig.

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