Was ist Anbetung?

Christliche Anbetung ist: Ich beuge mich in Freiheit vor dem, der zugleich unendliche Macht und unendliche Liebe ist. Wahre Anbetung macht den Menschen nicht klein, sondern groß, wie Papst Johannes XXIII. sagte: „Nie ist der Mensch so groß, als wenn er kniet.“

Wenn wir vor dem Tabernakel oder vor dem ausgesetzten Allerheiligsten anbeten, dann kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Ich beuge mich in Freiheit vor dem, der sich selbst herabgebeugt hat, zu mir; sich kleingemacht hat, indem er sich uns gegenwärtig macht in einem kleinen Stückchen Brot, um mich nicht zu überwältigen, sondern mir in größter Schlichtheit und Einfachheit zu begegnen.

Manche von Ihnen kennen vielleicht die Geschichte, die der hl. Pfarrer von Ars einmal erzählt hat. In seiner Dorfkirche fiel ihm schon lange eines seiner Pfarrkinder auf, ein einfacher Bauer, der Tag für Tag in der Kirche vor dem Tabernakel war. Eines Tages fragt der Heilige ihn, was er denn mache, wenn er da Tag um Tag reglos dasitze. Die überwältigend einfache Antwort: Er schaut mich an, ich schaue ihn an. So einfach ist es. Es geht nicht darum, mit vielen Worten auf Gott einzureden, sondern da zu sein, mehr nicht.

Manche haben vielleicht den Eindruck: Es passiert ja gar nichts, wenn ich eine solche halbe Stunde in Stille verharre. Oft gehen die Gedanken hierhin und dorthin spazieren. Die Zeit kann sich unendlich lang dehnen. Aber all das macht nichts. Wer diese Art von Gebet regelmäßig übt, wird irgendwann merken, dass sich fast unmerklich, weil es langsam geschieht, etwas in meinem Innersten verändert. Eine größere Ruhe, Gelassenheit, eine neue Freude, ein nicht gekannter Friede zieht ein. Es ist wie Sonnenbaden. Nur ist es hier mein Kostbarstes, meine Seele, die in der Sonne Gottes, die mich anschauend bescheint, schöner und schöner wird.
(Text gefunden bei Pfr. Bodo Windolf)

Eucharistische Anbetung zu Fronleichnam

In oben genanntem Sinne laden wir euch herzlich zur eucharistischen Anbetung am Fronleichnamstag, 3. Juni, ein. Das Allerheilige wird direkt von der Messe (Messbeginn 9:30 Uhr) im Auer-Welsbach-Park in unsere Kirche übertragen und bleibt dort bis 15:30 Uhr ausgesetzt. Um 15:00 Uhr werden wir gemeinsam eine Andacht vor dem Allerheiligsten feiern. Diese Zeit des Gebets gibt uns – wie oben beschrieben – die Möglichkeit, bei Gott ein „Sonnenbad“ zu nehmen und uns von seiner Liebe bescheinen zu lassen.
Petra Wasserbauer