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Dieser Artikel ist am 06. August 2019 auch in der Wiener Zeitung als Gastkommentar erschienen.


Genau am 29. Juli 2019 dem diesjährigen „Welterschöpfungstag“ hat Äthiopien einen neuen Weltrekord aufgestellt, der sich nicht nur sehen lassen kann sondern der ein klares Signal für die Schöpfung und für die Menschen der kommenden Generationen ist.

Während wir in der "ersten Welt" an diesem Tag bereits so „bequem“ gelebt haben, dass wir die Ressourcen unseres Planeten für dieses Jahr aufgebraucht haben, wurden in Äthiopien, dem derzeit am stärksten wachsenden Land der Welt - gemessen an der Bevölkerungsentwicklung - sage und schreibe 350 Millionen Bäume gepflanzt.

Das Projekt wird vom Äthiopischen Premierminister Abiy Ahmed im Rahmen seiner „Green Legacy“ Initiative  geleitet dessen vorrangiges Ziel es ist gegen die in Äthiopien vorherrschende Entwaldung anzukämpfen (der Waldanteil in Äthiopien ist von 35% Anfang des 20. Jhds. auf 4% in den 2000er Jahren gesunken) und für eine Steigerung der Wahrnehmung dieser Problematik in der Öffentlichkeit – auch außerhalb Äthiopiens - zu erreichen. Weiters zielt diese Initiative auch auf die Schärfung des Bewusstseins für die Umweltprobleme unserer Zeit ab. Sogar öffentliche Ämter wurden an diesem Tag geschlossen um den dort arbeitenden Staats- und Zivildienern die Möglichkeit zu geben an diesem Projekt teilzunehmen. In Summe wurde an 1.000 Stellen des Landes Bäume gepflanzt.

350 Millionen - eine Zahl die unsere Vorstellungskraft bei weitem übersteigt. Alleine die logistische Leistung, die hinter diesem Projekt steht, ist bewundernswert. Gemessen an der Bevölkerungszahl Äthiopiens bedeutet dies, dass pro Einwohner etwas mehr als 2 Bäume innerhalb von 24 Stunden gepflanzt wurden. Umgelegt auf Österreich würde dies bedeuten, dass wir ca. 16 Millionen Bäume pflanzen müssten um dieser logistischen Leistung eines Entwicklungslandes zu entsprechen. Von der dann folgenden Notwendigkeit der Pflege der Jungbäume ganz zu schweigen.

Diese Aktion rückt den Unterschied zwischen Ausbeutung und „sich die Erde Untertan machen“ (Gen 1, 28) auf eindrucksvolle Weise in den Vordergrund. Wenn wir annehmen, dass ca. 80 Bäume im Erwachsenenstadium jährlich eine Tonne CO2 binden, bedeutet dass in diesem Fall, dass jährlich 4,4 Millionen Tonnen CO2 der Erdatmosphäre entzogen werden. Gepaart mit entsprechenden CO2-Einsparungsmaßnahmen ist das nicht nur ein großer Beitrag für unsere Umwelt sondern für den "positiven Klimawandel". Doch Bäume beeinflussen das Klima auch auf andere Weise, durch die Verdunstung über die Blattoberflächen spenden Bäume auch Kühlung und nebenbei sind sie Heimat und Nahrung für viele andere Pflanzen- und Tierarten.

Und denken wir einen Schritt weiter. Was wäre wenn sich solche Aktionen in vielen Ländern wiederholen lassen würden? Wenn auch die erste Welt beginne würde solche Aktionen um zu setzen? Welche Auswirkungen hätte das auf unsere Klimasituation? Und eine um wieviel bessere Welt würden wir unseren Kindern hinterlassen?

Denken wir darüber nach, wenn wir das nächste Mal ein Plastikteil in den Müll werfen.

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